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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 3. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 3.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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«imath rinnt Pakt nlonarn. Lird ihnen dieser versagt, Idann müssen sie zurück. Ebenso sordert man von ihnen ein Jahre«zeugniß der Ortepolizei, daß sie sich redlich sühren und nicht staategesilhrlich sind. Hat der Handwerker diese Amgniffe. auch Prüfung», und Meisterbrief. dann muß er sich einer Prüfung vor der Innung de» Orte» unterwerfen, ,n welchem er sein (illewerbe betreiben will. Man mach» die I Eoncurrenz zu Richtern über die Befähigung. denn da» Nichtbestehen der Prüfung rieht di« Nichtzulassung nach sich. Diese Zulassung aber gilt nur für die Lebensdauer, ja nur für die Zeit der Arbeiltfähigkeit. Erlischt diese, stirbt der Barer, dann muß die Familie zurück nach dem Orte, wo sie mit dem arbeitsfähigen Ernährer gehungert hat. Seine Eltern oder Anverwandte darf der zugelosfene Handwerker nicht zu sich nehmen. Dazu kommt noch eine Fülle kleiner Berationrn. z. v. wo Soboteiki (christliche Sabbathfeiernde) Vorkommen, werden dir Juden au» dem ganzen Bezirk vertrieben. 188» wurde ihnen verbotrn, Grundstücke und Aecker im SW. und NW. de» Lande» zu kaufen oder zu pachten, 1874, daß sie Betränke nur in den ihnen grhärenden Häusern verkaufen dürfen. Da» erstere Gebot ivollte die polnischen Güter nur in russische Hände kommen lassen — der Jude wäre al» Gutsbesitzer kein schlechter Patriot geworden. 1882 wurde diese unsinnige Verfügung noch verstärkt unter dem Borgebrn. man müsse dir Bauern schützen. Wäre — alle» zugestanden — r» nicht genug, den Ankauf von But»- complexen zu verbieten, aber den kleiner Parrellen zu gestatten? Dadurch wird e» den jüdischen Eoloiiisten selbst verwehrt. Stücke Lande» zuzukaufen. Ucberhaupt, gefällt e» nicht, daß so viele Jude» Handelsleute sind, wie kann man ihnen da« Mittel. Ackerbauer zu werden, abschneiden? Natürlich zwingt diese Anhäufung von Verboten die Juden, Hinterthüren zu suchen, um da» Besetz zu umgehen, und so leidet darunter die Volk«moral. In der SchnapSsrage die Juden al» die allein Schuldigen hinzustellen, schlägt aller Statistik in'» Besicht. Die Brannlwein-Accise ist seit Abschaffung de» Olkrst s^lerpachten« de« Monopol«. Schnaps zu verkaufen) in Großrußland 17 '/,, in dem von Juden bewohnten Bediele 15'/,, die Masse de» sabrizirlen Spiritus in Brvßrußland 8«. im Judengebirt 8 '/, gestiegen. Die Brennereien mehrte» sich »5 zu 34— Der Getränkeverkauf hat sich in Innenrußland fast verdoppelt, im Judengediet ist er um!4 '/ geringer geworden, während im ersteren Gebiet 88 Maß Spiritus auf l00 Seelen kommen, sind'» im andern nur 38. iSdjiutt Mou Kermifchle und neueste Nachrichten. Merk«, 14. Januar. Bester» fand zunächst im Kreise der Fractionsgenossen Laster'» eine Vorbesprechung über Feierlichkeiten statt, welche anläßlich der hiesigen Beisetzung de» Leichnam« vorbereitet werden sollen. Sobald hier dir Nachricht von der in Bremen erfolgte» Ankunft de» Schiffe«, da« die Leiche au» Amerika »ach Europa überführt, ringetroffen ist. werden sich einige Mitglieder der Secession nach Bremen begeben und die Leiche von dort nach der Shnagvgr in der Oranieuburgerstraße geleite». Der Trauerzug von da nach dem Friedhof wird noch de« Näheren vereinbart und festgesetzt werden. Eine politische Feier soll außerdem, kurz darauf, wahrscheinlich im Nathhau»saale statthabe». Ein größere» Eomitee. au» Abgeordneten. Mitgliedern der Presse und anderen angesehenen Persönlichkeiten bestehend, an deren Spitze der Reichstagspräsident v. Levetzow steht, wird hierüber in Berathung treten und die oder den Redner bestimmen, welche bei dieser Gelegenheit da» Wort ergreifen sollten. Endlich wird der Handwerkerverei» noch eine besondere größere öffentlich« Feierlichkeit veranstalten. Kt«rß«rd i. Pommern. 