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Israelitische Schulzeitung · 1882-09-01 · 9 (9.1882) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Schulzeitung
Volume
1 (1882). Bestand UB Ffm
Issue
9 (9.1882)
Date
1882-09-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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mit Umsicht und Lieb« da» Wachsen und Gedeihen derselben gefördert Hütten. Mit einem freudigen Rückblick auf solchen Erfolg und in Zuversicht auf da« ferner« Gedeihen der Lnsialt überweise er somit da» neue Schulhau» dem Herrn Direetor De. Rosenstock. — Dieser Ansprache folgte di« von den Schülern unter Leitung de» Herrn Gesanglehrer» Thiele vortrefflich gesungene Hymne: ״Prei« und Dank sei unserm Gott", sodann bestieg Herr Direktor Ur. Rosenstock da» Katheder und hielt die Gastred«, in welcher derselbe in g^stvoller Weise die Ziele eine» Unterricht»- und Erziehung»- wesen» darlegte, durch welche Charakter- Herzens- und Geiftesbilduna, verbunden mit einem Alle« umfassenden religiösen Gefühle und wahrer Humanität zu erzielen sei. Die Festrede schloß mit dem Gebet um da« fernere Gedeihen der Anstalt und deren Fortwirken im Geiste ihrer Stift.r, soivi« um Segen für da» Land, auf deren Boden die Schule jetzt 88 Jahre lang ihre Entwickelung gefunden habe. Der Chorgesang ״Deine Güte reicht soweit der Himmel ist u. s. w." beschloß die weihevolle Feier. Wa» di« Anstalt selbst debetrifft, so ist dieselbe au» einer im Jahre 1807 erfolgten Bereinigung der 1733 von Marcu« Gumpel Fulda in Wolsenbüttel gegründeten Talmudschule mit der 1786 gestifteten Samsonschule hervorgegangen. 1871 mit der kleinen Zahl von 21 Zöglingen eröffnet, hat die immer stärkere Frequenz der letzten Jahre, jetzt 67 Zöglinge und 7 Stadtschüler, den Bau eine« eigenen Schulhause« dringend erforderlich gemacht. Ueber dem an der westlichen Schmalseite der Aula aufgestellten Katheder ist die Büste de« Kaiser» angebracht und an den Fensterwenden stehen auf Eonsolen die Büsten Mose« Mendelssohn», Lessig», Göthe', und Schiller». Außerdem sind die Wände diese« Festraume« mit Lriginalbildniffen der Begründer und Förderer der Anstalt geschmückt. Jntereffant sind darunter namentlich die alten Porträt« de« Marku« Gumpel Fulda (gestorben zu Wolfenbüttel 1723», de« Meyer Gumpel Fulda und seiner Gattin Rosetta Cohen (beide gestarben 1764) sowie des Herrn Isaak Herz Samson (geftorden in Berlin 1848) nebst seiner Gattin Sara Samson (gestorben 1866). — Außer den in dem neuen Schulhause eingerichteten 5 Klaffenzinzmern, befindet sich noch eine Klasse in dem Hauptgebäude. Der in diesem durch den Neubau gewonnene Raum ist zur Einrichtung großer, gesunder Schlaf- und Wohnzimmer für die 67 internen Zöglinge benutzt. Da« Lehrerkollegium zählt 9 Lehrer, darunter 3 Hülsslehrer, die Schülerzahl belief sich zu Johanni auf 74. — Bon den 26 Schülern, welche seit Ostern 1880 die Schule verließen haden in zwei Jahren nach Absolvirung der Klaffe In: 11 Zögfinge die Reife für das Einjährig-Freiwilligeneramen erlangt. Wi« schließen unfern Bericht mit dem Wunsche, daß die Samsonschule, welche in vier Jahren die Feier ihre» h u n d e r tjährigen Bestehen« begehen kann, auch ferner wachsen und gedeihen möge. (Wir kommen auf die ״Schulnachrichten" der gutorganisirten Schule noch zurück. Red.) Colmar. Seit 2 Jahren besteht hier, vom Eonsistorium errichtet, eine BorbereitungSichule zun: Nabbiuerseminar. 18 Zöglinge besuchen die Anstalt, von denen einige Borbeter wilden wollin. Diese lerne» Hebräisch, Mischna und Musik (Liturgie und Harmonie). Die zum Rabbinat sich Borbereilenden besuchen das Lyceum. Die Schule ist ein Internat uno gewährt den Zöglingen reiche, gesund« Kost. Der erste Direktor war Ur. Bloch, der von Fürth hierher berufen, leider nur 6 Monate hier wirkte und lebte. Sein Nachfolger ist De. Wolf. Der Grandrabbin ist Inspektor. 