Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 22.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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187 — Ijrtpnfrtunbc sich'ihrer That rühmten, brach Feuer im au«, da« 9 Häuser und 4 Scheunen verzehrte. Die In, hatten so »vacker beim Löschen und Retten mitgehoifen, I die Bauern Abbitte leisteten. (Der vr. SabludowSfi-, I in Berlin den Bonrag über Massage gehalten hat, ist Jude und stammt au« Bialystock, wahrscheinlich sogar dem hier genannten Dorfe!) Marsch««. Herr R. Sokolow kündet einen hebräischen Danach O^OCD an. der ungemein reichhaltig, von einer großen M Gelehrter mit Beiträgen bedacht werden soll. Diese« ihrbuch" de« Mitredacteur« der .Hazephira", der sich bereit« ch mehrere selbstständige hebr. Schriften al« griswoller :or und eleganter hebr. Stylist bewährt hat. verdient in den Hebräischen kundigen Kreisen weiteste Verbreitung. E« sei mit besten« empfohlen. (Ein Prospektu« liegt dieser bei.) I vermischte und neueste Nachrichten. I Zirautsurt «. M., 26. Mai. Der Kronprinz ihic heute Vormittag dem Baron von Rothschild einen euch und »ahm die demselben gehörige Sammlung von Instgegenstä»de» in Augenschein. I Köuigsterg. tOr.-Corr) Der Ausschuß de« Verbandes der Ibl'mer Oft-und Westpreußcns und Pommern» (vvr. Bamrner-Künigsbcrg. Vogelstrin-Ltcttin. Werner-Danzig) beruft s22 Mitglieder zum diesmaligen Vrrbandstage nach Berlin s den 5. Juni! Begeistert weisen diese Herren darauf I, wir das von ihnen ins Auge gefaßte Ziel »einer imiden, organische» Verbindung aller Kollegen innerhalb I Bäte,lande«" feiner Verwirklichung nahe sei. Sie ernon. daß der deutsche Rabbinrrverband sich in Zweigbandc gliedern werde, und stellen schon ev. die Statutenbeumg in die Tagesordnung, um sofort al« enter bcigvcrt>a»d dem Hanptvcrbande behrcten zu können! (Es rint in diesen 3 Ostprovinzcn der »Israelit" wenig gelesen b beachtet zu ivcrdrn!). — Da« Statut der Unterstützungs- >c für Gcmcindebcamte» der 3 Provinze» l>at die landesbliche Genehmigung erl)altcn. — In hiesiger Gemeinde debei, sich 164 Knabe». und »och viel mehr Mädchen, die m ohne Rrligionsuntcricht aufwachscn. Da« ist die Stadt »rcuien Vcrnunst". Hksaß. Der Privatdorcnt an der Kaiser Wilhelmsilvemiät in Straßburg, vr. Samuel Landauer, ist i» Bibliothekar an der kaiserlichen Univrrsitäts- und Landeslllolhrk daselbst ernannt worden. tzksah. Nicht eine», sondern zwei deutsche Rabbincn I das Elsaß jetzt. Herr vr. Goldstein, bisher in irmenach, ist i» Muyig. Herr vr. Lerner in Wintzrnhcim gestellt. Und die Hofsnung auf die 18 Seminaristen in lmar. daß sie die Anstellung von Deutsche» überflüssig che» werden, dürste in soweit trügen, al« ihr Lehrer r. Wolf) auch — ein Deutscher ist!! I» Hegenheim verstarb am 27. April der als liberal ailiile Rabbiner Moses Nord man». Mie», 26. Mai. Im Bezirk Mariahilf ist trotz der ßloscsle» antisemit. Agitation der liberale Candidat Neuber >en den Antisemiten Pattai gewühlt worden. Nell. Im antisemitische» Lager Ungarn» ist heiliger Konflikt aiSgebrochen; die bisherigen anti- Mischen Führer befehden sich in Journalen und Wahlsammlungen aus da« Schärfste. Arantreich. Im obersten Schulrathe ist kein Jude. » Gesetz hat diesen Rath latcisirt. Aber die kathol. und iieii. theolog. Facultäten sind darin vertreten. — Auch Zweite der Abbä'S Ratisbonne ist, und zwar in Jerusalem, IoiIhu?