Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 25.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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191 Daß Alle, die sich für unsere Sach« interrsstren, iit44 bilde« milchten und ihre Bemühungen vereinigen; I zur Bildung eine« Lenttal-Eomitä» in der Haupt» «4 grüßen Lande« wolle man sich wenden an Herrn Simm, 5 atrada Liaiuani hier. Amerika. aal«. Mit der Absicht, von der Einwanderung ab» m. schildeN ein Herr Bernstein die Verhältnisse Norden America'« wohnenden Juden. Er macht de» m Stoecker, Dr. Godwin Smith, zu einem Amerikaner, ure» de« Antisemitismus in der neuen Welt nachzu können. Er schätzt die Juden Eanada'S auf etwa amilirn. Nur in Mo ntrra l ist eine große Gemeinde u 500 Familien, die in 3 verschiedene Theile zerfällt jachem Gemeindedehör. denn die Orthodoxen theilrn ilschkenasim und Sefardim, dazu kommen die Reformer, ichkenasim sind zumeist Polen, die Alle« aus« sie beobachten, mit Ausnahme de« — Sabbath«! b im Begriffe, eine neue größere Synagoge zu bauen, und Rabbiner haben sie nie gehabt. Der Kantor ist rediger. Der Schachet betet die Schacharrßim an den nauroim. Die portugiesisch« Gemeinde hat von dem ines kinderlosen Portugiesen eine Synagoge erhalten Bedingung, daß sefardischer Ritus darin beobachtet obgleich auch die Mitglieder dieser Gemeinde — Polen Die seit 1'/, Jahren bestehend« Reformgemeinde ist men vr. Marx begründet worden, der ihr Prediger ndeter ist. Sie Hai den Ritu« der Emanuelgemeinde i-Aork. Die Mitglieder sind zumeist Deutsche. Die i Aussen haben eine kleine Gemeindr vor Kurzem ge- Dieje sind Ehassidimk Ueber alle« Lob erhaben ist ivra Kadischa. lnnischle und neueste Nachrichten. erst«. Auf eine Beschwerde de« Rechtsanwalts vr. über die Weigerung des Standesbeamten des Standesamts L, zwei Brautleute österreichischer aliiat auszubieten, weil der Bräutigam jüdischer und lut christlicher konfessiou ist, und nach dem öfter* cn Gesetz die Berheirathung zwischen Angehörigen beiden Konfessionen verboten ist, hat die 13. Civil» hiesigen Landgerichts I. unter dem 24. Mai durch ß entschieden, daß die Verschiedenheit der ion innerhalb des Deutschen Reichsgebietes rhehinderniß sei, auch wenn die Brautleute im bc slaaiSangehörig sind und die Verschiedenartigkeit ligion in demselben ei» Ehchinderniß bildet. «««er» b. Magdeburg, 8. Juni. Die hiesigen städ» öedorden haben dem Kaufman Moritz Mannheimer lin wegen seiner Verdienste um unsere Stadt durch richtung der .Mannheimer Armm» Stiftung" das ürgcrrecht verliehen. »«ü»rg. Im Mai sind 1148 Juden au« Rußland er nach Amerika befördert worden, darunter viele und Kinder, deren Väter und Männer wohl draußen l>cn Fuß gefaßt haben, daß sie die Ihrigen konnten in»'» lassen. 'in. Da« .Fremdenblatt" erzählt, wa« wohl allge» Aufsehrn errege» wird, daß c« auch unter den fischen Bergbewohnern Juden gibt, die sich Israeli , in Sprache, ja in allen Stücken ihren Mitbürgern , nur daß sie einen andern Glauben haben. Man daß sie au« Bosnien stammen, vor Jahrhunderten in ">cgc gefangen worden sind und so sich dort einge» haden. Ihre Zahl ist gegen 1000. *••*»• Soweit bi« jetzt bekannt sind bei den Par» l-Vohlen am 13 d. Mt«. 