13. Januar. Am gestrigen Sabbath wurde in der hiesigen Shnagoge. wie gewiß in vielen Synagogen de» dcutschrn Reiches. eii,e würdige Gedächtnißieier Eduard Laäker» abgehalten'). Der Text der Bedächtnißrede de» Herrn Rabbiner Or. Wolfssohn war der Haftara de» Sabbath entnommen; da« Wort David'« an seinen Sohn Salomo: .Sei fest und sei ein Manu"; diese« Wort erfüllte La«ker, denn er war ei» Mann der Wahrheit, de« Rechte» und de« Frieden»."?ke»K»tti«. Am 25. Februar beginnen die Schwurgkricht»sihungru inKonitz, wohin der Synagogeitbrand'Proceß vom Reichsgericht verwiesen ist. doch ist noch nicht sestgestellt, wann derselbe zur Verhandlung kommt. Man vermuthet Anfaiig» März, den 3.— Möge man bei Zeiten Schritte thun, um vor Allem eine sorgfältige stenographische Aufnahiiie der Verhandlungen, gute Vertheidiger und kundige Sachverständige zu erhalten. Kami«»«. Die auch in der letzte» Nummer diese» Blatte» übrrgeaangene Notiz. daß der Bruder Anton Räe'S seine ca. 5 Millionen betragende Hinterlassenschaft zu Bunsten der Annen Hambttrg'» ohne Unterschied de» Bekenntnisse« lehtwillig vermacht, hat in der letzten Woche dir Runde durch alle deutschen Zeitungen gemacht. Ick habe aber nirgend» gelesen, daß auch dabei bemerkt worden wäre, daß dieser große Menschenfreund jüdischen Glauben» gewesen. Hätte er irgend etiva» Eompromitlirendes grthan, so würde r» an dieser Bemerkung sicher nicht gefehlt halvii. Auch da» ist ein Zeichen unserer antisemitische» Acra. Mannßei«, 12. Januar. Da» Ehrengericht der AntvaltSkammrr zu EarlSnihc hat gestern gegen den Rechtsanwalt Or. Herz auf kostenlose Freisprechung erkannt, da in dessen Vertretung de» Wucherers Hausmann keine Verletzung der Anwalt»pflichten zu erblicken sei. — Damit dürfte diese leidige Beschichte, au» der die conscrvativc Presse seiner Zeit bemüht war. Kapital gegen den Librrali»»ruS und die Juden zu münzen, definitiv erledigt sein. S»»«e«ter§, 13. Januar. Heute fand hier i» der Turnhalle eine Todtcnfeier für Lasker statt, fori welcher Abgeordneter Baumbach die Gegächtnißrede hielt. Wien. Leopold Kompert, der bekannte Novellist, dessen gesammelte Werke jüngst im Verlag von Loui« Berschel erschienen sind, wurde z>»n Regier»ng»rath cmanut und der Kaiser van Oesterreich l>eglückmü»schte dazu den greisen Dichter. et«»do«. In einer der jüngsten Litzuiigcn de» Anglv Jetvish Association ivurde ein Bericht der Missivnaire über ihre Schule» in Mogadvr (Afrika) verlesen, nach welchem 200 jüdische Knaben und ebensoviel Mädchen ihre Schule besuchen. in welchem da» neue Irstainent und die sogenannten christolvgische» Stellen der Propheten gelesen werden. Manchester. Der an» Adenburg stammende, seit 1840 hier etablirteHerr Philipp Goldschmivt ist zum Lord Mayor unserer Stadt erwählt worden. Masßlngl«», 10. Januar. Da» Repräseiitantenha»» hat einen Antrag auf Ausdruck de» Beileids anläßlich de» Ableben» de» deutschen ReichstagSabgeordnctrn Lasker angenommen. Mew-^farst, l l. Jan. Dem Trau crgvttesdienst für La»kr r im Einau uelt cm prl wohnte» bei: Der deutsche Gesandte, der deutsche lslencralkonsul, der Mayor von New>?)ork und viele hervorragende Deutsche. — Dir Leiche blieb bi» Samstag im Tcmpcl. worauf sie anf da» Schiff „Neckar" gebracht wurde. •) VIuit) mir gedachte» ixbn getingen SabbaihgoUcSdienst (*IT1 G) de« Manne«, »er ei» .edle« Reis" 0YT1C p) am Baume des Judenihm«» gewelen, deyrn ganze» Leben und 2neben ein stiddusch balchein gerne fr», dem Judeiithum zu Ehren gereichte: „Cb sie ihn auch an feindeten, mit ihm haderten, und ihn erbilierten die Herren der Pfeile" (mit den spitzen Pfeilen ihrer-fungc) — „so lass dennoch fest sein Bogcrr" . . . denn er schöpfte seine.straft au« dem, um« die Macht Jacob « (2pr T2K ’TtS), den «rundstein Israel» (SnST ptt). bildete. Ta» ist: die Wahrheit und die «erechtigkeil. Mit dem Wunsche: '21 ppiPIOl '21 B21T UV' K7 schlossen mir da» (hebet für den treuen, muthigen Bortdmpscr (Red.)

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