Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 37.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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MZ7. Ma-delmr-, 11« ityitmbtt 1884« XV.?,hr, ♦ i* für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums. KMnitlM rrlArim -» riw Rurrut kn ^»»ch»»cch»>f«" kn kl.,,«- ». bn Irr! Ikf «1«kr«,pfltWr krt «In B»4iwtmi i. eiukkuklnan 8 Muk »ImrfliktlM. fht ktiftltt BukikatiMlcfM M H«rf, m4 kt« ■«*■■■•,: MW. (• *.. JO #m.. «kl.. « D-un). ttmrinaRKni kn »1 kn .ttnrntnri •41 4 8«. Bnonfworilichn Rebactrui und Hnausgrbn: Rabbiner Dr. M. Lahmer in Magdeburg. lli Mitzrtzelt, Dicht n» -ki»»»i! Mr kl« .Sliullitlli «,ch»Rl»TtIf. ■I« ,0t k,« .Ilkllch« BUtcrillt.BItlt*, kk nttMtlMItt.t «tltkdlt oktr kttrit ««in M 8f. ftak tRkvcktt kunh ktr Vhr«rc«r« •ntklttmni »,n O- L. D«ub« Sc Oo., Rudolf Mou«, TT« «««ti «t«i n Sc VofUr i. ». »ktr »11 «cl elRMlrnbn «R: |b in«kWm >»^JNkr—iH. Ü««i' (rittN* WrHftli Wo herrsch, Sulmr, wo Barbarrl von I)r. Kraarr, Rabbiner in Brandenburg a. d. H. — Die Berliner Rabbiner- Brrsammlung, beleuchte, von eine« ,Kreidenlr»-. — Liieuer Brief au Herrn Pros. I Atlbe«ristrr in Bonn. Bon Vr. I. Golbschmibi, Brzirts-Rabdinn in Wetlburg. (Forts.) Bericht» nu» <P»rv«fpv»d»»z«» r Deutschland: Magdeburg. — Hannover. — Lietna. — Ersun. — Aus der Provinz Posen. — Irin. Palästina: Pamarin. vermischte und neuest« Machrichte»: Magdeburg. — Erfurt. — Rardhause». — Hassel. — Rrustrnin. — Amerika. Inserat». — Briefkasten. Woche«- 8«ptemb. 1884. EUuL 6644. Kalender. li 81 frriU|. . . la aa; 18 i» 1 ■fnn'niD fmmtot . . 14 84 jßow&mt. . 15 35 g> . . 16 26 fr WMMvch . . 17 87 1 PMnur«t«« . 18 88 Wo herrscht Lmltmr, wo Barbarei?*) Bon vr. Nroner, Rabbiner in Brandenburg a. d. tz. Am Nachmittag de« Sabbath k. H-vv« la« ich in Ar. 3S der ,J«r. Wochenschr." unter den neuesten Nachrichten. daß auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin wieder 200 jüdische Auswanderer au« Rumänien auf der Reise nach lmrrika eingetroffen und. nachdem sie von Berliner jüdischen familirn im Warlesaal gespeist worden, weiter gereist seien. An dies«, Bericht knüpfte die verehrliche Redastion die Frage: .Werden sie nicht wieder zurückgeschickt werden?" Dieser kurze Bericht und diese kurze Frage — wie «amngsache Gedanken und Empfindungen mußten sie in jedem Leser wachrusen. der sich in unserer Zeit — der verewigte Diesterweg nannte unser Jahchundert da» Säculum de« EgoiSmu«, der sich in politischer Beziehung al« Servili«mu», in religiöser al» Heuchelei offenbare — noch ein Stück Aalurwahrheit gerettet ... Ich wolltt die .Wochenschrift" weiter lesen, vermochte es aber nicht, ich war in eine eigenartige Stimmung versetzt, zumal mir immer wieder ein Gesetz an« der am Bormittag verlesenen Sidra in den Sinn kam und ich da»selbe unwillkürlich mit dem Berhaltm und mit «anchrm Gesetz gewisser moderner Etaattn» die sich für .lluliurstaaten" zu halten belieben, in Vergleich stellte. Roch n>t habe ich mehr al« an jenem Sabbath-Rachmittag die B«rk de« Dichter« nachgefühlt: .Der Menschheit ganzer *) Dies« Artikel, sowie denjenigen mit der Ueberschrist: .Ein »vnglkichliches Etnbürgnungsgesetz" in Rr. 06 des »Littrralurbl.-, i^diaO» von unser« gesch. Soll. vr. »rouer, möchten wir gewissen .Trritenkem- und Uatvrrsllälslrhrrn,zur Erwägung bezw. Issentliche» örigebeoutwortung «mpfthle». (Red.) Jammer packt mich an", und doch auch — noch nie habe ich mehr al« damal» da« Glück empfunden, Jude zu sein, noch nie mehr al« damal« durch die, in einem realen Gesetz ausgeprägte, hehre Idealität unserer Thora mich geweiht, und über die Jämmerlichkeit der Zeit erhoben gefühlt . . . Wa« in aller Welt haben denn jene Aermsten verschuldet, daß sie unbarmherzig wie da« Wild hin und her gehetzt werden, ja unbarmherziger al» da« Wild — daß sie nirgend« ein Heim finden sollen — daß sie wieder in da« Barbarenland zurückwandern sollen, welche« sie systematisch dem Haß, der Berfolgung. ja dem Hungertod« preiSgiebt? Würde» sie nicht gegen diese Hetzjagd gefeit sein, gleich ihren geistig und sittlich viel tiefer stehenden Landsleuten, wenn sie .in der Wahl ihrer Geburt und ihrer Religion so vorsichtig gewesen wären, wie diese"? Ihr ganze« Verbrechen ist also nicht« weiter, al« ihre Abstammung von dem Volke, von welchem — sogar nach dem Urtheile hochstehender Ehriste», ja Christi selbst — alle wahre Cultur auSgegangeu, al« ihre Anbetung und Verehrung de» einig-einzigen Gotte« und die Treue gegen ihn? Darum all diese« unsagbare Elend, diese Hetzjagd mit Menschen? Und diese« Rumänien, wie manche» andere Land, da« mit ihm heimlich und offen sympathisirt, hat die Kühnheit, für ein« Culturstaat gelten zu wollen, die Kühnheit, sich über dir Religion der Juden erhaben zu dünken? So hört denn, ihr .Culturstaaten". wa« die Religion der Juden lehrt, wa« jene Gehetzten an dem gedachten Sabbath wieder in ihrer Thora gelesen: .Du sollst einen Sklaven, der sich zu Dir vor seinem Herrn rettet, andiesen nicht »»«liefern. Bei Dir soll er bleiben, in Deiner Mitte, an dem Orte, den er erwählt