Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 4.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M4. Ma-detmr-, 24. Jannar 1884. Zihrs. XV. sraMschkWchtnslhrili für die religiösen und soeinlen Jnlereffen des Judenthums. _ rtiArin . M0 + 9»(+tirr* he» I iMotto“ i. »r» Ire»» iflr »Bf frrtl füHkv hei «um Oak4«l,rn > u. V*chhii>ht»Aße« 8 Muk »«erteljttz ltch. Mit hteeeler ^vlemhii««: lührlich 14 Mark.! »Och «e» Ä»»I»»»e: M Mk. <S « Fre» . » «hl.. 4 taHar»}. I M»tzeUU«»er« her »©ochenichrlll' k © Pf., he« .«Uheratur.ViOtt»' k 16 «(. II? - - 1 Vcrcmtworllicher Rcdacuur und Herau»gkb<r: Rabbiner l>r. M. Hlahmer in Magdeburg. Jir »I»r»et«. »echt nt ftitlei! \-—;j ffir h , .3lr«clltlf4r © a $ e it f <fc r t f I*, I »u für da« .JÜHtlche IHttrrotKr*Glatt*. | dl, rinnar(»aii,n, Velithetic »her Heren ««um > §8 Bf. lind entweder durch hie Annoncen. Erpedltlonen von Gk X*. Daub«Sc Oo., RudolfMoiM. HMMnat»ln Sc Vogler u. fl. Ohee d l r rc I einmlenden an : #U GoPDchM»« l«v Wßschs«. r+t\n" in pa|lf««ff|. I»tz«ltr Viitfnfe« ArNkelr J-ir tfii'il Ub« in Ungarn, tschluk.) — Der ^^udeuspteaetproceh" in tNünster und bei „Lchulchan fl nid)''. Won l)r. ntuttmoiin. fWriditt »nd <eoe»»spo»d»»<»» r Deutlchluudi ttNagbeburg. «leltin. Hamburg, i-schiusil. Hamburg, flu» Cbrrfdilrfirti. Nöiriglhiillr. Ratidoi. sdmeidemubl. vaupbeim. Hrildronn. Orstrrrrich-Ungarn: Pest. Rußland: Petersburg. v»»»ls«fet» »«d »»«»st» rr»«h»t«dt»»: Berlin. Berlin. Breslau. Mannhrim. Hamburg. Uüln. .Vnnffun a. IN. Petersburg. iNfio Wort. I»s»»«t». vr<»fTaft»n. Wochen- ■Januar 1K*4. Teiwe*. ^al-Ndek. 6044. A«»»»»ft«, . 5*4 *’ 1 F»»tt«, . . . 2'- 27 »•»■«feint 2N 2H nur (»,1«) tonnt«« . . 27 y.i »tont««. . . 2« 1 | lioftch diodest'li Kcfa'Wftt« »l«««t«« . . 2» 2 J »tttmnch . . 30 .1 »•nnirft«« . 31 4 Die Livil-Ehe in Ungarn. i8d»liifi!) Die Eh» ist ei» Vertrag. hört»» wir jüngstens wiederholt iHtoiirn, und als solcher, ob nun Mischen den Angehörige» ei»er oder verschiedener Consessionei, eiiigrgaiigrn, unter allen Umstünden der Eompetenz de« Staate» untrrordnrt. Kauz richtig vom staatsrechtlichen tiJefichlspunkte: al>er ist dieser hier der allein besti,»inende? Ist die Et«e wirtlich nur rin tüvilvertrag. ist sie nicht noch etwas mehr'? Uns will bedünkendafi sie nächst der sociälrn und materielle», auch noch eine ideale Basis hat. daß sie nicht nur einem gemeinen Militärsbedürfniffe, sondern nicht minder einer höliere» Aspiration, fermHungernicht nur, sondern auch der Liebe im edelste»Sinne ihr Dasein schuldrt. llnd n»enn sie nun ebenso tief im Gefühle wie im praktischen Verstände wurzelt, wenn sie ein Band ist, da» «eele an Seele fesselt. >vas Wunder, daß die Kirche, die dir Hut der Seele sich vindicirt, ihre Machtvollkommenheit aus eine Domäne erstreckt. die nach ihrer Auffassung ihr zu eigen gehört, eine Domäne, von der aus die Entwickelung der Kreatur zum selbstlos fühlenden und handelnden Wese», die Menschwerdung in de» Worte» 'vcitestrr Bedeutung, allererst vollzogen wird. Man wird un» sagen, das, die durch das Medium der Ehe beivirktc Vervollkommnung auch aus anderem als kirchlich religiösem Erbiete erzielt werden kann, dafi die der Ehe innewovnende Kraft auch ohne kirchliche Einsegnung in Wirksamkeit treten kan». Gewi ft, — wenn da» zu ewiger Gemeinschaft sich bindende Paar vorher aus einer l>estimmtcn Intelligenzstufe und im Besitze einiger vollgrwichtiger Moral- Prinzipien sich befand. Die meisten Durchschnittsmenschen leben aber gemeinhin in den Tag hinein, ohne von dem Hauche der Reflexion gestreift und der in ihnen vorhandenen ' moralischen Kraft sich deutlich beivus;t zu!verden, und für diese bedarf e« einer eindrucksvollen, durch die ganze Daseins-; daurr nachhaltigen Eeremonie. um das latente ethische Empfiliden in Flug zu bringe» und da» malle Rechts g c f ü h l in einen klaren RechtSbegriff umz»setze». Dünkt sich nun die Kirche, eingedenk ihrer traditionellen Mission, noch immer zur Erzieherin der Menschheit berufen, hört sie noch immer die Botschaft und ihr fehlt nicht der Glaube, der Glaube an sich und ihre welterlösende Macht, so mus, sie »othwcndig gegen ein Gesetz Stellung nehinr», da« ihr da» Heft vollständig aus de» Hände» windet. 1 Auch dir Israeliten aller Länder »lüfsr», gcinäff dem eigenthümlichen Dualismus, de» ihre Volksseele zur Erscheinung bringt, gegen die practischen Evnseqnenzen eines Gesetze» sich auflehnr», dessen theoretische Formulirung sie nicht anders denn als bcdrutendcn Fortschritt begliche», dessen Fall sie, als Ausfltch einer' rückläufigen Strömung. nur tief beklagen können. Vermöge dieses ihnen innervohnrnden, durch ihre historische Sendung bedingten Dualismus, der fic liberal j» ihren politischen und socialen, konservativ in ihre» religiösen Anschauungen Vorgehen lieh, MHm fic nichts gegen die Eivil-Ehr als staatliche Michnahmr. um so mehr aber gegen dir Misch-Etx' al« religiöse» Aergrrnch cinzutvendc». Doch nicht nur an» religiösen, auch au» rein menschlichen rthiscl)e» Gründe» sind sie bemichigt, der factischcn Jnslebentretung eines de jure vollständig anerkannte» Gesetze» cnlgegenzuwirken. Wir verhet>len u»S nicht, drch da« seit Jahrzehnten von deit Israeliten erstrebte grofic Ziel, die vollständige Amalgamirung mit den LandeSgenossc». am leichtesten und durchgreifendsten durch da» Medinin der Mischehe erreicht werde,«