Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 27 (1884) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1884
Issue
27 (1884)
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
78% known words query
IRI
…/6492351-8722841-5938222--0132-5377685
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

\v 27. Jüdisches 1884. Malt Nie Würgen. (H«4 *« »>»r«l4-) 3ir Untfrfcalting nnb Orlrtjrang für die israelitischk Jugend. Die Bürge». (Nach dem Midrasch >. Bo» Dr. I. <» ol dsch »i idl, Ütabdiner in Ueildurg. — Die >ü,schichle nieineo iü,v»valcrs. » Ervidlnna >>o» JVimnu Ncuda. — Jüdische LiihoueNe» au* Ntiitiztc». Bo» Tallinn S n tinirl l|. X. Die t>eiden ^'iedeobole». — « Professor Nabtüner teidenbeim. — Allerlei für den Jamilienlisch: Ein erschütternde* Ereignis. — Da. Ntrab in langer, flu* dem Lpruchschap de* lalmnd Portisch üdersept von Di. Weinderg. — RiiNisei-flusgaben. fluslüsunge» der Nittlilel in vor. Nr. un» fo Glorreiches erzählt? Wohl ist eS ei» frevler Wunsch, den ich du hege; denn der Krieg ist eine Bölkergcisiel, uutcr deren Schlägen tausrndanigrs Weh empvrschiesit. Tuch in seinem Reiche kommen auch oft wohlthätige, die Zukunft herrlich gestaltende Gewalten und Strafte zum Durchbruche, die der Friede l'indet und darnieder hält. Der Krieg hat sein Gutes und Grvhrs." Während diese Gedanke» de» Jüngling beschäftige», fällt ihm ei» Licht in die Äuge», das einzige in der sonst finsteren, nachtstillen Umgebung. Es leuchtet aus dem vfsenstehende» Ernster eines Dachstübchen vin-ä-vi» zu ihm herüber. Da ihn nur ri» schmales Gässchen davon trennt, so kann er ungehindert durch da« erleuchtete, in gleicher Höhe mit dem srinige» liegende Fenster in das Innere des Dachstübchen sehen. Doch, wer ist e». der auch da drüben in der stillen Mitternachtsstunde ohne Schlaf ist? Etwa eine Frau, die a» der Wiege ihre« Säugling» wacht? oder ist e« ei» Mann, der in der Sorge für die Seinige» der Arbeit die Ruhe opfert? Rein, rin Knabe ist r«. Gefesselt von Fleiss und Lernbegier steht er vor eineni mit krausen Lettern bedeckten Riesenbuche, deren noch nirhrere ähnlikl;e auf seinem Tische nächst dem Fenster liegen. Wir er dasteht in liefe« Sinne» verloren, grivährt er eine» anziehenden Anblick. Gesicht uud Gestalt sind von kräftiger, gewinnender Schönheit. Schwarze, dichte Haare Ivetten sich über eine hohe, klare Stirne; aus den dunklen Augen leuchtet Verstand und Energie, doch erscheint letztere durch den kindliche» Ausdruck uni den Mund, fvwie durch eine lieblich« Rundung seiner hellen, blüheude» Wange» gcmildert. Der Jüngling, von diesem Gegenüber ringenomme», nimmt, um r« sich »ix!» näher zu rücke», sein Fernglas zur Hand. Je mehr er schaut, je mehr er sich diesem Anblicke hingiebt, desto friedlicher wird es >» ihm; wvhlthuende Erinnerungen durchzirhcn fein Ceinüth', »nd die Unruhe flieht, die ihn eben »och gequält. In dem Knabe» drüben glaubt er sich selbst zu scheu, sei» eigene» Bild »nd Gleichnis;. Wie lauge ist e«. das; auch er so gern, so aUvergesscnd sich im einsame» Gemache den Studie» hingab, wo er, frei von jedem aufrrgende» Wunsche, nur beseligt war. wen» rin »eueS Wisse» sich ihm erschlvs;. Nicht lange ist ea seitdem; er ist ja kaum der Schule entwachse» und zählt erst