«iU. Unter 48 definitiven GemeinderathSwahlen . trafen 5 (wie Arch. i«r. so treffend sagt) (2) wirkliche (3) AbstammungS-Juden. Auch die franz. Choleraexpedition hat von der Akademie einen Preis von je 2500 Frc«. für jede« Mitglied erhalten, (vr. Strauß, ein Mitglied, ist Jude). M«ri». BaerGoldberg ist am 9. Mai hier im Alter von 85 Jahren gestorben. Seine Edition de« Scherira-Brirfe« und sein« sonstigen gelehrten Arbeiten sichern ihm ein dauerndes Gedenken. (Sein Enkelsohn hat ein Portrait im Salon von 1884 ausgestellt.) (Arch. isr.) Muri« Herr Pastor Moritz Berne« hat in der Gesellschaft für jüd. Wissenschaft einen sehr gelehrten Bortrag übn die jüdischen Apokalypsen vor einem — dem Gegenstände de« Vortrag« entsprechenden — kleinem Publikum gehalten, der sehr angesprochen hat. Loudo«. Herr Georg Peixot t», Sohn de« ehemaligen amrrik. Agenten in Rumänien, hat 2 Bilder de« Cardinal Manning, eines für das Srininar in HammerSwith, da« ankere für das hl. Karlscollegium hier, gemalt. Madrid. Pater Mon ist in einer Predigt, welche auSschlirßliih von Damen der hohen Madrider Aristoeratie besucht war. heftig gegen die Juden loSgezogrn und hat e« namentlich getadelt, daß die hohen Herrschaften bei einem Juden (bei Bauer, dem Repräsentanten de« Hause« Rothschild in der 'panischen Hauptstadt) getanzt haben. Diese Predigt erregte am Hofe große Sensation, so daß das Ministerium sich gezivungen sah. zu veranlassen, daß Pater Mon »och am selben Tage Madrid verlasse. (Die Zeiten haben sich geändert, selbst auch in Spanien). Hinkte». Die Schenkung de» Herrn A. Sabatino, Pclegriuv und R. Roselli, sowie der Frau Birgina Mi oll an die jüd. Gemeinde Livorno, bestehend au» einer Jahresiente von 1191 Lire (952 Mark) zu Stipendien für arme junge Israeliten au» Livorno oder welche in Rom geboren in Livorno wohnen und sich in Wissenschaft, Kunst oder Litteratur ausbilde», hat die königliche Genehmigung erhaltet. (Arch. isr.) In Mouaco starb in voriger Woche der jüdische Mann der berühmten katholischen Schauspielerin Judic. Die Kinder ind alsJudcn erzogen! „Arch. isr." rügt es mit Recht, daß bei der Beerdigung des Galten der MadameIudie, welcher in der Famili.'iigrust seiner Frau (so recht le m&ri de aa femme bi» in« Grad hinein) aus dein katholischen Thcile des Montmartre beigcsetzt worden ist, ein Rabbiner und der Synagogen- Ehor sunctionirt hat. Angesicht« der Embleme einer anderen Rcligirn ist die« Functiviiiren eine Entwürdigung seiner selbst und eine Beleidigung Anderer.*) Der Vorschlag verdient vollste Beachtung, in ähnlichen Fällen des Ritual am Eingänge des Friedhofs zu absolviren. Zkgter. Herr Schalom Fassinv hat dem Civil» hospinl von Mustapha 4 complette Betten nebst allem Zubehör geschenkt. — Bewundert wird die Handlungsweise des Herrn Hamand in El Affrain, der nicht allein die Kosten der B>erdigung eines früheren (katholischen) Commis trug, sondern auch die Reisekosten der zur Beerdigung Fahrenden zahlte und der Wittwc eine Pension giebl. (Alles umsonst — man rerzeiht es euch nicht, daß ihr keine Bettler seid!) In Algier sind trotz dem dort Wurzel faxenden Antisemitir mus nicht wenige Juden zu Stadträihen gewählt worden. Most«». Herr Josua Zeit!in hat 1000 Rubel zum Fond« einer jüd. Volksküche und 500 Rubel für den Montefiorescnds zur Colonisation Palästina» geschickt. sfrzer»«. Da« armenische Blatt »TarmuS" hat in einem Haß gegen die Türken sprühenden Artikel die Armenier aufgeiufen, Palästina den Türken zu entreißen und ein armen. Rc ch dort zu begründe». Dafür ist das Blatt verboten worden. Marocco. Die Preisvertheilung in der jüdischen Müdcl^nschule zu Tanger ist zu einem politischen Schauspiele umgestaltet worden. Die Frau des franz. Ministerresioei.ten Madame Ordega glänzte dabei in erster Reihe. *) Da« Factum wirb van anderer Selie de«avoutrl. (Red.)