Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 27.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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« 27. Magkrkar», 8.. z»II 1884. XV. Jllrj. krMischtWoilsMW für die religiösen und soeialen Zntereffen des Judenthums. Weedenkiick enchelnt je rit« «u »«er kr» .JaMlItaakTatlt" ».b'*4.iltrularkltll»M. a,,,. mr al. kral 0latt*r kn alra tWWaurrii , (lut>l>aatlaa»<a 8 S^arlc airrtrilikill*. •Tu limlit;(u»rnkuiit lilrlkt) U Marl, rmt k,m «atlaakr: I« 91t. it ».. 90 grr» . 8 «kl.. 4 tallart). 8» ümitii krr _W«krnl<krlll* k » Pf., krt .VHtftJIur Stallt* ä 18 Sl. -» Bcranlw«rtlich»r Stedarleur und Hrraudqrbrr: Rabbiner vr. M. Htaömer in Magdeburg. Jii Recht nk fiiikta! 1 - - _ 2 I |iir«v«t» * fit d«e .3 « ra f 111Hct)f Wochenschrift", mit für da« .Jüdische Ltlrert.l«r»vlatt". d«e Nktilgeipallene Petitzettc oder deren Raum Äft Pf. Mit« eniiveder du rch die Annoncen- Expeditionen »an GK L.Dftubo 3c Oo., xtudolfMoM«, Ummmmzimtmixi. 3c *Vogl«r u. «. oder vtrect »tlkzu'endei» an : Pie G^paEMO« dor ,«|ü»ra«ltt. W»cho«- f+tin" In >»MAv»dn»O. *— - — » iteuder Vrtiftl:;(uv Hebung N-4 reliftiSjen 2inner. Po» l)r. lüolM'djmi ftl — tMIbi'i au# jüdischem Utemeindelcden in Weslpieiiüen. ericktr und tVorrespoudrnzrnr Teu licht and: Berti». — Vfiliit. — Beil in. — klirr — Slrllin. — llajikl. — «ondrio buinVii. Criirirrirti'Unnnin: Vien. — Pest *uiiIn nt>: Peierodiir,!. — Uninit. — diischnli Wi'ii-aorob. »r«is«bte und neuest» Naebetedteu r HnUe a. 6. — Bernden — &1I1I1111. — \\«mlHit». — Vrnibri». — Ntgier. »strat». — Briefkasten- Wochen- .lull. >88«. Taimmi». f*H4. Kalender. P«NN»e»tuO . 8 10 Feest«, . . . 4 11 S«nn«d»nd r, 12 pSr np.T(4M*) Pei'ek.'i ««nnt«, . . 1» 18 W«»t«,. . . 7 14 . . « 15, Mittnxch . *♦ Hi D«nnrr»t«, . 10 17 KoattltK- Znr Hebnng des religiösen Sinnes. Der zweite Punkt der Programm», welckje» die allgeeine dcuische Rabbiner-Versammlung ,11» 4. und 5. v. M. Berlin durchbrrattirn bat, betraf t>ckaniillich dir Mittet r Hebung de« religiösen Sinne» im Iudenthumr. Die iit>l>iiikr-Pkrsamnili»ig resignirte, wir nicht iiiinder bekannt, n vorne tserrin, weil die . Debatte über religiöse Difserenznilie' ausgrschlvssc» war, aus alle Pvrschlägr, die nicht da» tRbict de» Religio»»-Schulwesens geltörte». Diese esiguatiou. die freilich in der Rabbiner Persammlung nicht umg.he» war. ist aber identisch mit der Resignation aus c erdriikkende Majorität der ganzen gegenwärtige» Gene» tu.'ii. die nicht mel>r in die Schule geht. Was der Rabbinrr-Brrsanimlung die Pflicht der SelbstdiUiimg strenge dikrirte, da» ist natürlich für den Einzelnen chi bindend, oder virlmchr nicht entbindend. Den rinlnen Rabbiner beschäftigt ol»ne Zweifel und beschäftige nicht» >> lebhafterem Interesse, al» die Frage: wie ist dem Goliath * religiösen Jndisserrntismu» in der Generation der kgcnwart beizukommrn? — Diese Frage lvüre sehr leicht beantwoilet, wenn die iiuaiiv» für unö nicht schlimmer läge, al» für den jugcndhe.ii Besieger de» alten Goliath. Der alte Goliath lvar hilisler in der studentischen Bedeutung dieses Worte» >r dem Ra men nach, in seinem Wesen war er nicht» ">>l>cr al» rin Philister, Er verkroch sich nicht, er hielt >o«d, er wollte kämpfen, tvvllte singen. Wäre der religiöse 'diflerentismu» der Gegenwart von dieseul Kaliber — 0 r brauchte« nur mit David zu sprechen: .Ich komme im amrn de» Herrn Zebaoth«! und er'würde bald, von der I Schleuder der Belehrung au» dem ewig frisch sprudrludcn 1 Bache de» Gotteewurtr» getroffen, da» Schicksal der alten i Goliath «heilen. Der Goliath de» modernen Indifferentisinn» j gegen alle» Religiöse ist aber leider ei» Philister durch! und durch, er will nicht den Kampf, sondern Ruhe, nicht den i Sieg, sondern Bequemlichkeit, er l>eruht nicht auf Principie», I sondern ans — Spekulationen, nicht philosophischen, sondern 1 eoininrrzieürn Spekulationen. „Wo sag ich Dich?" — da» j ist die Hauptfrage in dieser Frage. Oder zweifelt jemand daran, daß bald alle Mittel gegen die religiöse Gleichgiltigkeit gleichgiltig wären, wann er nur Mittel hätte, die leeren Bänke der Synagoge mit den reckitmäsrigen Besitzern oder Pächtern zu bevölkern? „Wie bringt man rin Kaincel durch ein Nadelöhr" — | da» ist noch lange kein so schwere» Problem — die moderne Technik hat schon gröbere Kunststücke fertig gebracht — al» da» Problem: wie bringt man die Herren Barone, Ritter und Tommerzirnräthc durch die Thüre der Synagoge»? Wundere sich keiner, dag ich mit diese» diis majorum gentium mich begnüge! C wenn wir nur erst so ein Paar Dutzend Barone, Ritter und Eoiiinrcrzicnräthe al» ständiges Eynagogen-Publicum hätten, ihr solltet eure Freude daran haben, wie bald die anderen Herren — die M ode mitmachen würden! Wie bringt man aber die Herren durch die Thüre der Synagogen? Ich will mir hier erlaube», der Idee eine» Manne», der ztvar nicht Rabbiner, aber Borstcher einer der bedeutendsten jüdischen Gemeinden Deutschland» ist, der al» solcher vollständige Kenntniß der Verhältnisse besitzt und auch persönlich von dem ganzen Ernst der Frage durchdrungen ist — eine