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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 48. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 48.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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gefesselt, und durch die heilige Pforte der Kirche einrugehen in eine glückliche durch Liebe verschönte Ehe, al» eine Todtenhand in ihr Leben griff und die heiteren Bilder zertrümmerte. Wenn man sich lange in eine Situation hineiugedacht und sich in ihr heimisch gemacht, so ist es schmerzlich, sie auf einmal entschwinden zu sehen, doppelt weh, wenn die Liebe dabei Pathc stand. Was sollte sie nun beginnen? Eben die heißen Thränen ihres Geliebten, die er seinem Glücke »achweinte, bk' wiesen ihr, da» er ba« dem sterbenden Vater geleistete Verspreche» zu halt™, dem Glücke seines Lebens zu entsagen, entschlossen sei. Früher in sorgenloser Heiterkeit dem Momente lebend, ohne die Zukunft anders als durch das rosenrothe GlaS der Hoffnung zu scheu, standm sie jetzt mit einem Ruck im Ernste der bleiernen Wirklichkeit, hatte sich der frnlicr helle Horizont in die graut Farbe der Sorge gekleidet. Ihr Busen wogte heftig, ihr Gesicht war leichenblaß. .Wie konntest, wie durftest Du", preßte sic dann heraus, «ein fremdes Glück vernichten, ein fremdes Herz zerbrechen? Dein Ttater forderte von Dir ein Opfer — dachtest Du daran, welches ich bringen müsse? Oder glaubtest Du —" ^uhr sic bitter fort — „ich triebe meine Kurzweil mit Dir und reichte Dir die Hand zum Abschied, wenn Du bei mir erscheinst, mir für ewig Lebeivohl zu sagen? Hattest Du so wenig Liebe für mich, so wenig Vertrauen zu der meinen, daß Du leichtfertiger Weise sic und mich nicht in Betracht zogst, als es galt, dem Vater zu gehorchen?" ^konnte ich denke», als des BaterS letzter Blick au mir bittend hing, als seine verklingende Stimme mich l>eschwor, als seine erstarrend« Hand mich faßte, als ich seinen letzten Athemzügen lauschte? Wo ist der Mensch, der da seine kühle Vernunft bewahrte und widerstandsfähig bliebe? Gott »st mein Zeuge. Ehristine, waS ich litt und leide, aber bei meiner Liebe und meinem Elend schivöre ich Dir, ich iverdc den Schwur, den ich dem Tobten leistete, halten, und müßte ich einen zehnfachen Tod dabei sterben, denn was wäre »och heilig, wenn nicht Worte, die der Sohn dem Vater verpfändete, der sie nicht mehr vergeben und zurückgeben kann?" Lhrlstittr sah ihm nnverwandt in daö todtenbleiche (Besicht, aus dem der schmerzliche Entschluß geschrieben stand; aber »och wollte sie versuchen. „Sta# weiß der Tobte von den Lebenden?' sagte sie, »und wenn dvr« in dem nnb^annten Reiche, an» dem Keiner noch eine Kunde brachte, da» Leben si«s> nach dem Tode fortsch«, tiimmert sich da der gelautet«, Gels« um die irisch,«« Formen, u«a unsere tttoturlheile, unsere Schwachen und unsere tKebrechen? Tie rchranken, die hier menschlicher Wahnwitz zwischen Mensche»« errichtet, werden die da drüben «sehen und beachtet? Glaubst Du, das» dort ich Reiche der Getster die heintgekehtten Seelen „ach Rare» und Sekten gesondert werden?" .Dorchin," versetzte Joseph abwchreud, „steigt unsere Vernunft nicht auf, sonder» unser Glaube und dieser und die kirchliche Pietät gebieten un», unabtveielich ein Wort einznbalteu, da» wir einem Stcrbeuden uiitgegebeu, tvenu auch da» Herz darüber bricht, wie jetzt da» meine!" Mit brechenden Blicke» hing Ehristine au ihm. .Und wenn Du Mitleiven hast, Ehristine, wenn ein Funken Liebe in Deiner Brust für mich glimmt, so wende Dich von mir. stoß mich hinab in das Unglück, da» mir entgegen gähnt, halte mich durch kein Wort, durch keinen Blick zurück, die ich nicht Horen, nicht sehen darf, und erschwere mir nicht vergeblich einen Kampf, den ich bestehen muß, obschon er mich vernichtet." .Wohlan dem», Gotte» Wille geschehe," rief das Mädchen, .und wenn es Deinem Schmerze wohlthut, mich ebenso elend, zehnfach elender zu wissen, als Du eS bist, so nimm in da» Leben, da» der Mann durch seine Thattraft auüfüllt, da» Bewußtsein mit, daß in der stillen Einsamkeit, die sich dem unglücklichen Weibe endlos öde dehnt, ein Herz ewig blutet, das von rwigeni Glücke geträumt und daß ein Leben hingetraucrt ivird, daß so schön gewesen wäre, wenn eS Dir höher gelte, als das