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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 14. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 14.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 111 — |(nb 8 Araber Hilfe leisten. Weizen, Gerste, Linsen sind h, ein 1 Meter tiefer und ebenso breiter Graben wird ganze Besitzthum geschlagen und mit Kaktu» bepflanzt. ^Sommer wird mit der Aussaat von Durrha, Kartoffeln Irgl. vorgrgangen werden. „Auch dem Vereine Prssach Ljt} hat Herr Hirsch eine große Wohlthal erwiesen, über [n«f| nicht gesprochen werden kann." So weit Herr \i. Wenn seine Gegner so über ihn Zeugniß geben, so der Herr die Schmähungen als Segnungen hinnehmen! wermischte und neueste Nachrichten. I Magdeburg, 26. März. Wir sind in der Lage unfern latzlen Lesern mittheilrn zu können, daß zu Oster» d. I». Irr jüdischen Taubstummenanstalt zu Fürstenwalde zwei I, siel len vacant werden. Meldungen sind an da» In» de» Dcutsch-Jsr.-Gcmciiidcbundcs (Berlin. 2>giS- Idnr 5) zu richte». I Magdeburg. In einem Artikel der .Boss. Zeit." Ili Paulus Cassel die schon so viel Elend angemabenden Spielhöllen Monaco'», deren Besitzer, der Fürst Monaco, augenblicklich in Berlin weilt. Der Prediger der biuskirche sagt u. a.: „Wenn an der Stelle de» Fürsten len figurirten, die da» Spirllmu» srukiificicten. um Ir» zu reden, würden tugendhastc Leute Europa'» (Herr I. Cassel zählt gewiß zu diesen die Stöcker, die Eremer re.) I längst einen Schrei de» Entsetzen» ausgestoßcn haben"'? Habkeuz. (Or.-Eorr) Sie werden, geehrter Herr Redakteur, sowohl der Ehre der Tobten, al» der Ehre der Lcl>endcn in. mir noch einmal auf unsere unvergcßliche Frau Amalie mchmidt in diesen Blätter» zurückzukommcn gestatten. Trauer um ihr Hi»scheiden hat sich weit über den Iilienkrei», die Thcilnahme weit über unsere Gemeinde unsere Stadt hinaus erstreckt. Auch Se. Majestät der!>ser, der sie im Leben so ost huldvoll geehrt hat, ließ i> ei» Telegramm de» Gchcimrathe« Bork vom 30. Januar er. Jamilie die allerhöchste Tllcilnahme au»spreck)en. Die terbliebeiirn haben, da» Andenken der ivohlthüttgen Mutter nd. reiche Spenden an die städtischen und Gemeindearmen h »nt Oberbürgermeister und die BereinSvorstände Der» en lasse». ^leuftelti», 25». März. Unmittelbar vor dem AuS» len de» noch hier stehrndeil Militärkommando'» i Köslin ist der Befehl cingetrosien, daß dasselbe vor Hand mich »i Neuslcttin belassen werde» solle. E» in demnach, als ob die Behörde» Ursache haben müssen, Ruhe, tvelche bei un» eingckehrt zu sein scheint, vor der >d noch nicht allzusehr zu trauen. Die »vährend de» wall» vorgrkommenen Beschädigungen belaufen sich nach bei der OrtSpolizcibehörde bis jetzt ringelausknen Rechge» u. s. w. aus ca. 725 Mark. 150 Mark entfallen >» aus den Kaufmann Löwe, dem allein 02 Scheiben nvvrsen sind. Wo bleiben da nur die Paar beschädigten stcr!'/ Die Untersuchung, tvelche gegen die au» Anlaß Unruhe» Jnhastirten eröffnet wurde, lautet auf Land- >e„sbruch. 31. März. (Or.-Eorr.) Au» den soeben »enenen Berichten de» hiesigen Ghmnasiums und Real- »asium» ist zu entnehme», daß da» Königliche Provinzial» nlcollegium unter dem 20. Oktober 1883 dem Herrn Rabr vr. Gelb hau» de» jüd Religionsunterricht an den »niten Anstalten übertragen hat, womit ein jährliche» »schrS Honorar von 180 Mark verbunden ist. Herr G., hielt auch am 27. März im Realgymnasium in enwart de» Direktors Religion-Prüfung ab. Ich bemerke < daß Dr. G. gleich den Geistlichen anderer Eonfessione», der Comunalsteuer dispensiert ist. AtaNeu. Herr Abraham v. Benedeit: au» Turin, der Boghera ein große« Gut besitzt, auf dem er fast 200 eiter beschäftigt, hat von der Regierung eine goldene Melk tür seine Berdienste um den Ackerbau erhalten. $T«ris. Arohives iaraebtes lasten demnächst ein Jahrbuch erscheinen, ein Almanach mit Kalender. Schon 1831 hat der Begründer de« Blattes einen solchen Versuch gemacht, der aber auf steinigen Boden fiel und keine Frucht trug. Da wir den Einfluß guter Beigaben zum Kalender auf da« Publikum — besonder« auf das sonst nicht viel lesende — durchaus nicht gering anschlagen, so wünschen wir für daden Händen des Herrn Prague anvertraute Unternehmen reichen materiellen und idelleie Erfolg. -tsudo«, 28. März. (Or.