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Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 13 (1884) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1884
Issue
13 (1884)
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IS. {»ttiti I üdisches kll 1884. iUßtf |r«ilrto#*6rilij|f Irr „Israelitischen Wochenschrift". ..Der floltwiif «öden" ttinf Erzählunft von «. Hause, i.Fortsetzung i. — Zalomon gulzer, der Resormaior des ,iid. lempet gesangr«. — Jüdische Zertlrer in Rußland. — Moskau, seither und jetzt. 'Allerlei für den ,tamlllrnli((ti: Paiästina . reisender. - Vrin (fpiaiamm von J.'a«fci Uteine i üdische tzharakIereifte: 3. Weaiieljeilige Amnteileii. 1. Ei» Rnw lehoachia. 4.;{um Teufel. — Inserate. Der goldene Boden. 13 Eine Ifr.iäbtuiifl von « Hause. («.fchdriick uni-rtogl.« 'HonjfhUttf,' l:*. ,\o(d war bereit«' zwei Monate mit ber Wanderschaft, r Arbeit gefunden zu haben. Die «alle >var anhaltend «s gleicher Höhe geblieben und e» halle noch nicht Den inbeiten Anschein, als ob sie bald einer milden Witterung .atz machen we'llie. seine Lage ivurde von Tag zu Tag Hinter, zudem feine Reisekaste ganz bedenklich znsammen- Mmolzen war Er iwr der lwlländische» (Grenze nahe mmen und teilte ,n einem der Grenze sehr »alte liegenden tuschen Städtchen übernachtet. Er kam des Morgens eben dem Rundzange zurück, den er in dem Städtchen gemacht Ile. um bei den Schuhinachermeislern nach Arbeit umzu' uen. Seine Bemühungen waren auch viesesmal wieder geblich gewesen. Er lieg sich >» der Gaststube des Wirthstaute« betrübt in der Rate des Ofens nieder und stützte sauen Kops gedankenvoll in die Hand. Ein. seiner Kleidung »ach dem Mittlern Bzirgerstande angeliönger Mann saß aus minii Stuhle in der Rühe De« Fenster« und Itutie ein Gläschen Rum vor sich auf dem Tische iietien. Er beobachtete Zitel einige Zeit, dann erhob er sich von seinem Sitze und »mg mebremal int Zimmer aus und ab. sich bi jeder Wieder» dolung seines Spazierganges dem Sitze Hotels ein wenig «rin nähernd. Endlich nahe bei ihm flehen bleibeub, fragte n ihn nach dem.Grunde feiner Riedergeschlagenheit. Iotel trMte ihm fei» Mißgeschick. »Ja." sagte der Unbekannte, »l« Iokel seinen Bericht beendet hatte, „e» ist jetzt eine schlimme Leit für einen Arbeit tuchenden. Es find wenig ArteitfteUe» leer. Jeder Geselle sucht sich bei dieser Witterung bei scinem Rasier zu hatten. Sie können »och den ganzen Winter »ergchlich umherlausen!" Jäkel fühlte die Wahrheit dieser «ne und seufzte tief aus. Der Mann trank sein Rümche» u«. wünschte Holet .gute Reise" und entfernte sich wieder, ifc dauerte nicht sehr lange, da trat ein sehr gut gekleideter, »scheinend fremder Herr in dasselbe Gastzimmer und forderte «» Bla» Grog. Der Winh brachte dieses und verlieh alsdald da» Zimmer wieder, nachdem er mit dem Fremden einen dkdeutunAsvollen Blick des Einverständnisse« gewechselt hatte, solel befand sich mit dem Herrn allein. Dieser knüpfte em Gespräch uut ihm an. fragte, welchem Handwerke er angehöre. *** für ein Landsmann er sei und lieh sich auch sei» Wanderbuch zeigen. Iokel klagte chm sein Leid. .Sie dauern mich." sagt der Fremde, indem er Iokel da« Wanderd>ch zurückgab. »Be, solchem Wetter ist das Umherwandern "u schwere Sache. Wenn Sie indessen mit mir fahren könnte ich Ihnen schon Arbeit verschaffen." Iokel mit^srmdestrahlenden Augen zu dem Manne auf. .Wohin fahreu Sie'?" fragte er. Er nannte ein mehrere Meilen entfernte« - Städtchen. .Ich habe meinen Schlitten hier!