Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 9.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 71 SchönhauserAllee und rinrm Stiftung-kapital von 30,000 Mark, sowie durch andere Schenkungen hat sich da- Grundkapital drr Anstalt um 101,296 Mark vennrhrt. Ztrrklu Im Jahre 1883 wurdrn hirr im Ganzrn 1588 Mischrhrn geschlossen. davon waren 620 evangelischkatholische. -14 evangelisch-jüdische 827 katholisch-evangelische. 5 katholisch-jüdische,. I dissidentisch - jüdische; 53 jüdisch-evangelische. 3 jüdisch-katholische, 1 jüdisch-dissidentische. — Jüdische Ehepaare waren im vor. Jahre 353. Asteastetti», 24. Februar. Welch hohes Interesse dir Stoaterrgicrung an den diesmaligen Synagogenprocrb- Vrrhanblungen nimmt, gellt daraus ixrvar, dah drr Oberlandesgcricht» Präsident und der Oberstaatsanwalt von Westpreugen im Aufträge des JuslizministerS während der Schwurgericht»verl»andlungen im Sitzungssaal zugegen sein iverden. — Gestern waren der Präsident des Schwurgerichts in Lvnitz, Landgerichtsrath Arendt, und der erste Staatsanwalt Schlingman» hier anwesend, um eine Lokalschau der örtlichen Verhältnisse, soiveit solche i» dem Proreh zur (Geltung kommen, vorzunehmen. Unter Anderem wurdrn genannte Herren tabri von dein Berliner Lriminalkommissarius Höst, dessen Vollmacht »» Austragc de» Justizministers und de» Minister» des Innern durch den Polizeipräsidenten v. Madai ausgestellt ist, »nterstlltzt. Die Prrthcidiger Meibauer und Makvwcr kommen zu gleichem Zwecke her. STrfpfin, 17. Februar. Gestern Abend wurde der hier stationirte Gendarm per Depesche des Landrathe« »ach dem benachbarte» groben Pjarrvrtc Rrukirch zum Schutze der daselbst befindlichen jüdische» Familik» beordert. zE» dürste diese Mahrrgel, ivic die „Th. Ostd. Ztg.“ 1>erichtrr, wohl mir dem i» Sknrcz verübten Morde zusammciihänge». durch den die kotholische Vevölkerung im genannte» Dorse sehr i» Aufregung gebracht ist.) Magara Wahrend di» nicht>üd,schr Bevölkerung von 1869 bi» 1880 nur um 84.883 Lüpfe gestiegen ist und 13,104,883 beträgt, haben sich die Juden um 82,494 vermehrt und zähle» 624,680. Zn» Augarn. An, 28. Januar wurde i» drr »ngar. Akademie das Gesuch, die Hcra»Sgal>e des Aruch von Dr Lohnt z» subiniitionirrn, wohl bcivilligt, doch niachte sich zui» ersten Male bedeutende Opposition lonerklich. die lode» getauften Jude'» Marens Bloch und Pambery widerstrebte —; Wvrtsührer war Dr. Paulrr, Sohn des Juslizministrrs. der von Antisemitismus und Talmudhah überflob Aus chaklzie« wird gemrldet. wir sich die '»Hälle mehren, i» ivelchen Verkäufer von «Mülern den, Läufer die Bedingung slkUrn. das» da» Gut nie in die Händr von Juden kvinmen dürfe. Ei» Fall, in ivelchcm dies trotzdem geschah, hat den Anlab z» einem Proeesi gegelcen, i» welchem die RechtSgiliigkcit einer solchen Llausel bestritten wird. ^aris Sie Ixükt. vor Lnrzrni über die reiche», der Mission zu Gebote sielieudc». Mittel gesprochen. Dazu köitiicu Sie nun »och 100,000 Franc» rechne», welche drr Graf Ehambord dem Pater Alpho»« Ratisbonne für „Rotre Danic de Sion" in Palästina hinterlassen lgu. ^arl». Da« Journal L'Antisemitiquc ist jüngst nach hier übrrgesiedelt. irrt aber umher, wir der ewige Jude, denn dir Hausbesitzer habe» wenig Freude an einem solche» Mictl>er. An einer Stelle muhte es abziehrn. iveil ei» jüd. Mirthcr erklärt hatte, er bleibe »el>en dem Judenhetzer nicht wohnen. Am 19. Januar haben die cl>e»ialigen Schüler der Arbeitsschule eine» Verein gebildet, welcher moralisch und durch Geld die unterstützen soll, welche der Gesellschaft de patronage entwachse» sind, also die in'» Lcl>c» eintretrndc'n Handiverker, die Lrankc» und die Arbc'itslvsr». Dr. Leven ist Ehrenpräsident diese« Vereins. — Herr und Frau Baron Gustav v. Rothschild habe» am 9. Februar ihre silberne Hochzeit gefeiert. Die