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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 46. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 46.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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.ti 46. Magdrlmrg, IS. Kovembrr 1884. XV. ZMg. BrMWMochMW für die religiösen und socialen Interessen des Jndenthnms. ««chrxMch -rlchrinl >, kt« fhtaarr kn ,W»cha« schalst", M ,F»«tlta»- ' kTatta“ >. R< jjlltifaliltlaltr'. : Beriiniwortlicher Strborlrur und Herau-geder: „r*<.■«**■»«. Rabbiner Dr. M. Rafimer in Magdeburg. _ 8ai»ka»kt«»«ni 8 Mark Mit kltrctcr Zvtknk»«,: jttzrliq U Mart. ■ »,« km ««*la»kr: >• Mt. >8 fl., 80 8rt#„ 8 Uki., « toflarl). 8tnKliau><>na kn .BaMmMrilt* k 88 Ml., kn .Klttnuur.Watl«- k 18 «I. k»s .3«»iitra ri«in k io >i tf-tt fir »«tzrtzrlt. »tcht ul frirln! 9»rf r«tf 1 fflt t, .3 «rö fl I Hfd>, O«0,nf <bttl r, 1 »te für tat .Jüdisch, Ltlterainr.vlan^. d,c kletnqeipaliene V<"lieUc oder deren Raum §A Pf. «md entweder durch die «unoneen. strpedttionen von G.I*.Daub« Sc Oo., RudolfMoiM, ZXaa«»z&stelxi Sc Votltr u. tl. »der dtreet emkUienden an : Pt« der ,^»r««llt. DPsch«». fdirlfl4* in V»«Oded«»G. tf I » tz « lt: ,fitfnbf Wrtifelt Lehrer und Mehgertnechi. von vr. Rothschild. — Offener Brios an Herrn Pios. I. Bildemeislcr in Bonn, (cdilub.) erriditt utib <koreesp»«d«nzrnr Deutschland: Magdeburg. — Magdeburg. — Slrllin. — Au» der Provinz üaffet. — Bon der Ruhr. — lltbo au» Rordwest. Ocrmifditt und «»«»st» Nachricht»«: Berti». — Reustettin. — Oppeln. — Rordhauscn. — Wesisaleu. — RamSgaie. — Pari». — Pari». — Pari». — Brüssel. — Nonslanlinapel. Instrat«. Bri»fkastr«. Lehrer und Metzgerknecht. Der Vorfall in der Nähe von Toblcnz, einen jüdischen Lehrer betreffend, welcher ein Erucifix oder Heiligenbild zerschlagen »nd beschimpft haben soll, gicdt zu iveiterm Nachdenken L<eranlassung. Das Geschehnis! beruht aus einem Zufall und ist doch nicht bedeutungslos. lLs handklt sich um ei»rn jüdischen Mevgerknechr, welcher im Hause seine» Herr», eine» jüdischen Fleischer«, für dessen und vielleicht auch »och andrrr Kinder der jüdische» Ortsbewohner als Sieligionslehrer fungirte. d. h. diese im Hebräisch-Lrsen zu unterrichten hatte. Dieser Lehrer und Mctzgerknecht hatte n»c schwere Flrischlas« fvrtzulrage» und lehnte diese, um ei»» kurze Weile auszuruhrn, unbedachtsamer Weise a» ein am Wege stehende« Heiligenbild. Diese«, alt »nd morsch, brach unter der Last zusammen, fiel »m und riß den Fleischlorb sammt feinem Träger mit sich fort zur Erde. Antisnn,»sch» Blätter bausche» die Lache dahin auf, das> rin jüdischer Lehrer einen heiligen (Gegenstand christlicher Berchrung absichtlich im fanatischen Religionseifer zerschlage», beschimpft und in dr» Solh gezogen habe, und der Misse- >ha»rr bereit« auch gesanglich ringezogr» worden sei. »Also so weit ist die Judenhrrrschaft bereit» gekommen", kreischt man. Die Juden jedoch erkannten die Bedeutung der Sache und brachten sie, böse Folgen für die Gesammtheit fürchtend, sklbsi zur Anzeige. Die Untersuchung hat sofort die Unschuld de« Angeklagten ergeben und ihn seiner Haft eiitlassrn. Dir Lache aber ist nicht blo» von localer Bedeutung; ihre Bedeutsamkeit liegt tiefer. Sie wäre von vornherein weniger ausfällig gewesen, wenn e» sich blo» um einen Mctzgerknecht uud nicht auch um einen Relig ion«lehrer gehandelt hätte, Aachen- Novmbr-1 Cwan.h Aalender. 1884. 6045. |l»88rr»U4 . 13 *» frtiU« . . . 14 au $Mmab»Kfr lb 27 mc "n (4,4M) K»««1«0 . . lfi 28 INeumonhiniegnung». |R*nt«(. . . 17 21» IliflMtM . . 18 30 Roach Chotlosch / Klsilew. . . 11» 1 {»fl«(r»t«( . ao 2 i j bei dein man Absichtlichkeit und religiösen FanatiSniuS vor-! aussetzte. Sie ist auch entehrend für das ganze JuKenthum | und erinnert für dasselbe an die früheren rol>en Zeiten, wo »och allgemein Handivrrkcr, Gänse- und Schweinehirten die > Ortslehrer waren. Freilich liegt es nicht überall in der! Macht jüdischer Gemeinden oder einzelner Familien, einen ständigen und guten Lehrer anzustelle», freilich sind gute Lehrer auch nicht i» »öthigcr Anzahl vorhanden, freilich begnüge» sich viele Juden »och mit dem lirbräischen Lesenntcrricht und »ennr» dir» de» ausreichenden und erforderliche» Religionsunterricht. Ader datz diese Zustände noch fast allgemein. »venigsten» nicht selten sind, geht die Gesamintheit de» Jude» mit a» und zieht uns alle, >vic der bezrichnetr Borsall wieder beweist, in Mitleidenschaft. Unsrr aller Bestrebe» sollte e» darum sein, Abhilfe zu schaffen. Aber wo ist dir Äesamintvcrirriung der Jude», die sich uin eine solche mühen soll, kann und will? Diese Frage taucht hier zu wiederholte» Male» auf. ohne dass Anstalten zur Einrichtung einer Gesammtverlrrtung getroffen werde». Man ruft »ach Berinchrung der Srminarien. uni mehr und bessere Lehrer zu erhalten. Nein! An Srminarien fehlt e» vorläufig nicht, sondern an Zöglingen und oft auch an der richtige» Organisation. Die Zahl der Zöglinge ist überall gering, und viele gehen ab. ohne die Prüfung bcstandrn zu haben, weil sie nicht die nvthigen Borkenntniffe mitbringrn, oder tvril sie nicht immer in richtiger Weise unterrichtet werden. <£« ist ja darüber in neuerer Zeit von grwiffer Seite häufig geklagt woroen. Ea kommt aber auch vor, daß an einzelnen Srniinarim der geringen Schülerzahl wegen oder au» Sparsamkeitsrücksichten alle Abthcilungen zusammen unterrichtet werden. Die» zeugt auch nicht für Vollkommen-

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