Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 26. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 26.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/5369809-5935099-5938163--5201-5377375
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

199 — IL go Mann ftatf. Nachdem dir Arbeiter sich an Speise Girant gütlich gethan hattrn. brgannrn sie mit dem Ijschen Sc^nkwirch einen Streit. Im Berlaufe derselben »chlugen die vom SchnapSgrnuß stark erhitzten Arbeiter I §chrnkr und machten sich nun daran, die übrigen Häuser l Juden zu zerstören. Die örtlichen Behörden schritten ^>r ein und arrrtirtrn circa 80 der Ruhestörer, doch gelang ik<n llebrigen. unter Mitnahme der geraubten Lachen zu »omine». Ein benachbaner Gutsbesitzer erklärte sich bereit. Arretieren aus seinem Gute einzusperren. Bald darauf kam die Urtctii, rin anderer Arbeitertrupp sei im Anzüge. Au«!>ndl. die ueuankommenden Kameraden würden e» versuchen, arrctirtcn Kameraden zu befreien, sandte der für Irin u, besorgte Gutsbesitzer dir Arrestanteii wirderum in» Dorf n«k. wo sie von den nruaiigckominenen Arbeitern sofort fmi ivurden. Dir Arb iter versuchten es. d>is Zerstörung«- rk ihrer Vorgänger sonzusetzcn, wurden aber von den tlidKii Beliörden mit j£>iifr der deutschen Kolonisten in Flucht geschlagen. Es gelang vier der Arbeiter zu ueifen. die übrigen entkamen. Die Arretirten wurden an nifrii und Fügen gebunden nach Kriworog gebracht". Selbsthilfe ist. wie man sieh«, in Rußland da« wirksamste Intel gegen solche Ausschreitungen. Auch au« £»««»(»», Borstadt von Nowgorod, wird i„ nuer Judenhatz am 18 d. Mi», gemeldet. Einige Juden Uen getödtrt und mehreic verwundcl, au herbem sechs jüd. anicr l>eschädigt worden sein. Ferner ist viel jüdische» lgeitihunt zertrümmert und aus dir Lira ge geworsen worden, c» Mißliandeltrn ist von Lritcu der Behörden Hilfe ge- >iiei worden. Den verciiiten Anstrengungen der Polizei. cKu-r Compagnien Infanterie und einer Solnie Kosaken lang ti, die Ordnung wieder herzutielle». Die Zahl der ngeiioinmencn Berhastungen wird aus 150 angegeben. )Vorclxiide» lniichtet rin offiziöse« Petersburger Telegramm.! vermischte und neueste Nachrichten. Mrsiu, 20. Juni. (Or-Eorr.i Der „vorläufige Bccbi" uIht die Rabbiner-Versammlung, herausgegeben vom Präsidium derselben, ist nuiimehr gedruckt — und zwar gleich > enirr und zweiter Auslage — erschienen und versendet, r cntlnilt nichts, was die tiefer Ihre» Blattes durch Ihre Viithrilitiigrii nicht schon frülier und theilweise auch besser iiRtm. Denn die Kriintiiiß der Namen der Mitglieder de» efi-Eomitö's (L. 8» und die der ToastauSbringer (L. l8) i ja ziemlich unwescntlich. Wichtiger und richtiger wäre es cimr». wenn vor Allem JoölS Eröffnungsrede veröffentlicht orde» wäre, die hatte doch all die bc>shastc» Berlcumdungen. ie der .Israelit" — der zur Lvrtc der .10 Kundschafter" i der dn^wöchrntlichen Lidra. zu den 'XTÖ gehört — u schänden gemacht. Möge die Herausgabe der stcnogralnich'n Berichte nicht allzulang aus sich warte» lassen, sonst alleren sie jedes Interesse. Ein „novum“ befindet sich allerdings in dem Berichte, as zu einer Verzögerung der Evnstituirung de» Rabbiner- 'erbaiides führen kann. Wahrend nämlich tz 25 de« Ltatuts, ui Grund dessen der Berband sich coiistituirt hat, ausdrücklich besagt: „Die Beschlüsse tverdrn in der Regel »ach ri'olutrr Majorität gefaßt, nur bei den Wahlen ent- «beidet die relative'^ (Majorität) — heißt es in dem beuchte L. 17: „Es wird zur Wahl des O gliedrigcn Ausgusses geschritten: die absolute Majorität erhalten jedoch >»i 5 Mitglieder, welche sich »och darüber schlüssig machen xrdc». in welcher Weise der Ausschuß provisorisch u ergänzen ist". Da ist nichts schlüssig zu mache», »udcrii einfach der klare § 25 auszuführc».') *> it« ist die« jedensall« nur ein durch die itiisenigkeii, mit welcher n .vorläufige Bericht" in Berlin ftrtitf gesteUt wurde, sehr zu eni- »uld^cnde« «erseden Seiten» de» betreffenden Acdactor», dem dl« Berlin wellenden