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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 42. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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wnb bk sktzien Jahn. oM b<n Ltteataten aM iifUrA W pl den Attentaten von hent« ist also — Erhaltung der sittliche« Lriebkräfz« de« Volkslebens. DiestzAttllchnhTsAbfedern nicht al» unbrauchbar abstuwpft« tu das ist. dtt einfach« Ausgabe, der sich dt« -ehre< unsicher RBgioch gemeinhin mit Lifer hingeben. Ma« fall u^i abA F^Deue« P»»stelthum? wozu sollen wir in grotzem Stlle mit »Zeichen der Zeit" erschrecken? £>Uf<ij Titel fpfrct «ine bisher tn den weiteste, Kreisen unhekanu» ZÜtkchckkt» «die et, ver. ltner — bekannt lediglich al» Vertreter der Lutzersten amerikanisch-jüdische« Reform und durch sein klägliches Fiasko tn Amsterdam — Prediger lediglich an den hohen Festtagen, her, ausgiebt. Ecce domo! Sieh« da, der neu« Prophet! Ns solchen mühten wir einen Mann t» der That ansehen, dem eine von Braun, Sonnemann, Laster, Löwe, Soldschmidt, varth, vamberger u. f. «. erlassene AbonnMtpWjnsadMI uns präsentirl. Doch hören wir den Ausruf des Reformers selbst, so weit wir es vertragen können: »Das rein materialistische Getriebe der letzten Jahre hat sich überstürzt und erschöpft. Di« Seibstbestuuung fängt an, in die Scene einzugreifen. Wenn je «in Zeitpunkt, so fordert der gegenwärtige dazu heraus, daß sich da« Menschenwefen auf sich selbst ermahn«. Man Hot sich in Doktrin und Arbeit, in Handel und Wandel bis Hinter die Ohren materialifirt. Di« Religion hat ihre Seele ausgehaucht. und die Philosophie hat sich entleibt, indem sie den Seist aufgegeben hat. Dem Leben ist die Lust vergangen, wie den »Gründungen" der Grund. Die Freud« hat die Freudigkeit eingebaut und di« Gesittung zweifelt an ihrem eigenen Inhalt. Phantom«, Selbsttäuschungen. Unmündigkeiten, die der Geschichte angehören, gehören eben der Geschichte an. Zu verlorenen Paradiesen giebts keine Umkehr. Was soll der trostlose Trost? Was sollen den Völkern Gängelbänder, nachdem sie gehen gelernt haben? Gedanklich und seelisch bedürfen wir einer verjüngt«» Bewegungskraft, einer kerngesunden Erfrischung, einer heiteren Ermannung. Die Menschheit ist kein Kind mehr; hüte sie sich, .daß sie nicht eine Greisin werde. Wie sollen wir von Neuem uns selbst erziehen? Wie sollen wir unfern Nachwuchs erziehen? Suchen wir dazu den Mg und die Mtttel auf!" Nicht wahr eine Art Sritenstück zu Prediger de le Roi! Recht boshaft bemerkt die »Nordd. Allg. Zeitung" hierzu: »Da» ist also der Prophet de« Idealismus, den die Herren Kapp, Braun, Lasker rc. der kranken Zeit empfehlen. Wir finden chn unterhaltend genug, haben aber keine Neigung, den erhöhte» Standpunkt zu betreten, auf den er uns einladet. M» die Herren betrifft, die auf diesen Propheten zeigen, damit da» Volk ihn höre, so zeigt un» ihre Empfehlung, wie sie sich die geistige Höhe vorstellen, zu der sie da» Volk erhoben sehen möchten. Sie selbst scheinen sich bere'ts bei dem Propheten zu befinden. Möge es ihnen untereinander und in der Gesellschaft de» Propheten wohl sein!" Berttn—Batta; Dresden—Pretzburg. Da« vornehm« Belächeln der antisemitische« Hetzereim hat sich durchweg al» eine schlechte Polittk erwiesen. — Den man in Ungarn verspottet und mitleidsvoll über» sehm, der lacht nun tmflisch sich ins Fäustchm ob der »glänzmden Erfolge", die er erzielt. Täglich mehrt sich die An« lAhl^Awr^Snhänger; tn sein«« Ramm ziehen sie aus Raub und z» Mord aus, unter seiner Fahne erstürmen fie dt« Mhmmgm friedlicher Bürger; seine Mlger plündern; Selfitet m» setusch gleichgzsinnte» HsAsvWkndern führen « di» trgiKhtzen vo» valta in der »Uen Krönungsstadt vrrtzbMg «f. — |Äum Herchchhsil« ähnlich in UrluruAt, verlaus und Erfolg sin>, die Ereignisse in den südruffischen Provtnzm mit den Borko «mniffrn der letzten Tage von Pretzburg. In Berlin wurde-M,ßreftn>,t da« GAweyäch» de» Antisemit« «u« und mit Merstchkr Sorhfalt grMezogen'; An Sturmwini trug den verpestenden Blüthenstock in die rufst« sch«» Steppen, wo er gedethtichm Boden fand und gar bald «rschreckmre Früchte zeitigt«. , All' t er -Jammer und all' das wehe, die Schmerzensruse der körperlich Mitzhanvelte» und die tiefen Seufzer der schwer Gebeugtm, fie werden einst in der Sterbestunde in den Ohrm jeiur »Diener de» Herrn" wiedertönen, deren Muud wohl di« »Lied«" verkündet, deren Auge jedoch von jenem »Aebesfemr* sprüht, dem unzählige Hütten unv Paläste zum Opfer fielen. — Und da sie den Brand gesehen, den sie angezündet, d> sie die Verheerungen überblickt, di« sie verursacht, da sie von den Thränenft'ömen der Unglücklichm wegaespütt zu werden bedroht waren, zogen sie sich wie D»ed« nach vollbrachter TM zurück, da« «.-räutzemngswerk ihren Helfern überlastend. Sie wollten kein Thetl haben an dem entsetzlichen Schauspiele, nun, da es zu ihrer unbändigen Freu»« in vollem Zug« war. Sir wollten nur akademisch die Frage erörtert ha>»«n, der unreife Janhagel habe sie dlotz mitzverstandm zu ihrem Gaudium. Doch m es eingetreten, was sie nicht gewünscht, datz sich da» «ir ige Israel solidarisch seiner hartbedrängten, ruffischen Brüder angenommen, da ihm die Repatriirung gelungen, da sahen sich die »edlen Bolksbeglücker" in ihren Hoffnungen getäuscht, die Fluth wälzte sich nicht weiter gegen Msten, sie oerlief sich im Sande, sie stillte nicht den Duist der vom »helligm Si aubenseifer" verzehrten. — Sie empfanden bittere Reu« daroh datz sie ihr Loosungswort zu früh zurückgenommen und sich un» den «»eiteren Erfolg gebracht hatte«. Wie! Das sollte das ganz« Resultat ihrer Thätigkeit sein? Nur einige Tausende von russischen Juden um ihr Vermögen, einige Hunt erte um ihr Leben und andere Tausend« um ihr Vaterland gebracht zu haben, nur darin sollte ihr Verdienst bestehen? Nein! Damit konnten sie sich u«möglich zufrieden geben. — Der Hebel sollte, so ward beschlossen, anderswo seinen Stützpunkt finden; wo zuallernächst, das sollte bei dem gemeinsame » »internationalen" Tische entschieden werden. So traten sie denn zum Eongreste in Dresden zusammen. iLieder bracht« man ihnen allenthalben mitleidsvolles Lächeln entgegen, indttz fie das TeufelSiverk plante«. — Die Brüder au» Ungarn mochten gar herrlichen Bericht erstattet haben; da horte mau si« mit ungetheilter Aufmerksamkeit und ermunterte sie zu fernerem Wirken. Trunk,« von diesem Gedanken kainen sie heim und begaben sich sofort an da» slheutzlith« ZerstörungSiverk, besten Schilderung die Leser d. Bi. un« wohl erlösten, zumal der Telegraph ».nd di« polstisihen TagesbläUer die Berichte darüber nach allen Erdtheilen bereit» getragen.- Wir lassen hier noch einige allgemeine Betrachtungen über die magyarischen Vorgänge folgen: Der 4 ater der Genoffenschastsdeivegnng, der allverehrte Lchulze-LZeljtzsch, der wie kein ziveiter sich mir den socialen Fragen, we che di« Gegenwart bewegen, ernst und eindringend beschäftigt M. »varnte einst di« christlich-sozial« Partei vor der Entseff.lung der thierifchrn Natur des Menschen, die neben der göttlichen in seinem Busen ruhn. Datz diese Warnung berechtigt ist, lehn uns die Geschichte; auf ihren Blättern steht filr jeden, der lesen kann und will, geschrieben, datz der Appell an di« niedrige» Leideusihasten der Mensche» immer von Erfolg begleitet genxsen ist, datz der lange angesammelte Zindstoff endlich furchtbar explodirte »nd die s<hre<k-

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