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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 21. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 21.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Unft, daß jene Schilderung sich durch«»« nicht auf d>e Kamsonschule in Wolfenvüttel" bezieht, die wie wir kit dem jüngst empfangenen Jahresbericht ersehen, dem ttigiösrn und hebräischen Unterrichte eine genügend au«- »ichende Stundenzahl widmet und auch für die praktische keligionSübung der Zöglinge sorgt. Wir kommen auf den lahre»bericht noch zurück. l Bezüglich der die Rabbinerwahl betreffenden Korrespondenz ^,1 Rotterdam in voriger Rümmer erfahren wir nachträglich, iiß der auf der engeren Wahl befindliche Kandidat au« terlin — Herr Dr. L. Stein — seine Beiverbung zurückezogen habe. Äerkl», 6. Mai. Heute, am Stiftungstage der ,Lehrnstält für die Wissenschaft de« Judenthum«", urde Herr vr. Joel Müller au» Wien in sein Amt al« Dozent in dem talmudischen Fache ringesührt Nach den fnnzipien, welche er in einer länarren Antrittsrede kund |at, ist ein gedeihlicher Erfolg seiner Thätigkeit wohl voraus > jeden. Aeußetti», lv. Mai. Kaufmann Fl ater ist von dem migcn Schöffengericht in dem gegen ihn au» Anlaß kr Unruhen in Neustrttin eröffnten Strafverfahren freies p rochen worden. E« ist durch die Zeugenvernehmung sige,'teilt, daß au» dem Hause, in welchem Flater wohnt, deine geworfen worden sind. E» wurde jedoch nicht erlesen. wer die Steine au« dem Hause Flater« geworfen hat. Au» ütrfmftt, 13. Mai. berichtet ferner die »Danziger >g.": Seit gestern weilt der Kriminal-KommissariuS Hoest i» Berlin in unseren Mauern. E» handelt sich um Er- »ticlungen in Betreff de» Morde» an dem Knaben Eybula I Lkurrz und Vernehmung von Zeugen, die zur Zeit de» iorde» in Skurrz antvesend gewesen. Der Thal verdächtig U jetzt ein Fleischer katholischer Konfession sein, der in inen, Aeußeren mit Josefsohn große Aehnlichkcit haben soll, de »Danz. Ztg" bemerkt: .Wie un» privatim mitgrtheilt >rd, waren in Skurcz eine Anzahl Gendarmen zusammenkzogrn, d»r man in Folge der neueste» Entdeckungen dort sthrscheinlich tumultuarische Szenen befürchtet hat. Irdenst» haben dir jetzigen Vorgänge gezeigt, daß die reaktionären ,d antisemitischm Organe, welche gegen die »Danz. Ztg." j» Protektor!» de» Judenthum» eiferten, in ihrem blinden tdereiser wieder einmal Gespenster gesehen haben". Mte«. Der Schauspieler Anton Ascher hat in seinem Momente auch verschiedene jüdische Institute bedacht. Er endete der hiesigen isr. Gemeinde 3000 fl. zu einer Wohläiigkeitsstiftung. die ewig seinen Namen führen soll; der rael,tischen Kultusgemeinde seiner Vaterstadt Dresden >00 M. zur Gründung einer WohlthätigkeitSstiftung, die n Namen seiner Mutter zu führen hat; dem Verein shevra Kadischa" in Wien 200 fl.; dem jüdischen Taubimmcninstitut 300 fl.; dem jüdischen Waisenhause 300 fl. Nest. Der Haupttreffer der israelitischen MädchenstscnhauS-Loose im Werthe von 2000 fl. wurde von Herrn »pold W. Heidlberg hier gewonnen. Derselbe verzichtete er in hochherziger Weise auf die AuSfolgung desselben und dvhle »och durch eine weitere Spende von 1000 fl. diese umme auf 3000 fl. al» WaisenhauS-Stiftung zum Andenken > feine verdorbene Tochter Frau Emilie Mauthner.! Au» H««cz«z wird vom 14. d». Mt», gemeldet. Die hier meuchlings ermordeten sechs Personen sind der Schänker d Krämer Leser Tennenhau». seine Frau Hanni, seine luiter Sophie, sein sechsjähriger Sohn Mose», sein fünfziger Sohn Thune und da» jüdische Dienstmädchen Sophie fünfrld. Geraubt wurden 300 Gulden: andere Sachen P™ unberührt. Alle Personen ivurden während de» stlafes ,n den Betten ermordet. Die Mordinstrumente stm ein Hacke und ein große» Messer. Der achtjährige P>n Israel schlief mit der Großmutter; er hatte sich im versteckt und blieb von den Mördern unbemerkt, prrschn. Die Aussagen diese» Kinde« sind undeutlich. "" wird nach denselben die Mörder kaum konstatiren können. BezirkSrichter Hanik, die Gerichtsbeamten und SicherheitSorganr geben sich alle erdenkliche Mühe, um die Thäter zu eru rrn. Vorläufig wurden mehrere verdächtige Individuen verhaftet. E« liegen aber keine positiven Spuren vor. Tennenhau« »xu Hausbesitzer. Da« Hau«, in welchem um ö Uhr Früh!