-Corr.) Der Lord Mayor von London, Parlamentsmitglied F o w l e r, präsidirte dieser Tage bei einem Festmahle, das hier gegeben wurde, um die Fonds der hiesigen jüd. Waisen an statt zu vergrößern. Einen auf ihn auSgebrachtcn Toast beantwortend. sagte er u. A. wie folgt: »Es ist schwer anzugeben, was Alles England den Juden zu verdanken habe. Da sie in der Regel höchst arbeitsam »nd fleißig sinv. so haben sic durch ihre Ansiedlung im Lande und in der Eich, England die grüßten Dienste geleistet. Die Behandlung. die ihnen in anderen Ländcrn geworden, kann den Interessenten jener Länder nur schaden." Beim selben Feste tvaren auch noch andere Lords, Aldermen und Scheriff» von London zugegen. Lsudau. Die verewigte Frau Charlotte v. Rothschild war 1810 in Neapel geboren. Besonder» nach dem Verluste ihrer Tochter, der Frau Baronin Ferdinand v. Rothschild in Wie», wandte sie sich zugleich der littcrarisch und der praktisch wohlthätigc» Wirksamkeit zu. Fromme Jüdin war sie. mild und gütig gegen alle Menschen. 1850 errichtete sie eine Art Volksküche (Jnvalid's-Kitchen), welche zugleich Kochschule war, und in welcher ihr Küchenchef ost dir Unterweisung übernahm. I» demselben Jahre gründete sic ein Hau» für alte und unheilbare Kranke. Einer der Pensionäre starb an demselbeu Tage mit ihr — allein int Alter von 101 Jahren. 1867 wurde sie Präsidentin de» Wohlthätigkeitsvercin» (der Kranke und Wöchcrinnc» besucht). Den» gründete sie den israelitischen Ausmandcrer-Hilssvcrci» und that viel für die Frcischulr. Von ihr erschienen: Gebete und Betrachtungen, Unterhaltungen mit jungen >»r. Mädchen (2 Theile). Lkutzlaud. (Russische Zustände.) In BriSk (Lithauen) habe» .die Vorsteher trotz des Widerspruches de» Rabbinat» die Frauenabtlieiluiigcil von 5 Botte Midrasch zu Svldatcnkascineinent» eingerichtet. In welcher Weise dadurch der Goltesdicnst in dem durch einen Bretterverschlag getrennten Raum beeinflußt ivird, kann sich Jever selbst ausmalcn. Der Senat hat die AnStreibungen der Dorfjuden im Kreise Hknktawa vorläufig sistirt, um die Rechtmäßigkcit der Ordre de» Gouverneur» zu prüfen. Ebenso hat ein Senats» beschluß angeordnet, daß Oie jüd. Handwerker, welche angeblich ihr Handwerk nicht betreiben, nicht früher aus ihren Wohnsitzen ausgetrieben werden dürfen, als bi» die Zunft sie gestrichen habe. Weigert sic sich dessen, so steht nicht der Polizei, sondern dem Bezirkshauptmann die Entscheidung zu. Petersburg, 28. März. DaS Geschworenengericht in Nowomoskvwsk (Gouvernement Jekaterinoslaw) hat von den 21 Bauern, welche wegen der »» vorige» Jahre i» dem Dorfe Orlowschtschina vorgekommcncn antisemitischen Au» schrei tu ngen unter Anklage gestellt waren, 20 der ihnen zur Last gelegten Vergehe» für schuldig erklärt und S derselben zu Äefängniß resp. Zuchthausstrafen von 8 Monaten bis zu 18 Monaten verurtheilt. Die 11 übrigen Angeklagten wurden zu Festsetzung der von ihnen zu verbüßenden Strafen dem Friedensrichter überwiesen. Milua. Außer der Verleihung des 2t. Annen-OcdenS 3. Klaffe an den Warschauer Eensor Bernard Zimmermann, ist auch die einer goldenen Medaille an Herrn MathatiaS Strafchun in Wilna zu berichten. In Me»«k ist eine jüd. Frau kurz vor der Einsenkung in'» Grad au« dem Starrkrampf erwacht.

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