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Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 18 (1884) · p. Seite 71

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1884
Issue
18 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 71 (sequence 3)
Language
German
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— 71 — H|yn Ikk' crfte Stiftiflrbdubc nunmehr fertig gestellt. Da« Hou« ist ein Rohbau, solide au»geführt: Die Front zeigt Wn»> Kn,nittafeln mit der Goldschrisi .Joseph Leja-Stift" Eftnit 1H83“; über der schön ^'Arbeiteten eichenen Hau»- Bju, jiert eine Aranittafel den E»,Lang. woraus in Gold- Mrisi (» lesen: .Dem Stifter di.- Ehret Dein Hanse die Mchie: W*er sich bescheidet. der wirt beneidet." Das Gebäude Kitixilt für je zwei Personen 0 Wohnungen. jebe mit Bwuhiuimmer. Schlafzimmer. Küche und kleinem Eorribor; Me eme oder zwei Personen 6 Wohnungen, je Wohn- und Mchlaizimmer und Eorribor; für eine Perlon 6 Wohnungen, M Lohn- und Schlafzimmer und Evrridor, sowie dann noch Me, Bodenwohnungen, je Wohn- und Schlafzimmer. Diese Miere» sind zwei älteren Mädehen zugewendet, welehe gegen Me Wohnung und entspreehende Vergütung Boden. Fluren Md Deppe» rein halten. In jeder Wohnung befinden sich I vaudschränke, und sind die zugetheilten Feuerungskammern M der Rnmmer der betreffenden Wohnung versehen, für Meierre und erste Etage im Keller, die übrigen auf dem Koten E» ist ferner eingerichtet: ein großer gemeinschaftlicher Mnxtenbode». im Keller Waschküche, Mangelkammer, complete« Walepiumer, Kammer für'« Sct»eueraeräth und endlich die Mcnil>ehrliche Todtenkammer. Der Reinlichkeit hall>er ist e» Bot Bewohnern untersagt, mehr Mobilien und Sachen mit- Mdrwgen. al» sie in ihrer Wohnung stellen könne», namentlich Kiitim feine Bettstellen mitgebracht werde», >ve«halb für jede Hoioii eine neue eiserne Bettstelle geliefert ist. Von den K.’0 Baoerbem fanden in de» 20 Wohnungen 28 Personen lüuiniibnie. darunter ein Ehepaar, drei Schwesterpaare und Inet Mutter, denen e« erlaubt ist, für Lebenszeit ihre Töchter It« sich aufzuiiehme» Die Gartenanlagen sind mit einfacher Imin geschmackvoller Einfriedigung versehen und soll für Iktsvlatze im Sommer gesorgt werden. An den kleinen Harten schließt sich der künftig zu Stist«zwecken zu bebauende Ipoße Worten, wodurch den Bewohnern eine schöne Fernsicht Ind freie gesunde Luft geboten wird. Soweit die gesammten Ifcutimrn jefct zu' übersehen. werden dieselben sich auf lU—75.000 Mk. belaufen, wovon jedoch ein Theil dem l&itrrbau zu Gute kommen wird. I Zum Sonnabend, den 18. April waren die städtischen |«nb 6ic Spitzen der Militär-Behörde», die Geistlichen aller Koniniiunen und die Direktoren de« Unterstützung«institnt« jut Besichtigung de?- Stift« eingeladen und am Sonntag kt> war dasselbe von l l bi« 2 Uhr dem Publikum geöffnet. Da durch diese schöne Stiftung nach und nach 7 bi« WO Personen Freiwohnungen werden erbaut werden können, m wird es der künftigen Administration Vorbehalten bleiben, der gegenwärtigen nicht möglich war. die Anmeldungen M Ausnahme zu Hunderten nach Wunsch zu befriedigen "d wird noch in den spätesten Zeiten der Name Benjanim iha von vielen Altonaern in Dankbarkeit genannt werden. Allerlei fiir de« Fa«ilie«1ifch. Ar» |kf|U*|l«sb(. 4 mit Franzo« erzählt in feinet Besprechung de« Wen« bon A. Bernstein Folgende«: Bernstein wurde einst W« einem christl. Gelchrten gefragt, wa« den Jude» der «miaSglaube sei und wa« er selbst davon glaube. Darauf « " Folgende« erwidert: An einem Werktage de« Jahre« MO ging ich mit meinem Vater in der Nähe Danzig'« JJlieren und wir kamen bi« in die Nähe von Weichselmünde. 