Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 36.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jl£ 36. 1883. Israelitische Jahrg. Ult. Wochen-ZchrM fit die religiösen und focialrn Interessen deS IndenthumS. >nmi i*n mit»u «. ftMMi Mm m t m t»11t4 t-ta-la-nMn «»««»«»»>»»,,«»»»>»»«" Ml alM Val iMlrr« ,»» VaaMoMaaDfn •MdHlriU n Mark. IM klrffttf Autt-Mint: Mn« Ortmnl » l.| M4 Mm f » ala»kf! U Ml. itn Al». Rat. « »a«art> tikill«. MufftmiMMfni Mr .Mach-ntailff 1 •' V, Mt .MlnataiMattl* t I» ff. ®rrati|»TOTtltrt»rr Krbactmr imb <>rraii«»rbtr Rabbincr Pr. M. Lahmer in Magdtburg. ilr tDahrktlt, »echt t»b iritbin! a «fmii IUf Mt .••*•«( «rill-. Ml« |Ul MV, An« bt!4lllll t( alm tlat I*. MlkrrlftlaiUmt f«tlt|«ll< atff ktft« Maam MftMa aitl 80 |i. Mitfiwl an» IM an Ich«»Mich an Mi ■naa»int.|(f<Mtl»n aan ö. L>, LUaba St Ca, lf aal all a. ■„ Ma|Mai|, Milli». t«Mt»l|, <1 ». MUH4IN. 1» « e14. fall» K. tln|ullM»L Magdeburg, 6. September. L Onhnlt: VtiltiK «eltkel t Zur Jtolsntfation Paiöftlna'« Mn» C*rrtfMn»«N|tn> Deutschland; M«,debur«. Dresden, vromberg. Lyck. vom Rhein. Paderborn. Nu« vordneestdeulschland. Oesterreich: Wie«. Lemberg. Pest. Aeankretch: Pari«. ver«ts»t« MM» n«n»N» ftaOrichlen i Magdeburg. Berlin, »u« dem Elsaß. Neustadt d. Pinne. Pest. Pari«. Rotterdam. Rumänien In Hoeadnoiu. Petersburg, Kairo. New > Park. Jerusalem. FeuiNetan: »u« dem Leben eine« Nulodidatten. IMserat». I N>»chen- Hapten bar 1882 Ellul. 6043 hakender. j Ditt»cr«i,g . . 1 7 33 | streit«, .... 8ap. 8 ( 31 : CoaaitKKB . ü 35 C’llCJCXll.ajLVÖ.u.tf Ctiuitq .... 10 30 | ' WMtio .... 11 27 öaliclioth.! XitMUfl . . . 13 38 I Wi,1*1,4 . . . 13 2» Seclior Bria. IXoRKrll«! . .; 14 * 1 Rotel! httohong 5,143' Zur Kolonisation Palästina'-. Vor etwa 6 Monat«» haben wir in diesen Blättern eilten Aussatz „zur Frage der Kolonisation Palästina'«" veröffentlicht. in welchem wir zeigten, daß unter der türkischen Herrschaft von einer Kolonisation im größer« Maßgabe nicht di« Siede sein könnte, «ährend wir e« andererseit« al« eine Möglichkeit hinstellten, daß England i» Egypten und Palästina zur Herrschaft gelangen und al-dann eine Kolonisati:» