Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 46.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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— 865 — K4 modernni Leben« mit den Satzungen de« Juden!hum« m anziehender Weise behandelte. L«»«ß«1e. Die durch die Jubiläumfeier verursachten Aufregungen haben Sir Mose« nicht unbedenklich ertranken fassen. tköiligi» Biktoria hat sich einige Mal nach seinem Befinden erkuudigen lasten. (®» geht G. s. D. zur Besterung. . Red.) 3tar1». Die Alliance hat eine Aurstellung von Schnitzemen in Oelhol^, dir in der Schule von Jerusalem angesrmgl ivorden sind, im Hotel de Tologne veranstaltet! Hkarts. Welche Summe von Intelligenz Deutschland „ früheren Zeiten durch da« Niederhalten der Juden von sich geilogen hat. zeigt auch Folgende«. Hier starb neulich der 7l jährige Lerr «imon Simon, der mit Auszeichnung das llomptoir a'eooompte in Genf geleitet und sich vor einigen Jahren hierher zurückgezogen hat. Lein Vater Moritz Simon war in Saarbrücken zu Hause, wo er die Fad» gebaut hatte. Bon von zog er nach Metz, wohin er innen Sohn früh in die Schule geschickt hat. <£,» Sohn b» Juiiastverstorbenen ist Unterpräsekt in Bernay. ein zweiter Hergiverksverwalter in Gcaistestac. Ein Bruder war Prästdrill de» Lousistorium» in Lyon. V«rt«. Ein seltener Prüfung«erfolg eine« jungen i jüdischen Manne« macht viel von sich reden. Herr Hada- «ard ist im Juli als Erster in die Eool« normale ausgenommen worden. Jetzt hat er ebenfalls als Rr. l die Aufnahmeprüfung in die polytechnische Schule bestanden. Siede» ihm sind sicher noch 9 Juden zngelasten worden, so! JjrarLiDflifnljai* str Westfale» »dKhti»la»h. Erklärung. Ta» Unterzeichnete tturalorium de» Paderdornrr i«raelittlchen Waisen- Uaw für Westfalen und Rheinland siel» sich im Interesse der von ihm Knmrnrn guten Sache »u folgender (frfUrnng »eranlastt. Von befreundeter «eile wurde un» ein gedruckte», au» Din»laken Mt .tiuguft' datirte» und von sechs Dinslakener Herren unterschriebene« imular rugestellt, da«, wie un« berichtet wird, au Mitglieder verfetkn.'i ,Gemeinden versendet wird und zur Begründung einer .HeimsliiNc Kr vaifen in der Rheinprovinz' auffordeit. Al« On für diese Stätte vud Tinelaken ausertorrn, «eil »die Verhältnisse diese« Plaste« «erthvollc «eraniien für rin« einfache, gediegene, sittlich« und religiöse Erziehung bnni' iollen. Motivin wird diese Aufforderung durch .da» stehlen eine« &i'Vnti,u,k« in der Rheinprovinz', wo«, wie e» weiter heistl, erweislich tou oieliach sedr empfunden worden sein soll. — Ta der Zweck eine« Waisenhaus»« (n der Rheinprovinz nur der ine lann, Waisenkindern am« der Rheinprovinz Ausnahme zu gewähren e" ei» iolche« Hau« — wa« den Unterzeichnern jene« Eircular wohl Kt»,«, ist — für diese Provinz seit Li Jahren in unserer Anstalt besteht, *•* Circular aber diese Anstalt mit keinem Wart« erwähnt, so können kr es vier nur mit einer bewusttcn Verschleierung dieser Dhatsach« zu Am baden, die offenbar sür diejenigen berechne« ist, die entweder von H*an Anstalt nicht« wissen» oder über ihre Ziel« und ihre Wirksamkeit ■ Uitfcnntnife sind. Diesen besonders möge folgende kurze