0 israelitisch« Deputirten worden. Eötvü« ist leider nicht gewählt. Die Zahl dsemitm ist diesmal größer, al« im vorigen Reich«, rathe; dagegen hat Myregyhaza diesmal keinen antisemitischen Deputirten gewählt. In AiMet ist ein antisemitische« illnstrirte« Wochenblatt nach ter ersten Rümmer verboten worden. Die Geschichte der Gemeinde- und Consistoriaischulen von Hkart» (1808—1881) hat der Hilf-sekretär de« pariser Eonsistoriunl, Herr Leon Kahn, veröffentlicht. Die Vorrede ha» der Oberrabinrr. Herr Zedoc Kahn geschrieben. Diese Schulen waren lange Privatanstalt und erhielten erst sehr spät öffentliche Unterstützung. — Da« giebt Muth gegenüber den Bestrebungen der Radikalen, allen religiösen Werken die StaatShilse zu eniziehrn. Wenn« ihnen gelingt, ‘ wird man, wie am Anfang des Jahrhundert«, wieder nu- Privatmitteln Alle« besttetcn. — Au« Marschau wird gemeldet, daß in der letzteren Zeit die Auswanderung derJuden au« Litthauen und Eongreß.Pelen nach Amerika immer größere Dimensionen angenommen hat. In den Gouvernements Grodno, Kowno, Petrokow.! Warschau und Lomzyn herrscht unter der Juden» Bevölkerung eine förmliche EmigrationSwuth. Nicht nur undrmittrltc Handwerker-Familien, sondern auch vermögende Kaufleute bctheiligen sich an dieser Bewegung. AuS der Ortschaft Szuiralki allein emigrirten in den letztverflossenen Wochen vierhundert Juden. Moskau Zum Moiitefiore Fond« (für Colonien in Palästina Irestimmt) wird an vielen Orten gesammelt, hier hat Herr Eleasar Poliakoff allein 2500 Rubel dazu gegeben. Hketersöur«. Die Vereine zur Verbreitung von Bil» düng unter den Juden hat beschloffen vr. Zunz zum Ehrenmitglied zu ernennen und ihm am 10. August zu seinem 90. GeburStage eine Adresse überreiche» zu lassen. Unter den Zeichnungen für die Synagoge, welche uns,i Lonsistorialpräsident in der Provinz entgegengenommen har. treten besonder« die in Bel Abb4s hervor, wo circa 20 400 Frc«. (16 320 Mk.) im Bettage von 2000 FrcS. abwärts gespendet worden sind. ZkeLnudrie«. Diese« Pessach ist ohne Blutbcschuldigung verlaufen. Und doch wagt man noch immer nicht, alle Mazzoth hier zu backen, obschon dies da« Osterbrod 20— 40 Prozent billiger stellen würde. — Die .Anglo-Jewish- Association" von London hat hier rin Comitäge wünscht, da« sich constituirt hat au» den Herren Baron L. Menasce. H. Jacob. R. Aghion. Victor Aghion. Ihnen werden noch 4 Mitglieder hinzugesügt iverden. Akenindrie». Das oben genannte Comit« hat ' eine Schulenquate veranstaltet, ivelche ergab, daß im laufenden Jahre 1273 jüdische Kinder beider Geschlechter die Schulen besuchen, und zwar 781 Knaben und 492 Mädchen. Davon kommen auf _ , Knaben 6 katholische EongregationSschulen 42 zahlende 2 protestantische do. 23 zahlende 30 Frrisch. Mädchen &8 zahlende 116 zahlende 115 Frcisch. 95 «naben 289 Mädch. da« sind 384 Kinder, welche den Einflüssen der MissionSthätigkeit prei»gtgeben sind. Außerdem besuchen 159 freie Schulen und nur 497 die israelitischen. Da« ergiebt die Rothwendigkeit. die jüdische Mädchenschule bald möglichst wieder zu eröffnen und eine Arbeit«, schule für Knaben zu errichten. (Arch. i«r.) Z««rit«. Herr Joseph PetrikowSky hat ein Buch über Amerika geschrieben und bemüht sich zur Zeit persönlich, in Rußland seine Landsleute zur AuSivanderung nach der neuen Welt zu bewegen. — In Rey-Bork haben die Russen ein Meeting abgehalten in dem sie Herrn Paul Raplon, Leiter der Eolonie Rru-Odessa. dankten, weil er diese Ansiedelung so sehr gefördert hat. Sie faßten auch Beschlüsse, Reuankommende und sich Ansiedrlnde zu unterstützen. ZMkrtK«. Beim Graben de» Panamakanals sollen gegen 2000 jüdische Arbeiter — zumeist au« Nordafrika — milbeschästigt sein. Sie sind geübt in Eisenbahn - Erdarbeiten.