>er Raubmord verübt wurde, befindet sich nächst der Kirche. Von Zürich wird in jüdisch.russischen Blättern Unglaubliche« berichte», da« wir nur um deswillen aufnehmen, um dir dortigen Gemeinde Gelegenheit zu einem Dementi zu grbm. Im März soll dort ein junger russischer Student, jüd. Herkunft, gestorben sein und trotz der an den Vorstand gelang:en Bitte wurden die Ritualien nicht vollzogen. Nur der S)nagoge»diener verrichtete ein kurze« Gebet und ließ die Leche einscharren. Al« dann noch zwei jüd. Studenten starker, weigerte sich die Chewra Kaddiaoha abermal», sich m.t ihnen zu beschäftigen, weil man für die Armen Nicht» bezahlen konnte. Darauf wandten die Kommilitonen de« Verstorbenen sich an die christl. Gemeinde, welche den jüdischen Studenten eine ehrenvolle Bestattung bereitete! eh»«*». Die Antisemiten haben Stöcker« — verunglückte — Reden, Text und englische Ucbrrsetzung al« Broschüre edirt, um durch sie gegen die Juden Propaganda zu mc.chen. — Dagegen sind die eng'ischen Israeliten (die sich Abkömmlinge der 10 Stämme nennen) sehr entrüstet, daß der Sultan ihr Gesuch, einen neuen Tempel in Jerusalem bauen zu dürfen, nicht beantwortet. «toudo». Die hiesige jüdische Gemeinde verstrht e». die Dienste ihrer Beamten zu belohnen. Die Verwaltung der vi reinigten Synagogen hat beschlossen, Herrn A. Barnett, ersten Kantor der neuen Synagoge, nach 43 Dienstjahren eine IahreSpension von 300 Pfund (6000 M.) zu gewähren. .Limerit (Irland). Dir Unruhe» gegen oie Geflügel schlacktenden Juden haben sich erneut und sind dadurch gesteigert worden, daß Einer der Juden nicht einmal englifch sprechen kan». Leffaraöie». Jüngst sind 2 junge Leute au« Skulien nach Palästina gereist, um für 10 Familien Land zu kaufen. — Ir Saroka hat ein Jude an Edelleute ein GeschäftSlokal vermi kthet, in welchem diese einen Bazar aller möglichen Waaren rröffnetcn, um die wohnenden Juden künden- und brodln» zu machen. (Da habt Ihr in grellster Beleuchtung, wie unwahr all die Redensarten über den festen Zusammenhang de» .Kahal" sind. Wenn auch nur eine Spur solchen Zusammenhänge» existirte. könnte eine solche schandbare Dummheit nicht Vorkommen.) Zn Odessa ist ein Jude, der nach der Taufe sich wieder zum Judenthum bekannt hat. (er ist, wie er behauptet, in der Trunkenheit getauft worden) voin Gerichte unter Kuratel gestellt und christlichen Priestern zur Belehrung übergeben word'u! Mariampol, 8. Mai. Da» Bezirksgericht hat von den wegen der Ausschreitungen gegen die Juden in Preny Angeklagten 21 für schuldig erkannt, dieselben sollen jedoch auf Grund de» Manifestes vom 27. Mai v. I. von der Sttafc befreit bleiben; weitere 19 Angeklagte wurden freigesprochen. Aanstanlinapek. Am 8. Tage Pessach i>t Josef Krieger Effrndi (unseren Lesern Nachwahl bekannt au» seine, Thätigkeit als Sekretair des Pascha von Jerusalem) vom Sultan zum politischen Direktor Macedonicn« ernannt worden. Sein Amtssitz ist Salonichi. Zur zweiten Rangklaffe erhoben hat er auch einen hohen Orden erhallen. — Nach dem ^Moniteur Orient." ist der Hauptgehilfe de» Madi ein Denoisch, der einst Jude gewesen ,s». Smyr»«. Entführungen jüd. Mädck)en, Uclvrredung oder Zwang zum Ueberlritt zur moham. Religon, beunruhigen unsere Gemeinde. Jüngst wurde von einem Türken ein jüd. Mädchen ihrem Vater aus der Straße entrissen durch Bediohung mit Schußwaffen und Verwundung de» Vater«. Die Ortspolizei schweigt gegenüber allen Klagen. Die Gemeind« gedenkt sich an den Sultan zu wenden. (Jöw. Chron.)

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