statistische «»»de danhun, dast da« Paderborner Waisenhaus sich nicht dlo« nennt «e köaiie» Erzithungä-Austalt sür Westsalen und Rheinland, sondern es in Wahrheit keinen Unterschied bei der Waisenausnahme zwischen rinc>> beide» Provinzen kennt und in au»ged«hnlem M aaste seine Wirksam- "> euch sür di« testiere entfalte«. seit der Gründung sind zahlreiche Waisen au» Rheinland auf- ■unm.n worden. Augenblicklich ist die Zahl derselben fiebennndzwanzig. ** Fürsorge erstreckte sich auch stet« aus di« der Anstalt Entwachsenen, kc denn beispielsweise di« vor Kurzem noch sür di« weiter« Ausbildung Drin Rheinläuderiunen die Summe von eintausend Mark verausgabt Verde. Zu den letzten Jahren «ustten einige Gesuche um Ausnahme zurück- «lese» werden, «heil« au« Raummangel,, «heil« au« andern Gründen. der Anbau, deffen Plan fertig lieg«, zur Ausführung kommt, wa« I- A. w., und wenn die Gunst unserer Gönner un» verbleibt, recht bald ffek» soll, können wir auch den weitesten gerechte» Anforderungen «k»g»n. Hiernach überlassen wir jedem Billigdenkrnden da» Urtheil darüber, dieser vollständigen Jgnorirung unsere« Institut« in jenem ^krrnsiück zu halten ist. . Tiefe« ganze Projekt, welche« nach der Form de« dirculat* aus Concurrrnz-Anstalt. wie e« scheint, hinausläust, wäre absolut unöewenn nicht einig« Namen von den Untrrzetchnrrn und die Bemerkung, M| ti sich namentlich .darum handelt, Halbwaisen in besonderen Unglück«- 7*** "" Unterkommen zu geroähien' un« auf den Ausgangspunkt dieser v»v»»on sichren würden. Folgender Fall scheint den Aastost zu derselbe» bafe mindestens 4 Prozent der Polvtechniker Juden sind, während dir jüdisch« Bevölkerung Frankreichs (100000 Seelen höchstens) kaum '/« Prozent der Gesammtheit ist. Ob's uns frommt? Stehlen Judm, taugt'« nickt; lernen Juden, taugt's nicht! Da» Eine erweckt Verachtung, da»Andere Neid! Welche» ist schlimmer? Darum meinen wir, daß selbst, weint der Wunsch de» Ehroniqueur'S der „Arch. JSr." erfüllt würde, wenn nicht blo» Betrüger und Consorten die Bezeichnung .Jude" in den Zeitungen erhielten, sondern auch bei Nennung von Juden, die Generäle, Minister u. s. w. sind — Israelit hinzugrsetzt würde — dag auch dann e» nicht bester würde. Di« Verachtung würde nur in Neid Umschlägen. Herr Juliu» Oppert, Mitglied der Akademie vertrat den UnterrichtSminister beim litterarischen Longrch in Brüssel. Graf Abraham Eamondo hat vom Sultan den Großcordon de« OSmanieorden» mit Brillanten erhalten.; Ztrilstek Der berühmte holländische Maler Israel Joseph hat bei der Ausstellung die erste Medaille erhalten. JURfUftthMpcf. Der UnlerrichtSininister hat die Anstellung von Lehrern der türkischen Sprache an den Schulen der Juden und Galata, Haskieu und Balata verfügt, um die Schüler zum Eintritte in den Staatsdienst zu befähige». Die Mittheilung au« Safet, dag allen Juden die Einwanderung und Ansudluna in Palästina freigegeben werde, wenn sie vorher in Ikonstailtinopel die Erklärung abgegeben haben und sich darüber au-weisen können, dag sie türkische Unterthanen sein wollen, wird widerrufen. gegeben zu haben. Wir geben auch ihn hiermit der öffentlichen veurtheilung anheim. E« wurde von unserer