Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1884
- Issue
- 59 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 200 — ist der Lanarrock zum großen Berdruff« der ao gesehenen Inden au« den höheren Grsrvscbastskrrisen noch der Alleingebieter. Und in dem langen Stode erscheint Jannner und Proletariat dovpelt elend. In jedem Hause sind so und so viel osfeur Läden zusammengepfercht, die zum großen Theile in Betreff der Reinlichkeit die allerbeschridenste» wünsche unerfüllt taffen. Die Mauern sind mit Schildern bedeckt und diese Schilder tragen die wunderlichsten Namen, welche die Babbelt der Beamten nur hat ersinnen könne«. Man weiß, daß zu Lnsang dieses Jahrhundert« die polnischen Juden, die bißher fast ausschließlich nur biblische Vornamen getragen hatten, von den Behörden zur Annähmr eines Rainen«, der fernerhin der Familienname sein sollte, gezwungen worden sind. E« wird nun erzählt, daß die Beamten, welche di« Romen auszutheilen hatten, keineswegs unbestechlich gewesen seim und an den armen Schluckern, die nicht» zahlen konnten, in gehässigster Weise durch möglichst lächerliche Namen ihr München gekühlt hätten. Daß damal» arger Schabeniack mitgespielt hat, ist unzweifelhaft, sonst würde man für die jüd. Romen, wie dir nachstehenden, kaum eine Erklärung finden können; da lesen wir Namen wie kldelsaug, Jungfermilch, Muttermilch. Spatzenkvpf. Hirschleder, Schuhwichse. Spiegelglas, Zuckersüh, Baßbogcn, Himmelfahrt, Cent,«erschwer, Berlinerblau. Kirschrot, Halbfinger u. s. w. Roch seltsamer wirken die abstrakten Begriffe als Eigennamen wir: Gesundheit. Weisheit, Empfindung und Vergnügen. Eine Familie fühtt sogar den Namen „Jchselbst". Die Gegensätze innerhalb der jüdischen Bevölkerung Warschau'» sind vielleicht stärkere und schroffere al» irgendwo in der Welt. Während da« jüd. Proletariat mit den lange« Röcken und den wunderlichen Löckchen an de«'. Ohren schon wegen seiner ungenügenden Sorgfalt in der äußeren Erscheinung einen sehr wenig beliebten Theil der Warschauer Einwohnerscbaft bildet, nehmen die vornehmen jüd. Faniillen die angesehenste Stellung ein; gerade während meine« dorttgen Aufent^lts gab da« Brgräbniß de« Ehemikrr» und Fabrikanten Vr. Ratanson, vkr sich nanckntlich um die Hebung der Zuckerindustrie in Pole» bedeutende Verdienste erworben hat, die veranlaffung zu einer wahrhaft großartigen Feier, an der sich die eilten Familien de« Lande« ohne Unterschied der Religion betheiligten. Die Hauptstraßen mußten für den unabsehbaren Zug, der dem Sarge folgte, gesperrt werde» und die Mitglieder der stolzesten gräflichen und fürstlichen Familien drängte« sich an di« Bahre, um den Körper de« Entschlafenen von dem Eingang zum Kirchhofe bio zur Grust zu tragen.- Allerlei fllr de» Fa«ilir«tifch. St» kr»»tr L«tz«. Lin Herr Weiß in Pest hat für einen großen Lotterie- Gewinn damit Gott gedan't, daß er allen Gläubigern seine« verstorbenen Vater«, die mit 72*/, abgefunden worden waren, den Restbetrag nebst 4 V, Zinsen bezahlte. A»rt«fu» Ein vrrhältniß zwischen einer jüd. Wittwe und einem Katholiken in Pari« kann nicht zur Ehe werden, weil die Mutter de« Bräuttgam« die Taufe fordert, die Mutter der Braut sie nicht zulassen will. Da wendet die Bräutigamsmutter sich an — den Rabbiner mit dem Ersuchen. darauf hinzuwirke», daß —die Taufe erfolgen könne. Offiziere und Soldaten jüd. Glaulxn« sollen je 8 Tage Pessach und Succoth, je 2 Schowuoth und Rosch haschouo und l Jomkippur nach Anordnung de« Herzog» von Eambridge dienstfrei bleiben. Ein Stück .Ehassidimthora" entnehmen wir dem ,Un. isr.