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Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 59 (1884) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1884
Issue
59 (1884)
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1884. LmM. Jüdisches 3«r llntr rlilting«.-elehnmg fir -ie i«ir litifdjr Zvgevl y t ffftonufa-ÄrUfllrin. Bon I Sotntliu« in Rotenburg a. A. — Jüdisch« Silhouetten au» «altzien. XV. Der Antisemit. (Schlub). YllDlUl. ~ 2ink geschichtliche Staninifcra«. — Da« Iudenviertel in Warschau. — Allerlei für den Familtentisch: lluriosum. — } De» fiinbf» ikhanuka Bon R. M. In Biünchen. — RBthsklausgabrn. — Rtlihsellösungen. EhmKa-KrUkiii. Ilra }. Ciridtni ii Kotrndnrg i. |. gDUIkonwn, V» llrdllchn Ckaiikafrft, Wtllkowwki. U|t {tditlttB, tDlUkannta! Ißt fogt bis oon ntarn, »atz •ott itdit irrllft Vir Minier. kU trtBtn, dir fromm. Iß kraut» aad) rtßgr. Mutsche Nicht, Killt Mruschrilltrd' kill ßch orrdorgei. Ihr jlchtlrtt hadt nUrjflt DofTanns grdricht. V«ß 6ott auch ti Bnko«(t wird forgts. Mir ivrchkt ihr doch dir Crtnsrntna gleich An iltr. Bergongrir Zette«. V« Inari gegen dar' »ßchttgr Kelch Ver Syrer wißt kßnlpsen nnd ßrettra. Ver Sieg ward rrrnnge«, der Feind ward aertagt. An» Sewpel naa sogen ßr Meder. Va lanchsten die Versen, die saß schon oersigt, Kid wichtig erschallten dir Fieder. Sin Krügleli fand ßch gar wtnsig and klein. Gesiillet ntt hriligm vrlr. Vah fortan der Fampen hmltchrr Kchrtn |» heiligen Tenqikl nicht sehle. Kira Krügietn. ihr hadt ra so oft schon geschont |ß hente noch nlcht entschwnndea. |> nnsern Kindern, die «ott in» nrrttant, |ß wieder du Krllgirtn gesnnden. |> »seren Kindern liegt hetllgra vei. Powlt »tr du Flchtteli eatsünden, Ka» Fichtirtn der «landru. du ßrahirt so hell. Kid lehrt »u den rechten Weg Wen. V nllhet dtra Krilgletn, oerwendet er gnt. Ihr »ltrrn. ihr Frtzrrr der Kleinen, rrsillet die Krisen »tt gittltchn» Math. Faßt »te er du Llaadrialtcht scheinen.' — v nllhkt dien Krllglrtn, nerachtel ra nicht, 8 laßt nlcht dir |ahrr entschwinden! — Kid siindrt ihr a letzt di» Shnnkaltcht. «Ißt ihr anch die Kelsen ritsinden! — Jüdische Silhouetten ans Galicien. Bon Rathan Sumuely. XV. Der Antisemit. (Z<bi»g.) Unterdessen raucht» noch und »ach da» Städtchen R. nruverjüngt wie rin Phönix au» der Asche hervor. Alldem Schutte der eingrworfenen, baufälligen Hütten, erhoben sich schmucke, weibübertünchte Häuschen mit niedlichen Faoaden und schönen Dachthürmchen; die holperige» Strahen ebneten sich, die frühere Verwahrlosung wich geordneten Verhältnissen, der früher morastige und mit Dorngrstrüpp wildverwachsene Stadtpark zauberte sich in einen wunderbaren Garten um, mit schattigen Baumgängen, Rasenplätzen, JaSmin» lauben und silbersprudelnden Wasserquellen. Die christliche Bevölkerung zollte ihm den ungetheiltesten Beifall, wie wohl sie über seine Ungläubigkeit sich ebenfalls zu beklagen hatte, da er e» weder mit der Kirche noch mit der Beichte hielt. Dir jüdische Bevölkerung hatte schwer von ihm zu leiden, ja. er schien e» sogar ganz besonder» auf sie abgesehen zu haben. Heute trug er ihr auf, die Synagoge restauriren zu lassen, morgen eine.Klaus" zu sperre», ein andereömal lieb er irgend einen ringewanderten Wundermann» au» der Stadt spediren, und einmal gar versetzte er die ganze Gemeinde in Angst und Beben. . . Einmal nämlich erschien in der Synagoge während de» Beten» ein AmtSbotc — man bedenke nur, ganz wie er leibt und lebt rin Amtsbote, mit der aufgestülpten Mütze, dem grünen AmtSrock und dem unvermeidlichen Aktenbündel unter dem Arme. — Wa» hat ein solcher in der Synagoge zu suchen? Natürlich gerieth die ganze betende Versammlung bei seinem Anblicke in starrem Schrecken: aber da» verhinderte nicht den Amt»boten mit nur um so gestteckterer Haltung und stolzeren Schritten geradeweg» der Borderwand zuzu» schreiten, wo ein Gemeindevorsteher — nicht muthiger al» die Andern — vor seinem Ständer stand. .Hab' bereit» jeden von Tuch", sprach die Amtsgewalt, .schon einigemal be> sich zu Hause gesucht. Der Bezirk»- hauptmann trug auf, dab einer von den Vorstehern morgen bei ihm erscheine!" .Erscheinen — und iveShalb?" fragte der ganz erschrockene Vorsteher. Aber der Man» de» Gerichte» machte ei» lange» wichtige» Amt»grsicht. al» wollte er sagen: Amtsgeheimnisse dürfen nicht vecrathen werden, und ohne nur ein Wort zu antworten, schritt er mit gemessenen Schritten die Synagoge hinau»... Rach einer Minute starren Schrecken» ging auf einmal, wie au» einem gesprungenen Dampfkessel, da» Gesumme und da» Geflüster von allen Seiten lo». .Damit ist der Schulzwang gemeint», begann einer. .Ja. der Schulzwang", sekundirten zwanzig Andere. .In du- Schulen will man unsere Kinder schleppen!"

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