ivärmsten .Herzenswünsche wurdrn diesem edlen Paare zu Theil. Hkari». Die von der Universität gestellte Praxisfrage über die Philosophie de» MaimonideS ist durch Erlab de» UnterrichtSministcrs vom 29. Januar ersetzt worden durch da- Thema: Die Philosophie des Spinoza! Da» kann ja nicht Wunder nehmen, da der Redacteur des XIX. Siecle die Bemerkung gemacht hat: „Wer ist MaimonideS'/ Ich gestehe, ich kenne kaum den Namen". Kollaad. In unserer jüdischen Eolonie bekleiden viele Juden hohe Stellungen, man zählt 2 Präsidenten und 1 Mitglied de« Apcllhofes, 1 Generaladvokaten und 3 Richter. Von den 15 Mitglieder» de« Colonialrathcs sind 5 Juden. Von 5 Aerzten sind 4 jüdischer Religion und dazu noch der Jnspector de« Sanitätswcscns. Amsterdam. Wieder regte sich ein oft geplantes, stets bisher unerreichtes Werk; die Vereinigung von Sephardim und Aschkcnasii». Die Schäden dieser Trennung sind offenkundig. Einige hervorragende Mitglieder Pier scphardischen Gemeinde haben diesmal die Sache in die Hand genonimcn und hoffen, sie auf dem Wege de« Eompronusses durchzuführcu. Lßarto». Eine Anzahl für Zion begeisterter Juden hier, welche ungcnannt bleiben wollen, haben bei Joppe ein Gut „Arsa“ gekauft und schickte» den Feldmesser Herrn M. Licbman» dahin, ei zu vermessen und den Evlonistcn auSzutheilen. Ein Urenkel Rabbi Akiba Eigcr'S, Namens Julius Eger, hat das Polytechnikum in Wga mit Auszeichnung (einer goldenen Medaille) absvlvirt. Minslt. Dir tzandwcrkcrschulr hat ihr viertes JahreSfrst gefeiert. Die Einnahmen betrugen 4775,78 Rubel — die Ausgaben 4034,85. Ein zu Gunsten der Schule gegebenes Evnccrt brachte 055.77 Rubel. Mosta«. Der Sohn des Moskauer Lronrabbincr», Herr De. Minor, ist der rcste Jude, welcher als Privat« dvcrnt über Nervenkrankheiten an der hiesige» Universität zugrlaffen worden Dabei soll der Einflusi de» Schriftsteller» Grafe» Ivlsioi viel geholfen haben. Aebaraöie« Im Bezirk Jsmaila hatten Viele tvcdcr für Rumänien, noch für Rugland vptirt. Allen, »über den Juden, ivurde nachträglicher Treuschwnr gestattet. Die Juden sollte» aus de,» Lande, wenn sie nicht rumänische Pässe vvrzcigrn könnten, die sie natürlich nicht liekommcn. Da Graf Tolstoi die Entscheidung »in 2 Monate vertagt und inzwischen sie zu beunruhigen verboten hat,' habe» mehrere Äcmeindc'ii lvschlossen, dem Grasen zu Ehren eine Thvrarvllc schreibe» zu lassen, die Tolstoi-Thora hciben und in der groben Synagoge von Jsmaila bleibe» soll. Akgier. Der „liberale“ Gcmcindcrath hat zum zweiten Male die WvhnungSentschüdigung für de» Grandrabbin gestrichen. Drr Präfekt wird zweifellos diesen Posten in den Etat aufnehine» lassen, da es vom Gesetz gefordert wird. In Marocco zwingt man die Juden noch, vor Mohamrdanern barfus; zu gehe», in Fez reiht man die Leichen aus dem jüdischen Friedhöfe, um eine Lasernrkdort zu errichten. Tanger. Dag von den Entschädigungsgcldern, welche dem franz. Geschäftsträger zugrbilligt wurden sind, ein Theil den israelitischen Schulen zu Gute gekoinnren ist. erklärt sich daher. Zu den Ortsgewohnhritrn gehört es. dag alljährlich am Feste El Ashor die Mohammedaner auf dem Platze Sankt-Barra sich belustigen, wobei e» al« Haupt- 'gaudium betrachtet wird, vorübergehende Jude» mit Steinen »u betverkrn. Im vorigen Jahre hat ein derartig tractirter Jude bei Herrn Montefiore, dem franz. Geschäftsträger, tklaae geführt und in Folge dessen sind die Uebelthäter bestraft worden. In diesem Jahre erhielt Herr Montefiore selbst einen Wurf, der wohl einen ihm begleitenden Juden aalt. Deshalb ist ein Theil drr Entschädigung denen zu Theil geworden, die drr Bestrafte hat treffen wollen. Jernsake«. Der Privatdocent der Pariser Facultä des lettre«, Herr Victor Guärin. ist hierher gekommen um Material zu einer gcnauen Monographie über unsere Stadt zu sammeln.