Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 40-41.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 40-41.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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mm — •20 — .11. »der 19. CompaanU, 1* an* f» «Ul ftaiN jm fUfl,.* Dn Major kommandirUi .DU H»rr«a offizUr,/ E» war drei ober vUr Stuatu« später, al» SUnUmnI Schumann dU breit« Straß« \n St. pasitrU, um sich jum Dturr nach den Weihmr Hirsch in dißeden. Ans dem Wog« dahin hol«, ihn der UuUrofiizter Isidor Saalseld »in. .Herr LUntenan«, »in Wort« ich dtn in VU »IsU TompagnU «er« setz«, ich weiß, da» ist da» Werk de» Herrn von Malbepg. Osten gesagt, ich kann nicht dariiber lachen, wenn ich auch möchte; e» ärgert und schmerzt mich zugleich. Gebhard von Malberg war mir einst ein lieber Spielkamerad. Wa» di« Väter miteinander gekramt haben, sollen da» dU Söhn« mit» einander aulbaden k Meine Lbstcht, Herr Lieutenant, indem ich Sie de»wegen anred«, ist nicht etwa. Ihr« Vermittelung anzurusen, im Gegentheil, ich denke nicht daran. Aber Sie, der SU mich in Eanthin so oft gesehen. Sie werden wenigsten» mir Ihr Urtheil über dU Angelegenheit nicht vorenthalten. 8» liegt mir daran, daß ich nicht auch in Ihren Augen so dafteh«, wie der Herr Lieutenant v. Malberg mich anstehl.' »Zunächst, lieber Saalfeld, heiße ich Sie in R. herzlich willkommen. Ich freue mich aufrichtig SU wieder z» sehen. Aber ich muß Eie bitten, lasten Eie un» über diese Ange- Ugenheit nicht sprechen. E» führt zu nicht« SU kennen die von Malbergsche FamilU; sie ist in der That sehr unglücklich geworden; ihr schöne» Erbgut Eanthin ist jetzt in chre» Vater» Händen, st« verdient Mitleid und Gebhard steht noch zu sehr unter dem ersten Eindrücke de« traurigen Ereignisse»; er kann da unmöglich schon ein unbefangene« Urtheil haben. Der bloß« Rame Saalseld macht ihn für Alle» blind und taub.' .Ich danke Ihnen, Herr Lieutenant; wetter wollte ich nicht» büren. Nur noch Ein«: wo lebt die Familie jetzt?' .In Berlin, in den kümmerlichsten Verhältnissen.' .Sie haben feit Ihrem Abgänge von Eanthin in gar keinem Verkehr mit der Familie gestanden? Auch nicht mit dem gnädigen Fräulein?' Lieutenant Schumann lachte bei diesen Worten. .Ich ««iß, worauf SU anspielen, Saatfeld. Meine Liebesgeschichte ist ja Stadt- und Landgespräch geworden. Denken Sie sich nur, der Gebhard muß gar keine Ahnung davon haben. Wie hätte er sonst mich, den moralisch zum Hause hinauSgeworfe- «en Hauslehrer so unbefangen begrüßen können, wie er e« heute gethan? Sott sei Dank, daß e» in den Krieg geht. Nun habe ich mir da» Mädchen vollend» au» den Kopf geschlagen. E» ist ja eine Dummheit, sich ein Frauenzimmer in den Kops zu setzen. Geliebt Hab« ich di« Klara rasend, da» ist wahr, und ich glaube, ich liebe sie noch, aber ich werde mich schon mehr uud mehr daran gewöhnen, über die ganze Geschichte zu lache». Die erste niedliche Franzöfln, dU mir in de» Wurf kommt. . . . Hah, hah, hah.' Sehe» Sie Saatfeld, dU alte Baronin hatte eigentlich gan, Recht; ich, ein evangelischer Theologe, Klcra, ein« Erzkatholik« — wohin sollte da» führen? Nun Hab« ich allerding» die Theologie an den Nagel gehängt, aber damal» mußt« dU Baronin wohl sich sogen, daß chre Tochter doch nicht al» Frau eine» lutherische» Pastor» mit dem Rosenkranz weiter hätte hantiren können. . . .