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Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 32 (1884) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1884
Issue
32 (1884)
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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,v 32» Jüdisches 1884. Z>r Wtrljill»«- >vd Ktltljnag fir Nr isrielitilchr Zv-rud. Inhalt: »TiNUri, I>»liki mrin B»l> — IPI ich! at»«i" V»n Rabbiner l)r. UtolbfrtimiM in Wkilbiirq. — Die «Üeschichle nninc« nringvaikr». itr^ililun« van!>anni Renda. — Jüdische Lilhanelien au» Gali,ie». Ran Raihan Lamncl». Xll. Red veiler, dei Haman.-- veapal» ^saaH. — Rlierlei fikr den ^amilienlilch: Pest. — liiichinew. — Ruhland. Tnrbiin. — Rn» dem Lprnchichatz de» Talmud. Ron Max Weinberg. — Rttlblet-Rulgaben. — Rustösnng der RtiUilel in noriepi. Rr. Friikrt. triflrt «rin g)plk — spricht Mt!“ Die Geschichte meine» Großvater». - ikrzlii»lnn,i non Ha uni Renda. jiriri! ftlflk. t» ftdi Kitt mHUiltr, ftitt |i »rrltira der oa«« Welt. iOni fir Jlrjrlt fdion sich «oll «mlldtf, link Ulf » inner könnt. tin nn Ilm tut — pif »Ifi »leid nisten Dn rrttngen, JUBtr «Irl pal nnt schikdei Polin in) Spott! jDlr rrlllnt ein pns an, altn *«gn: ..-ringet trlffnig »eine« Volk, spricht fittr Wein Hi Mi Zniirtnnsrndr «ertlope« ilSchtllch dunkel. seit dt» M«N rrklmg. ili) in inner dicht'rer Zchiir n»»«gn JUItf Molken Dein» lllrlttipng. Zn jrrtntn Dich qi jede» vrte Zchin «ereilt die Meischtzeit in Lonpiott — Di «nlriitrlt den Dropifetennorte: ..-ringet Urlstnng netien Volk, spricht ««tt!- »«diich schien die Dnkeldeit gelichtet |)or den Morgenritk der Menschlichkeit: sind e« schien skr nlie Zeit gerichtet. Wo» den iinitern Mlchten sich gmeitzt: lind r« schien onch Dir die Konn' si giknsrn Und in zied' «rmnndeit -ns nn) Kpoll Und ersiiiiet nnter Frendenkrinien: »Klinget trSünng meinen Kolk, spricht Sott!* Tiinschnng war «, och! leerer Jrrtichtschtnner. Wo« so sochdegikcht Dein Ange sitz. Und gor schnell oerstogen Ist der Flinnrr Und die nltt Docht scheint nieder nnh. Die «ersnnken schien tief in der Erden, Wieder ste erst»), die Aorntz-DoN'... Soli denn «inner gnif nrr WnsrhrN «erden: «Kringel krststnng neine» Molk, spricht Citt?“ 0 oninge nicht! Dir inngsn» reisen Klkttzrn, Frkchtr nn der Menschheit Knrig! Vester scheint e« nn« der Kahn fl schneisen, Ader stchrr nnht dn« EnNenreich! Mdgen noch so Rolj die Mosten ragen. Einst «rrstnkt der -«stell stoste /litt' -ndrlnd ftngst Dn dnnn, »still der -Ingen: «Kringel krdstnng »eine» Volk, spricht «oll!" Dr. »ak»l4««»i, IUMImt Hi pdi»«r«. IV. IGachdiiick verboten, j?lnftt Ktkd «f» Schauspieler. Der Purim w>rr gekommen. Dir Stndirrvulgo Packftube nur Aum Theater umgeschasse» mürben, ein Iljeil bäumt ward ,uir Bühne, der nnbere als Znichnueiramn hergerichtet. Der Rabbi hn»e seine Bewilliqnug dazu gegeben, denn er gönnte gern seine» Schülern einen »nschnidigen Sclserz. Die Spielende» snhe» dem Vtbrnb mit doppelter Erregung entgegen; denn »ach Beendigung der Aussühruug wartete ihrer da» Vergnügen nnd die Auszeichuuug. an der glänzenden Tafel de« reiche» Vorsteher» der Prager Judenschast, S. Abele», wo die Elite der Gemeinde sich oerjainmelte, theilzunehmen. Er hatte sie dazu geladen, al» ihre Deputation, ihm eine» goldberänderte» Theaterzettel überreichend, um seine Gegenwart zu ihrer Vorstellung bat. Mit der Duntelsluiide füllte sich der Zuschauerraum von Gaste». Der Vorhang ging auf und eine Posse, in welcher der Humor de» Inhaltes mit dem der Schauspieler wetteiferte, ergötzte da« Publikum: Fanschvn, die Tochter einer wohlhabende», alten, jüdischen Wittwe ist »ach kurzem Aufenthalte in der großen Stadt in ihre» kleinen Heimathsort zurückgekehlt, wo ihr jetzt Alle» mißfällt: Kleidung, Sprache und Brauch. Moi«- Faiischou erscheint in neumodischem Gewände von bizarrem Geschmacke, spricht ein exeeutrische» hochdeutsch, geivürzt mit Fremdwörtern, die sie, wir wisse» nicht ob au» Patriotismus, in der Aussprache möglichst germanisirt. Sie gibt sich alle Mühe, auch der Mutter diese Sprache beizubringen, und diese Exereitie» gestalte» sich überaus amüsant. Noch komischer wird die Situation, wenn die Alle, die zu der gelehrten Tochter, wie zu einem höheru Wesen aufschaut und gern all deren Wünsche erfüllt, doch die fremdländische» Ausdrücke mißverstehend, gerade da» Entgegengesetzte davon thut. Solche naive Spässe reihten sich an einander nnd wurden von dem empfängliche», gern lachenden Publikum mit lautem Beifall ausgenommen. Während dessen hefteten sich vom Zuschauerraume au« zwei Mädchenaugen forschend auf FauschvuS Gesicht; dazwischen blickte» sie wiederholt in da» Rollenverzeichuiß. worin deutlich zu lesen war: Fanschon-Moi»; dann wendeten sich die dunkiel», sammtweichen Angen z»r Bühne zurück, und der dazu gehörige Mund flüsterte: „Wahrlich, er ist'»." Der Gegenstand dieser Beobachtung, zu sehr mit seiner Aufgabe beschäftigt, merkte hievon nicht». Doch nach Schluß de» Stücke», als der Vorhang fiel, blinzelte ihm der „Meißmr" mit seine» kluge» «euglein zu: „Siehst Du. MviSlebeu" sagte er. „würdest Du nicht die Fanschon gespielt haben; hätte Dich da» schöne Mäde^ dort gewiß nicht so angegucki. Schau Dir sie durch die Spalte hier an."

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