Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 29.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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— 223 — beraubungnt und Judenmorde erlassen Sie mir zu berichten, M dergleichen allzu alltäglich geworden ist. ffrfft«. Herr Ephrussi. Gutsbesitzer im hiesigen Bezirl hat vom Ministerium, Abtheilung für Ackerbau und Be- -riedSsleih in Dörfern, eine Medaille erhalten für seine neuen und erfolgreichen Mittel, da» Wachsthum der Bäume in nncn Wäldern zu befördern. Der StaatSrath Or Meierowitsch (Arzt an der Poliklinik« hat den Wladimirorden IV Hl. erhalten. An» Moworopat (Bezirk Rowsickow) wird berichtet, der Jude Glubon«kh, auf dessen Antrag der Senat die Austreibung derDorfjuden gehemmt hat. nachdenr derDorsrichtrr ächtet, dag er von den Juden zu Protokoll habe erklären affen, das, sie fortziehen, als wahnsinnig auf 10 Mo- ,ate in» Irrenhaus gesteckt worden ist! Wehr dem Zuden. der hier sich zu wehren wagt! In Michakow« (Bialystock) war vor 2 Jahren die Kirche tesiohlc» worden. Alle und selbst der sonst milde Geistliche xhiuplelrn: Die» haben (die!) Juden gethan. Bor einigen Lochen lies, sich der Dieb (rin Bauer« wieder einichl ieffen, erbrach ),e Behältnisse, beschmutzte die Bilder — kurz that Dinge, velche man von einem Christgläubigen nicht glauben würde. Älucklicheriveise Höne der Geistliche da» Geräusch, al» der Dieb die Thür anbohrte. um wieder hinauszukommen. Der Ergriffene grstai.d. daff er auch da» vorige Mal der Uebelhäter geivesen ist. In Kch»«isz (Mvhilew) hat sich im vorigen Monat : erschütternde Vorfall zngetrage». daß ein Man», der ^agbooh hatte, mit der Thorarolle zu Boden stürzte und »dt liegen blieb. Lrndlingc der Sekte ..die geistige Lehre Mosis" durchichen das Land und suche» Propangandc für ihre Lehren .u machen, die identisch isi mit Trilvckers „Reu»Israel"! In MeK» (Tschernipow« hat die Polizei Kreuze in udischen Lade» confiscirt, weil das Verkaufen derselben durch Jubcit gesetzlich verboten ist. Der Richter aber hat die Rück» >abr angeordnet und die Juden sreigesprochen, da zwar da» Ver» ufeu. aber nicht da» Besitzen unstatthaft ist. Im Bezirke Zowno werden auch die Dorfjuden au», miiefc». welche vor den Maigcsetzcn dort gewohnt haben, us den Hinweis auf da» Senatsconsult erwiderte der Berkshauptmann. er habe strengc Ordre und der Senatsbcluf; fei nicht allgrineingiltigc Ordre. Kschernigowt«. Der Pottasche-Verkauf ist. Dank dem »dlwollen de» Bez'rkshauptmann». ohne schlimme Folgen blielxii. Cr hat im Gegentheil de» chrstl. Kaufmann, der e Bauern gegen die Juden aufgehetzt hat. zur Verantwortung hogen! Wie stünde es anders, ivenn überall die Worte diese» Beamten beherzigt würden: Meint Ihr denn, dag ich wegen eine» unglücklichen Zufalles 30 Familien in's Elend treiben werde? Mcktnn. Grober Jammer füllt die Spalten der hiesigen Zeitung. Die Juden haben einen jüdischen Lehrer für ihre Kinder hergerufen - und christliche Kinder lernen bei dem Juden — rumänisch. Smyrna Hier ist im Januar ein Leseziinmer eröffnet worden, bestimmt für junge Leute und» besonder» ehemalige Schüler der Allianceschule, um ihnen Gelegenheit zu bieten, sich durch Lesen guter Bücher und Blätter auszubilden. Richtjuden können ebenso daran theilnehmcn. wie Juden. Die jüd. relig. Vorschriften dürfen in dem Etablissement nicht verletzt werden. Geöffitet ist der Leseraum alltäglich bi» 1l Uhr Abend», anher Tischeah beaw, beide Tage Rasch Haschonoh, Jom Kippur und den Abend vorher. — (Was