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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 40-41. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 40-41.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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310 entlehnt fte dem Wiffen«kreis« der gebildet«,: Menschheit.*) aber sie verklärt ihn mit der Golleridee. „Die Aumuth Ja« phet« wohne in den Zelten Sem'«",**) diese Aufgabe erfüll« tm die Belehrten. indem sie von Japhet mit Steril Wissen schöpften und ihm di« semitische ReügtvntverklLrung gaben Daher ist e» zu erklären, daß die Lehrer e» vermochten^ Wunder al» nawrgemäße Ereignisse aufzusassen, indem he sagten: Zehn Ding« sind am Grew Sambach «hfich^ße» worden, zur Dämmerungüzeit, und die« find: die Erdöffnung (bej Rorach) u. s. «. (Pirke Ab. S, 61), oder fie sagten: Gott Hab« mit dem Meere bei der Schöpfung vereinbart, dass e« fich vor den J«ra,lite» spalte (Beresch. Rabb. p. 5) u. s. w., ja fie lehnen sogar, daß di« zu erwaNende Neubildung der Welt in spätester Zukunft ebenfall« schon bei der Schöpfung ge. schaffen worden sei. (Beresch. Nabb. p. 1.) Ja tfJWrt« «inen N. Jehuda nicht, zu tehren, daß der Mensch erst ein thierähnliche« Luösehen gehabt hätte, indem ihm Sott einen Schweis gegeben hätte, daß aber später Sott dies« thterisch« Form von ihm genommen Hab,. ***) Man nahm die Engel an, al« alle Welt die Naturkräste so verstand, aber — der eine, dä gerechte, der fittlich freie, barmherzige Bott, der Schöpfer war der Fel« im Meere aller schwankenden Naturwissenschaft und Philosophie. Wa« «n» die» lehrt? Nun, nicht« «eniger al« Freiheit der Forschung und Festigkeit de« BotteSglauben«. Der Buchstabe ist Measchenart, der Beist ist Botte« Hauch. Die Versammlung der Naturforscher zu Eisenach hat den Sieg de« Darwini«mu« durch Häckel'« Muud verkündet. Nun, wie die Welt entstanden ist. mag unser« Zeit dem Darwin glauben, Birchow bestreitet zwar di« voll« Anwendung' ber De-rendenzlehr«, «eil, wie er wohl mit Siecht sagt, die wiffeuschastliche» Argumente nicht zureichen. Doch da» Judenthum fieht dieses Streite ruhig zu. Ob Darwin, Häckel oder Birchow die Natur in ihrer Entwickelung erklären «der nicht, da« sei Thema der Forschung in jenem streife der Fachmänner, die da versuch«., mit ihrem Auge ln den Gräbern zu lesen und eine Weltgeschichte au« Versteinerungen zusammen,»stellen, «ber die jüdische Idee ruft: Bindet den Feststranß und bekennet euch al« stinder eine« Botte«, der euch alle erschaffen hat und der will, daß all« Menschenklnder einen großea Famillenbund (nrw .ttum) bilden, um» fchkungen vom Band« der Brüverlichkeit und Humanitätl — stein«, stampf mit der Wissenschaft, auch keinen mit der Religion, sondern jene forsche, diese erheb«. Dir „«orddeirtfche Allgemeine" und die ^Allgemeine Aettung des Audeuthum»". Der Nestor unserer Journalistik, Herr 0r. Phllippsoa, hat, wie wir bereit» in Nr. S8 (unter Hannover) bemerkt, «inen (kui {«• gemacht, daß er einen Artikel gebracht, der den Juden für die bevorstehend« Wahl «ine Direktst»« »ach «Rhcht«' gtebt. Dem erst«» Schritt foigt« ein zweiter, der den erst«» wieder;)ut machen wollte, bU Sach« selbst aber >ur verschlimmerte, da er dem ministeriellen Organ Beransassuna zu folgender., Leitartikel giebt: Di« „Allgemein« Zeitung de« Judenthum«', wie fie fich selbstn»n»t: „unparteiisch»« Organ für alle«jüdisch«Inter- *) oiu -ra sne^a rmn man. ov ’^riMa xaw nr bv vi'v'v'. , ppip H rrryr to^o -idm mvr n n*n vtib min m maa ’j»o ’jbd wrt rma mm» p. ii) eff«', he:au«gegeben von dem Rabbiner vr. Philippsou in i Bon», hat ein paar Artikel veröffentlicht», welch« »n eingehe». , den vetiachtnngeu »olle Beranlaffuug Men.' Al« Einleitung zu dem erster«» derselben war in einer redaktionellen Vorbemerkung gÄagt, daß, wenn da« Blatt auch »ich! die Achgaße sich stell«, eigentlich« Politik zu betreiben. sondern fich nur bemühe, jüdisch-religiöse Anschauung