achtzehn Jahre. Während er so in Betrachtung versunken ist, l)abrn wir Gelegenheit, un» mit seiner Person zu beschäftigen. Das; er ei» vornehmer, hoher Herr ist, bekunden an ihm Haltung und Bewegung. Auch irren wir nicht, wen» wir in seinem Antlitze mit dem hellen Augensirahl und de» fcste» bestimmten Linnen um Mund und Km» Muth und Seelenkraft finden. Ter heute nach Thatru durstende Jüngling, den wir vor u»S sehen, ward wenige Jahre später der gefeierteste Held Oesterreichs, der, eben so klug und unterrichtet, al» muthig und thatenreich, ciurn unsterblichen Namen errang. Es ist dir» der Erzherzog Karl, der im Jahre 17V3, als 22 jähriger Kämpe die Reihe seiner kriegerischen Erfolge eröffnet«. welche stet» glänzende Punttc in der Oestcrreichischcn li ln fientb« JnAr Hanl« Rtirls Kfrrltt Schaar«, btt. Kr Ar rrlÜA van Saal«. Killt' Ach Ihn« offrnbar«, (in arbri frtnr Jrlrr flirr riota filnnrligat, I ir, Itr Arlllar, Ist Itirr, Jiifrtran« t|rn gal. IU. Dir iilrli (Irr Zrel» i ln fltrnlannginorgm! In Milch« KM» lillrn fmlta Ar grtiarch«. irrfitilittrrltd) frAqattrn ittn CtljTf illr jrlt, itr Inh frtilttflrr «rwaista litt« Iti tn (Blgkrtt! IM Itr firn spricht: .Alrnsch«- Doll« ii» finolltr »Ir licht Irrrltra, m |a|rtinr«lr, Ar rotlri 11» Ntrr Irr (ntlgkrltra. tfiitilr glrgri «irr Parst. Irgrn nrrr rrogn ft«, Irpfitiaft, Itr lanjrtt ul Crtr »1p l 1!“ Jltfrr ^tlrari All Itrlbari" - NrichlaiKall „siirlstsrZtaalr, Mm htlra tigril Kala« h Irr sriitz'An^rit« «rualt! i llnsrrr Klirr fronnti fianlrln i Stritt ri* noia flrtllotln«, Ewig in Irr 3rttrn jUüanlrln! «iiiairt aasrrr A|a« Ku|m!" „Earrr Ala« Snlmrischimmrr"- Zpricht Irr Am—„wirl air vrrlirich«.! loch aii-lrgschafilaan rrnfnnrr iir Ist Avivasi mir grrrich«. Itmmrr Hin« mir Itr fallt» ,ilr lai Itlrn fiürgn frln! Hrtarr (rlrt Mniftlotrn Hilf« rntg Ach rritn’n!" JUtti fo ■lg» aitrrt fttalrr Klr all Ktirg« nollgrfall»!" „KIr"—sprach «otf— Aal all -rgriinln fi Mir ltr3nlnnftrorrt|aor oll«! ittrgt Iqr mir mit rnrrn Irlarn rftrlit, i Zichrr wirl «rfi tzrich er i schriara Writzt l|r mir itr itnlrr* mrit!" I»r. - O,«sch»«»« •l(|lrl*r«WlafT I« Welllaei. Geschichte meines Grotzvaters. EizSdlnng von statt»! Reuda. I. IN-»»kU« mMwn.l Krzßerz»g iUrf mn» der jüdisch« £*«l«. „tcr Schlaf flieht mich. Ist e» die beengende, schwüle Lust de« Zimmer», die mich drückt, oder ist e« meine erregte Kbantasie, welche die Ruhr wo» mir scheucht'?" Diese Frage richtete a» sich ei» in dem ersten Jünglings alter stehender junger Mann, indem er da» Fenstrr seine» Echlasgrmache» im lKasthose ..Zur Sonne", dem angesehensten ümkchrhausr der mährischen Provinzialstadt Prosfnitz, öffnete and dir eifrischende Lust einer milden Septembernacht entströmen ließ. „Das Manöver, dem ich heute beiwohnte, dieses Bild des Krieges, hat mich mächtig lxivegt. Da» prächtige Tefili dcr Rrgimenter. das klingende Spiel, die flatternden Fahne». ö>e Ruse der Führer, die angreisendrn, die siegenden, die stielenden Truppen, die» Alle» hat den tiefsten Eindruck in a»r zurückgelassen. Wann wird endlich dieser Schein zur Wahrheit werden? Wann endlich wird e» auch mir gegönnt sein, die KriegrSthaten nachzuahme», von denen die Geschichte 7437

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.