Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1884
- Issue
- 17 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 3)
- Language
- German
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ilnnrn bereit» seine littrrarischen Arbeiten. Die erste ist Geschichte Friedrich« de« Großen, die pseudonym bei ndle in Stuttgart erscheint. Die Demagogcnverfolgung jhm aber doch nach, im Herbst kommt er von Heidelberg Stuttgart zurück, um sich jetzt aus da» Examen varzunn,rn. Ende Dezember 1H35 aber beißt es: »Ich bin ..^en der veralteten und doch nicht antiquirtrn Deinagogcn- »ichichte nicht zum Examen zuflelassr» worden, iverde also odricbcinlich kein wür«tembergi)cher Rabbiner werden. Ich woblbrstallter Rezensent bei der Zeitschrift „Europa" von alb - 2» der nächsten Zeit beschäftige» ihn jüdische Bio- M'Kie», er macht sich zunächst an Spanoza und will dessen schreiben, dem Dichter aber wird daraus ein historischer Kanan (crichirn 1837). dem 2 Jahre daraus der Roman Gtauimann und Dichter" folgt. Auch ein Lustspiel schreibt fr in dieser Zeit, dir er äusierlich in den küinmcrlichste» Bcr- Mnisjen zudringt. In den nächsten Jahre» 'cbt der Unstete Jranffurt. Bon». Mainz, Dresden, Gotha. Aus Dresden ncil'l er im Februar 1859: .Es freut mich sehr, daß dir on» Nathan-Aufsatz jetzt gefällt. Ich habe in Gotl>a mit arl Schwarz, mit dem ich altbrfteundet bin, viel über den Ifiatban > Aufsatz gesprochen, er ist dafür eingenommen, und vir sind sehr aufrichtig gegen einander. Der Herzog freute üd) sehr darüber, daß Karl Schwarz und ich Duzbrüder sind, tadi habe Schwarz auch predigen gehört, er bat mich selbst, dm mein Unheil zu sagen: sein Wort und seine Weise ist acht menschlich schön, und die Herzogin (sie ist eine badische kiuizessi». äußerst herzlich» freute sich sehr, als ich ihr erlitte, daß Schwarz stark genug gewesen fei, sich von seinen Kreundr» nicht weiter hinausdrange» zu lassen, als er wollte, schwarz wird nächstens eine» öffentliche» Portrag über Ln ha» halten. Wir sprachen viel darüber, er muß nach (tili», dort ist seine Stelle als Professor und Prediger, er 'ur Schleiermacher weiter führen. Auch über das Verharren n Judrnthum sprach er sehr brav und ganz in unserem rinne, daß es Aufgal>e sei, das rci» Mcnschlichc als solches u zeigen, das a» keine Kv»fcfsiv»ssor»i gebundc» ist. Auch «n„ vortrefflicher Freund Mail»» ist jetzt Bankdirektor in e»lha, und mir hatten viele schöne Stunden inniger Gcunniamlcit Auch Gustav Frcytag war da. der mir ein wirtlicher Freund ist. Wenn ich mein Leben überschaue, bin idi reich begütert, von den Besten eine schöne Zahl mci» zu nennen." Jüdische Bilder aus Galizier». Po» Heinrich Moltlieb.*) II. Kiddusch Lewanah. C wie schön der Vollmond glänzt! Silbern ivaUi sein Lichl hernieder, Draulich heimlich sich ergiebend lieber («assen, Plätze, Häuser. Und aus thassen und aus Plätzen .Zahlreich Volk und Le»ie schreile» Auf zum blauen Himmel schauend: — Und sie srcue» sich der Mondnacht. — In de« groben Platze» Mine, Wo herum die schöne» Häuser Und viel Leuie und («edränge Und die Menge gehl spazieren, Steht geschaan ein kleine» Häuflein, Schwarze Männer, Jndeiiinänner. In der Hand ein Buch Hai Jeder, Und sie schreien wildvenvorre», Und sie fchiilleln sich gewallig. Hastig schnell und kodoldartig. — Drüben vor de« Platze« Schenke Stehen Zecher, Ehristengruppen, Zeigen mit den, Finger, sprechend: »Seht, wie dort die dummen Juden Heidnisch ttzolie« Mond anbelcn; Und wir leiden die Verfluchten, Und wir dulden da« ltzesindel." . *) In dem Gedichte I in vor. Ar. ist ln der letzten sStrophe statt ^sttM z. l. .hinzugtselll", und in der ü. Zeile der b. Strophe ' " ft. e« schwell» z. l. .e« schallt". Drei hebräische Lieder. llebrrsetzi von 2. Kristeller. I. Vn den »(trug.