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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 18. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 18.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Iti* au« einigen Dooton« — jarii.) Indessen sind die Uot verzehrt, der Rest ist 7VW1 an. (Zank und Streit.) Man erwartet bald eine Ordnung der Gemeindevernisie. Die Regierung zögett, wahrscheinlich, weil e» einer ^ulcSarbeit bedarf, um in Galizien Ordnung zu machen, doch selbst in Wien der sel. Kuranda viel gearbeitet ausgestanden. ehe er die Dinge zu Stande gebracht hat, |rt aiigestrebt. In A««ota« (Böhmen) verbreitete sich, einer Meldung I.Rarodni Lisch" zufolge, während der jüdischen Osterttage da« Gerücht, daß der dortige jüdische Tabak-Großpt ein vermißte« Chrislcnmädchen in seinen Laden hinein- 1t und daselbst abgeschlachtet habe. Der Pöbel, dem eintet wurde, der Pächter habe da« Mädchen rrniordet, um scn Blut zu Osterbroden zu gebrauche», habe den Pächter Ilynchen gedroht, und e« sei nur mit großer Mühe ge- Igcn. die gegen die Jude» aufgebrachte Menge zu besänf- Ii,.(DaS vermißteChristenmädche» war bei dem jüdischen Tabakbsikanten im Dienst Einige Tage später, nachdem ein Bürger, Imciis Keller, der Staatsanwaltschaft angeblich verläßliche Iiihrilunge» machte, wann und wie da« Ehristcnmädchen porbrt worden und wie die Juden dessen Blut in große pfc ausgrfangc». wurde der Leichnam der Vermißte» im <» Teiche aufgesunden. Dir Unglückliche hat sich au« Lun über einen Fehltritt, dessen Folgen nicht länger mehr ^verbergen waren, selbst den Tod gegeben.) Vermischte und «eurste Nachrichten. Magdetnrg. Bei der Seelengrdächtnißfrirr am l. Tage unsere« FreihritSfrste« wurde hier auch vom bbiner der beiden verstorbenrii Vorkämpfer für die bürgrr- Freiheil und Gleichstellung ihrer Glaubensgenossen, der g. LaSker und Kura »da von der Kanzel in ehrender, e Verdienste würdigender Weise gedacht. Aerkl», 28. April. Die deutsche Kolonie in Sa» Franlo hat an dir Angehörigen de« verstorbenen Abgeordneten . LaSker eine BeileidSadresse gerichtet und von dieser resse, wie Präsident v. Levetzow beim Beginn der »gen Reichstagssitzung mittheilte, dem Reichstage eine schrift zugejcndet. chleiwitz, April. (Or.-Corr.) Am 14 d. M. fand hier c kleine Versammlung statt, welche die Errichtung einer ge de« Orden B'nai B'rith am hiesige» Orte zum Zweck ttc. Unter allgemeinem lebhaften Beifall ließ der Vorsitzende > Artikel des Herrn Rabbiner vr. K r o n e r - Brandenburg Nr. 15—16 der .Jsr. Wochenschrift" über jene Berdenittg verlesen und drückte seine besondere Besriedigung rüber au«, daß der gedachte Rabbiner mit so warmem rzen für die Sache eintrete, »vährend viele andere Rabbiner elben theilnahmslo« gegenüberständen. Herr Jacobsohn. Lehrer an der hiesigen Simultan» ule. nahm Anlaß, der Versammlung zu erklären, daß er k Ehre habe, Herrn vr. Kroncr seinen Freund nennen zu rse», und daß dieser jederzeit bereit geivesen sei. für gemeinihigk, humane Bestrebungen thatkräftig und init warmer cgcislerung einzutreten. Dem Herrn Jacobsohn stimmte Herr hier Rosrnbau.il voll und ganz bei; letzterer war eigen« dieser Versammlung aus Beuthen herübergekvmmen. kogc da» ersehnte Hochziel der Eröffnung einer Loge am esigrn Orte recht bald erreicht sein! iMaiffttetg i Pr Herr vr. Hurwitz ist zum außerdcntlichen Professor der Mathematik a» der hies. Universität nannt worden. (Herr vr. H. ist der 24jährige Sohn de« rn. Sal. Hurwitz i» HildeShrim.) Stnrcz. Der Enminalkommissariu« Höft ist wieder crl-er zurückgekehrt und setzt seine Nachforschungen in Betreff s Morde« .Eybula" fort. Au» Arü»n wird gemelvet: Arnold Bloch. Eom- >g»on der landwirthschastlichen Maschinen»Gesellschaft aurr ch Bloch, zugleich Repräsmtant der Welrnzer Anna» Dampfntühle, hat sich gestern mittelst eine« Revolverschusse« getödtet. Die Ursache oe« Selbstmorde« war Furcht und Verfolgungswahn vor Anti-Semiten. 