* .Run, die Eonfestion that e« allein nicht', fiel hier der Reserve-Unteroffizier Isidor Saalfeld ein. »Varonest« und vürgerli-her, da» ist ein noch größerer Eontraft, al« Katholisch und Evangelisch.' .Mag sein, lieber Saalseld, kurz e» kollU nicht sein, und da» ist gut. Komnen SU mit hinein HUr; der »Weiße Hirsch' führt einen au«-ez«ichnetea herben Ungar.' .Ich danke für die Gesellschaft de« Herrn von Malberg.' Der Reserve-Lieutenant und der Reserve-Unteroffizier trennten sich vor dem »weißen Hirsch'. Roch beim vorübergehe« unterhalb der Fenster deffeldrn hört« Ifidor Saatfeld, wie drinneu Schumann'« louU Stimm« beim Eintreten com* maudtrte: Oberuud Unterkelluer, auf eure Posten!' ,E>' ist nutz bUibt ein Student sein Zehen lang', sprach Isidor (talftib lächelnd M( sich dtn. — ,D-n« treu ist Mt SoldaUnlled«, ja Siebe", btU» am andern IKorgen dU Bataillonäkapelle. al» «» »um Ellenbahnbof ging wo da» Bataillon etnaefchifft werden sollt». E« bewegU ich, indem e» den Anblick «ine« wandeinden BlumengarUn» bot; so hatten dU Einwohner von R. »der wohl vielmehr dU Einwohnerinnen dU tapferen KrUger mit Strände» geschmückt, und so wurden dies» auf dem Marsch« noch au» den Fenstern und von de» valconen mit dem Laub« und den Blütl»«u de» Monat» Juli überschüttet. Da kam au» dem ersten S ock eine« PatrizUrhause« rin Blumen Platzregen: er galt dev, Lieutenant Schumann, der tausend Grüße zu den Fenstern mit d-r geschmückten Degenspitz« lächelnd hinaufschickte. Aber auch Herr von Malderg, ser in einer der nachfolgenden Compagnien marfchirte, ging nicht leer au». Er blickte zu den Spenderinnen hinauf, höflichst grüßend — da ftapptrt ihn an einen der Fenster ein Gesicht, da« er schon einmal gesehen, von dem er oder nicht weiß, wo er e» hinbringen soll. Ein schöne«, junonische» Gesicht! Herr von Maiberg hätte in dU Erd« sinten mögen, al« zwei Sekunden später dU Erinnerung ihm sagt«-: da» war ja Sara Saalseld! .Frechhett', murmelte er vor sich hi«, .mich durch solch« Uederrumpelung «och zu einem Gruß« zudann schüttelte er die Blumen von sich ab; er wollte nicht« au» Judenhänden. .Denn treu ist di« SoldatenlUbe", sangen die Soldaten weiter. (Fortsetzung folgt.) Saum and Art. itrasch knrtotut M«r 211* Gott der Herr da» Esten schuf, Ersstwl? im Wald« Hülferuf, Durch all« Zweige ging ein Klagen, Al» wären fi« schon halb erschlagen. Da» Esten hört'» und sagt' den Bäumen: „War plagt Ihr Euch mit solchen Träumen, „Werhalb Euch denn mit borgen quälen, „Da mir doch Arm und Füße fehlen? ,^,abt Ihr'» nicht selbst in Euren Händen, „Da* Unheil von Euch abzuwenden, '.Dient Ihr nicht selber mir al» Stiel, „IPa* kümmert Euch mein Dasein viel? „Nur durch Euch selbst kann ich Euch spatten, „Bei Euch liegt'» ja, mich fern zu halten.",*) Doch dacht' «» schon nach wenig Tagen, Der Bäume einen zu erschlagen Und ging in einen Hain von Buchen, Um sich ein Opfer aurzusuchen. Der sei'»! — Und nun begann ein Ringen,' Da» arme Opfer zu bezwingen, Der Zweikampf währte viele Stunden, Doch ward auch Kopf und teib geschunden, So ward e» doch nicht überwunden. Was that die Azt? SU ging zu Gaste Zu «inem abgefallenen Aste, Könnt' seiner Freundschaft bald sich freu'«, Und nun begann der Kampf vom Neu'n. Bi» unserm Baum dU letzte Kraft enstchwunden, Und Blut ihm quoll au» tausend Wunden. Er sarbl — Sein letzte» Wort, ein Klagen: „Uki Hülf de» eignen Blut'» bin ich erschlagen!" *) Uh hatten obigen Midrasch in einer unserer jüngsten Astipredigten verwerthet, u« daran dt« in jetziger Zeit dappelt deher»!' nengwerthk Lehr» »n knapsen. unser« vieten Feinden durch nicht« Gelegenhea urd tzwwhad« tu geben, gegen un« »,r»ug«h«a. »webt tdnen den Stiel nicht, so könne» st« un« »ich» schab«!' <mb.) HeramworUecher öteoarrrnr Dt. iß«tz«»r in Bwgpeb«g7^si»»2Eää«^^»r»!»ch^^I«ötz^»««!»g^än«a»«7rm«m«W^