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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 188 — •tligm Land« wohnen?" Er fordert mindesten« eine ljchung von geübten Ackerbauern und nur wenigen Colonisten, I allmählig da« Land in Blüthe bringen und nicht zu viel Itoi! Ein Beispiel gut gemeinter, aber verkehrter Wohligkeit hat Herr Kalonymu« Gissozke (au« Moskau?) jeden, der für 1300 FrcS. Land ankaufen läßt, das der mile Belkind zu eigen aegebe» iverdrn soll. Den Kaufpreis sie allmählig zurückzahlen und dann soll dafür anderes „d gekauft und eine andere Familie angesirdelt werden. t ,vare recht schön, wenn das für Inventar und Leben«- ,e> nötlnge Geld dabei wäre! El>en so. wie in dem aiinien Palästinenser, finden wir die vernüustigen Ansichten x Eolonisation wieder in einem Artikel de« amerikanischen c>mrliz"-Correspo»denten. Herrn Jahlomstein. Er meint: ,e r« von den Frauen gilt, daß die besten Frauen diejenigen d. von welchen man am wenigstr» spricht, so auch von >, Colonien. Die Deutschen und Irländer, welche nach!,crika kommen, wifim nicht» von Liedern und Artikeln zu b und Ruhm und Preis und Ehr de« Landes. Sie beiten und schreiben dann ihren Bekannten in der alten imath: ich erwerbe soviel, Fleisch und Brod und Bier n ich mir täglich gönnen und komme dabei noch vorwärts, mm komme auch Du herüber. DaS wirkt. Aber was die papierne Begeisterung? Können sie damit Neuer umbrechen?" lEin prachtvolle« Wonspiel “TJ .Papier" d TJ .Neuacker"!) Der Erlast der Pforte in Bezug auf die den hat folgenden Wortlaut: »Der Minister de« Innern cht die Urdereinslimmung aller Minister kund, die Juden verhindern, ihre Zahl im Lande Philistäa zu vermehren, nn da« Lärmen der jüdischen Zeitungen ist lic» zu Ohre» gekoinme» und deswegen ist der Beschlust iastt worden, keincmIudrn, woher auch immer, und selbst i» der Türkei zu gestatten, nach Palästina zu kommen, :der zu Land noch zu Wasser. Nur wer an den heiligen icn beten will, hat die Erlaubnist. 30 Tage sich auszullen, wenn er einen sicheren Bürgen stellt, dah er »ach »cm Monat wieder abreisen wird. Lein Past wird al« iand zurückbelsalten". Dazu hat der Pascha auf Grund dieser Bervrdnuug sohlen, dast Nirniand im Lande bleiben dürfe, der nicht getragen ist im Bürgrrrcgistcr des Reiche« oder in den üchern der Consuln — und hat gestattet, dast diese Eintragung binnen 14 Tagen geschehen darf. Diese Verfügungen d schon befolgt worden, denn selbst für das Reisen im »lande ist der Pastzwanz angevrdnct worden und die Pastien inustten wieder hrimkrhrcn. um sich mit einein solchen Piere zu versehen. Vermischte und «eirrste Nachrichten« Aertl» Die zahlreichen in Rixdorf bei Berlin anlsigen Juden gehen mit der Absicht um. dort eine eigene hnagogen-Gemrinde zu bilden, zu welcher die jüdischen «wohner der umliegenden Ortschaften Britz, Buckow. Tempel- >s und Johannisthal mit herangezogen werden sollen. E» kl schon in nächster Zeit eine constituircnde Versammlung der "heiligen anberaumt werden. * 8ßartOtte«t«rß, 4. Juni. Gestern Vormittag 11 Uhr urd« der Stadtälteste, frühere Stadtrath. Stadtverordnetenochcher und Stadtverordnete von Eharlottenburg. Loui« oll, aus dem jüdischen Friedhofe an der Schönhauser Allee Berlin zur letzten Ruhe bestattet. Magistrat und tadtverordnete waren fast vollständig erschienen. Auch die > a d t G l o g a u. um die sich der Verstorbene sehr verdient macht hat, war durch eine Depnlatisn bei der Trauerfeier "reim. Herr Rabbiner vr.Rippner au« Gloaau hielt die Gechinistrrdr. Rach ih« hob BürgermeisterFritsche au« Eharlot- 'burg in einer Ansprache die Verdienste de« Verstorbenen > Eharlottenburg, sowie seine Charaktereigenschaften, di« n überall, wo er gewirkt, nur Freunde erworben hätten, hervor. Au» G1«rl»tte»t»rß erhalten wir kurz vor RedactionSschlust!