13'/, Ausschlag aus da- Cousistorialbudget sollen für diese Schule gezahlt werden — aber viele Gemeinden setzen dem hartnäckige Weigerung enlgegeu. Der Lande-au-schuß hat 3000 Mart dafür bewilligt. — Präsident dieseehrenwerthe» Eonsistorium« ist der betaunle Herr Lantz von Mühlhausen. Receufioaev. Fibel für den Schreibu. Leseunterricht de» 1. Schuljahre«. Bearbeitet von pfälzischen Lehrern. Au»gabe für i«rael. Schulen. München 1882. R. Oldenbourg'» Schulbücher- »erlag. Prei» ungeb. 1 Mk. Die Normalwürtermethode oder beffer die Methode de» Anschauung«-, Sprach-, Schreib-, Lese«Unterricht» hat in dieser Fibel eine trefflich«, von gesunden pädagogische« Lnsichten zeugend«, Bearbeitung gefunden und, wa« wir hier al« einen wesentlichen Fortschritt in der jüdischen Fibelliteratur bezeichnen können, ist, daß mit der deutschen Fibel die hebräische verknüpft worden ist. Wir sind jedoch der Ansicht, daß der hebr. Leseunterricht erst mit der 3. Stufe der deutschen Fibel (siehe Seite 54, Lesestücke für fleißig« Kinder) beginnen darf. In Folgendem möchten wir die Herren Herau«geb«r auf verschiedene Punkte aufmerksam machen u»ch bei einer demnächstigen 2. Auflage zur Berücksichligung empfehlen. Bei der im Allgemeinen gelungenen methodischen Anordnung machen einzelne Inkorrektheiten den hebr. Theil leider fast unbrauchbar: 1 darf nicht mit ״ou", כ nicht mit ״f" (hierbei hat der bayrische Dialekt einen Streich gespielt) und ywie ת dürfen nicht mit ״f" bezrichnet werden. Vom Daaesch ist in der ganzen Fibel keine Rede. Auch die Interlinearübersetzung einzelner Wötter ist nicht sinngemäß: VJ heißt nicht ״Richter", sondern )'1, ebensowenig heißt ״ (?לNarr". In Nr. 18 hätten wir lieber den den! Kinde näher liegenden Begriff 1'L ״Auge" übersetzt gesehen, al» ״;ף־Zeuge". 1? ■1. ab«, heißt Nest, nicht 18. Den Uebung«wörtern mit v (Nr. 30) wäre wohl noch am Schluffe da» Wort hinzuzufügen und diesem könnte sich dann rtv ׳:ם anreihen, letzteres hat sonst in der Gruppe keine Berechtigung. Nr. 46 steht ובן (ohne ׳). Zwischen die kleinen Sätze von 45 an dürften Kommata zu setzen sein, wi« da« auch Dr. Rahmer in seiner Fibel befolgt hat. In Nr. 52 vermissen wir unter den Bezeichnungen de« göttlichen Nanien» : יה1ה (Elohim). Mit Nr. 53 beginnen leichte zusamnienhängende Lesestücke mit Interlinearübersetzung. Statt der ersten Stücke« Adaun aulom verdient entschieden ״Schnia" den Vorzug. Auch finden wir die zwischen ״Schma" und ואהבת eingeflochtene Leseübung Nr. 55 nicht gerechtfertigt; ferner hätten wir das Tischgebet (bis Nvn wäre wohl vielleicht genügend gewesen) al« Schluß gewünscht und anstatt de« vorhergehenden Eine** wejazsiew die wichtigsten Tcgenasprüche. — Die neben der hebr. Denkschrift befindliche jüd. deutsche Schrift läßt verschiedentlich — abgesehen von dem un» nicht zusagenden Tuktu« — an Accurateffe zu wünschen übrig. Wir sprechen die Erwartung au», daß in einer hoffentlich bald erscheinenden 2. Auflage die gerügten Uebelständ« in dem ganz vorzüglich auagestatteten Buche ausgemerzt sein werden. M. Spanier. FeuiUelon. Aus dem Lpruchschatz des Talmud. Poktffch üdrriragen oon «Na( äScinbftg. (Fortsetzung.) 35. Tie Tugend, die noch nicht erprobt. Die bleibet beffer ungelobt. 36 Sahst just ein Auge brechen. Mußt noch von Trost nicht sprechen. 39. Eher mach' zum Werktag Dir Tein Fest, Eh' Du'« zum Betteln kommen läßt. 40. Wen man beim Fortgehn nicht vermißt. An dem ist auch nicht« eingebüßt. (Forts, folgt.) «»»niwikUichn He»»ll«ur Ur. in Utigdebur». Druck von H. p«k»»ch 1» £«(»,. tttrta« aan *•xct g tieft i« 2ctpt>«.

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