*) Lied von Jehiida Halrvi iklbul-ioaiia». iltVl.t .'nn-Pa mint *tsr -ja rncc isc tbk pensa! •nnPv "C’pRnR-'pR'nRi : viinn an nosoR moi •Kaie1? naarn □'an "is :t«P tpr2? rm: apsi rsb: ns tr .owjs jviPna repP nnw rPi naa .pdrsr na'Ri iTwraTia^ -nsi Begeisterung quillt mir au« dein U rüge. Hebt mich empor aus Liede» Schwinge». C sübe Lust bei jedem Zuge! Die Lippe schlürft, der Mund m»b singen. Vertraulich rus' ich ihn und leise. Und srenndlich neigt er mir die Lippe» lind giedl mir wunderbare Speise Von seinem sübe» Mnnd zu nippe». Euch, liebe» Jreunde», zwar ist bange, Ich könnt ei» Drunkenbold gar werden. Ihr sragi besorgt: Wie lang, wie lange Willst du noch trinke» hier a»i Erden? I Sv wib>, ich Hab' im Urng, ihr Besten, > Ein Wunderelizir gesunden, , Da» wehrt all' menschlichen Mebreilen j Und macht mich täglich neu gesunden. | Wie sollt' ich n»n de» llrng nicht ehren, ' P„» dem mir Eden» Jrende» winken, Und iveil'» die Jahre nicht verwehren. Will ich noch lange, lange trinke». ll. Da« Gottesjahr. Lied von Jehuda be» Salomo» Plcharisi. «kl.: i kikn NkUer 1$ liier' ,t. Hier unter Bäume», dicht belaubt. Wo kühle Schalte» winke». Mit Ros' »»d MtiilKen aus dem Haupt, Mein Jreilnd, hier lab' »n» irinke». Drink' Wei»l>eit in dem Rebensaft, Im Wein wiil't Du'» ersahren. Wie edlen («eiste» Jeuerkrast Sich inehret mit den Jahren. Eintausend Jahr ans »nserin Stern Vor Mo» sind'» kurze Stunden — Minuten sind e» vor dem Herrn, Wenn Jahre uns geschwunden. Da wünsch' ich den», mir ivär' gegönnt Ein Motte«jahr zu lebe», > Da» ewig jung ich trinken könnt' tNIt? ',"7" pR,P pS2 *3 "IS Uralte» Sasi der Rebe». III. Da« Lied »om Wasser.") Lied von Salomo» den Jehuda Mabirol. (1050). Eborn»: Verlrnnke» ist der Wein. An» schenkt der Wiriti, o Pein — ' " " Pur Wasser, nur Wasser. nn-pPS .CnXPB Wen» Uönig Wein erlieget. > «CP133P >P2P C'SSV Wenn Wasser ihn besieget, ' > .anC C*SCn C1PTCP Wie soll ein Lied mir glücken. Die Stimme inns, ersticken Bei Wasser, bei Wasier. Ehoru«: Vertrnnken ist der Wein re. n:: Psa ns nnar mt .n:anar -pa cm ers nPp ICR epa naa rnan •mann nPan r*.pi am P|pR qi\p Prh psa CR p .nrs iiaa narm mo ciaa mR *::n" n Picht» kann den Manmen lepen, Itein' Speise niich ergötzen, Tenn ich mus, irinke» lernen Da« Wasser au» lltistcrnen. Da« Wasser, da« Wasser. Ehoru«: Verlrunke» ist der Wein x. Dein Mose» Preis und Ehre, Der trocknete die Meere; Doch unser Wir»» zur Zeche Lähl rlniren schnöde Biläir Vvu Wasser, von Aasser. Ehoru«: BeNrunken ist der Wein k. Die Unke nenn' ich Dante. Die Jrösche Anverivandte; Ten» Wajser ninb ich schlingen. Und quakend mus, ich singen Vom Wasser, von, Wasser. Ehoru«: VeNrunken ist der Wein n. De» Wirth stras' Mott ans Erden, Er mag ein Pasir werde»; Nie soll ein Rausch ihn laben, Und stet» soll Duifl er hat>en Puch Wasser, nach Wasier. Ehrru«: Verlrunke» it« der Wein k. .cnr *e "2 .cn-c inaa? :nn nPs .an kpo ■i3i mSaa .nsa" 7* S3rS cnP .CSr P3R0 jnP JR IR csn *;eP n’S'aaa ns 'lainnaannin'.cnfn- .tram nnosia ^id c n .BTRan enjeo niRP u*Rn nan m n pR •laim^aa :on Pr .an Pr .snesP sn an .S1CR1 pstR ns .sn" E irnoa '3 rann tc ,onn nno •iai mPaa .inn aeP rrrr in .inn rrnn aan aaa .inn "J31 1"33 ITT ran -3Riv .an nRiv 121 niPaa "> Lied 1 u. 111 sind von Hrn. Musikdireetor L. Lewa»don>»ki eigen« eomponirt; hosienilich l«b> er sich bewegen, diese vorzüglich gelungenen -ompositionen im Dnick erscheinen zu lasirn. (Red.)