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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 45. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 45.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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MÄschkWochtllSlW für die religiösen und sorialen Interessen des Judenthnms. M&. Magdeburg, 6. Pmeemirer 1884. XV. Zatzrg. '»»mMch ntRital >» itu RNnmn kft (tlltlC. kl»««»- «. ulttt»»« ftn» >It •■« tfil •Rmnr M an BaMntrni ■ SuMatklinan 8 Muk tintiljik'IM- »II klircllT likritt U M«rt, m« »OB ■ ■tlaik«: 1« BR. iS SO Bert.. 8 4 tilirt). Si»>-I»»»»»n kn „B»«r"ttr1lt* k 88 Pt., kt« .«tltnotur.ttattl- 4 16 Bl. kt# .Baailln.Dlaiit k 10 «I. I I BerannvoNlicher Rtbactrur und Herausgeber: Rabbiner vr. M. Htaümer in Magdeburg. Flr »S»'»,ll. »echt 88» liitlts! |ar>tali fit ki »Jtraillitlchi es achtttI» ri kr', •It für ktt .ISkilcht Btlttratm.Blatt*, kli nrtngcftaltrnc Bmtirtlr «kn kntn Rau« 18 Vf. (irb lulwikn kurch klt ■nnonetn. gpfbltlonrn «on Q-. 1^,Dauba Ae Oo., Rudolf Moim, Kaaaanataln Ae "Vonlnr u. 8. akn M r ecl clnaufctibrn an : Dl» üyiMHaa kn „fiatnMltt. Wachamrttrtft“ in vin«k«kn*8' kettend« Vrtifrit Mn die Adresse de» RabbinerverrKt». — Lssrner Vlies an Herrn Prof. I. Lildemeister in Bonn. Berichte und <r»rr«sp»ndea,eur Deutschland: Berlin. Berlin. Au» Rheinhesstn. Memel. Stuttgart. Oesterreich-Ungarn: Pest. Echweden: iNothenburg Nustland: Turek. Minsk. Palästina: Jerusalem. vermischt» »«» »eneste Nacheichte» r llharlottenburg. Liegnitz. LiegniN. Stuttgart. Ramsgate. Ramsgate. London. London. Neapel. Petersburg. Petersburg. Maroera. Inserate. — Brtefkaste«. «u die Adrefie des siabbi«erverei«s. Au» Westfalen. Zn Rr. 43 der .Wochenschr." hat die Redact. ds. grsch. Bl. die Befürchtung ausgesprochen, daß der nächste Reichstag sich diellcicht mit der Angelegenheit de» jüdischen rituellen Lchlachten« zu beschäftigen habe, und gemeint, daß man sich jüdische rsrit» die Wahlkandidaten nach dieser Richtung hin «»sehen solle. Die Wahlen sind jetzt vorüber und hätten die Juden bei den Wahlen diesen Punkt in erster Linie berücksichtigen vollen, so hätten sie ihre Stimmen eigentlich vor Allem den llandidatrn der Erntrum « Partei geben müssen, da diese am Allerlvenigsten einen Eingriff de» Reich» in die Ge» »isskiisfreiheit dulden werden, wie e» ja auch im Jahre 1856 da« Zentrum war. da» sich in erster Linie dein Anträge de» Herr» v. Gerlach und Wagner widersetzte, welcher auf die llushrbung der verfassungsmäßigen Gleichberechtigung der Juden abzieltr. Die Ultramontanen, mvgen sie auch perstulich Antisemiten sein, wa» durchaus nicht bei allen, »ielleicht nicht einmal bei den meisten der Fall ist, sind zu Üarblickrnd, al» daß sie nicht jedem gesetzlichen Angriff gegen die Gewissensfreiheit entgrgentrrtm sollten. Daß aber da« Aerbot de« Schächten» (um mich diese« hebr.-grrmanisirten lluSdrucke« zu bedienen) einen solchen Angriff enthält, müffen »»ch diejenigen Juden anerkennen, welche persönlich dieser nttkllcn Vorschrift gleichgültig oder gar unsympathisch gegen» tdersichen. Sollte also wirklich ein solche« Verbot zu befürchten fc“. so ist es die ernste Pflicht jede« Juden, einer solchen ^kfohr vorzubeugen. E« wird zunächst erforderlich sein, den ^hierschutzverrinen entgegenzutreten, welche auf den Erlaß Wochen- | c^h ] Watender. 1884. 6646, | PSR«v«t«G . C 18 F-ett.» . . . 7 19 tznuNadeub 8 20 S 21 MautaK. . . 10 22 PilMt«! . . 11 28 Wtttwach . . 12 21 P«88n»t«» . 18 25 eine« solchen Verbot« dringen, wobei sich auch hier wieder zeigt, wir e« so manche Menschen giebt, welche den Thierschutz so weit auSdehnrn, daß sie lieber ihre Mitmenschen al» Thiere quälen laffen wollen. ES wäre doch ganz offenbar für streng religiöse Juden eine Qual, wenn sie gezwungen werden sollten, entweder Trrfa-Fleisch zu rffen oder sich ganz de» Fleischgenusse» zu enthalten- Die bestehende Gesetzgebung de« deutschen Reiche« straft denjenigen, welcher öffentlich oder in Aergerniß erregender Weise boshaft Thiere quält. Diese Bestimmung kann auf da« sog. Schächten niemals zur Anwendung kommen, denn wenn rin Richter auch diese Prozedur al« Thierquälerei erachten sollte, so wird rr doch niemal« eine rituelle Handlung al« eine .boshafte" auffaffrn dürfen. E« würde somit an dem strafrechtlichen Dolu» fehlen, den da« betreffende Gesetz — § 360 Rr. 13 de» Strafgesetzbuches — ausdrücklich verlangt ") Um de«dalb da« .Schächten" strafbar zu machen, müßte ein besondere« Gesetz erlaffen werden, also etwa dahin, daß jede« andere Tödten der Thiere. al« durch die SchlochtmaSkr oder eine andere angeblich schmerzlos wirkend« Methode bei Strafe verboten würde. In dieser Allgemeinheit würde da« Gesetz doch zu tief in die verschiedensten wirthschaftlichen Verhältnisse eingreifen, al« daß ein solches angenommen werden sollte, während da« einfache direct auS- •) In der Schweiz wurden — wie die orthodoxen Blätter berichten — jüdische Fleischer und ei» Schächter zu «eldstrasen verurthellt (in zwei Instanzen), «eil sie durch da« Schächten einer »uh eine Thierquälerei verübt haben sollen. Ob da» Schächten an sich al« Thierquälerei verurtheilt wurde, »der ob in diesem speeiellen Falle ein« Thierquälerei damit verbunden war, (etwa beim Binden und Riederwersen der »uh) ist au» den Berichten nicht rrflchUich. (Red.)

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