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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 49. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 49.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ma-belmr-, 4. Drrrmder 1884. 4 4 '%<MT 4 XV. iurg, MA9. ♦ für die religiösen und sorialen Jntereffen des Judenthnms. «MrutlM rrlRrhrt t» rtw Ruunrr trt STatta* a.M ,.fl»t»*atBrkla»t«“. ftn»llr «0« knl puttet bd «Om Rrtbatmi >. R»chtz»»bl»»4-» 8 Maik »Irrtrtjlbill*. »„ blrrcttr Zup»b«n«: ikhiNch »4 MbO. ■u» bm »»»>»»»«: M W. iS ft-, » Stt»., S Rbl., 4 t.n.r«^ Cir.>rln.oiMrTR bn .BiRnriRrttt* 4 Sk RI.. M .gtttttamr-Waltl* k 1B RI. bfb J5«al»«Rlott» 4 tO RI. a PrraunvoNlichrr Mcbortcur und Hrraubgeber: Rabbiner ür. M. Htaymer in Magdeburg. Jir Dstzrtzelt. »echt *sl ftirb's! J«r«r«t# füi ft .Jrrorliktschc Wochenschrift-, wie für da» .Jüdische Lltleratur.Vlakt". die Netngespottene Veillzeile oder deren Raum Hl |tf. s,nb entweder durch die «nuoncen. Eryedltionen von G*. L.Daub« Se Oo., HudolfMo*««, HuMntttln dB Vogl«r u. *. oder direct elntusenoen an : Pt» G»P»»M»« de» W»ch»»- flfevftft** Hi WODd»A«»G. | r k «11: N,tt»Nd« ttrtlf (I r rycilnabme,udisch»r N intxr anbn Lhnstbkscherning. ttou Dr. I. IS»Id schmibl, Unlburg. — flu« b»r Praxis. v«ri«kt» RRb OsrrtfRSRbtRftCR: D«utschla»b: VtaabrinirR. — tVrlin. — kattvmib. — Bo»> diirbrrrhriu. — »u« Wünirmbrrg. ersirrrcich-Ungarn: ttirn. — Hrrmannftabt. _ rtta»Irfld): Pari». — Pari». Stuftlanb: Porrsburg. Palitniua: Irrusalrm — Paltlftina. vermlsebt« RRb Rr»*ftc Vt«<kri«bt(Ri Magbrburft. — Mcmrl. — Vnmtdrr». — ,>,«nlsurl a. M. - Wien. — Wirii. — Wirn. — »naaru. — Nrakau. — Prst. — Pari». — Pari«. — MMischmi. — Stutziand — Prirrsburg. — Petersburg. — Nie«. — Palla. — Uobims. — varfchau. — Nouslanltuopel. — Stcw-riorl. — Stew- )>ors. — Llevelanb. Jkfwkh. — vrirfeastem. Theilnahme jüdischer Itinder an der Lhriftbescheer««-. Der fruchtbare pädagogische Schriftsteller K. Bormann, Prvvinzial-Schulrath in Berlin, hat im viertkn Theilr seiner .Schulkunde" für evangelische Bolksschullehrrr. S. 154. unter obiger Ueberschrift einen Abschnitt, dessen 'Mittheilung den Lesern der .Wochenschrift" wohl erwünscht sein wird. Dieser Abschnitt lautet: .Bor einigen Monatm richtete der mir bis dahin Unbekannte Eonrector einer Provinzialstadt folgende Frage an mich, deren Mittheilung an dieser Stelle er mir gestattet ba>: »Ich bin seit 1'/, Jahren Conrrrtor an der hiesigen Stadtschule und seit einiger Zeit auch Stellvertteter des Krankheit« halber beurlaubten Rektor«. Während dieser »einer interimistischen Berwaltong deS Rektorat« kam auch da« verflossene WeihnachtSfrst heran, an welchem eine Bescherrung der ganzen Schule, wie gewöhnlich an« Lommunai- »itteln stattfinden sollte. Der Magistrat hatte 15 Thaler bewilligt und mir zu Weihnachtsgeschenken für die Schule überwiesen. Run waren seit einer Reihe von Jahren jedesmal simmtliche Schulkinder ohne Unterschied der Religion beschenkt worden, also auch die jüdischen. Diese letzteren hatten »ch alle ohne Ausnahme stet» die christlichen Religion«- it»»dn> besucht und al« stumme Zuhörer an dem Unterricht fyil genommen. Sie waren auch zugegen bei der religiösen Feier, die der i« Schulhause stottfindenden Bescheernng vor- *"Ü">g. und bei welcher WeihnachtSlirder gesungen, auch' Spruche nnd längere Bibelabschnitte gesprochen wurden, E« ira« nun an «ich die Frage heran: dürfen jüdische Schüler ** einer christlichen WeihnachtSdescheerung in der Art Theü Woche«- D#cem,‘-. Ki“Iew- Kalender.! 1884. 5645. glu«m*rat«R . 4 i« “itsei Sb frrit«« . . . 5 17 9MOMk*»k 6 in nStri («,*i) $*RRt«R . . 7 »! |R*MtaR. . . 8 20 8 21 | »Mwoch . . 10 22 i 11 23 l nehme», daß sie gleich den christlichen Kindern active Empfänger werden? So gern ich die jüdischen Schüler in meinen Re» ligionsftnnden gesellen hatte in der Hoffnung, daß doch ein» der LebenSworle der heilige» Schrift, wenn auch erst in späterer Zeit, in dem Herzen rin lebendiger Same lverdrn könnte, und so sehr ich mich ferner von einer persönlichen Abneigung gegen die jüdischen Elemente in meiner Schule frei wußte, so sträubte sich doch, mein Gefühl gegen jene Gleichstellung von Jude und Christ, durch die ich mich über, die« in den Augen meiner christlichen Schüler einer Indifferenz, einer Richtbeachlung de« großen Unterschiedes zwischen dem gelausten Ehristcnkinde und dem Judenkind« schuldig zu machen glaubte, und — ich schloß die jüdischen Kinder von der Bescheerung au«, dir in den einzelnen Klaffen unter Ber» mittlung de« betreffenden Lehrer« st"»tfand. — Mehrere jüdische Eltern beschwerten sich »un. sich sehr verletzt fühlend, bei dem hiesigen Prediger. Dieser ist im Allgemeinen auf meine Seite getreten, und hat die Beschwerdeführer mit freundlichen Worte» abgewirsen und beschwichtigt. Der Magistrat aber und wohl auch die Stadtverordneten haben sich auf die Seite der Juden gestellt. Bor einiger Zeit schickte mir nun der Bürgermeister mehrere Schreibhestc und andere Geschenke zur nachträglichen Brrtheilung an die Schüler. Roch ist die AuStheilung nicht geschehen und ich bin »»schlüssig, wa« ich «hun soll. Da« Weihnacht-fest wird wieder herankammcn und ich möchte gern zuvor die hier vorliegende Frag? prin» cipicll entschieden sehen. Sir ist von verschiedenen Personen, selbst vrn Geistlichen, verschieden, ja entgegengesetzt beantwortet worden. Rach meiner Meinung läßt sie sich von zwei Gesichtspunkte» au» betrachten, von dem der Mission «ud von den» de« kirchliche» Bekenntniffe«. Läßt man die

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