Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XV. Jahrs. M 3S. Ma-drk«vs. 14. Angnß 1884. SMlitisljjtMlhMlhrist für die religiöse« und socialen Jntereffen des Judenthums. c — - m - Ä'iVZ'HU- I *cr0Bt».rtlMKT ttrbtrtrur und ©»rnuSfltb«: iiTatla** .^^Ctlt.r.n.kUltr*. Rabbiner Pr. M. Htaömer in Magdeburg. »„ ktrtcUr ji»k«k»»« : lilrlM 14 Mirf. w<k Ml ■■•Ulkt: 14 Mt. iS S, M #ir».. *11.. 4 t.Krt). . s>i'*>m»»»I»> kf? „Wk«tif«nil* 4 * | kr# .tlmnni'tMlir 4 IS Vf. It.. [ 111 Ps|t|ril, Aechl isk |tlf»r*! K ■ ß |affi>tl ftr k't .3(r«tltllf<4t M»<kt lickt 1,1*. mit Ht ko« .ZUklfche Blltft.llr.euil". kk ruiHvirpn llf«r Mrttttrtlc okrr krrcK A«l« M Vf. fmk rnt.krkrr kurch kk Aimoncrn. JiHktilotHii kkn O. L. DtubkSc Co., KudolfMou«, ÜHMnittln VB Voilir u. M. »krr M r tr t efiiuikiikrtt u : PI» SkvakWn k»r .JirMlII. |lkSm- (Halft" Im DViGkekN»». 0 -W -vtzvltr Leit»«de Nre<e»lr Eise Ufbm«IS)un* (Sr bk tNitfltkbrr b»r tVrliu« tVrlotktliniA brutfdxr flabbmrr. Von T. £ »1 Of r, Siubb tfar.b. 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Satz der Erklärung eine noch dazu unvollkommene und ungeschickte (warum auch .ungeschickt"'?) Entlehnung au» Jesu Worte» Mark. 12. B 28 ff. ist"'?! Tenn doch wohl erst in dem Falle, wen» Herr Prof. Strack seine in der .Kreuzzeitung" ausgestellte Behauptung, Hillel habe .nirgend»" da« Gebot der Nächstenliebe al« Inbegriff der jüdischen Lehre bezeichnet, noch vor dem Zusammentrrtr» der Rabbiner in Berlin öffentlich kundgegeben, und diese seine Behauptung — ohne Widerlegung zu finden — M> Range eine« wissenschaftlich bewiesenen Satze« erhoben hätte: doch nur. wenn bas Unmägliche thatsächlich geworden wäre, hätte ja erst davon die Rede sein können, daß »ich« Hillel. sondern Jesu«, oder richtiger, der Berfaffer von Mark. 12 ,B. UI) die Nächstenliebe zuerst al« Grundgebot der Thora bezeichnet hat. und erst dann hätte die Rabbiner-Bersammlung der Borwurs treffen können: sie habe r« nicht gewußt, oder nicht gesagt, au« welcher Quelle der bezügl. Satz ihrer Erklärung stamme. Aber all da« ist ja nicht der Fall, und wir bezeichneten eben da» ^orgehrn de« Herrn Pros. Strack al« ein voreilige«. Herr Profeffor Strack aber erklärt gerade in Bezug auf diese trink Behauptung: .da« habe ich mit gutem Bedacht geschrieben"! — E« ist wohl möglich i Aber wir fragen, mit ■ wo« für Bedacht? Mit wissenschaftlichem, objektiv logischem'?; — Und weil dir Mitglieder der Rabbiner-Brrsanimlnng nicht ahnen konnten, daß Herr Prof. Strack dir hier in Frage arj kommene Talmudstelle mißverstehe oder .mit gutein Be-! dacht" falsch verstehe, sollen sie,'die sie bei der Abfassung i ihrer Erklärung von der allein richtigen, keinem geübten! und wiffrnschasllich zu Werke gehenden Talmudinterpreten! zweifelhaften Auffassung jener Stelle ausgingen .Mangel an i Talmudkrnntniß" gezeigt und einen .Bock" geschossen haben'?! 1 Un« scheint f», daß Herr Professor Strack, um seinen eigenen Au-druck zu gebrauchen, schon d,in,it .einen! Bock grschoffen" hat. daß er jenen Hillelschen Ausspruch, auf den in der Erklärung der Rabbiner-Bersammlung hingewiesen wurde, »um Angriffspunkt für seine.Kritik" wählte. Zum Glück ist die hier in Frage stehende Erklärung der Rabbiner-Bersammlung in deutscher Sprache benrkundet. Jeder, der sich auf eine grammatische Satzanalyse versteht, kann au» dem oben mitgetheiltcn Paffu» der Erklärung ohne Weitere« ersehen, daß der al« Relativsatz eingeschobene Hinwei« auf Hillel gar nicht« mit dem Inhalt der Erklärung al« solchen zu tbun hat. Dieser Relativsatz beziehungsweise der Hinwei« auf Hillel hätte auch unbeschadet der Sache und der Form der Erklärung ganz schien können, wie er ja in der ursprünglichen Fassung derselben, nämlich in der ersten Recension de« EommissionS-Entwurf« in der Thal fehlt. Herr Profeffor Strack hätte sich nur die Mühe nehmen sollen die .Anlage I" de« .Borläufigen Berichte«" (S. 20) nachzulesen. wo dieser Entwurf adgedruckt ist. Hätte der Herr Professor sich diese geringe Mühe nicht verdrießen laffen, che er an seine .Kritik" heranging, so hätte er vielleicht auch noch einen anderen Gewinn davon gehabt. Er hätte wahrscheinlich auch den richtigen Grund gefunden, warum die orthodoxen Rabbiner .in ihrer ganz ähnlichen Erklärung Hillel zu nennen unterließen", worüber er ja. wie au« seiner Antwort aus die Maybaumsche Replik hervorgrht, (Boss. Htg. 26. Juli) sich ganz eigene Gedanken geinacht zu haben scheint. Der Grund dieser Unterlassung ist aber kein anderer, al«