Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 17.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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m — ISO — in d«n ersten Trauermonat und wir würden den betreffenden Herren Vorschläge», dir Festseier vielleicht bi» zu unserem Schowuau»feste resp. Roschchodesch Giwan, Sonntag, den 26. Mai, zu vertagen. Wir bitten um baldgef. Benachrichtigung. Rd.) Werkln. Herr vr Lew in. der vor einiger Zeit da« Rabbinat in Nürnberg au» freien Stücken niedergelegt und eine Reise nach Spanien zu wissenschaftlichen Zwecken unternommen hatte, ist nunmehr zum Prediger an der hiesige» Reformgemeindr angrstellt worden. Al» brmerkenSwerth ist ferner mitzuthrilcn. daß »cuerding» in den Lehrplan der Religion»schule der Rcformgcmeinde da» Hebräische aufgenommen worden ist. man hat sich doch überzeugt, daß ein blo« deutscher Gottesdienst mit der Zeit doch durch seine Monotonie sehr viel an ErbauungSkraft einbüßt. (Die» mögen sich alle, die in einem Gottesdienst in purer deutscher Sprache ihr Eultus-Jdeal erblicke», gesagt sein lassen.) Wrandentnrg n. » K., 21. April. (Or.-Eorr.) Unter Bezugnahme auf den Artikel au» Württemberg in Nr. 16—16 der ,J»r. Wochenschr." danke ich dem gesch. Herrn Korrespondenten verbindlichst für die qu. Berichtigung. Die Differenz zwischen der Wirksamkeit an einem Orte mit zweitausend Einwohnern — Munderkingen — und derjenigen an einem Orte mit anderthalbtauscnd Einwohnern — Mün» singen — erscheint allerdings wenig erheblich. Die Berichtigung gewinnt jedoch Bedeutung in Betracht des Umstande», daß mir von einem befreundeten christlichen Journalisten au» Württemberg mitgetheilr wurde. die Hyperorthodoxie de» Herrn Prof. vr. Nestle sei dort offenkundig, von dessen früherer Wirksamkeit al» Helfer in Munder» kingen aber sei ihm und seinen württembcrgischeu Freunde» sehr wenig bekannt. ES gehr daraus hervor, daß man selbst in nächster Nähe de» Herrn Restle von seiner früher» Helferfunction gar wenig weiß. Die» lediglich wollte ich i» dem betr. Passus meiner „Offenen Antwort" (Nr. 14 des Litt.-Bl.) bemerken und finde e» nun bestätigt. vr. Sh. 9t**S**« Unfcrt drei hiesigen ReiimonSschulen haben ihre vffentsichen Prüfungen abgehaltcn und Jahresberichte veröffentlicht. Die unter Rabbiner vr. JoSl» Leitung stehende Schule war am zahlreichsten besucht, sie hatte am Schluß de» Schuljahre» 443 Zögl'nge. an ihr wirken außer dem genannten Dirigenten al» Lehrkräfte die HH. vr. Kn oller, Held und Winter. Die andere ReligionSunlerrichtSanstalt der Gemeinde zählte 298 Schüler und Schülerinnen. die vom Dirigenten Herrn vr. Samuelsohn und den Herren vr. Seligmann und Gradenwitz unterrichtet wurden. — Die „Hebr. Unterrichtsanstalt* de» Herrn Rabbiner vr. P. Neustadt wir» 181 Schüler auf; an derselben wird in den oberen Klaffen Mischna und Talmud gelehrt, und besondere Sorgfalt auf Einüben der Liturgie (Borbeten) verwendet und Schulgortesdienst abgehalte». Die Einnahmen betrugen 3230 M., die Ausgaben 3204 M. Wann. Die dies. Religionsschule nimmt unter der Leitung de« Herrn Rabb. vr. F. Lohn einen sehr erfreulichen Aufschwung, und wird von den wärmsten Sympathien der Gemeindemitglieder gefördert, die die» durch ihren zahlreichen Besuch bei der jüngst abgrhaltenen öffentlichen Prüfung documentirten. Seit dem Beginn de» Schuljahre» 1883 nahm der i»raelittsche Religionsunterricht im Königlichen Gymnasium, ia der höheren Bürgerschule und der mit derselben verbundenen Städtischen Vorschule, sowie in der höheren Töchterschule seinen Anfang. Der Religionsschule verblieb somit, außer den Lehrgegenständen de« Hebräischen (Lesen, Schreiben, Grammattk, Gebet- und Bibelübersctzen), der Religion»- und biblische Geschichtsunterricht nur für dir den vorerwähnten Anstalten nicht angehörenden Zöglinge. Die Zahl derselben belief sich, 70 (40 Knab u. 30 Mäd.); im Ganzen erhielte» 102 (80 Schüler u. 82 Schülerinnen) vom Rabbiner Religioo»untrrrichl. Hresden. Der Verwaltung»- u. Rechenschast»-Bericht der Gemeinde pro 1883 ist erschienen. Rach demselben hat die Gemeinde 417 stimmberechtigte Mitglieder. Im Laufe de» Jahre» wurden geboren 42 (17 Knab., 28 Mäd.), starben 82 (28 männl. 