Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1884
- Issue
- 33 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 33. Jüdisches 1884. u,%\Ywi - $ I g f t Inhalt 3ir ll»lrr|«llinj »d |rlt|rai| für iir i»>e>Uchk Jeznd. Der Dornbusch. <Au» den hinlerlaffcnen Aedichlrn de« Seminardir. A. Horwltz s. «.) — Die «eschichtc meine« Brohvaler». . Erzählung von Fanni Renda. — Jüdisch« SilhoueNrn au« «alizien. Bon Ralhan S-muely. XIl. Red Leiser, der Haman. . <JoNse»ung) — Bethel Henn, Slroutbero und da« Judenlhum. iAortsetzung.) — Leopold Zun», iZortsetzung) — Rälhlel- Ausgaben. - R,lhsel.«uslösungen der^kr. 3t und W. Der Dornbusch. (JU* de» llalnrifnum^dichte» de« >e»i»ar»ir. Z. >«r»stz f. >) f» ftetzt ri« Peodusch i« der Mufte, peteinfaml, »«t m« fett gek«»»t, Il»d ft,»« — alt ol ulket» er «ätzte Pie Sü«do «r m« Ak»r »»d Luud. Pech »«« der Sottergrutz ,e»orde«, De» kochtet'» tzeE i» tiefster Nacht, Zl«d elk der Mikdul» kaute Kerdo Hkerft»«»«» »er brr Setteepracht. A»d durch do Porußufch getzt ei« z»ro»o, Z»,d i, der Aka»m« td«t du» Merl: „Ach »I» du» Meso, utcht z, uono, „Pech ftUkt «et» Hde« jede» Hrt. „Plud we« de lieft d«rch'» «ackt, ^edo „Met, Aka»»oede« ,»d »et« Srutz, „Per seft »»» Staude sich ertzedo „Pie Schutz« «erfe» »e» de» Autz „Slud »erfe« il die Stauderdftke, „Mud tzeik'go sich der S«t1e»«ätz'; „jtnf detz er r^u «ei» Mert erfülle „A«d »tcht »it chrd' teteftet getz „Pu seift »ei« ftrdoeekt erlöse» „Ke« Ar«tz»die«ft „d m» Stkaeottz«», „Po« odkich (oft mm S<tz»,rz goeso „A»d sch««o i» «ei« Keiktgttz«»- — „,,S Seit! P« »ist j« fekdft die Suade, „„Ser alkzuschiver ist dieser Pioft, „,,A«d »teweud gkaudt'» e«f »ei«e»?fs«d«, „,L»atz P« i« Matzrtzeit wir erschteuft.« „Pu seist der«» et» -eiche» trago „Pe» Seite»»«rt t» ei,»er «rul», ,,ve» sei e» «I« Kerze« schtaßo „M»d tiiudo der« die Kt»»ek»k«ft. „A«d gkäudia sei'» ei» Aeder faffo, „A»d s^'» auch erst zu» zetzuto Mak, ^e»ft »ii ich fekdft »ich sche«o teffo ^A, eiguer Ke«d de» Itewwoiretzk. A»d se ,ief» fert do« dt, Vreptzeto, A»d zietzo fche« »iek t«»sod Aatzr, Setrtebo mr de» ekto ftito M»d Arest eerißedod i««erd«r. M»d t»«er »e»e ft«» gesodet, M»d i»»er ekt« getz« zur Nutz'; Pech ist der Pioft «ach «icht deodet — ch» drout der Perudusch tuorer zu! Die Geschichte meines GrotzvaterS. Erzählung von Jan»! Reu da. I V. l».chdn>e »«rtolen.I (Aor«se-ung>. Doch Tage und Wochen vergingen, ohne daß er Ge» legenheit erhielt, sie wieder zu sprechen. Das HanS Abele», in dem sie weilte, war zu vornehm, zu stolz, als daß er darin hätte Eintritt finden sollen; und geschah eS zuweilen, daß er ihr begegnete, so war dies in der Gasse, oder auf der Promenade, und da wagte er beim Grube kaum aufzusehen; denn in seinem Stande war eS nach der strengen Sitte seiner Zeit verpönt, auf der Straße ein weiblich Wesen anzuschauen. Oesters machte er sich in der Gegend, wo sie ivohnte, wa» zu schaffen und erblickte er sie an ihrem Fenster, so pochte ihm das Herz in so lauten Schlägen, daß es ihn den Vorübergehenden zu verrathen drohte. Um diese Zeit ging sein Studium langsam von statten. Bor seinen Büchern sitzend, geschah es ihm meist, daß die kleinen Buchstaben auf den großen Blättern plötzlich Leben und Bewegung bekamen und alle mit einmal sich in ein Gesicht verivandelten, das Augen hatte, die wie jene Sarah'« leuchteten, und Lippen, die ganz wie die ihren lächelten. War es da ein Wunder, wenn dieses Bild alle seine Gedanken so gefangen nahm, daß für die früher so eifrig gehegten Bücher nicht» mehr übrig blieb. Seine Eollegcn erkannten ihn kaum: Er disputirte nicht mehr, brachte keine Fragen bei dem Rabbi mehr vor und entzog sich möglichst ihrer Gesellschaft. Er zürnte selbst über sich. »Ich. rin Bocher, habe auf Nicht» den Kops, al» aus sie," sagte er sich grollend. .Wenn Jemand da» wüßte, ich müßte mich schämen und bi« über die Ohren roth werden. - Die einsame Stube förderte sein träumerische« Sinnen. Um sich demselben zu entziehen, nahm er eine» Tages seinen Hut und ging hinau« in'» Freie. Draußen war inzwischen die Welt in neuer Herrlichkeit aufgegangcn. Der Frühling war gekommen und hatte wieder einmal, wie er e» nie um diese Zeit vergißt, die Erde in Smaragd und Topas gekleidet und mit silberweißen und buntfarbigen Blumen aufgeputzt So angrthan in dieser Pracht lachten Feld und Flur heiter dem Wanderer zu. der eben über sie hinschritt. Ob er in ihre Freudigkeit mit einstimmte, ob er ihre Schönheit gebührend bewunderte? Wir zweifeln daran; feine tiefsinnigen, in sich verlorenen Blicke lassen uns schließen, daß er in diesem Augenblick ganz und gar nur seiner inneren Gedankenwelt hingrgeden ist und kein Auge für seine poetische Umgebung hat. Dafür kümmern sich die Bögrl, dir lauten Schreier, auch um ihn nicht; sie thun, al» ob er gar nicht da wäre. Sie picken an den Gräsern, sie Hüpfen von Busch zu Busch und steigen jubelnd zur Sonne auf. die mild und ruhig, wie eine Wohlthäterin, welche sich de» Glücke» freut, da« von ihr »»«gegangen, auf ihr Werk niedersieht.