Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1884
- Issue
- 23 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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nncii eignen Augen, wie ein Engländer beim Gmfen ^tKiui den Tisch sv abortiertet, daß er präzis zur Mittag«- oline mindeste Beihulfe. sich in die Küche hineinbewegte, sich von der Dienerschaft decken lieb und darauf vollmm-ii gedeckt sich wieder in'« Speisezimmer hineinbcgab. dem Essen matschirtc er wieder in die Küche ab. lieh van der Dienerschaft abdecken und kain dann wieder in» nmer hineingcschriitcn. wo er sich ans seinen angewiesenen ßlatz vostirte . . . ." .Zum Nachtinahl tvicdrrholtc sich ivahrscheinlich da«- warf Benzin» rin. .Rein!- entschied Oktbricl. .Er war nur für die Mittagszeit abgerichtet. Postirtr er sich einmal aus seinen ülatz. dann lich er sich, mochten ganze Regimenter sich dabei [ibaiülKn. nicht mehr von der Stelle rühren, bis nicht ncdet die Mittagsstunde geschlagen, wodann er von selber |vi) geradewegs in die Küche hineinbegab." -Lieder ein anderrs Mal kam die Rede auf die Kraft Elektrizität. .Da kann ich Euch etwa» von einer galvanisirten Leiche r,dliU'it.“ Hub lxtld (Gabriel an. .da leben noch viele Leute In dir das gleich mir sich mit angesehen haben. Im IZadre zwischen ztvei- und dreiundfünfzig starb dort rin Wfliaal, dessen Leiche man galvanisirt hat. — Und was jsmiit Zhr geschah?- .Die Leiche sühne einen Kosackentanz ans!" vermuthete I-aizian. .Rein. das nichtgab Gabriel zu. .aber der ver» liwrbenc General schritt selber mit gezogenem Degen seinem Ivnhenzugc voran und nachdem die Soldaten aus dem | Kordhose die drei Ehrensalven abgeseiert hatten . . .stieg er selber in'« Grab," beeilte sich Benzian zu | mdttKM- .Rein, sondern kommandirte: Sarg ein!- worauf er | nogrsargt und begralvn wurde. " -o produzinc sich Gabriel jeden Winterabend in einem!»drrn Lügenconcrrl, wobei wir stn» die Aufgabe hatten, rckunda zu spielen.' indem wir jede» halbe Wort, oder jeden kalben Sah. den er absichtlich nicht beendet, im Chorus aufzmfen und für ihn ergänzen muhten. Einmal nun gejchah es i» jenen Winderabenden, kiR uns Gabriel mit einer Wahrheit überraschte. Ich jage .überraschte-, denn in der Thal galt da« von ihm als am grohe Ueberraschung, zumal da er sich Mühe gab und «ihm auch geluiigeii in. uns zu überzeugen, daß er Lahrhrit gesprochen. An einem jener Abende nämlich sprachen wir unter Laden» auch über Träume. .!räume sind Schäume!- entschied Gabriel mit einer JKiinHifenbcn Handbetvegung. .Mich hat einmal ein Traum far arg betrogen, so daß er bis heute mich schon um rin Ichöncs Stück Geld gebracht. Es war aber in der That em merkwürdiger Traum, denn Ihr Euch anhören könnt!" »Aufgepaht!" schaltete Benzian mit höhnischem Pathos <">' .Jetzt kommt eilt Betveis für die Wahrheit der Träume, denn Gabriel will etwa» erzähle», tva« das Gegentheil behauptet!- .So höret nun,- fuhr Gabriel fort, ohne den Hohn zu beachtnt und strich sich nach gctvohnter An mit allen fünf Lagern den Bart auseinander. .Eines Abends träumte es >ir, mein Grohvater selig stehe vor mtr, ganz wie er geleibt aad gelebt mit den grohen buschigen Augenbraunrn und dem langen weihen Barte und rufe mir dir Worte zu: .Willst lu reich tverden, Gabriel?" .Wer will nicht reich werden?" mvideite ich. .Lo gehr nun" fuhr mein Grohvater ernst tat, .und setze die Nummern: 75. 38. 