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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 33. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 33.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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I verschlossenen Särgen vom Sterbehause auf miedhof zu tragen oder zu überführen sind u. z. ücksicht' aus die Entfernung des Gottesacker» und (rt der Krankheit, »velche die Tode»ursache war. so wie >b im Orte irgend eine ansteckende Krankheit herrscht it. E» versteht sich von selbst, daß e» au» sanitär». kii Gründen nicht gestaltet ist. den Sarg vor der na nochmal» zu öffnen. Indem zur strengsten Beider Verordnung aufgefordert wird, wird bemerkt.daß die ung derselbe» gemiß der Ministerial - Verordnung Leptember 1867 R. 198 R. G. B. mit einer Äeld- > 100 fl. ö. W. oder Arrest bi» zu 14 Tage geahndet „rd. wa» allgemein kundgemacht wird, fcr Erlab hat selbstverständlich bei demjenigen Theile >en jüdischen Bevölkerung, de« jede, noch so ungealte Unsitte al» „Heiligthum" gilt, Bestürzung . allein selbst die Lonservativen müssen zugeben, daß rde im Rechte ist, wenngleich der in der Berordnung ivbenene Umstand, der nicht gehörigen Bedeckung der nr sehr auSnahmöweise statifindet. E« ist übrigen» daß schon seit mehr al« zwanzig Jahren in Lemberg m jüdisckien Verein „Lhessed Weemet" die Beugung i» Särgen praktizirt wird, und daß diese Sitte I bei den Juden in Lemberg von selbst immer mehr ein- »ärgert hat. (L. J.1 Ifranfreid).?«ri*. Xa» Specialblatt Rl,arni4efran9*i»«* schreibt kgmilich de» algierischen Straßentumult: „Da» festländische »rlreich zählt ungefähr 36000 J»raeliten, die zumeist e Elsaß-Lothriligen stammen. Bor etwa 60 Jahre gab» Elsaß ebenso Anklagen und Hetzen gegen die Juden wie j in Algier. Damal« verlieb eine arg mißhandelte Familie s32) ein Dorf am Oberrhein und floh in die Stadt. Nach ugcn Jahren schickte da« Familienhaupt seinen Sohn in Milnärschule von St.-Eyr. Dieser wurde beim Malakoff! Zuavencapitain schwer »envundet. E» ist derselbe, der t (am 14. Juli) die Revue der Versailler Truppe» und de» itaiUun» von St.-Eyr abnehmen soll— denn er ist Divi» mtßeiieral. In derselben Familie giebt » 2 Eommandanten, Lsfizier. 3 Ritter der Ehrenlegion und selbst einen Eommbeur de« Orden« de» hl. Gregor de« Großen. In der >m Abiheilung de« Äeneralstabe» haben wir 2 jüd. Division»- irräre von 100. In den andern Graden ist da» Ber» liniß ebenso beträchtlich. Seitdem die franz. Juden emaneipirt nten sind, haben sie au> allen unser» Schlachtfelder» ihre mlreschuld gezahlt. — Der Artikel erinnert an die vielen bische» Freiwillige von 70—71 und besonder« an andKtti, der an der Spitze der Freiwilligen der Seine gelen ist. .Die Borurtheile mögen »och so stark sein, sie il'ku schwinden. Mögen die Algier-Israeliten sich weiter i gute Soldaten führen und sie werden in der Armee »ach rbienft behandelt iverden". Vermischte ttttb neueste Nachrichten. E» sind kaum 2 Jahre her, da brachte in Blatt die Anzeige vom Tode de» ersten Vorsteher» i Gemeinde de» Herrn Banquier Almfeld', heute hat e» lrauerkunde von dem frühm Hinsterben seine» Nachfolger» Amte. de» Herm Hoflieferanten Moritz Nathan, zu ztichnen. Er hatte seine» Amte« mit großer Liebe und »geduiig gewaltet, und die viele» Opfer an Zeit und dtitrkrast mit F euden gebracht. Eine» seiner schönsten rbienfte war die . on ihm getroffene Einrichtung, alljährlich Aocheher und Rmdantm der verschiedmm Wohlthätigkeit«- \ Uuierstützungövereine in der Gemeinde zu einer gemein- Mlichm Sitzung einzuladm, in der die Verhältnisse nn^nm der zu Unterstützmden genau besprochm und Raahstab der Unterstützung sestgestellt. auch sonstige auf ® Gebiete gemachte Erfahrungm auögetauscht wurden. »»>r er ein ^2VV- »ein Mann, der mit weiser Vorsicht der Armmunterstützung sich annahm." Er starb im 