Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 20.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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T" 1 fWM'P'A'i' Mz'slN- . a,7V Dr Adler» Lasse!. Rabbiner Dr. Hr««k - L ö l n. Oberrabbiner Dr. Horo»itz»Lrefeld. Rabbiner Dr. Weraer! Danzig. Landrabbiner Dr LaadSberaer - Darmstadt Oderrabbiner 0e. Landau - Dresden. Landrabbineri vr.Bnchbolz-Emden. -Rabbiner vr. Plant-Frankfurt a. M. Rabbiner De. LSwea«ePer - Frankfu rt a. LI Rabbiner Dr.Sktppner - Glogau O.-S. Landrabbiner Dr.8ro«e«an«-Hannover. Landrabdiner l)r. 8«tt«an»I Hildesheim. Rabbiner vr Bamberger - Königsberg i-Pr. Distriktsrabbiner Dr. Krünedau« - Landarl Rabbiner De. Goldfcbmidt-Leipzig. Rabbiner Dr. Baeck-Lissa. Rabbiner De. Akahmer - Magdeburg KreiSrabbiner vr Salfeld - Mainz. «ladtrabbiner -Dr. Ste«kel«aäber -Mannheim. Landrabdiner vr. DeffauerI Meiningen. Rabbiner vr. A1e«li«b-Nürnberg. Rabbiner De. For«ste«ber »O i f e n b a ch Landrabbi,ml Dr. Klück-Olden bürg. Rabbiner Dr. Eodu » Potsdam. Rabbiner vr. Vlocd > Posen. Landrabbinnl Dr. Feilcbenfeld - Schwerin i. Mcklbg. Rabbiner Dr. Vogelstei« - Stettin Landrabbiner Dr. Hamburger! Strelitz i.Mcklbg. Kirchenrath De. Wasser««»»-Stuttgart. Rabbiner Dr. Oppenheim-Thor». Obers rabbiner Dr. Luckermandel- Trier. Rabbiner Dr. Silberstein - Wiesbaden. Rabbiner vr. Stein-Worm»! Der Entwurs der Erklärung ad I. lautet: DaS Gebot der Nächstenliebe, welche» im 3. Buch Moses, Eap. 19, B. 18 mit den Worten: „Und du sollst lieben deinen Nächsten wie dich selbst, ich bin der Ewige!" verkündet wird, bezieht sich nicht allein auf den Stamme«- oder Glaubensgenossen, sondern ist. ebenso wie da» bafelbft| Eap. 24, B 22 verkündete Gebot der Gerechtigkeit: „Ein Recht sei euch, der Fremde sei wie der Eingeborene, denn ich bin der Ewige, euer Gott!" alS ein uneingeschränkte«, alle Menschen umfassendes Gebot anzusrhen. Jeder, der sein Mcnschenthum darin bekundet, daß er Gerechtigkeit übt, Liebe bethätigl und in Demuth wandeltI vor Gott, gilt den» Judenthum, auch ivenn er in einein anderen Bekenntnisse geboren ist. al» theilhaftig der ewige»! Seligkeit, »ach dem Spruche R. Josua«: „Auch die Frommen der Völker haben Antheil an der ewigen Seligkeit." Diese Lehrsätze sind die Grundbestimmungen für die interkonfessionelle Stellung de« Judenthum«. Wen» | indessen dem gegenüber in dem ausgedehnten jüdischen Schristthnme Aussprüche sich vorftndrn. ivelche sich nicht z»I dieser idealen Höhe erhebe», so sind dieselben als Meinungen Einzelner zu betrachten. ivelche durch den Druck der Zeiten! hrrvorgerufen wurden, und welch« keine verbindende Kraft besitzen. Gericht» und Corrrlporrderrzen. Deutschland. Zaagdelurg. In Nr. 28 de« „Hameliz" werden wir von einem gewissen Herrn Fricdbcrg aus Petersburg ganz fürchterlich mitgenommen, »tzeil wir in Nr. 14 gezeigt haben, dah die Antipathie gegen dir Besiedelung Palästina'« durch da« Benehmen von Maulhelden, die grosse Redensarten im Munde. Rosinen im Kopfe, aber keine Lust zu ausdauernder Arbeit haben, nur gesteigert werden kann! Natürlich müssen wir deswcgen „Gegner der Eolonijation" sein, au» Furcht, daß diese nationale Bewegung un« in unserer bürgerlichen Gleichstellung beeinträchtigen könnte. (Die grobe Reverenz vor den Leitern der Alliance würde wohl auch nicht gemacht worden sein, wenn der Märzbericht mit seiner Warnung vor der Eolonifation früher erschienen wäre!) Und wir sind nie so weit in unsrrm Abraihen