Anstalt die Ausnahme dreier Kinder verlangt, deren (verstorbene) Mutter eine Dinslakener Jüdin war deren Bater, ein Eisenbahnbeamter. Nichtjude ist. Obgleich die Aufnahme von solchen Waisen, deren Baker noch lebt, gegen den Wortlaut de« g 2 unserer Statuten verstöstt (dessen Eireichung übrigen« von un« beschloffen wurde) so wollten wir. wie die« schon öfter bei besonderen Anläffen geschah, sie dennoch gewähren. Aber, gestützt aus unliebsame (krsahrungen in ähnlichen Fällen und um auch den Schein nur eine« ronsesstonellen Uedergriff« zu vermeiden, verlangten wir seiten« de» Bater« die schristlich« Erklärung, dast er diese Ausnahme wünsche. Eine solche wurde un« zwar mehrnral» von einem der Unterzeichner jene« Eireular» ln Aussicht gestellt, ist aber bi« heute nicht erfolgt. Diese Angelegenheit scheint benutzt worden -zu sein, gegen unser« Anstalt Kapital zu schlagen, ohne dast man indeffen von Dinslaken au« mit besttmmte» Beschwerdepunkten an un« hrrangetreten wäre. Dankbar sind wir darum einigen au«w«rtigen wohin,einenden Freunden, die sich in Folge dieser Agitation offen an un» mit Fragen über gewisse Punkte wandten und un« so Gelegenbeil gaben, sie durch ein« ausführliche Auseinandersetzung zu befriedigen. — Die Bitte, die wir zugleich diesen Herren aussprachen, durch persönlichen Besuch unser «aisenhau« näher kennen zu lernen, richten wir an Alle. Die Pforten unse»er Anstalt stehen jedem sich dafür Jnteressirenden offen. Sr trete ein. er ist un» willkommen. Er wi.d sich von der gewiffenhasien Sorgsall, welch« aus die geisttge und körperliche Entwickelung der Kinder verwendet wird, von dem sittlichen uud streng religiösen Geiste, der sich im «olic«dienst, in der Schule, in der Erziehung sowie auch in der Sorge sür die au« der Anstatt Entlaffcnen kundgieb«, hoffentlich überzeugen. Für wohlmeinend« BerbesserungSvorschläge sind wir jederzeit empfänglich. Wir werden sie dankbar entgegennehmen und sie nach Möglichkeit verwerthen. ..... Wir würden jede«, die gut« Sache, der wir dienen, wirklich fördernde Projekt, gleichviel wo und von wem e« zur An«sührung gelangt, mit Freuden begrasten. «der da» ln dem genannten Eireulare austretende, welche« kau« Lebensfähigkeit zu besitzen scheint, würde, ivenn e« Erfolg hätte, durch Zersplitterung der Kräfte, durch zwecklose Verwendung von Mitteln sür Einrichtungen, die bereit« in unserer Anstalt in schönster «eise bestehen, da» gute Werk, da« wir Alle im Auge haben muffen, nur schädigen. Und so richten wir denn an alle diejenigen, deren milde- Herz bereit ist zu neuen Spenden sür da» srommc Werk der Waisencrhaltung und Erziehung, di« dringende Bttt«: wendet eure Gaden miserer Anstalt zu, welch« nicht blo» von den hohen Behörden, sondern von Allen, die sie näher kennen gelernt, al» eine musterhastc anerkannt wird; setzet sie in den Stand, die geplante Erweiterung »u bringen, damit sie unter Gotte» Schutz immer scgen»reichrr wirken möge für Rheinland und Westfalen. Dr. «arnch «an., VonisMahler, LonisRansohost in Paderborn. Michael Simon«, Lonis Bacharach in Düsseldorf. Obereaddincr Dr. Horowitz, Joseph «önigSderger in Srefeld. Frau Johanna Mareks, Vorsteherin.