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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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darob qI* Friedenstifter und Friedenerhalt« -«pries«, zu werden und mettwürdtgenvttse dabei selbst seine Rechnung zu finden. E« wäre doch vergeben« oder richtiger überflüssig, «wo* beiveisen zu wollen, wo« die ersten Diplomaten der Welt und die hervorragendsten Männer de* Antisemiti*mu» anettnrnen. Und doch erbleicht der Glanz de* diplomatischen Ruhme* de* deutschen Reichskanzler« vor der diplomatischen Gewandtheit de* jüdische» Stamme«, An den Häfen der babylonischen und der persischen Dynastie im ersten Exil, unter den Ptolomäern in Egypten, in Rom im kaiserlichen Hause der Flavier, in der Nähe der Kalifen und o*«anischer Herrscher offenbarte sich die diplomatisch« Kunst der Juden im hellsten Sichre. Diese Kdnigin Esther, um nur «in Beispiel anzuführ«,. wie versteht sie e« durch ein Diner, deflen Menu leider dir Geschichte nicht erhalten hat, den Erzfeind ihre* Bolle« zu stürzen und zu vernichten. In der modernen Zeit ist e« der diplomatischen Geschicklichkeit der Juden gelungen. sich überall Einfluß zu erringen und härt man auf Jene, aus welche leider Fürst Bi«marck härt, so hätten sie e« sogar dahin gebracht, auf allen Gebieten de« öffentlichen Leben« zu herrschen, Ehristenthum wie Deutschthum in ihren Fundamenten zu bedrohen und alle*, mit Ausnahme von sich selbst, zu verjuden. Wird doch sogar erzählt, daß der Jude Laffallc auf die ganze Politik de« Fürsten Bi«marck durch seine Gespräche und seine Rathschläge einen anregenden und fortwirkenden Einfluß au-geübt hätte! Doch wa« reden wir von einzelnen Geschichtsepochen, Ländern. Personen und historischen Thatsachen! Die ganze Existenz de« jüdischen Stamme« bi» auf den heutigen Tag ist ein» unübertroffene« Meisterstück der Diplomatie, vor welchem olle«, wa« die diplomatischen Künstler seit Jahr- »ausenden geleist« haben, in den Hintergrund gedrängt wird. Dieser Borzug de« jüdischen Stamme«, diese Geschmeidigfeit, Biegsamkeit und Beweglichkeit, diese» rasche und blitzschnelle Erfassen, Anwenden und Bcrive«hen der scheinbar unbedeutenden Factoren de« politischen und socialen Leben», dieser praktische Blick, diese« paffende und treffende Won. diese Menschenkenntniß, die den Kammerdien« wie seinen gewaltigen Gebiet« studirt, diese Elastizität, diheute schnell dem Drucke nachgiebt, um morgen um so kräftig« sich zu erheben, diese Diplomatie, die ihre Erfolge nach Jahrtausenden rechnet und JahNausend« überdauert. wird du« jüdische Bolt nie vrrlasscn und wird ihm Mittel bitten. Waffen gewähren und Wege zeigen, durch welche e« die Plumpheiten, Gemeinheiten und Rohheiten antisemitisch« Predig« und Profefforen besiegen wird. Denn wa« die antisemitischen barbarischen Gewaltakte betrifft, deren Opfer so viele Juden im Zeitalt« de« Fürsten Bismarck geworden sind, so wird derselbe doch einräumen, daß kein Staat sie dulden darf, nicht etwa um d« Juden willen, sondern um die staatliche Ordnung und die staatliche Autorität aufrecht zu erhalten. Die oberste Pflicht d« königlichen Macht ist, Leben und Eigenthum in ihrem Reich« zu schützen. Da« Weib ist geduldig, geduldig« als d« Mann, erträgt viel und läßt viel üb« sich «gehen, und auch die Juden