Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 43.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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0 M 43. 1888. $$t(Wfttirdk Jahr«. XIII. Wochen-Zchrift für die religiösen und lorialm Intereffen des Audenthums. Or1chei»r |tk<, Mltt» Och «. Mt» künat km »kchtalllch <Tl4«<acukcK M «In 1 •,(aitcra amk wachkaAluae-a 3 Mark. Vht kt rettet ß»(fakaa|: »Och Oilnni* » (L; aa* km ■>llnk<: 1« Mt. («0 ftec*. I M. 4 SkUti) Midi«. •tatetaaaiaiCTa kn .S*4eaf4rtft* 4 kk Gl , krt .StteraturkUttk* 4 1k Gl. Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber Rabbiner Dr. M. Aaymer in Magdeburg.' fix Wahrheit, Recht „l Friede,! Magdeburg, 25. Lctober. 1 rlft-, MtfirkMJI. »na «ett«r «tat H«tkl« krrigttaaUtM Getlt^Ilt »kee kernt N«um »erknt ntt US ■>. km4ntt uik HA auklchtlt»llch «n kl. Central, ■ntuiicrtt^tnkltlo« m O. L. Duub« f® <*>- «'»»«>».» a. »u«k<kar«, *«rlta, H-mkur». (ilt, Hlili« 8 *»*<», Bl««, lull at n»wl»k«». Inhalt: JMitmft« «rttkel t Di« Juden und di« Politik. — Der Antisemiten- Eongreß in Dresden. Ikti4|<( ws» <*rresd«s»«AieMr Deutschland: Magdedurg. Magdeburg. Hamburg. Franksurl a/M. Au» Pommern. Posen. Oesterreich: Wien. Wien. Pest. Frankreich: Paris. Pari«. Rußland: Au« Polen. Vermischt« mm» neueste Mnchrtchteut Magdeburg. Nassau. Wien. A,ram. Pari«. Pari«. Petersburg. Slonun. S,lo» nicht. Inest. Jerusalem. -mtistetns: Kaiser Wilhelm und die Jüdin. Isserat«. 26 13 Freit,, .... 27 14 k«»»»d«»d . . 28 1» Staut,» .... 29 16 R„t«, .... 30 17 Tie»«:,, . .. 31 18 Ritts,. . . Not.1 19 Itiuniu, . . 2 20 Die Juden und die P-litik. Der Wähl» und Wahlkamps ist vorüber und leidenschast»« io» läßt sich jetzt eine Frage bUtutirtn, die zu Unrechter Zeit unter die streitenden Parteien geworfen wurde. Man hat auf verschiedenen Seiten au« Bibel und Talmud für d,n heutigen Wahlkamps den Juden eine politische Direktive geben wollen. Eine solch« gemeinsame politische Direktive für da» Judenthum ist aber etwa» von vornherein Verfehlte». Di« heutigen wirthschaftlichen und politischen Verhältnisse weisen je nach der Lebensstellung Diesem und Jenem seinen bestimmte» Platz an und der Kampf um« Dasein diktirt ganz bestimmten Gruppe» ihre politisch« lleberzeugung. Nur der Katho» liciSmu» ist im Stande, zu seinem und unserem Schaden alle seine Mannen auszudieien für — katholische Politik. Der religiöse Jude soll nicht nach Talmud und Kommentaren partout regierungsfreundlich und auch nicht regierungsfeindlich sein, denn die Politik beschäftigt sich nicht mit dem wa» w a r, sondern wa» sein wird. Diese» der „Jüdischen Presse" zur Nachachlung, die in letzter Zeit sehr an Druckfehlern laborirt. *) Bon einer gemeinsamen politischeir Haltung ist in der That im modernen Judenthum keine Spur zu finden. Die Ortho« doxie in unserem Vatikan (GipSftraße) wählt ihren Inter» effen gemäß — fortschrittlich. Der sel. Lande«rabbiner einer preußischen Provinz wählte seiner Ueberzeugung nach •) Wir nehmen son ihrer jüngsten redactionellen Erklärung gern Act, won«ch e« i, dem von un« in vor. Ar. gerügten Leit«rt. der >Jüd. Preise" statt- „Wir werden c»«s«r»atio wählen u. s. w." beißen soll: „wir könnten konservativ wählen" — obwohl wir leinen allzu,roßen Unterschied zwischen den deiden Lesearten hrrau«- zufinden vermöge». (Aed.) (wie wir von ihm und auch einem anderen Landrabbiner bestimm wissen), konservativ. Der auch politisch sehr einflußreiche selig« Präsident de» Gemeindebund«», Jakob N a ch o d, gehörte zum n a» tionalliberalen Wahlcomitä (Bennigsenianer), während der heutige Au-schtiß, ebenso wie da» Berliner Decembercomit^, au» lauter Sezessionisten besteht. Am gedeihlichsten werden die religiösen Interessen de» Judenthum» noch von einer liberalen Mittelpartei wahrgenommen. Der Antisemiten-bongretz in Dresden. Wir geben ini Folgenden den Bericht der „Neuen Eoan« gelischen Kirchen-Zeitung" über diesen mit so vielem Geräusch in» Leben getretenen Kongreß, damit man daran» ersehe, wie im Lager der preußischen Hofpredigerparlei darüber gedacht und geschrieben wird. Da» Blatt der Stöcker'schen Richtung schreibt: Vom 10. bi» 12. September hat der nach Dresden ausgeschriebene „Congreß zur Wahrung nichtjüdischer Interessen" in der sächsischen Hauptstadt getagt. Den hochgespannten Erwartungen, mit denen Freunde und Feinde der antijüdischen Bewegung demselben vielfach entgegengesehen hatten, ist durch den Verlaus der Versammlung nicht entsprochen worden, und zwar schon deshalb nicht, weil der Congreß di« angekündigt» „internationale" Versammlung nicht darstellte. Unter den etwa 300 Besuchern desselben waren die Meisten Deutsche, Oesterreicher. Ungarn und nur einige wenige Polen und Russen. Ueberdie« stand der vertrauliche Charakter der Verhandlungen dem Congreßcharakter entgegen. Hofprediger Stöcker, der gleichsall« zugegen war, sprach e» offen au», daß er nur an ein« „vertrauliche Besprechung" gedacht und auch nur zu tin«r solchen sein« Unterschrift unter die Einladung gegeben habe. I Wenn man r» ihm von manchen Seiten sehr verdacht hat, sowohl daß er mit extremen Antisemiten die (übrigen» nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt« und nur durch di« Jndircre-