gegangen, wie die — jedenfalls besser und sorgfältiger unterrichtete — Alliance. Wir haben Jedem, der auf eigene Kosten und Gefahr dahingehen wollte, da« Land der Bäter zu bcsiedeln, dort Fabriken anzulegen u. s. s-, unseren Segen, unsere besten Wünsche mitgegeben. Wir fordern ferner, daß man die Ehalukagrlder immer mehr und mehr zur Ansiedelung der im Lande schon Lebenden und zum Schaffen von Beschäftigung für dieselben verwende! Aber wir halten e« für Sünde und Schande, vab man arme, gutgläubige Menschen in'» Elend verlockt durch trügerisch« Schilderungen; das, man besitzlose und arbeit«. unfähige Leutc »ach Palästina führt, dort da» Proletariat zu mehren. Wer sich selbst zum Opfer bringt, so ungefähr glben wir schon einmal gesagt, der mag wenigsten» da» ewußtsein haben, für eine heilige Sache unterzugehe» — aber die Verleiteten werde» mit einem Fluche aus den Lippen sterben, eincm Fluche gegen die. ivelche sie in'« Elend geführt haben! — Seid vorsichtig, vorsichtig in euren Schilderungen, vorsichtig in euren Angriffen. Auf die wirre, nicht zu einander Gehörige« aneinanderfügende Abwehr unserer sachgemäßen Darstellung einzugehen, haben wir gar keine >iRranlassung. Denn da« Selbstverständliche, daß nur solche Glaubensgenossen jetzt sich nach Palästina (wir fügen hinzu: ebenso nach Amerika, wo sie, wenn nicht als Ackerbauer, so doch al» Handwerker oder Pedlar ihr Brod finden) retten, welche in Ländern leben, wo sie de« Glaubenwillen gedrückt I und geknechtrt sind, haben wir schon oft genug hervorgehoben! Aber hört Ihr'» euch nicht zuschallen: Sind denn keine Gräber in Rußland und Rumänien? Und unter euch ift| doch kein Gottgesandter, kein Mose«? PerN» Die hiesige „Bolk-zeitung" entnimmt der! „Franks. Ztg." Nachstehende«: Im Berlage eine« Karl Theine in Minden in Wcstfalen erscheint rin „Illustrikter deutscher Armee-Kalender", dessen Jahrgang 1881 mir vorliegt. Der Kalender ist. wie er auf seinem Titelblatte | bemerkt, „nach amtlichen Quellen bearbeitet". Und >va» enthält nun dieser approbirte Kalender? De«! miserabelsten Antisemitismus, in einer Art und Weise geboten. | wie sie selbst Henrici — Stöcker und Wagner sind im Be» gleiche damit Anstandsheldcn — in seiner Blüthenperivdr | nicht zur Verfügung stand. Hier eine poetische Probe: ,Wa» schmied'st Du Schmied? Wa» schaffst Du, Bauer? Ich psliige da» Ield Und stle und sarg', daß e» nähre die Welt. Du. Bergmann? Ich drech' au» der Ielsen Herz Di« wdrmende Kohle, da» nützliche Erz. Wa» schaffst Du, Seemann? Bon sremdem Land Biel Schätze sahr' Ich »um heimischen Strand. Wa» schaffst Du. Meister? In Sonnenglut Wölb' ich da« Dach, wo Dein Haupt au»ruhl. Wa» schaff'st Du, Jude? Ich spreche tluch Hohn Und verlache der schwieligen Arbeit Loh». Der Schacher, der Wucher, di« schaffen mir »Sold, Zur Arbeit halt' ich den Christen im Sold." Dazu brillante, im Genre der berliner „Wahrheit" au»-1 S«führte Holzschnitte. Ich denke, diese Probe genügt . . Inges,chl« der Verbreitu»g«n»eisc eine» solche» Buche» in unseren Kaserne» ist wohl dir Frage berechtigt, welche Früchte man sich von dieser Lektüre de, unjere» Soldaten verspricht Da« Vaterland verlangt seine Blutstruer in gleicher Weise von dem „Wucherjuden", wie von dem edlen lyermanen. In Reih' und Glied steht der Eine neben dem Andern, ist der Eine angewiesen, neben dem Andern seine Dienstjabre zu verleben, im Kriegsfälle neben ihin zu fechten und zu sterben. Will man denn dem Juden die Dienstzeit zu einer Hvllenqual