zeichnen sich mehr denn viele andne Stämme durch Geduld au«. Was «tragen sie und erleiden sie nicht alle« in uns«« Zeit? Menschen, welche ihnen zu wohlthätigen Zwecken anvertraute Geld« defraudiren, erfrechen sich, deren «oralische» Charakter zu verdächtigen und anzuschwä, Profefforen. wttche in kabbalistischen Schriften „Ochsen" „Jungfrauenverwechseln und schweißtriefend i» einem n nischen Buche sqllabire», beschuldigen die Bekenner de* Jul thum«, daß sie »«möge ihr« Rttigion«gesetze verpflichtet Fi Christen zu morden, brsvuder« .christliche Jungfrauen, deren Blut wir Kannibalen zu trinken. Zeitung«redakie die ihr« Borbildung i« Kriminalgefängniffe geuoffen hal häufen jede Woche Schmutz auf Schmutz, um den jüdis, Namen und die jüdische Ehre zu besudeln. Regien,, laffen in ihr« Nähe täglich die jüdischen Staat«angrhi>n und alle« wa« densttben heilig und ehnvürdig ist in zügelloseste« Weise, mit den gemttnsten und frechsten W», angrttfrn und dadurch die Bolt«lride»schasten gegen anfachen, während sie wohl nicht zugeben würde«, daß, Ruffen, Rumänen. Bulgaren. Serben, Franzose» od« Jtaln ' Tag um Tag in öffentlichen Organen, die ihr« O'oeraufsi unterworfen sind, schmähe. Die« alle» und noch mehr erira die Juden seit mehreren Jahren. Welche Geduld, we Beharrlichkeit, wttche unverwüstliche Passivität! Wir l» kein andere« Wott dafür, al« »weiblich". Da» Weib ist hoffuu»g«selig. verliett nie Hoffnung, wenn auch nur ttn matter Schimmer am Horip ihre* Dasttn« in deffen Auge fällt und auch hierin, in ta Hoffnung»sel>gkeit. bewährt sich die tvribliche Seite I jüdischen Stamme«. Kein Sturm »«mochte die Hoff», auf beffere Zeiten in dem jüdischen Herzen zu entwurji Kaum hatte d« Sturm sich gelegt, d« Himmel sich aufgedei, und die Sonne ihre belebenden Strahlen von neuem auh sandt, so begann e» im Innern de« Juden sich zu rez und zu keimen und bald durchdrang die Hoffnung sein ganz Wesen und vettieh ihm neue Schwungkraft, neuen Lrbn muth. uene Lust zum Schaffen und Witten. Und ai dies« weibliche Btttandtheil der jüdischen Bolk«s«le — > letzte den wir heute hier hervvrheben und bttprrchea — wird t der Mitte de» jüdischen Bolke« nicht schwinden. Hoffuunj selig wird e» in die Zukunft blicken und dort wahruch» wie auf den verwittette» Ruine» de» AntisemitiSmu»! Burg Zion» von neuem sich erhebt. Es hat bisher > nicht getäuscht und sein HoffnungSinuth wird e« auch Zukunft nicht täuschen". Protokoll der «» S. »ud 5. Auui zu Kau«»»« flattgeßaüteu f« sa»«t»»g de» Meretu» jüdisch« -seßrer t» der?rrä KuuuMwr") Erste Sitzung, Montag, den 2. Juni. Morgc« 10 Uhr. Da der erste Borsitzende des B«ein«, H«r Ä Schlesinger-Göttingen am 8. Februar cr. gtttorben so wurde die Sitzung von dessen Stellvertret«, U *) A H nt*fftnbt Qtirf nmilfllitkft: Herr Landrabbiner Dr. Granemann Haunaver. „ „ Dr. Gurtmann Hildesheim. „ Seminardiretlor Dr. Prager-Hannover. B. Anwesende Mitgtieder: HerrLchrrrFauerbach Hildeshei«. Herr Lehrer » a »-Münden. » Seminarlehr.Eammer Hannavrr. , „ Seinberg-Bode»» „ SUfrsrabb. Srimie-Honnover. „ „ Paal er DannendM , Insp.Dr.Kahserling-Hannover. . „ Sa h n^Sarktedr. „Lehrer Dr. David-Hannover. , , Italiener-Burii^ „ , Stern-Hildeshei«. „ „ Fuchs-Brannschm» m Fleisch Hacker-Harburg. „ „ Srlig-Gleidinge». |

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