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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 36. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 36.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 879 — frftttt Heute, am 4. Sevtember, findet hier die Einmhmig der neuen Synagoge statt. Ausführlicher Bericht ,lg, in der nächsten Rr F«tßrt«§e». Bei der Ackerbauausstellung in Delm ,, 27. Jul» er. wurde unser Glaubensgenosse Herr Borinu«. „7 Bürgermeister dieses Ortes, von den Vertretern der Ober- »hörde sehr ausgezeichnet. W. Zu» W«»»er». (Or.»Torr) Obgleich ich überzeugt di», da« jeder Rabbiner wiffen wird, wie er sich dem Baum'» dm Eirrularjchreiben gegenüber zu vrrhalten hat. so erachte z, e« doch für nothwendig. dag da» Präsidium der deutsche» tibdinerversammlung im Rainen aller Mitglieder die Er- Idrunft >» der »Israel. Wochenschrift" und in der »Zeitung rnJudenthum«" publicirt, dag der Borschlag des Herrn Baum «, dem deutschen Raddinerverbaade vollständig gemißbilligt »erde (Wir lasten die hier folgende Begründung des gesch. loUegen weg. weil sie nicht die Sache, sondern die Person betrifft. au-ti hat die Eorresp, »Au» Baden" in Rr. 33 geiiugend sich darüber geäußert. Red.) Matitar. Zum projeetirten Bau einer »euen Synagoge in die hiesige israelitisch» Gemeinde war eine Toneurrenz „I zwei Preisen von 1200 und 600 M. ausgeschrieben. N» zum 1. Juli sind 10 Entwürfe von Architekten aus beuhchland re. eingegangrn. Unter den kingegangenrn Ent» »ürfen sind wahre Prachtbauten. Zwar ist ein Theil der »ksigcn israelitischen Gemeinde mit dem Neubau, der auf 120.006 M. veranschlagt ist. nicht einverstanden, aber die »risten Mitglieder de» GynagogenvorstandeS sind für daS tröffet günstig gestimmt. Die neue Synagoge wird jedenoOf eine Hauptzierde der Stadt Ratibor werden, wenn sie >«h einem der besseren Entwürfe auSgesührt wird; die Art er Eoncurrenz bietet die Gewißheit, dag in architektonischer klezichung etwas durchaus Kunstvolles zu Stande kommt. Ka»tz«tg. Das Testament de» verstorbenen Herrn varuch Reicher bestimmt, daß da» Vermögen de« Testator« >« rin« Mietl^-Ltistung zu verwenden ist. Bei der Perihnlung sollen zwei Drittel der Antheile israelitischen, rin LiiNel christlichen Bewerbern zufallen. An Legaten sind »«gesetzt: 1000 Mark für da« israelitische Krankenhaus und e 300 Mark dem israelitischen Waisenhause für Knaben, Xm Paulinenstift, dem israelitischen Feuerungsverein von l85d. dem Verein zur Unterstützung israelitischer Greise, »u> Lchillingsvrrei'i zur Unterstützung von Wittwen und Sumijitiuiii, dcul Verein »Klilath Jvfi", der Blindenanstalt an 1830. der Talmud-Thora-Schule und der Loge »Ferdinand Eatolinc". Stuttgart. Noch in diesem Jahre werden drei Dienst» chilari, hier gefeiert werden und zwar die fünfzigjährige kiriisizcit de« KirchenrathS Or. W a f f e r in a n n als Rabbiner; Xs Obelkantvr» Mvse« Eichderg als Eantor und Rrligionslchrn; de» Lekretairü und Gemeindepflrgers H Stern, als 8eme,nd«kchn« und im Dienste der i«r. Oberkirchenbebörde. jlMto«. In dem Ritt er'scheu Proeestc (Ermordung xr Match) soll die Schlußvechandlung beim hies. Schwurnichie noch in diesem Monate beginnen. Dir Anklage i> schc umfangreich und werden über 72 Zeugen vorgeladen, ilus Grund jenes berüchtigten Rohling'schen Gutachten« war " Asche Ehepaar von den Geschworene» in Rzeszow zu Jthren Kerkerstrafe verurtheilt worden. Ob diese» Gut» 4>en» hat Or. Bloch»Floridsdorf R. eine» Meineidigen munni, wofür dies« dir Jnjurienklagefgegen B. angestrengt hat; J1 har das Wlencr Landgericht das betr. Gutachten vom Kalauer Strafgericht ringcfvrdrrt. Red.) Vrag. Sonnabend den 30. August Nicht» starb »ach ^tägiger Krankheit in Folge eine» Herzschläge« der Rabbinrr X. kl. Stein. Predig« an d« Meiselsynagogr. Der Becorbciit. geboren 1818, kam 1864 von Danzig, wo « in «i Jahren 1850—03 bei d« Altschottländische» Gemeinde * “abbin« fungirte, in seine hiestge Stelle. Er «freute W) al« Mensch wie al» Kanzelredner und tüchtiger Talmud» kenn« eine« ausgezeichneten Rufe». Sein Andenken sei gesegnet! 