un» einzig dabei befremdet, ist die Vorschrift: dag alle Schriftstücke in franz. Sprache abgesagt sein müssen. Seid ihr Türken, so sprecht und schreibt türkisch oder arabisch! Masßiagt«». Am Abend de» 26. Mai hielt der Rabbiner Braun von der Synagoge Gates of the Tempel in Rew-Bork hier in der Metropolitan Chu rch einen Vortrag über den Talmud. (Urber diese Effectstrebcrei, den Rabbiner in die Kirche, den Geistlichen in die Shnagoge zu bringen, habe» wir unsere Ansicht schon oft geäugert. Red.) Ucber die Vorgänge in Algier bringen die sranz. Blätter noch nicht» diene». „Nicht Aerger, die Scham steigt uu» in die Stirn — schreibt Arch. i»r. — Wir kommen in nächster Nummer auf die Geschehnisse zurück, welche die nationale Fahne entehren!" — K»»l» Der Stadtrath der nrugebildetcii Stadtgemcinde Goletta soll au» 6 Europäern, 2 Tunesier» und l Juden gebildet iverden. Flew-'Dort. Or. Gottheil von der Einannelsynagoge hat seiner Gemeinde den Vorschlag gemacht, de» Sabbath» gottesdienst ans Sonntag zu verlegen und jede Spur de» Hebräischen au» den Gebeten zu vertilgen. Die dazu eingesetzte 15 gliedngc Cominissio» konnte darüber nicht einig werde» und wird eine Geineindeversammlung darüber entscheiden. Mit vollstem Rechte fragt der geistvolle Redacteur de» .Hamelizob Herr Or. G. den» nicht an der Hold» heimschen Rcsormsynagoge c» zur Genüge erfahren hat (Or. G. hat sich ja dort vvin Lehrer zum Prediger aufgeschwungen!), dag da» .Verlegen" nicht» nützt, um Zuhörer zu bekomme». Die Herrschaften, welche Samstag vor Arbeit nicht kommen, brauche» den Sonntag zu Erholung und zum Vergnügen. — Für die Synagoge bleibt ihnen keinc Zeit. i ttfriagf mm R. PoppeUaer’s I t'ucth.inMuiifl in Bcrim C. 9fr. >>l , JWbridiftrafcf ift soeben e»- . pr. Af. Poppe lauer" s rre-in m1? |itlivr Dnlkekilriiiri für Idraelite« S«ßr 5645 (1885). I' littcianfcbcn «Nation. Meilen, pifuu unb einem («cdenkdlan, I verieden. K5« Pi., otme Miirlie M Pj. P<Iu>popier duichsch. 7ü Pi. ^«»kalrndrr fit Lynastv- »< tzetzr- und «rschästop»»r «ns da« Jahr als». I tzelmpapier Prei« M Ps. | |«nntt co»recte unb schön au*« «eiianete Saknbct. (I2M Soebeu Ut erschienen und durch die Exped. d. Bl. sowie durch Robert Priese in Leipzig zu beziehen: Der Judenspiegel den Dr. Juhta» iu's Licht der Walirheit gerückt von Itr. Adolf Lewln, Rabbiner in ('oblenz. Preis 1 AOc. SO Pf. (Bei Entnahme mehrer Exemplare k 1 Mk.) ME* Lewin'» Schrift Ut die gründlichste Widerlegung der Angriffe von Justus-Rohling und Dr. Ecker auf den Talmud und Schulchau-Aruch und verdient die weiteste Verbreitung. Israelitisches Erziehurrgs- und Pflege-JnMut für geistig und körperlich zurückgebliebene Kinder zu Sayn (tBobnftatian) bei tloblenz a. Rhein. ^tweck dies»« Jnstiiul« ist schwachbesöhigie ttinder zu pflegen, zu ergeben un» nach Möglichkcii noch zu sinlichnliglösen jund brauchoaren Giiedern der menschlichen tUcseUschasi beranzubilde». «usnabme zu jeder .-Zeit bei mösngem Honorar. Auskunft eribetli bereilwtlligsi 1^76] Dl« Dtrectlon. Soeben is: im Perlage von Robert priese in Leipzig er,chicnen: Um gdjilfmeer jutn §tnai Drei Predigte« vo» Dr. Adolf Le win, Rabbiner in tloblenz. Preis 50 Pfennig». ty i«ege» Einsendung des Betrage« (auch in Briesmarlen) direct franco versandt durch (IL1N di« (fgpedltion der »Israel. Wochenschrift". In meinem Perlage erschien p» ‘»■w "13)331 > von Louis Hausdorff, Leipzig i «orrälhig in Berlin: «. Psppe lener» Breslau: «. Moauch, Aranffurt a. M.: i. Hauffm»*«*» Buchhandlung. Leipzig. M.W. kufaua.