0» herrlicher Blick eröffnete sich vor un«; der dadurch an» jTCQfrn Stimmung gab mein Vater treffenden Ausdruck, er den Psalm .Preise, meine Seele den Herrn" zu Emiren begann — ich lauschte andächtig den Worten. — stürmten zwei große Bengel« gegen nn» hervor, warfen i» Boden, rifeen meinen alten Vater an seinem weißen und trieben es so, wie e« damal» noch üblich war. ** weinte entsetzlich. Mein Vater beruhigte mich. .Da« wäre ja ein gute« Zeichen. daß solch junge Menschen so gegen einen alten Mann frevelten, denn e« gehört zu den Vorzeichen, die da« Nahen de« Messias ankündigen, daß der Jüngling sich gegen den Grei« erhebt". Seit damals schlug der Messia«glaube unzerstörbare Wurzel» in mir. — Später habe ich ihm nur eine weitere Ausdehnung gegeben, da ich überzeugt war, daß der Messia« nicht den Juden allein, sondern der ganzen Menschl)eit kommen werde, und daß jeder Fortschritt in wissenschaftlicher Erkenntniß u. s. w. uns dem Messias näher bringe. —:- Aetche« der Aeit. Eine Engländerin hat bei der franz. Regierung die Genehmigung zur Erbauung eine« dem Buddadienst gewidmeten Tempel« in Paria nachgesucht; sie beabsichtigt in demselben eine Broneestatue de« indischen Gotte« in größerem Maßstabe aufzustelle» und die Pforten de« neuen Gotte-hause« den Anhängern de« Buddhismus oder denen, die e« zu werden wünsche» und dem Ziele de« Aufgehenin Nirwana zustreben, weit zu öffnen. Ob die ex» centrische Dame ihren Zweck erreiche» und die republikanische Regierung tolerant genug für ihren abenteuerlichen Plan finden durfte, bleibt sehr zu bezweifeln. (Warum'? Ohne Gott — gelangt ein Staat zur Vielgötterei! Ob die Engländerin die ei»z ige Priester i n diese« Gotte« de« Nchili-mu« bleiben — ober mehrere anstellen wird, ist wohl die Hauptfrage, wenn'« nämlich ziel-e» soll. R.) In Aerki« arassiren die Mischehen. Auf 353 jüdische Ehen sind 107 Mischehe» zu verzeichnen! (Trotz de« intoleranten Beschlüsse«, der die chrisll. Ehehälften vom jüöifchen Friedhofe an-schließt?) — $f«ri*. Am erste» Tage Peßach hat da« 4 Jahr alte Söhiichen de« Herrn Baron Gustav v. Rothschild seine Mappa in de» Tempel gebracht. (Unsere Leser erinnern sich vielleicht de« schönen Bilde» au« dem Oppenheimer'schen Familie» - Eyclns. wo der Vater Gelila hat und fei» Kind emporhebt, da« eine Wimpel (die Mappa) an die Thora legt. Diese Wimpel trägt den Namen de« Kinde« und fromme Sprüche.) _ „JHe nennt sich eine in Berlin (Verlag von F. Heiiiicke) erscheinende neue Wochenschrift für socialpolitische Fragen, welche die sogen. Jndenfrage dadurch lösen will, daß sie ans Vernichtung de« Einflusses hinarbeitet .welchen der .Talmud und die zugehörige Litteratur in nachchristlicher .Zeit aus da« Judenthum auSgeübl hat und noch ausübe." (Da« wird ein schöner Brei werden. R.) Jüdische Wohlthiitigkeitsbeweise. Uep. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Ehew ra-Kadifcha hat am 14. d. unter Vorsitz de« Präsidenten Karl Reuß stattgefunden. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden und gab seiner Freude über die günstigen Verwaltungs-Ergebnisse de« abgelaufenen Jahre« beredten Au«druck. Den Gesammt-Einnahmen pro 1883 von 06.387 fl. 78 kr. stehen Ausgaben von 88.418 fl. 15 kr. gegenüber. Die Verwaltung de« Siecheichause« — in welchem 28 Beuefiziaten verpflegt wurden — kostete 0575 fl. 34 kr. Der Legatenfond de« Siechenhaufe« hat die Höhe von rund 53.000 fl. erreicht. Der ErhaltnngSbeitrag zum Israeliten» Spital betrug 11.107 fl. 20 kr., die Unterstützungen der Nothleidenden. sowie der armen Kranken erforderten 13.734 fl. demnach benüthigte dieser Zweig der Wohlthätigkeit allein die Summe von 24.031 fl. 30 kr. — 1883 kamen 1300 Sterbefälle vor. und zwar starben 687 Erwachsene. Bloß für 501 Verstorbenen wurden die Beerdigungskosten entrichtet, während 880 Leichen gratis bestattet werden mußten, wa« der Ehewra-Kadischa einen Kostenaufwand von 7000 fl. verursachte. Die au« der Fremde Zugereisten und hier in den

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