>ie Trauerkunde von dem gestern den 1v. daselbst erfolgten Ableben de« kürzlich erst dahin verzogenen pensionirten Gleiwitzer Rabbiner« vr. H. Hirschfeld TI, der noch vor 14 Tagen u»« eine grüstere Arbeit für'« Litteraturblatt zugeiagt hatte, '.-am 75 San pfeife «. S. Am 29. und 30. Juni findet hier die 6. Lonf.'renz »israelitischer CultuSbeamten Mitteldeutschland»" statt. Die Tagesordnung ist wie folgt festgesetzt: Am 29. Ju >i, Anfang '/, 3 Uhr. 1. Probe-Lection in nachbibl. Geschickte. 2. Geschäfts-Bericht. 3. Der Unterricht in der nachbib« Geschichte (Res. vr. Fröhlich). 4. Vorstandswahl. Ain 2. Tage, Vormittags '/,9 Uhr. 6. Die Eoncentration de« Religions-Unterrichts (Normalplan), Ref. vr. K onrr. tt. Die UnterstühungSkasse. 7. Freie Besprechungen. — Anmeldungen zu der Versammlung sind schleunigst an Herrn Rabbiner vr. Fröhlich in Halle a. S. zu richten. (Aus dieser Eonferenz soll sich auch ein BezirkS- Rabbirerverband constituiren.) Irantfurl a. M., 5. Juni. Die Familie des vor einigen Tagen in Brüssel verstorbenen und hier beerdigten .Herrn JosephOppenheim hat20000 Mk. zurBerthcilung an hiesige WohltltätigkeitS-Anstalten ohne Unterschied der Confessio» überwiesen. Zitokp, ü. Juni. Wegen Theilnahme an den N c u st e ttinrr Unruhen im März d. I. ist auch der hiesige HandelSmiinn Albert Lud. Wilh. Raatz verhaftet und an das Centre lgefängnist zu Cüslin abgeliefert worden. 1!ke«ste1ti». 9. Juni. Die Berufung, welche die Staatsanwaltschaft in der bekannten Flater'jchen Strafsache gegen da« sreisprechende Erkenntnist des hiesigen Schöffengerichts eingelegt halte, ist von ihr wieder zurückgezogen. 'jffoktmarse» Rg.-Bz. Cassel, 6. Juni. (Or.-Corr) Ein a n hiesige» Königl. Amtsgericht beschäftigter SecretariatSgehülfe, hat sich von der mittelalterlichen Idee fortreisten lassen, einem hiesigen Geschäftsmann in einer demselben aintlich zugest.'llten Klageschrift daS Prädikat: »Handelsjude" beizul.»gen. — Der Beklagte führte bei Königlichem Land-?erich t zu Kassel dirserhalb Beschwerde, der zufolge dem qu. inichanwärter zur Rcchtachtung beinerklich gemacht wurde, dast I>er von ihm gebrauchte Ausdruck ««passe»« sei. lilotterda«, 10. Juni. Heute wurde Hr. Rabbiner vr. Ritter (Prenzlau), — vom Breslauer Rabbinerseminar, von den Mitgliedern de- Kirchenrath« zum Oberrabbiner gewälilt (Wir gratulircn dem Gewählten sowohl >vie der Gcmiinde Rotterdam, dir »ach langem Jnlerregnum endlich wieder ein ihrer würdiges geistliches Oberhaupt erhalt. Red.) Kours. Der Oberst Gabriel Salvador ist zum 3. Male einstiinmig zum Maire von Ballan wirdcrgewählt worden, wo c: der einzige Israelit unter mehr als 400 Wählern lebt. Algier. In Eonstantine sind 6 Juden in den Stad rath gewählt worden. £««»»«. Au» dem Bericht des AvAlo Jewish Association heben wir hervor, dast in Adrianvpel die Talmud- Thora mit der Allianceschult vereinigt wird, um die Scheidung von Orthodox und Rrformirt nicht cinreisten zu lassen. Die Schule in Bagdad wurde von 118 Knaben besucht, 86 beendet:» die Schulzeit und wurden bei Handiverkern oder Kauf euten untergebracht. Aehnliche erfreuliche Berichte wurden über die meisten Schulen de« Orient« erstattet. Marsch«». In voriger Woche wurden hier wieder die hebräisch geschriebenen Firmenschilder von der Polizei mit aller Strenge herabgenommen. Es entspricht dies einer Verfiigung vom Jahre 82. — Die kaukasischen Juden, welch« von nltersher gleichberechtigt sind, habm Angesicht« der Hetzen an die Regierung um Bestätigung ihrer Rechte sich gewendet. chO«ßa»1i«apel. Der verstorbene christliche Bankier Zarifi hat 10,000 Legate der jüdischen Gemeinde vermacht. Der Sultan hat den Herren Bechor Efsendi, ObrrgrrichtSsekretär Chajim Zevi, Dt. Moise Barsilai (Militärarzt) den Medschidje-Orden verliehen.

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