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Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 48 (1884) · p. Seite 192

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1884
Issue
48 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 192 (sequence 4)
Language
German
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IM 11. Gt« tmkirbtm |*k. Ein Fiachkopf besame sich emsig mit dem Talmud, konnte aber so wenig davon begreifen, wie etwa Rohling oder Justu«. Al» einst sein Lehrer gefragt wurde: Ihr Talmid (Schüler) lernt .wohl" (gut), nicht wahr? ant» . woriete er: Mein Talmid lernt .wohl" (allerdings), aber er kann nicht». — 12. De» P«wim GrtzUst«. Die' Frau eine» Mrlammed (Jugendlehrer») hielt chre Wohnung nicht besonder» sauber, und al« die lieben Nachbarn sich darüber aushielten, bemerkte rin Witzling: Wa» wollt Ihr denn von der Frau noch mehr? Der Melammed „lernt" (lehrt) und sie „chascrl". (Doppelsinnig: entweder £c wiederholt da» Turchgenommene mit der Jugend, ist lepetenrin. oder sie lügt Alle» im Schmutz verkommen). 18. Ptttfmif ritte» Pfaltttverfr». Al» ein armer jüdischer Gelehrter erne beträchtliche Summe in der Lotterie gewonnen hatte, strömte Alle» zu ihm, was mit ihm irgend verwandt war, bi» dahin aber ihn nicht kannte oder ihn nicht kennen wollte. Da sagte er: Run erst versteh' ich den Psalmver» 107,41: Wajugeer ewjon meoni, wajosem kuon misohpacho». “■ Wenn Gott den Dürftigen aus dem Elend erhebt, macht er (an Zahl) den Schafe» gleich die Verwandtschaften. Herzu Herze«. (Nach Talmud und Midrasch). Zu Rad Josua den Lhanania sprach Einst eine von den räm'schen Edeldamen: »War thut von seit dem letzten SchäpsungStag, Da alle Wesen in da» Dasein kamen? Sann Don seit dieser Zeit ualhätig sein?" — Der Rabbi sprach: »Seitdem sühn Gott zusammen Die Einzelnen in liebendem Verein, Dag Mann und Weib in trauter Eh' sich paaren". — .0, solcher Thal kann ich mich auch erfreu«" — Die Dame sprach — »bei meiner Diener Schaarenl Vedars dazu e« einer Gotle»macht?" Und tausend Mann, di« ihre Sklaven waren, Hat aus ihr Won man bald herbeigebrach«. Nebst tausend Sklavinnen, die ihr gehörten, Die stellt« man — nicht ward da« Herz gefragt — Einander gegenüber al» Gefährten. %<« Mann und Weib, so wie e» gerade kam. V .'eu Lochzeitttschmau» sie noch verzehrten. Und alle« seinen besten Fortgang nahm. Schon glaubte tNumphirend ganz vollende« Ihr E beschließ ung«werk die Edeloam' — Da ha««'« ganz ander«, al» sie dacht', geendn. Saum waren wenlge Stunden sie verein«, Al» schon da« Herz der Paare sich gewendet. Durchbläu«, voll Blut, di« klugen ganz verweint, So sah man sie hin zu der Herrn« trabe«. Dort haben heulend, iommernd sie'« vernein« — Erhielten sie auch noch so reiche Waden — Zu bleiben stet« Gemahlin und Gemahl: Sir wollten sich um jeden Brei« — nicht habenI Die Herrin sah der vielen Wunden Zahl, Dl« ihr« Eheschließung ha« geschlagen. Und nun durchleuchte« sie mit hellem Strahl Da« Wort, da« ihr der Rabbi voraetragen. Zum Rabbi ging mit raschen Schritten fl»; Der sprach zu ihr mit lächelndem Behagen: »Nicht wahr, «* ist doch kein« kleine Müh', Zu einigen zwei fremd« Menschensrelrn? Dem Zwang« trotzt der Lieb« Harmonie, Nur der die Herzen schuf, kann sie vermählen!" Dr. I. Goldschmldt-Wrilburg. Die u«d ihre Tochter.