3P«ri». Die Advokaten de» StaatSrathe» de» Cassation»« Hofe» haben al» ein« der drei Mitglied« ihre» RatbeS Herrn Leonre Lehmann gewählt. Dir akademischen Palmen hat der Dir«tor der oriental. Schulen d« Alliance in Pari», He« Marx, erhalten. Zu Osfizir«» der Akademie ftitb ernannt die Herren Albin Balabreguv (Dramatiker), Julius Leon (Inspektor dn Promenaden von Pari») und Georg Mayer (Division»chef im Ministerium d« öffentlichen Arbeiten. In Algier treten die Geplünderten jetzt mit oulentischen Darstellungen de» Geschehenen hervor. In Eonstantine und aitderen Städte» hat man Plakate und sonstige Aufhetzereien gefunden, aber die Sicherheitsmaßregeln der Truppensührer haben jede Ausschreitung verhütet. V«hka»d. Wenn wir auch die vielfältigen brutalen Bekundungen der Maigesetze nicht registrire», die folgende darf der Mit» und Nachwelt nicht vorenthalten werden. Im Dorfe R o g a S n o (Ostropol) brennen. wie ja in jedem Sommer da« Feuer hierzulande tüchtig aufräumt, viele Häuser ab. Darunter ist eines, da« einem Juden gehört. Da entscheidet die Behörde: Rach dem Gesetze vom 3. Mai dürfen Juden, dir autzerhalb ihrer Stadt wolnien, nicht von einem Hause in ein andere« ziehen — deshalb darf kein Bauer bei Strafe dem obdachlose» Jude» eine Wohnung vermiethe»! Und so — liegt die jüdische Familie unter freiem Hiinmel! Der »WoSchod", der dies berichtete, hat die erste Verwarnung enthalten! , I» Medftöos hat die Gemeinde 3 Volksküchen «lichtet, au« welchen die znr Zeit dort im Lager sich befindenden Soldaten (ca. 500 Juden und von den Ehrislen, wer will) für je 6 Kopeken (ca. 12 Pf.) ein Mittagessen erhalten. In Lodz schicken die Orthodoxen Freitag Nachmittags Emissäre durch die Straßen, welche rufen: »Läden schließen, Schabbes machen! Lichte! anzünden!" DaS hat Skandal und Zank v«ursacht. I«erit«. Frau Louise Frank aus Chicago hat 30,000 Frcs." für arme jüd. Waisen (zur Erziehung der» selben in Familien) gespendet. Die Dame gehört zu den Erben de« He«n Michael RicS. Der Rabbiner d« orthodoxen Gemeinde' Denver (Colorado) Namen« David Klinkowstcin, ist wegen Trcsaesscn» seines Amtes enthoben worden. Kt. Die Scheöris JSroel-Gcmcinde hat von ein« christl. Dame ein Bermächkniß von 7000 Dollar erhalten. Dieselbe Dame hat alljährlich der Gemeinde eine Spende zugeschickt und dafür einen Mi scheberach erhalten. Kßicag« Herr Or. Felsenthal hat Znnz in der »Illinois staaisztg." einen Artikel gewidmet, d« natürlich den Altmeister für die »freien, hochgesinnten" Geist« reklamirt. Aeußerungrn Zunz'S, die auf die Gegenwan Bezug haben sollen das enveisrn. Her F. möchte Lichtstrahlen aus Zunz'S W«ken zusaminenstellcn. (Da sei ihm denn der Brief an Geig« vom 4. Mai 1845 (Geiger» grs. Schriften V. 184) besten« empfohlen: »Eine Rabbiner-Hierarchie vnachte ich. eine Reform »mit milchdingrn Paragrapl)en verachte ich, eine» Angriff »auf da« wehrlose Judenthum aus einem antireligiösen »Standpunkte überlasse ich denen, die sich darin gefallen. »Die Norm für das Religiöse kann nur da« Religiöse, »da« Gemeingültige und in lebendig« Ueberlicferung »Hochgehaltene sein: aber dem höher gebildeten Geiste .(MaunonideS. Aden Esra. MendelSfohn) ist eS ge» »geben, auf dieser Grundlage zu bauen. Un» müssen »wir reformiren, nicht die Religion: Bestehende »Mißbräuche nach Außen wie im Innern haben wir »anzugreife». nicht ein ererbte« Hciligthum. Da« »Geschrei gegen Talmud ist benitS die Stellung de» »Apostaten!")

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