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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 42. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 4L. Magdrtmrg. 16. Oktober 1884. XV. Illtjlg. BrMjschtMschMchH für die religiösen und socialen Interessen des Jndenthnms. l •vtonitlM rrfArlnt Ir riur Ruumn kn I j „W.ch»»sch»«ft" kr« I kl.lt." uTkr* „*ltt»».t«ir«l*tt*". I *»nt itr «Dt kni fUttrr kn Mn MMMmln» : i vu»kamklMU,ru 8 Mark »irrtrljitilMk.! du ttrrrlrr äulrnkuii«: ilkrIKk U Marl, .nt km «uMiiikr: M Mt. 18 «.. 80 gm,. 8 «kl,. 4 tlllTt). I kn .Machruichrlll' k » VI.. kr« .8tltrr.'U.r.e<«rH‘ k 18 Ml. I kr« .g»»»lra.Mlali« k 10 Ml, Beraniwortlicher Stcbactrur und Herausgeber: Rabbiner vr. M. HiaKmer in Magdeburg. für «lahrheit, Decht i»d frirfer■! R m j «nr.vntu I 1 Mi kn „3lrar((ttf<tr 19o4)rnI*r11f, . mir für ka< .Iükllchr ülltrr.tar.Dlalf, dir Itringrfvalirirr Vrtlltrilt oktr ktrrn Raum | M Vf. Knd entweder durch bte Annoncen« : ErpeviltonenvonO-.L.Dtul«JtOo., Rudolf Mow. Htu«nflttin Sb jTo«l®r u. A. »der dt eeet rui.uiettden an : Pt» 9*^(6»» *»r ,t9«r«itH. UßOch»«. PchÄtN*» hi W«G>»b«AG. tf -» griff nb« Wrtifclt Mose« Woutrfiorr. Ein« lldaracleristit seine« Libea«, — Nkrbrl für Mos«» Montefiore zu s«in«m hundertsten MebuN»Iaae. — Lffener Vrirs an Hern, Pros, I. Etildemeister in Bonn. Bon l)r. I. woldschmidt, BezirtS-Nabbiner in Weilburg. vrrickt« und <r»re«sp»«denztnr Dtuischland: Berti». Breslau. Posen. Steltin. Bom Rbein. c esterreich. Ungarn: «alizien. Pest. England: London. vermischte« und «r««str Nach,rich,t«nt Magdeburg. Berlin. Berlin. Hannover. Neustetiin. Nalel. Hamburg. Nu« Bayern. Prag. Üratau. Inserate. — «rirfkastr«. Woche«- Octob«r. 1884. Tischri. 5645 Aalender Jlmmmt«« . 16 27 fttiikt . . . 17 28 »•miabnib 18 29 ntrns (*.»•) k 'ftcNmonMifffftURAJ 19 30 l Rauch Chodetch 30 1 1 Cheuchwtn. . . 21 2 WMM.ch . . 22 3 9»RN*r«tM - 23 4 Mose» Montefiore. KI«e Ktzaratterifkit sri»r» /tim». Mosr» Montefiore. dieser grobe Mann, vollendet am 27. d. Mt«, (b. 8. Marcheschwan) sein hundertste« Lelvusjahr. Nicht eine lange Beschreibung, sonder» eine kurze Zeichnung seine« Leben« wird hier beabsichtigt. Die Einzelheiten seine« thatrnreichen Leben« können al« bekannt vorausgesetzt werden, Deren Angabe fehlt auch in keinem jüdischen Blatte, auch in diesem nicht;*) selbst christliche Blätter nahmen und nehmen Notiz davon. Die Erreichung eine« so hohen Alter« ist an sich schon bede»tung«voll, denn sie ist nicht die Aeuberung der eigenen Willenskraft de« Menschen, sondern rin glückliche« Berhängniß der göttlichen Gnade, nicht eine Thal de» Menschen, sondern Gotte«, an der, wie bei jedem deutlichen Umgriff Gotte« in das menschliche Geschick, auch de« Einzelleben«. kein Mensch gleichgültig vorübergehen sollte, umsoweniger, wenn e« sich, wie hier, um da« Leben eine« bedeutenden Menschen handelt. M o n t r s i o r »'«Person ist einepatriarchalischeErscheinung, sein Leben trägt einen. wahrhaft biblischen Lharakter, nicht nur durch sein hohe« Alter, sondern auch durch dessen Inhalt; dasselbe hat nämlich, ganz wie bei Abraham, den Eharaktrrjug de« jüdischen Denken« und Handeln«. ist ein Ausfluß allgemeiner Menschenliebe. Und man streitet noch darüber, ob da» Iudeuihum eine Religion der Liebe sei. ob Hillel ein einzelne« Moral- oder allgemeine« Religion«princip habe angeben wollen, al« er dem Heiden die Nächstenliebe empfahl I Abraham ist erst auf diese allgemeine Nächstenliebe geprüft worden, ehe ihm eia Sohn und eine reiche Nach» *) Lieh« da« dieser Nr. beittegende .Jfid. Familienbl.» («ed.) kommenschast zugcsichert wurde, die, in seine Fußtapfen tretend, seine Gottrserkenntniß und seine Religion verbreiten sollte. l£« erschienen ihm dafür drei Engel, der Hagada »ach, in der Gestalt und Kleidung dreier Menschen an» den damal« bekannten drei Welttheilen. und er trug ihnen allen Bervcise der allgemeinen. alle Menschen umfassenden, Nächstenliebe entgegen. Montefiore'« Leben ist reich an solchen philanthropischen Charakterzüge». Dem Schein nach nur ist sein Leben hauptsächlich und zunächst den jüdischen Glaubensgenossen gewidmet, in Wirklichkeit aber gehört selbst diese partielle Thätigkrit der ganzen Menschheit an. Montefiore war für die sociale und politische Hebung der Jude» in Palästina. Rumänien. Marokko. Rußland ,c. tintig, aber an dem Erfolg dieser TlMgkeit participirt die ganze Menschheit. Denn Aufgabe der Juden ist e». für Aotteserkenntniß und Menschenliebe rinzutretrn, auch da. wo sie durch Verirrung in Haß verfolgt werden. Um sich daher dir Liebe und Gerechtigkeit der Völker zuzuwenden. nm derselben bei ihnen theilhaftig zu werden, müflen diese Völker selbst erst für die Anerkennung und Anwendung de« Princip« allgemeiner Liebe und Gerechtigkeit gewonnen werde». Der Kampf der Juden für Emancipation, für sociale und politische Gleichberechtigung für den Genuß von Gerechtigkeit und Liebe bei den Völkern heißt demnach, diese erst für ein Leben in Gerechtigkrit und Liebe erziehen. Dir Stellung der Juden unter den Völkern ist deshalb ein Gradmesser dafür, wie weit die Völker für Bet Hängung der Nächstenliebe geivonnen worden sind. Heute noch leiden die Juden u»ter mittelalterlicher Anfeindung und Verfolgung christlicher Völker, die sich im Gegensatz zum Judenthum rühmen, die Religion der Liebe

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