60. Lebensjahre, vielbetrauert nicht nur von seiner trmen Gattin, der Mitvorsteherin de« hiesigen Frauenverein«, seinen wohlerzogme» Kindern, sondem auch von seinen College» im Amte, von den Beamtm, ja von der ganzen Gemeinde, die ihm bei der bevorstehenden Neuwahl de» Vorstände» gern ihre dankbare Anerkennung und ihr volle» Vertrauen durch einstimmige Wiederwahl bekundet hält». Möge ihm der Lohn, der allm dmm verheiße» ist, die mit Gewissenhaftigkeit CU1ÖK3) und hingebungsvollem Eifer ihre volle Kraft uneigennützig einem Gemeinwesen widmen, zu Theil werden. Sein Andenken sei gesegnet! $Serfls. Hofprediger Stöcker hat von seinem »Bauernhof" zu Reinthal einen Brief a» „die lieben Freunde und Parteigmoffen" gerichtet und in seinem Organ (christlichsoziale» Korrespondenzblatt) veröffentlichen lasten. E» ist bezeichnmd für diesen Mann, daß er „selbst in Gotte» freier Natur"' da« Hetzen nicht lassen kann. Im vorigen Jahre verbreitete Herr Stöcker in einem von seinem Sommeraufenthalt an die Parteigenoffen gerichteten Schreiben die Lüge vom „jüdischen Referendar" und vom amerikanischen Duell de» Herr» v. Putlitz. Ein Jahr ist verflossen, die Sache ist richtig gestellt, Herr Stöcker aber hat öffentlich keinen Widerruf erlösten. -affet. (Or.-Cor.) Die Wahl Prager» zum hiesigen Landrabbinen ist vollzogen und bedarf nur der Bestätigung der Regierung; in Hannover macht man Anstrengungen, den bewährten und beliebten Seminardireetor auf seinem, von ihm würdig und trefflich besetzten Posten zu erhalten. Sollte er, wie wir hier alle hoffen und wünschen, sich jevoch für da» hiesige Landrabbinat entscheiden, so dürste vr. Wedelt in Düsseldorf, zu seinem Nachfolger in Hannover berufen werde», für die ihn tüchtige pädagogische Befähigung besondergeeignet erscheinen lassen. Warieatad, 1. August. Heute ist hier die neu erbaute Synagoge eingeweiht worben. Herr Rabbiner vr.Löwenstein au» Lemberg, der im vor. Jahre die Rede bei der Grundsteinlegung gehalten hatte, hielt auch jetzt die Festrede, doch hatte man diesmal nicht wie im vor. Jahre, nur österreichische Rabbiner mit den Funktionen betraut, — da doch zu dem Bau bekanntlich auch sehr viele Nichtösterreicher beigesteuert hatten —.vielmehr sprach der hier zur Cur anwesende Prediger vr. Landsberg au» Berlin da« Weihgebet und Herr Landrabbiner vr. Buch holz au« Emden den Priestersegen über die Gemeinde. Da« Gebäude, in der Kaiserstrabe ist von dem Baumeister Stern in Marienbad entworfen und au»geführt worden. <£«»»»ii, 4. August. Unterhaus. In Beantwortung einer Anfrage erklärte U»terstaat»sekretär Lord Fitzmaurice, e» sei zweifelhaft (?) ob da» gegen da» Hausiren von I u d e n in Rumänien erlassene Edikt mit dem Artikel 44. de» Berliner Vertrage» im Widerspruch stehe. Darüber, ob e« wahr fei, daß die Juden verhindert würden, Rumänien zu verlassen (?), werde die Regierung Erkundigung ein-iehe». Auch au» Hschoisd in TranSkaukasim sind die Juden auSgerviesen worden, obschon ein Theil von ihnen zu den Siegern von Geok Tepe gehört und kein Schnapshändler oder Wucherer, sondern nur Handwerker, Kaufleute zu ihnen zählen l Die russischen Gesetze sind ja wahrlich keine Muster, aber die Beamtenwillkühr ist doch da» Entsehlichste, wa» ein Menschenhirn ersinnen kann. Die dumme Schlauheit eine» kaum überfirnißten Bauern ersinnt, erdenkt Mittel und Wege, um dem eigenen Gelüsten Befriedigung zu schaffen. Hier erklärt er Destillateure. Spiritusbrenner und Bryuer sind keine Handwerker, obschon sie im Gesetze vom 28. Juni 1866 ausdrücklich ausgezählt sind, und jagt die Betreffenden a»» ihren Wohnsitzen, die sie auf Grund de» Gesetze» gewählt haben. — £«* Zmerit« telegraphirt man: Die Einwanderung»- kommission in Newyork hat wieder 20 russische Juden, welche mit der .Polynesia" au» Hamburg ankamen, angehalten.

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