19 in dir Lotterie. Unpasse aber ja nicht die Zeit, denn diese Nummern kommen bchn heraus". Darauf erwachte ich und dachte keinen Augenblick tveitcr an den Traum, denn ich hatte ja immer *tme Meinung, dah Träume nur Schäume sind. Untertaffen schlief ich wieder ein und siehe, da steht schon wieder mein Grohvater vor mir. diehinal mit verdriehlicher Miene. .Gabriel. Gabriel." sagte er. .Du sollst die Worte Deine» Grohvater» nicht gering achten, denn sie kommen von der Welt der Wahrheit. Damit Du aber den Beweis habest, dah e» nicht ein eitle» Traumbild ist, wa« zu Dir jetzt spricht, so will ich Dir eigenhändig mit Kreide auf den Tisch die genannte» Nummern ausschreiben. Und wenn dieser Betveis Dir noch nicht genügt, so will ich Dir noch einen viel stärkeren geben. Kaum ivie Du Morgen die Augen öffnest, begieb Dich vor da» Rathhau»; dort wirst Du auf der rechten Fronte, zweite« )Thor, eine funkelnagelneue Fünfer- Banknote finden, mit der Du sofort in da» Lottoamt gehest und dieselben auf die genannten Nuinmern setzest." Hierauf fühlte ich ivie eine» leichten Stoh. den mir mein Grohvater versetzt« und da fuhr ich aus dem Schlafe. Nun denket Euch mein Erstaune», als ich zufällig einen Blick auf den Tisch warf und siehe, da stehen sie mit fester Hand geschrieben, die drei geträumten Nummern: 75. 38. 19. Ungesäumt eilte ich auf den mir bezeichnet«» Platz und da ivollte ich kaum mriitkit Augen trauen — just auf der Schwelle des zweiten Thorrs. rechter Fronte, lag eine spicgelncue Fünfer- Banknote. Ich brauche nicht erst zu cnvähneu, dah ich mit dieser in da« Lottoamt eilte und dah ich meinen Geivinnst schon in der Tasche geglaubt. Aber jetzt erst denket Euch meine grohe Enttäuschung, al» ich am ZiehungStag auf die gezogenen Nunimern sah und unter denselben keine einzige der geträumten vorsand. Seit dieser Zeit setze ich Woche um Woche je zu fünf Gulden auf jene Nummern, ohne dah während der ganzen Zeit nur eine einzige gezogen wurde. Nun. so mögrt Ihr iell*er urtheile». ob ich nicht recht habe, wenn ich behaupte, dah Träume nur Schäume sind." (Schtuf, Mut.) Allerlei für de« Famttirrrtifch. Amerttauisch. Der Schneider Iacob-Goldstein (29 Jahre alt) ist mit Fanny-Rachel (18 Jahre alt» in Rew-Aork getraut worden. Da» war eine gar seltsame Eheschließung. Goldstern hätte gern die älteste Schwester von Fanny gehabt. Da diese aber einen andern sich gewählt hatte, bestiinmte der -later der Mädchen den Goldjtein. sich mit Fanny zu verloben. Er wolle ihm auch 75 Dollar Mitgift uitd eine Kücheneinrichtung gebe». So kam der Hochzeitstag heran.. Für volle 34 Dollar war gekocht und gebraten ivorden. Alle Gäste waren versammelt, Fanny thronte in bräutlichem Schmucke — nur der Bräutigam kam nicht. Dein Boten, der ihn zu eilen auffordertr. gab er die Antwort: Er werde nicht eher kommen, al« bis er die 75 Dollar und die Kücheneinrichtung erhalten hätte! Darob grohcr Jainmer. die Gäste drückten sich, die Braut fiel in Ohnmacht und muhte zu Bett gebracht werden. Die vielen und guten Speisen verdarben. Aber Fanny war ein tapfere» Weib — sie ging zum Richter! Und dieser lud Jacob Goldstritt vor und hielt ihm folgende Ansprache: Da Sie dieser Dame ein Ehever» sprechen gegeben haben, müssen Sie sie heirathcn! Sie haben schon Unrecht damit gethan. dah Sie jl»r eine öffentliche Beschimpfung zugefügt haben. Wenn Sic von dem Vater der jungen Dame Etwazu fordern halten, so können Sie ihn dafür belangen. Aber, sv lange Sie nicht die feierliche. Erklärung jetzt hier abgegeben, dah Sic da- Ehcvcrsprccheu halten tvollen. lasse ich Sie int Gefängnisse sitzen. Da war guter Rath theuer! Und Jacob heirathctc Fanny! Aber dir Gesichter brummten sich so feindlich an. daß selbst der Richter meinte: .Run. da« dauert kein Jahr, und ich habe mit der Scheidung«, klage zu thun". — Für die Wahri-eit bürgt — .Hameliz". Per Jude mr choritz, zeitgenössische Geschichte von B. Gassiat. Bei der Genetalgesellschaft der katholische» Buchhandlung. Victor Palme in Pari«. — In diesem Buche wird die Bekehrung eines tatibstuinmen IudenkindeS erzählt, welches die Eltern unvorsichtigenvcise einem katholischen