*) von A. Speie r ln Heinedach. Dl« Win«« und ihr Tdchterlrin, Sie sitzen so «rau« zusammen In Ihrem kleinen Summeriein. — Im Ösen knistern die Klammen. *) Zum Andenken an die bei de« Hanauer BahnunglUck verun- . »i)a.— glückte S1 jA(rig« jftb. Näherin. E« nähet die Mutter, e« nähe« da« Sind Die letzte Nacht am Sleide. »Gottlob, daß wir nun fertig find" — So sagen froh sie beide. »Und morgen nun in aller Krüh' Bring' ich da« Seid dem Sunden: Und Abend« bin ich wieder hier Noch vor den Sabbathstunden". Und früh entführet sie der Zug, Schnell weg von Gelnhausen. Er eilet wie im vogelflug — Die Räder brausend sausen. Da horch! — ein Stoß! .0 Weh, o Weh I" Erscholl'« au« vieler Munde. »Nie Mutter ich Dich wiedrrfeh', '« ist meine Todesstunde!" Die Wlltwe und ihr Tächterlein Nie «ehr zusammen saßen. Zur Erde sitzt da« Mütterlein; Da« Sind ruh« unter'« Rasen. Aus dem Srpuchfchatz des Talmud. Poetisch übrZetz« von Max Weinberg. Ist nicht mehr Sind Dein Sohn, Hüt' Dich, ihn noch zu schlage». Denn wenn er sich vergäß'. Du hätt'st e« mit zu tragen. » » Dem Snabcn sind Schläge, Wa» dem Gold sei« Gepräge. Nur wahnumsangen Wird Böse« begangen. » Ward rin Irrthum mit Dir groß. Wirst Du ihn sobald nicht Io»! » Was Ott« Gebrauch Da» Ihue auch. Kiilhfel-Aufgabe«. I. I»ei deutsch» KSthfel. von I. C. in R. I. Mit Sops und Kuß bin ich gar süß, Ein Priester bin ich ohne die«. — 2. Mit Sops und Kuß der Weg zum HSchsten Gut, Und ohne die« — Schutz vor Sonnengluth. II. ImeifPrachUche« Aomouy«. von V. «. in R. Soll er spielen, so streichle; Soll sie tanzen, so schmeichle. HI. Hebrittfche» Weudrritttzsrl. (Ginstldig.) Bon I. Eck mann >» Nienburg. Nennet den Mann mir, den frommen, der bei Gott ha« gesunde» Wa», sobald Du Ihn wendest. Dir sein Name besagt. Außösuus der WSttzsel i« Nr. 47. I. De« deutsche» Homonym«« gefall«« Cal« Par»trip.» II* De« zweisprachlichen I Uz, sNP (cfr. Qmm. 22,21). Richtige «nfläsnnge» sandten et«, Lehrer L. Weinberg ln Bodenseld« (daß UV1 mit QV verbünde« wird, geht allerding» au« Ps. I«, 1, wo e« jedoch eine andere Bedruluo« al« im S. der Zehngedote hat, hervor). Sali Cohen in Ree«. H Lin Ewilm. Semmv Philipp, (ack 2: dagegen ist die Ausiäfung »ä l: Bist Du «I« Leid, so macht e« Dir oft Schmerzen Hast Du Mitleid, gewinnt <« Dir dir Herzen zwar verfehlt, aber doch «eil geistreich, «ittheilrnawrrth. Die Aoh Ulsung de« hebe. Prei»rächsel« ist auch am Ziel« vordei: nicht M» eine« aramäischen, sondem dem betr. hebr. Wort« ist gefragt.' ». U. ln U. Da« Räthsrl ist schon — aber doch nicht jüdiiän» Inhalt». (Da»selbe gilt von eine« andern, dessen Auftäsung »Mäzen und vagen".) » ». »t. ln ». Die Ausiäsnng de« «enderäthsel« ist salsch. «« da»s«lde rückwärt« gelesen keinen Sinn giebt. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahme«, Magdetmg. Drnck von D. L. volss. Magdeburg. Verlag van Robert Friese, Leipzigj

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