übereilte Wort!" Und sich ganz deni Gefühle ergebend, das nun über sie einstürmte, fiel Ehristine, sonst ein starkes, der wechselnden Stimmung kaum zugängliches W<eib, in ein krampfhaftes, erschütterndes Schluchzen, das aus dem .Herzen kam und zum Herzen ging. Eine Beute des Sasmerzes schnellte Joseph von seinem Sitze auf. Hinter ihm der tovtc Batcr. dessen letzte Lebensstnnde sein Gelübde verschönte und der vertrauend auf da» Wort de» Sohnes, lächelnd hinüberging den schweren Gang — vor ihm die Braut, der er sich durch Herz und Wort längst angctrauet, aufgelöst in Thränen und Weh, an der Zukunft verzweifelnd nnd mit dem Leben brechend — und nun er selbst, sein eigenes Herz, seine eigene Zukunft, die Liebe, die ihn beherrschte und die Leidenschaft, die in ihm für das schöne, jetzt so namenlos unglückliche Kind glühte! Sein Kopf wirbelte, zehnmal rang er die Hände, griff er an das wild arbeitende Herz — hier wie dort glotzte ihin das Gespenst zertretener Pflicht entgegen — der belogene Greis — das betrogene Mädchen. .Vater im Himmel!" rief er im Tone innerster Bcrzwciflung, „habe Erbannen mit mir Annen und öffne mir einen Ausweg aus dieser schwarzen Rächt, die mich uinstarrt wie ein endlose» Grab, und sende eine» Strahl der Gnade in mein zerrissenes Herz!" „Joseph," sagte das Mädchen, sich ihm rasch näl>ernd. ihre Hand auf seinen Ann legend und aufleuchtcnden Auges zu ihm aufblickcnd, .ich, das Weib, will Dir den Ausgang öffnen, ich will Dir den Weg zeigen, den mir gehen sollen, ohne uns zu trennen und ohne daß nns das Gespenst verletzter Pflicht folge: Wir gehen von hinnen in ein Land, wo da» Gesetz den, Menschen nicht bis in sein inneres Leben folgt, wo da» Bcrspreckien vor Zeugen genügt, einander für Lebensdauer anzugehören: dort werden wir un» vereinen, ohne dem (Glauben zu enffagr», indem wir auf-?erwachse» und den wir eingesogrn haben »nd den kein ühlrnd Herz au-mrrzen kan», so lange eS schlägt!" Da jubelte er ans, wir rin einer großen Gefahr ent ronnener Mensch »nd wir eine glühende Lava fielen seine Küsse ans Ehristinen» blühende Lippen. «Fortsetzung folgt). «Ml»!'» fHIßtmtlMf Erk-brschrribitn- Etn »rt ße»st»a»t>Itchen fll||rtfl «Mt Mir vrMtl «t«I>r »ttrt Ntrtti«»r«rn. rirbrntr Atttlngr 9*lf«i>MMtti h*h (trtttkfi»rf «*#n t«r, Astes g«ts»sttnr. Mn V*> mtn«««* iiwwm nn» l n« üntien, An Piel-rnNO-n n i» Wt » 1n ff « Ü», ~~ itt ttof , n»et ih d«nb-«lnnnen h 4 fl =■ >i w in Os s» n?pi* t An» 1f‘ ynnsi»-n« «et'nH «n ftürtt,, thtu buum vmittltMr* van«dnch- »»> n,»«nr», hhj> «ne»en «ne I > In« IN ntotdrn Ten Anhalt »ie«ee ptltchUts an»g-ttntlrtrn, utwmtm nÜt illNHtiil/H rt yeste (nt tut»«lt/H nicht Mwni*.r «I«?N «UtfUiNltn, IH halbbti,.«. ,)Ujiitiin>i<(it nn» M lr|l Uruw, l/llKt luldHl krr Ii>M«tlU|t»U' de, t>uischrn >N,ich«laN», Elsaß Lothrinarn, huuplsachltch dt, Ltaal.ttlund, Sei «steri.ichisch u»mattscheu Monarchie, tuirtwil auch See I. Bau« de» Weil.» siinr« Altlchlutz finde« lat geographisch llallsttsche Xiilfi de,seiden ifl, saute I ein solche» in den Rahmen riiur «Ugeniemeu Erdbeschreibung paßt, ein erschöpfende«. Raatentliche Bereicherung «ntden die Abschnitte üdee dü Bodeuge,taltuua und da» Flußnetz, ülxr da« Mlima, über die Zndustne de» Doppelstaate» »rlahren. Alle Angaben über die Bevölkerung und Ratioualttüle» der Monarchie derulnn aus de» Ergebnisse» der Bolt»zühiung vom 31. Dcceiuder lrtrtN. lat vvllstündige Lerzeichitiß aller Lnsgemeindeu mii medr al« ttXJO Eiitwohttern für Eisleitbanieii und jener mil mehr al« MO») Einwohner» für die jenseilige Reich« Hälfte b.lbct eine schützen» wcnhe Beigabe und ersetzt säst ein topographische« Lexikon. Bon großem Serthe sind die zahlreichen Dexikarten, ivelchr zumeist im Maßstade der Generalstabskarte, jedoch übersichtlicher gchaiteit, die Hauptstädic der einzelnen «trvnliinder zur Darstellung bringen. An Oesterreich- Ungarn schließ! sich da» ftüntenthun, Liechtenstein und al« Nachtrag zum Deutschen Reiche erhält noch der l. Vano die neue Gericht«- Organisation in den Staaten Deutschland«. Den II. Band eröffnet die Lande»- und Ltaateukuube der schweizerische» Eidgenossenschaft. Dies« Licsenmgen von Bald!« Erdbeschreibung wcrdm nicht versrhlen, dem ganze» Werke neuc Freunde zu gewinnen.

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