3Fftti*. Von allen Rabbinen hat allein der von Lille. Herr Lipman, einen Hirtenbrief erlassen. E« scheint den Zeitungsberichten zufolge eine 3 »heilige Predigt zu sein. Die Einrichtung ist übrigen« allen BezirkSrabbinaten zu empfehlen. Die Predigt oder der Hirtenbrief wird von den Lehrern an" den bezüglichen Festen in den Gotteshäusern der Landgemeinden verlesen. Dadurch wird diesen die Predigt gegeben, und der Geschmack nicht verdorben. , N»«e» Selbst da« „Journal de« Debat«" hat in einer Besprechung de« Algierischeu Handels sich zu Angriffen gegen die israelitische» Kaufleute hinreißen lasse». DaS Blatt „die Normandie" hier beantwortet diesen Artikel und weist' auf de» Rothschild Algier'«, Herrn Isaak de Sadia Jai«, hier, der dir Rouennische» Gewebe zum Kostenpreise dort verkauft und dabei den eingeborenen Käufern einen bis 8 Monat« dauernden Eredit einräumt. Ihre Wechsel »imml er zu so billigem Zinsfüße a». daß die Hauptbankcn über seine Eoncurrenz klage». L»ndo«. (Or.-Eorr.) Da« „Jew. Ehron." vom l l. April berichtet sehr anerkennend über einen Bottrag, den Herr vr.EhotznervorKurzrmim Saale der,Society of Biblical Arohaoology“ über .die Stellung de« jüd. Weibe« im bibl. Alterthum" gehalten hat. Daß diese gelchttc Gesellschaft, die au« fast lauter Ni chtj »den belicht, eine hervorragende Stelluna im Landc einnimmt, beweist der Umstand, daß unser Premirr-Minister, W. Gladstonc, Vice- Präsidcnt derselbe» ist. II «Limerick (Irland) — also meldet die .Köln. Zeit." — hatten sich sechs Arbeiter vor dem Polizeirichter zu verantworten, tveil sie das Hau« eine« Juden, Namens Leib Sein« thcilwrise zerstört und diesen selbst mißhandelt hatten. Leib, welcher erklärte, vor Schrecken beinahe gestorben zu sein, wußte keine» Grund anzugeben, wodurch er sich den Unwillen der Volksniasscn zugrzogen hätte. Der Polizei» Inspektor sagte jidoch. daß in dem Hofe de« Leib Geflügel bei lebendigem Leibe mit Messerstichen verwundet worden sei, um Blut für da« Osterfest zu gewinnen. (Jedenfalls sollte daS Blut nicht gewonnen, sonder» lediglich entfernt werden. Und fügen wir (R. d. W.) hinzu, nicht durch Stiche, sonderr durch einen Schnitt!) Dies habe die Nachbarn wider bot Juden aufgebracht, worauf e« am Sonntag Abend zu Ausschrcitungrn gekommen sei. Der Bürgermeister' erklätte, er weide derartige schmähliche Gcwaltthaten unter keiner Bedingung dulden. Die Schlachtung von Hühnern sei nicht strafbaalle Hühner, welche die Ehristen ätzen, müßten auch geschlachtet werden, und doch versetze die« Niemand in Aufregung. Den armen Juden müßte Schutz gewährt werden. Zwei der Angeklagten wurden zu einem Monat Haft mit Zwangsarbeit veruttheilt. Die übrigen aber gegen Bürgschaft auf freien Fuß gesetzt. In Mckkyst«t soll ei» neue« Progymnasium errichtet werden. Jede Actie von 25V Rubel (200 solche sollen au«- gcgebeu werden) berechtigt zum Bringen eines Schüler«. — An Inden dürfen nur 15'/, der Aktien gegeben und nur soviel Schüler ausgenommen werden! .Hameliz" räth natürlich vr» jeder Betheiligung ab und fordert »ur Begründung eine« eigenen Progymnasium« oder einer Realschule (wofür er die Genehmigung de« Eultu-minister« sicher erwartet) auf. — Ein von einem getauften Juden geleitete- Blatt warnt davor, Juden (getaufte?) al« Geschworene zuzulassen. In Aifki« hatte man versucht vor Peßach wieder eine Blutkx'schuldigung in'« Werk zu setzen. Au« dem Schlachthause eine« Metzger« wollten Viele verdächtige Klagelautr gchört haben. Da» Volk war auf's Aeußcrste erregt — doch der Einfluß einerrchtschaffeuen Richter«, der genau unterstchen ließ und in eindringlicher Weise dein Volke den Mangel aller Verdachtsmomente klar stellte, ließ da« Plänchen zu Nichte werden.

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