Mitglieder des Präsidium« unmöglich jugrstimuii "den kdnnen. lSied.) Maßde§»r§, 10. Juni. Bon zahlreichen, dem Lehrer - stände angchörenden Mitgliedern de« .Verein» zur Bersicherung von Brandschäden unter den Lehrern und Predigern der Provinz Sachsen re." wurden vor mehreren Jahren Schritte?ethan. um auch katholischen und jüdischen Lehrern und Predigern, die dahin bezügliche Wünsche geäußert hatten, den Eintritt in den Verein zu ermögliche». Die Bemühungen waren indeß erfolglos, da eine Statutenänderung hätte erfolgen müssen. Wir erfahren nun, daß man die Sache jetzt wieder ausnehmen und die Mitglieder in den einzelnen Agenturbezirkrn auffordern will, für eine Statutenänderung im Sinne de« beabsichtigten Antrag« einzutreten. (Magd. Ztg.) Meiningen. Auf eine Eingabe des Landrabbiners Or. Dessauer an die Regierung zu Meiningen, ihm die Kosten einer lftägigen Rundreise in den (Gebieten de» ThüringcrwaldS, wo einzelne israelitische Familien, ohne eine Eultusge» meindr zu bilden, wohnen, um ihnen religiöse Anregungen und sittliche Förderung zu bringen, zu bewilligen, wurde ihm die freundliche Antwort von dem herzoglichen staatSministeriuin (Abtheilung für Kirchen- und Schulküche») zu Theil, daß die. »ach dem (besetz vom 1l. Dezrutber 1888 betreffend die Tagegelder und Transportkosten der öf>cntlichen Beamten und Diener, zu l>ercch»cnde» Kosten dr fünftägigen Rund» reise von der StaatSkaffe übrriioinmen würde». Mie»b«de« I» der hi-iigen Gemeiiide ist ein feierlicher JugendgotteSdienst (mit Predigt) eingerichtet ivorden, der von unserer Jugend und auch sonstigen Mitgliedern der t^enieinde zahlreich besucht wird. Alle 4 Wochen findet der Gottesdienst (am Labbath Nachmittage) statt und dauert etiva ’/» Stunde». Ehor und Orgel wirken mit. In Ml«» hat da» ReichSrathsmilglicd Or. Bloch dein Grafen Taaffe eine Petition überreicht, die österreichische Regierung wolle sich bei der rumänischen verwenden, daß die Quälereien, welche die Juden zum Auswandern zwingen, unterlassrn werden, da Oesterreich zunächst von den Brodlvsen üdersluthet wird. A»g«r». Die Lpecies „semitischer" Antisemiten gedeiht nntcr unserer wärmeren Sonne besser, als im kalten Deutschland. Die Kohn und Schlesinger — tragikomischen Andenkens — heißen hier Borthvlomi Sterenyi (Enkel von Faffel'/) und Will>elm Horvath (f'O p’B? a D.) Der Erste will ein Buch fdtreiben: Woher sic ihren Reichthuin haben — und fordert darum all' seine aniiscinitische» Freunde auf, ihm die lokalen Lagen über den Reichthuin der einzelnen Jude» zuzuschickcn. Der Andere ist Jstoczy's Schochct Lewin (Wagner'schen Andenkens). — 18 Antiscmiicn sind in da» Abgrordnetcithaus gewählt. Hko«. In einer Lpaltc der „Hazcphira", in welcher wir eine ganze Legion unbeglaubigtcr Nachrichten fanden, lesen wir auch die, daß der Papst einen Priester in Livorno der ei» jüdisches Mädchen wider Willen ihrer Eltern getauft hat, abgeseyt und die Rückkehr de» Mädchens zu den Ihrigen verfügt habe. 3P«tis. .Arch. isr." spricht sich — gegen die Zulassung der Eltescheidung aus! Wir möchten darauf aufmerksam machen, ivie hier sich bekundet, dciß da» nationale dem religiösen Empfinden voran ist. Der Jude müßte doch Freiheit für seine religiöse» Institutionen, zu welche» die Scheidung gehört, fordern. Der Franz ose dagegen behauptet, darin keinen Segen für sein Baterland zu finden. Und — wie immer in uns, wo wir wahrhaft daheim sind — ist da» Vaterland es. welchem die Religio» sich beugt. — Der schon oft wegen seiner Verdienste um den Gartenbau dekorirtc Herr B. I. Mayrargue» hat wieder eine Auszeichnung beim diesmaligen Evncurse in Agrikultur erhalten. — Das isr. Arbeit»- und Ltellcnnachiveisl'ureau hat seine Arbeit eingestellt. Ake««»drie». .Herr Padoa-Beh Advokat am Appcllhofe ist Eoinmandeur des Osman'schcn Orden» sür seine Theilnahme an den Arbeiten der internationalrit EntschädigungS» commission. Herr Altaras aus derselbe» Veranlassung Ritter desselben Orden» geworden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.