-: In der Mischna Kelim (17,14) heißt es: Wa« am 1. Tage geschaffen worden ist (die Erde), kann befleckt werden, da« vom 2. (Himmel) nicht. Da« Werk de« 3. Tage« (Bäumet nimmt Unreinlichkrit an, die vom 4. (Sterne. Vögel, Fische) nicht, wohl aber die vom 8. Tage (Vierfüßler und Mensch). Darum fällt Ioinkippur nur auf TTM‘b. i. Sonntag» Dienstag. Freitag. 3: »ei rkmde» Lha««ka von K. n. ln München ttbanuh in allen Straften Lhannka in allen Zonen, Bo nur Inda « Bühne wahnen. Die den Glauben nie verlassen. — Wenn bit kleinen Lichtchen strahlen “In de» silbernen Gestellen Jnb das Zimmer sanft erhellen — Wer versucht'«, bat Glück zu malen. Da« erglühet aus den Wangen, Leuchtet in dem Aug' der »leinen. Die so heiter hier erscheinen Um Ihr Spielzeug zu empsangen! Aus und ab i« Zimmer schreitet Beim Gesang nach alter Sitte Der Papa mit sestem Schritte, Lon der Ninderschaar begleitet. Nun ersolat di« gröftte Freude — Hat da« Spielen erst begonnen — Cb verloren, ob gewonnen! Glücklich sind die Sinder heut«! Denken sie auch an die Helden, Di» mit Löwenmuch gestritten. Die gekilmpst, kür uns gelitten. Und da« Heiligthum herstellt«»? -*)>j| »a«Vr* t»«fflttbe«! I. Peitsche» Artttz«o-rtph. Bon M. Lipschih in Sonip, Westprcuften. 1. 4 1 S 7 6 8 1« Gin« Stadt in Frankreich. 2. 2 1 9 10 3 9 Gin lkönig mit de« Reiche Israel. 3. 8 b 3 II fl 7111 Gin Sohn Jacob«. 4. 6 7 13 12 4 1 Gin deutscher Gigenname d. 14 6 1 16 7 lö 11 Gin hebriiischet Werk. «. 14 9 8 9 Gine Stadt in «alilüa. 7. 9 6 16 5 10 II Gin deutscher Monatsname. 8. 3 18 9 8 14 8 6 IS 11 Gine Stabt Deutschlands. 9. 16 10 13 9 Gin Schristgelehrter. 10. 10 11 6 18 17 Gine Wettennscheinung. Die Ansangsbuchstaben von oben nach unten gelesen geben de, -kamen eine« jüdischen Feste«, die Gndbnchstaden von unten nach »de» gelesen den -kamen eine« Hohepriester«. H. Aebrittsche» ßo-o-riph. Bon G. in 2t. Gr war der Besten Giner wohl in alter Zeit, Allvater» Gunst hod ihn zu sich empor. Gin Zeichen mehr, e« spendet Licht und Freud', Und Jubelsang enönt im srohen Ghor. in. HebrSische« K>chßaße>rSttzsel. Bon Lehrer Braun in Marsberg. .fwi Dj 3i< nj? »Ilkkv l57p 3K1 - arh rdi »ijnr» "Vm rrrri A»ll»f««, der Uitttzsrl i« »r. 4V. l. Gine Ras«. H. Kauz, Jflp (Dorn.) lll. Tjlj und TJt? K«Hu Auftssuua»m (ultn «int Abraham Weiftbach in Gzernowig. Semmy Philipp in Lüneburg tauch die in Kr. 48,. Sali Lohen in Ree«. «. Arend«. Lehrer i« Scharm deck F. K. in Mg. Die Dr»i«r4tfts»l in Kr. 47 haben richtig gelüst:•) G. Stiebet In Strasburg. I. Basch In Keulomischel. -k. MitM, Lehrer in Polch Ferdinand und Johanna Fader in P»tch. L. «>en> in Gdenkoben. Lehrer Plaut in Wattenscheid. A. «. in Troppa«. Grnft Buchholz. Cbersekundaner in Gmden. Hugo Sahn. Prilvarand ia Burgpreppach. Hermann Keinheimer i> Cdernheim. Alwin in «• Glwira Blüh in Dropvau Unter dielen entschied da« Loo» den Prei» für G. Gtiedel, Untertertianer in Straft durg. W.-Pr. «wie, «l«ft in Droppau. •) «» «ril brr. ttchtim «■«•luatni Hr mifcUlmkn. »-»«nr-« Bnükfli au km mrtiüchäüiichm irietzichm M dm Vapiert«» «em»«» — all dm da In dm — Dtm. (*•« na «tfn»cha»I a»m «Mt «i*<f( ■ li« MUaam w MI rU fH>. — Wir ettvchm Mt ktte. «i»e ». u«i"i»- sintztw,; ate Ms/» amee kiele» m4 8a*i *•* Verantwortlicher Kedaeteur Dr. Kahmer, Magdeburg. Druck »an D. L. Walft, Magdeburg. Verlag »an Kader» Arles«, Leipzi«.