Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 32.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XV. Mrs. H3L. WMgdrimrg, V. Anguß 1884. srMlschtMochMW für die religiösen und sorialen Interessen des Judenthums. >M»»NII«« ntch<li.> >» ,«»» »«wmtx *rf »»Tf. ' *»• ^F,»«!«»»- k. kr> ufltltratarklatt*“. ilatla' Bcranlwottlicher Sirbnrtrur unb Herausgeber: ' Rabbiner Dr. M. Aaömer in Magdeburg du »irrcur : i4kcli<b 14 Mai«, I m« »O «aMaaaf: 1» M. S *.. » An, 8 «»I. 4 tlllll). I (tiitrliMaMTii kn .Sa«niU|rttt* 4 » |t.. I ►»« .VlUrrauir.Matlt* k 14 UI. |Sr Dihrh.it. »rcht ii» f rirlti! « .1 •Br » « . J I r« * 111 Hdif W « <n I <t> r 111". , j artf «di da« .ZldOchr IllleraiNr.vlail', > di, »e>ng«i»a>i»n« Hlitiirllk odcr »ntn 4i<iim I M >e. fmb rnttpcbfr durch »ir Anuoncrn. 1 itnrilttennt aar O. X.- D.ub. Sc Oo., H udolf Mow, HuMiuttin Sc Vogl.r u. 1. »drr Mml «inid^udcn an . Pie GrpabUloM bar .Jaraillt. WßrcharfUrtff I« MMGbabMrO. t» ft Aochenl Auguiil. 1HH4. Aw ' Bittender. 6«H4. 7!.i! Feest«, . . . 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Wie hech oder wir niedrig wohl dir Enrarlungrn und Hiffirungen giwcsin scili mechicn. «««eiche dir Milftlüder der Rabbivrr.Bnsammlung »»d alle die Chiwürdrn. die »achuäglich ,h««n Brjchlüssrn zugrsiimmt haben, an dir Wirkung ldur seuilich«» Erklärung bezüglich der inlerconfrssianrUrn ElrUung de» Judenlhums knüpften, und zwar je nach dem Ponvolbn idier individuell«», pessimistischc» «'der vptimislischen dluscliounngen. — alle riwartrtcn und hofslrn sie, jene Erklärung werde nitü mir künfligrn dlngriffen aus dir jüdische Lihrr non der Nächstenliebe einen kräftigen Damm rntgegrnsctzen, sondern werde auch üliiall da dlusklärung verbreiten und Jrrthümrr zrrslrrurn, wo bisher Unkrnnlniß oder aus unlautnn Quellen flammende, vermeintliche strnntniß der südijchrn Glaubenssätze den Vrrdöchtignngrn de« intcrco». sessieneNen Verhaltens der Juden und der hierauf bezüglichen Üehrrn drr Rabbinen (Talmud) Eingang gewährt hat. Wer sich aber an eine psychologische Betrachtungsweise menschlicher Dinge giwöhnt hat. wer die große Macht der vii ioertia« kennt und weiß, daß sie ihre Herrschaft nicht »ur in der Welt drr Materie, sondern auch im Reiche deS Denkens ausübt. und daß unter dem Bonne dieser TrägheitS- «ochl dir Menjlhen sich nur sehr langsam und nur sehr uagkli, von Jrrthümrr» loSreißen. zumal wenn dieselben ihnn Interessen in drr eine» oder anderen Weise förderlich . sind, kennte sich nicht dagegen verschließen, daß der Erklärung der Rabbiner überall da stiller Widerspruch oder Zweifel de- \ llrguen werde, wo man für die verleumderischen dluSsagrn i Kr Eisenmenger. Rohlinge und Eons., sowie gewiffrr jüdischer j Ilpvslalrn besonder« empfänglich war. Und »venn irgend j »tlcher Widerspruch oder Zweifel aus jenen Kreisen laut j *> Ter obige Rrlitel, deieil» vor 14 Tagen un» «um Abbnick stBiandi. geling,r erst am l. «ugusl. dem Tage unierer Rückkehr au» >>» Badeorte, in unsere Hiinb«; er hal durch die Berspälung an Jnierejse emgebühl. «Red.) i grwoiden wäre, so würde das zwar eine in einem civilisirtrn Laude unerhörte Verletzung des litterarischen und gesellschaftlich«» dknslandr» gewesen sei» gegen eine Brrsaminlung von Männern, wir sie durch die Rabbiner Deutschlands wissenschaftlich und moralisch repräsentirt wird: aber ül»erraschr» hätte e«. rein psychologisch betrachtet, nicht können. Urbrnoscht hat es al«er, daß rin Widerspruch gegen dir sachliche Richtigkeit drr Erklärung drr Rabbiner-Bcrsauimlung von einen« Manne öffentlich versucht lvurde, der seine Krnntniß des Judrnihuni« unmiltelbar aus den Quellen zu schöpfen oder schöpfen zu können den Anspruch macht, der seit Jahren bemüht ist. auf dem Gebiete der jüdischen Forschung als Mitarbeiter zu gelten nnd für seine Mitarbeiterschaft auf diesem Gebiete auch de» Zoll der Anerkennung vielfach empfangen hat. Wer hätte envartet, daß Professor Heim. L. Strack in Berlin, der von jüdischen Gelehrten (bei. Geiger und Steinschneider) in die jüdische Literatur eingesührt wurde, zu vielen jüdischen Gelehrten persönliche und literarische Beziehungen unterhält, und durch seinen Aufsatz »Tisza-Eßlar oder: Gebrauchen die Juden Christen.Blut?" sich de» Dank aller Freunde der Wahrheit erworben hat. — daß also Herr Pros. Strack die feierliche Erklärung der Rabbiner-Versammlung zum Gegenstände einer animosen Kritik in drr 5kreuzzeitung machen wird'?! Wahrlich, man hat allen Grund überrascht zu sein. Man hätte nämlich envarten können, die gegebene, feierlich« Erklärung der Rabbincr-Versammlung. daß .das Gebot der Nächstenliebe" (3. Mos. 1D.18) jüdischerscitS als eine .uneingeschränkte, alle Menschen umfassende Sa^ung" angesehen wird, sei für einen Mann, «vie Herr Prof. Strack etwas Wohlbekannte« und SdlbswersländlichcS: al>er da« ist sie für ihn nicht nur nicht, — er bestreitet sogar ihre dogmatisch historische Richtigkeit und wirst den 116 Rabbiner», tvrlchc jene Erklärung unterschrieben yaben, .Mangcl an Talmudken»tniß". (Boss. Ztg vom 26. Juli) vor, weil sie — nach der Meinung de« Herrn Prof, «track — einen Ausspruch Hillel« sowohl .inhaltlich falsch verstanden als auch