Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1884
- Issue
- 52 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 208 — bet Direktor zugegen war. und um de» Erfolgeganz sicher Su fein, sah man sich auch veranlaßt, Unterrichtsstunden für ie Einübung zur Hilfe zu nehmen. Diese Borstellung läßt sich aber nicht mit anderen ähnlich hier schon von Schülern öffentlicher Schulen in Scene gesetzten vergleichen; da» Besondere liegt barin, daß hier, vielleicht zum ersten Male in der Geschichte öffentlicher Schulen, erwachsene 18- und 16jährige Mädchen in H o.sen rollen auftrateil. ES war recht lieblich anzuschauen, wie diese jungen Dämchen eS verstanden, vor dem großen Publikum sich in der unbequemen Kleidung frei zu bewegen, und die Herren Primaner sollen besonderganz entzückt von ihren liebenswürdigen umgewandelten Tolleginnen gewesen sein. Die Borsteüungen, die um 6 Uhr begannen, waren nach 11 Uhr zu Ende, und die Ausdauer der größeren und kleineren Darsteller (7 bi- 8 jährige Kinder hatten als Engel und Genien mitzuwirken) ist um so mehr zu bewundern, aldie Hauptprobe am Abend vorher auch vis 11 Uhr gewährt hatte. Zum Schluß wurden die Darsteller vielfach gerufen und auch der Lehrer der Anstalt. Herr K. Sch., der sich der schwierigen Arbeit der Jnscenirung und Einübung unterzogen hatte. Dieser war sichtlich gerührt, al» cr, dem Rufe Folge leistend, vor dem Publikum erschien und einen Lorbeerkranz empfing. Einer der jugendlichen Sängerinnen wurde von unbekannter Hand ein hübsche» Blumenbouquet zugeworfen. So verlief der Abend recht heiter, und der Herr Direktor hat für nächste» Jahr wiederum eine solche Festlichkeit in Aussicht gestellt. Wir freuen uu» heute schon darauf". Hierauf erfolgte folgende „Erwiderung." »Zur Richtigstellung de» Artikels »Ein Schulfest" im heutigen „Stadt-Anzeiger" erlaube ich mir Ihnen ergebenst zu bemerken, daß die ganze Einübung der Stücke 14 Tage in Anspruch nahm, aber im Ganzen nur zwei Proben waren. Die Hosenrollen wurden von Mädchen gespielt, beten Eltern auSdtticklich ihre Einwilligung dazu gegeben hatten. Auch ist die Realschule der israelitischen Religionsgesellschaft keine öffent'iche Schule. Herr K. Sch. hat sich in der Thal schon Spx verdientem die Schule gemacht und sich um da» Zu» aodekommen der beregten Borstellungen, zu welchen Gönner der Anstalt da» uöchige Geld gaben, sehr bemüht. Bei der nächstes Jahr w. G. stattfindenden Aufführung roerben Hr. Dir. Hirsch und Herr K. Sch. Ihren feinfühlenden Herrn Berichterstatter erst vorher ftagen, ob sein zartbesaitete» Taftgefühl ihm erlaubt, sich die Borträge anzujehen. Da» Programm wird chm auch vorher zu Diensten stehen. Goldschmidt." (Ueber da» ausdrückliche b i d l i s ch e (ö. B- M. 22,5) Verbot de« Tragen» männlicher Kleider von weiblichen Personen schweigt sich Herr G. vollständig au«; und darüber kann doch selbst die Erlaubniß der Eltern nicht hinweg helfen.) Meine jüdische Sharaeterzüge. Bon Lp. Rk. in Brandenburg. 15. 