zu entwickeln, so halt« fich di« Redaktion dennoch verpflicht«, au« der Zeder «k»M Manne» brr tvtev »itiswnttischess B» wegung nachdrücklich für' seine BlaiwBi«- und Skämmeäge» „offen eingetreten sei, diesen Artikel auszunehmen. Dann he»ßt e» weiter: .Wir dem^t-n aber fof»r*t d-ß wir »war hinsichttich ber Prim fipim. »te er aufstrüt. mit ihm ubereinftmime«, jebach da, »« er »a« Gebiet »er ge^benea verhälMiffe betritt, abweichender Meinung sind., Der Artikel führte nun der Hauptsache nach au«, e« sei in keiner Religion da« „stönigthum von Botte« Gnaden' so intensiv j»m politischen Au«druck gebracht, al» in der jüdische«. Ferner schuld« da« Judenlhum dem Fürsten Bi«marck. der b«i »usbau de« Reiche« ihm in Deutschland di« »olle Gleichberechtigung geschaffen, groß,« Dank, der auch darin Au«druck gesunden habe, daß Natioualliberaii«mu« und Judenthum lauge Zeit nahept Synonyma gewesen seien. Südlich find« auch di« soziale Politik de« stanzler» in ihr,r Fürsorge für di« Armen und Schwachen sich bereit« al« integrirender Theil in den sozialistischen Bestimmungen der mosaischen Beletzgebunk. Wenn nun jetzt, wird weiter argumtntirt, der Antisemiti«mu» fich hinter die Parteien der „Reform' verkrochen hebe. und die „Linke', stet« bereit, Stimmen zu fischen, großen Llrm gegen den Antisemit»»«»« schlage, so hätte letztere Pirtei praktisch für die Jude» doch gar uicht« gethan, trotz de« viele« Lärm«; sondern allein die Regierung sei gegen die antisemitischen Autschreitungen praktisch vorgegange». Au» diesen Erwägungen wir» nun lolgender Schluß-gezogen: .Dei.tzntb t»erchen ,ll- Berü«fichti,ungen dafür, daß «» dtt Ausgabe der Jude» nicht sein darf, die Feiad» der »egierun, *u vermehren, daß JU »ieimehr bei den bevorstehenden Landtag««atzten in den Reihe» Derjenigen gefunden werden müssen, wrlche, wie itzr« Bemühung en »an unten heraus beginnend und »a« Wohl der Schwachen fördernd, -ür die Erhaltung und den »u«bau de« Staate« ein treten. al« de« großen Gemeinwesen«, da« wir an die Stelle de« Nkmeren der »ergai gentzeit. der jüdischen »emeind« al« solcher, srtzeu dürsten.- I« dem dann iolgenden Artikel macht di« Redaktion von vem ijöiuoHßeu «orbehälte Bebv-nch, ihrirse« »«flexione» an diesen Artikel zu knüpfen. Sie erklärt, prinzipiell mit de« Autor de« erste» Artikel» überet«,»stimmen, wa« nämlich die Rönig«treu«. die nationale Stellung, die Dankbark. it für den Reichskanzler und die theoreltsch« und moralisch« Zustimmung zu seinen sozialen Reformen angehe. Nicht «innerstanden sei man aber, wo der Autor da» Bedirt der politisch«! Thatkachen betrete, angeblich. we,l di« Verhältnisse and.r» liege« soll«», al« er sie geschildert. Da« von dem jüdischen Organ schließlich gezogene FacÜ ist: „tM den uniweideutigen Zielen, welch« di« .otrchle . )>dal» si« di« M«hrh«it in uns««« Paelamenttn erreicht hat, ata di« itzrtgnb«tannt« und besennt, ist d«n Jüdin stlbsl lein« «abl grtassrn: si« ttnn», für di» . Recht«" nicht stimmen, son»«kn «üssen »,n Liberalen sie» ,u»«nd«n." Mar. wird nicht umhin könne«, eiuiufeh««, daß diese dem Jude nthum »ou einem seiner angesehensten reltgröseu Organe gegebene Direktive i« politischen Angelegenheiten sehr bedenkliche Setten hat. Di« Sache hat doch eine sehr ernst« polttsch« Seit«. Wohin solle« führen, wen« da« Organ de« Judenthum« sein« Leser anweift, st« hätten al« Juden Stellung zu nehmen aus dem Boden dir Opposition? Erkennt jene« Organ, >»i« e» gethan, di« prinzipiellen Grundlagen jene« erste« Ar.ikel« al» solch« an, die fich reltgiö« und so,ick mit b«r iüdlsrhen Lehre decken, nnd kommt «« dennoch zu s«u«u Ronsequenze«, nun dann ist »« eben herabgefitegeu v«n s«i«»er Stellung und Ausgabe, jüdisch-religiöse »nschauuugen zu entwickeln, und macht sich statt dessen zum Organ einer fölilischo'u Partei uiks zioar -zu' eiMn sehr'zchrffrlhelsten. da e«, u» für dies« Partei eintreten zu ktnnen, «ingestaud^

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