>ch werde ü» einigen Stunden wegsahren. Daß Sie Be- Mtigung erhalten, dafür bürge ich Ihnen," setzte er hinzu. wußte sich vor Freude kaum zu safte». Der Mann *** so anständig gekleidet und sah so vertrauenswürdig au»; ***** sollte er ihm da nicht (Blauten schenken? Er erklärte I sich also mit vor Freude zitternder Stimme bereit, nutzu i fahre». Der Fremde ließ auch für Iokel ein <%i* Grog | mit Butterbrot» bringe», woraus er sich wieder entfernte, i Bald nach seinem Weggehen kam der frühere Gast wieder in I das Zimmer, setzte sich in der Rähe Iokel « und ließ sich mit ihm in eiuc längere Unterhaltung ein. Wie zufällig ließ er dabei sehr beifällige Aeußerungen über den eben hier an» wesend gewesene» fremden Herrn fallen. Der Kundige hätte leicht wahrnehmeu könne», daß all' diesem eine geivisse Absicht zu Grunde liege und die Unterteiltuug nur de» Zweck habe, Iokel bis zur Zeit der Abfahrt Mzuhalken. damit er sich nicht noch einmal i» das Städtchen begebe; bei Iokel aber, der hier völlig fremd ivar, konnte ein solcher Verdacht im möglich aussteige» Er freute sich vielmehr, so gute Mensche» gesunde» zu hal>en. Als nach einigen Stunden der fremde Herr i» einem schönen Schlitte» vorsuhr, nahm Iokel, froher Hoffnung voll, neben demselben Platz. Der Herr gab dem Zügel einen kleinen Ruck u>'d da« Pferd setzte sich in »»salopp. Der Schlitten sauste aus der glatten Schneebahn zum Slädchen hinaus. Das Pferd hielt diese »»sangart inne, bis über die Gre»zsck>eide hinaus. In der Rähe derselben begann der Fremde eine Unterhalinng mit Iokel, angenscte'inllch in der Absicht, dessen Aufmerksamkeit von dem an der Straße befindlichen Grenzpsahle abzulenke». ivas ihm auch gelang. Rachdem sie an dem Grenzpsahle vorüber waren, ivurde in einem langsamen Tempo gefahren. In später Atendstiinde langte man in de», Städtchen an, >vv in einem ganz guten Gastüause Einkehr gehalten wurde. - Der Frenide begab sich ater mit Iokel nicht in das gewöhnliche Gastzimmer. sonder» i» eine gegenüber tesinbliche Stube, welche, wie eö schien, für denselben bereit gehalten ivurde und gut durchwärmt >var. Iokel glaubte daraus einen Sckiluß ans die Bornehmheit seine« Begleiter« machen zu könneit und fühlte sich dadurcki in seiner Zuversicht bestärkt. Der Begleiter Iokel'« testellte zivei »Bläser Grog und Abendeften. Al« Iokel ihm bemerkte, daß er Israelit fei und nur i«raelilifch erlaubte Speisen genieße, lächelte er eigenthümlich und l>estellte für Iokel Butterbrot» und Eier. Al« diese» verzehrt war. ließ er noch einige Gläser Grog bringen. Rach der bei strenger Kälte gemachten Schlittenfahrt that bei' »stenuß de« warmen »tzetränke« Iokel sehr wohl. War dem letzter« «läse Etivas beigemischt, da» geeignet und bestimmt ivar, eine starke, berauschende Wirkung yeworzubringen. oder war e« da« Ungewohnte diese« »Getränke«, was auf Iokel eine solche Wirkung äußerte'? Dem fei, wie ihm wolle, Iokel fühlte seine Sinne plötzlich umnebelt und sein Bewußtsein gestört. Unterdessen ivar noch ein Herr mit noch einigen jungen Leuten in« Zimmer gekommen. Der Herr war mit einem Mantel bekleidet, de» er auch im Zimmer nicht ablegte. Rur ivenn derselbe sich zufällig öffnete, bemerkte inan, daß er unter demselten Militärunisorm trug. Die jungen Leute befanden sich alle in angeheiterter Laune und tranken Iokel fleißig zu. Al« er soweit war. daß sein Zustand jede« klare Denken auäschloß. trat sem Reisebegleiter mit dem andern Herrn zu 'ihm hin und sagte: .Herr Birk! Diese» ist der Herr, der Ihnen Beschäftigung geben wird." .Ja," nahm dieser, da« Dort, „wenn Sie bei uu« eintreten wollen, daun

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