9» Zeiger tmugt nicht». Ein antisemitischer Bierredner zeigte in einem Gasthof Jedem seine neue Uhr. Zufällig kam ein reisender Jude in» Zimmer, da» bierselige Kneipgenie winke ihn zu sich, zeigte auch ihm seine Uhr und fragte: »Davidsohn, der Sie doch eigentlich verstehen muffen, so etwa« zu schätzen — wo» hatten Sie von der Uhr?" — Der Jude erwiderte: »Christian, der Sie doch eigentlich verstehen müffen, Davidische Abstammung zu schätzen — die Uhr ist gut, nur der »Zeiger" taugt nicht«." _ Alte» hevrRsche» ZPrSch»*rt. Uebersetzt von Lp. Lk. In Brandenburg. «m ersten Tage — Gast, ITfl* fhWn D’TJ >« »weiten - schon zur Last, (TV* tfl*? «m dritten - gar gehabt, fTTte tfl*? Am vierten — Entfernung in Haft. PHtB ’T'JTTI B'PJ "«jQt Kathsrl-Aufgaben. «Ql» I. Deutsche» Ztlb-u-WSttzset. Bon «. Speier m Heinebach. Mich Erste haben Heiden verehrt. Doch Daniel hat mich zerstört. Die Zweite zeiget stet« Dir an, » Wie fall und wann e« wohl sein kann. Da» Ganze liegt im ferne« Land Al» Feste an der Donau Strand. IL A-brittsche, MeuderAhsel. (ffi»« mn» zweifilbig.) Bon I. Eck mann in Nienburg. Wohl ist Dir da« Ihier bekannt, Ost wird'» in der Schrift genannt — Doch kehr'» um — de» Priester » Hand Schwang'« bei einer lhat der Schand'. 111. Zmeisprachige» AememM. Bon Sali Cohen in Nee». Deutsch bedeckt e« Berg und Thal, Stilmpfet mit dem Sonnenstrahl; Doch hebräisch hat'« entzückt, Manchen schon, den Stummer drückt. Wird da» Deutsche umgekehn. Wird« von Jedermann begehrt. I. P« Auflösuug der KSthsel i« Ur. 51. alaft - Last - «st - st! (Daniel Cap. 1.) IL Eifer und NDPl (Asche). HL T (Hand), "1 (genug). Miebtifte hlmflösungen sandten bi« Nedactionoschluh: -Ui Cohen in Nee«. Lberserundaner Semmy Philipp in Lüneburg (zu II »Muth und niO"). «dr. Weistdach in llzernowitz. B. Lipschip, Cantor in Fiatow (Westpreuh.). «MslösMMg de* hedräischeM «äthsel* «u «». »». Bon Mattia« Straschun in Wilna. -Tflp 7N n-n» mfcna pan dj '□* nrt ■rnirn jnia ntto rn^p’jwirr "ai pj - rniona n^grib bt*» rrrärwi näi «■pfi»1? wen kSn ni'un’irrn rga Nachträglich war auch noch eine richtige Lösung diese« Nöidsei» von Marcu» Edel, Cantor in Görlip, eingegange»; demselben binu al» Antwort, das, wir un» aus hebräische Nössessprung-Aufgaben unmöglich einlassen können. «MsttsuMg de« «hammka.»reMpel« im 9tr. »a. Die Schüler rufen dem Lehre die Worte de« Psalmisten 1Ü«.i j»: VP7V1 VMM -i?ü? npn Da« Ney," e« «erde gleich get heilt, Und wir entschlüpfen unverweili. M. S. Neu». Ferner von L. Cohen, Lehrer in Nee«: ,7s»2 nipv .l^vn yt) 13 .npn napn -ipoan rr^l und auch von I«. u. in Oberstei» (Anfrage wird bejaht). *) HC tat Aaklnwrtk M, kb *41,« (Ml «UM Mc N-Mtzt kn IMiik' «tchttkt» lad. ket acht «ch-maichca». vetefkastem der Medaetiou. L. B. und L D. In 11. Arithmogriphe, bei denen nur die Ae> sangöbuchstaben und nicht auch die E n d duchftaben ein Won ergebe», werden ai» zu leicht nicht ausgeiwmmen; ebenso solche Nöthsel nicht, dl» au »Orchographiekranken, oder die hebe. Curslv geschrieben nnk. Anfragen, ob und wann ein eingesandte« Nöthsel Ausnahme smdck, oder um Angabe der Gründe, warum diese« »der jene« »ia>> i« Ausnahme gelangt, haben wir nicht Zeit zu beantworten. —N»hftl aus unsern Namen, deren bereit« viele bei un« lagern, nehme» «r nicht aus; ebenso solche, die ähnlich schon in früher» Nummern tagewesen, z. B. ans Auerbach, Montefiore, Mendelssohn u. a. L B. (■ M. B. L. tn B. Die noch eingesandten Gedichte und N.tidm auf Chanuka bleibe» für'» nächste Jahr, s. G. w., refervirt. Die nächste Nr. wird wieder Prei»rtthsel bringen. Beranitvortlicher Nedarteur vr. Nahmer, Magdeburg. Druck von D. L Wolss. Magdeburg. Berlag von Nodert Friese. Leipzig