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Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 23 (1884) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1884
Issue
23 (1884)
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mt8. Jüdisches 1884/ ~ |ii Pitnhaltn» >,» Sktrhmi, flr »ir l»r«>itisch, J,,n>» Inhalt Die «rlchicklc «eivrS «tevtzvater». »rzSdiux, twx tUntm «nid«. — Jüdisch« Silhouette» au« «alizie». «ton «aihan 8 am »kl». . X. Di« delde« Utrbrttwirn. ,Schtuh>. — @«0f« di« J,dn> «hriftrn «erbenf — Allerlei für d«n F-mIlieiitilch: De» « «addi Enttührnug. — Lsueuhurg. — P«>I». — Lsndon. — «tatschina. — Uman. — Lodz. — Tortl. — Jcnisalkm. — Bar. «izmah. — flu« dem «»nichscha» bf* Talmud. B»n «I. Vetnderg. — R«chsel.fluf«abrn. fluh» unne» d«r flitthsel in vor. Nr. Die Geschichte meint# Großvater#. tfrjAblung >w ^«nnl -ieud«. I. mrtmrN.J #T)frr|*| Jkirf »»d Wt jüdisch« ^Mk. (-*Ni«tzunO) -lach wenigen Minute» rrfdyirtt Mm« .WrtK nur." IwHr b«r Wirth ihm auf frtnr Frage frfaftt. »Du wirft obrn schon «rsahrrn, wrr der Herr ist." Al« nun der Ältatw vor bmi Fremde» stand und befleckte, das, derselbe, wenn auch reich und vornehm aussehend, M) iiod) rin junger Mann sei und ihn gar freundlich an» dtntr, gewann er sogleich feine natürliche Ungezwungentnck »d er fragte.' ..Wa» ist de» Herrn Begehr?"" .^ich beget»re nicht« von Dir," lautete dir Antwort, .ich sch Dich am Fenster drüben. Du gefällst mir. ich bin allein mb da dachte ich, wir könnten mit einander plaudern." ..Mit mir plaudern? Seltsam," dachte der Knabe, »och niemals ist mir solche» vvrgrkommen, dock? er schwieg nt illespeit vor' dem fremden Herrn. .Du heißt Mo,«?" fragte der Erzherzog. ..Da» ist mein Name."" .Und Dein Pater?" ..Abraham."" .Ihr wohnt drüben i» dem netten Hiinschen?" ..2a. e« ist unser Hau«."" erwideckc der Befragte mit kelbstbewnßtsrin. ..Gefällt e« Euch? Wenn Ihr e« erst »on innen sehen würdet! Da ist e« schmuck, wir ein Kästchen, so rein und blank. Alle« hat sei» Plätzchen und Eckchen. Äh meine, im Schlosse oben wohnt sich'« nicht so gut. wie l>n »n». Da« Alle« macht dir Mutter. Und am Lablntth, da ist re erst schön bei uuü!"" .Und warum gerade am Sabbath?" Da« Auge de« Knaben richtete sich forschend ans Karl» Besicht. „Ihr seid kein Jude,"" sagte er dann. ..da« «rit man schon an« Euerer Frage. Aber habt Ihr noch me unter Juden gewohnt, dag Ihr nicht wißt, wa« der kabbath ist?"" Karl unterdrückte ein Lächeln und sagte: .Erzähle mir mt davon " .„Seht."" sprach jener. .»Freitag Mittag beginnt für >m» eigentlich schon da« Sabbathfest: denn da kommt der Vater au« dem Dorfe, wo er von Montag an. die ganze Boche, im Sommer und Winter, hausireu geht. Da findet er schon die Stube blank geputzt, da« rriiee, weiße Tischtuch «us dem Tisch daraus den große» Blumenstrauß au« unserem vänchn. die Kerzen in dem. wie pure« Wölb glänzenden Htugrlruchtrr, die siedenzackigr Lampe mit Oel gefüllt für die macht. Alle« lacht ihm so entgegen, und heißt ihn willvmmen. Und erst wir Kinder! Freudig tummeln wir un« »» chn herum, und für Jede« bringt er etwa« mit in der Poßen Tasche seine« Kamisol«, Arpsrl, Birnen. Nüsse; und mr Mutter giebt er Geld, daß sie zu Ehren de« Sabbathe« Dinsch und einen Fisch kaufe — aber ich langweile Euch."" glicht doch, fahre nur fort." ..Und am Abend ist erst schön! Da kommt der Pater au« der Schul*), und wir Knaben mit ihm mit den guten Kleidern. Er trägt dir schwarze Kutte mit der breiten, weißen Krause um den Hal« und er ist wir verwandelt geacn Mittag, wo er müde, gedrückt, bestaubt angrkonimen ist. Jetzt leuchtet fein Gesicht und er sieht an« — ich habe noch keinen König gesehen — allein ich stelle mir vor. so sielst einer au«! Ihr lacht mich au«?"" .Nein, bewahre, mich ergötzt nur Drin Perglrich. Sprich weiter." ..Nun, wie wir hineintrrten in die von Licht strahlende Stube, legt der Pater dir Hände un» Kinder» aus den Kopf und segnet un« mit lauter Stimme. Dir Mutter segnet un« auch, doch nur leise, daß man sie kaum hört; aber ihre Augen stehen dabei voll Wasser."" „Erzähle weiter." „„Daraus beginnen wir den Sabbatligesang. Alle stimmen ein. auch dir Mutter und Nachel, meine kleine Schwester, und da ist e«. al» ob die Engel mit »»« singen möchten Dann gehe» wir zu Tifckse, >vo die weiße» Sabbathbrode auf un» ivarten und der silberne Becher mit dein Wein zuni Tischgebete. Während de« Essen« erzählt der -later Mancherlei und auch die Mutter. Wir Kinder diirsen auch mitsprechen, wen» wir brav gewesen. — Doch iver kau» die« Alle« auschaulich mack>e»! Hört, heute ist Freitag, kommt Abend« zu un« und seht e« au."" Karl lächelte. ,D» lädst mich rin: dock, de« Pater würde e« stören." ..Da kennt Ihr den Pater schleckst!"" rief der Knabe. „Er hat gern Gäste bei Tische. Wenn auch sein Theil dadurch Neiner wir. schmeckt e« ihm dafür um so besser. Und beim Bete» und Singen läßt er sich gar von Niemand stören. Kommt nur! Ihr möckstet freilich nicht mit un« singen, allein Ihr werdet gewiß im .Herzen mit hi*« beten, und da« tväre eben so gut."" „Denkst Du?" „..Ja. denn die Mutter sagt immer, alle Mruscheu habe» einen Gott, und dieser versteht alle Sprachen, selbst die. die Niemand spricht."" „Die Niemand spricht?" „„Sie meint damit die Gedanken der Menschen und wa« überhaupt in un« laut wird."" Der junge Manu legte seine Hand aus de« Knaben Schulter und sagte: „Du bist riu wackerer Junge". Nach einer Pause setzte er hinzu: „Weißt Du auch, daß ich Dich gestern Nacht bei Deinem Studium belauscht habe? Ätge mir doch, tva« enthalten die Folianten, die Du vor Dir hattest?" Der Befragte stand einen Augenblick verlegen bei dem Gedanken, daß er beobachtet wurde, und erst auf die wiederholte Frage eutgegnete er: „„Diese Bücher enthalten Alle«. >va« der Mensch nur wissen soll und mag. Noch habe ick nicht soviel darin studiert; aber der Lehrer sagt, sic handeln von Allem, wa« in dem Himmel oben und auf der Erde unten ist, von •) Tempel.

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