27 weibl.), heiratheten 12 Paare. Die Eultu«. steuer war auf 17,000 M. normirt. Die Religion»schule, au» 4 Knaben- und 4 Mädchenklaffen bestehend, wurde vo» 130 (89 Knab. 81 Mädch.) besucht, es wird rin monatliche Schulgeld von 2 M. für Geschwister k 1 M erhoben. Dir Jahre».Rechnung ergicbt eine Einnahme vo» 39,885 M und eine Ausgabe von 38,498. Unter de» Einnahinen figurin ein Posten al» Zuschuß vom EultuSministerium 51 v M. In existirt ein JugrndbildungS-Berri» „Beth- Hamidrasch", über dessen Thätigkeit der erste Jahresbericht Nähere» mittheilt. Er hat e« sich zur Aufgabe gestellt, zu nächst die Jugend und sodann auch die Erwachsenen über da» Judenthum aufzuklärrn. Der Verein hat eine große Anzahl von Büchern angeschafft, die, sei es an die Jugend, sei eS an da» reifere Alter sich wenden und sämmtlich in einem populären Stil geschrieben sind. Hauptsächlich ist die Unterhaltungslektüre vertreten, weil die ineisten am liebsten sich unterrichten lassen, »venn fic bobci auch unterhalten iverden; aber auch die wissenschaftliche Litteratur ist nicht vcrgesicn worden. Sodann sind Leseabende eingerichtet worden, a» denen jüd. Zeitschriften, jüngst erschienene Broschüren u. a. m. auSlicge». Diese ganze löbliche Einrichtung kann anderen Gemeinden zur Nachahmung empfohlen werden. Mau kann in unserer Zeit nicht genug zur Verbreitung einer richtigen Kenntnis des Judenthum» bei den Juden thun und die Heranwachsende Jugend muß besonder« in» Auge gefaßt werden. Pcknziß. Der „Danz. Ztg." zufolge sind vor einige» Tagen der verhaftete Kaufmann Boß und dessen Sohn aus Skurcz wieder au» der Untersuchungshaft entlassen worden, da sich ihre Unschuld ergeben haben soll; dagegen befindet sich der Handelsmann Josephsohn nach wie vor in Untersuchungshaft. Der Eriminateommiffarius Hocft hat Skurcz bereit» wieder verlaffe», da cS auch ihm nicht möglich gewesen. Licht in das Dunkel zu bringen. Au« Meifenßei« (Rcg.-Bez. Koblenz) wird ein AK antisemitischen BandaliSmuS gemeldet. In einer Nacht wurden eiserne Treppengeländer. Zäune und Gitter, welche zu jüdischen Häusern und Besitzungen gehörten, abgebrochen. auSgeriffen und verschleppt. Wenn die Polizei die Thäter suchen will (eS muh eine ganze Gesellschaft von arischer Br geisterung Erfüllter gewesen sein) so muß sie ihr Späheraugc auf Angehöriae der sogenannten „guten Gesellschaft" richte». Aiifergknnlern» 12. April. In Weitersweiler feuerte gestern Nachmittag wahrend de» israelitischen Gottesdienstes ein Geisteskranker, Namens Blum, mehrere Revolverschüsse ab, wodurch drei der Anwesende» schwer verwundet wurden. IN je». Herr vr. Alfred Stern bereitet ein Werk über die jüd. Katakomben in Rom vor. Wnrls. Ein kaum 32 Jahre alter, unvrchriratheter Buchhändler, Josef Baer. Direktor der großen Encyclopaedic hat sich entleibt. Der Grund soll in Familienkummer zu suchen sein. — In Rimes ist der neue Rabbiner Herr Salomon Kahn, früher in Vichy, installirt worden. Eine Baukommission, welcher die beiden Herren Ober-Rabbiner angehören, hat die Verlegung und Ncuemrichtung der Mikwa in da» Gebäude, ivrlche» der Gesellschaft der talmudischen Studien gekört, beschlossen. Die Koste» sollen durch Zeichnungen gedeckt werden, welche zum Theil schon erfolgt sind. (Arch. i»r.) Kdintnrg. Anläßlich der 300 jährige» Jubelfeier der hirsigm Universität wurde die Ehrenpromotion auch dem Herrn Professor vr. G. Goldschmidt in Berlin zu Theil. verautworUicher Redaeteur vr. Rahmer, Magdeburg. Druck vo» D. L. 8»ff, Magdeburg. Vertag von Robert Kries«, Leipzig.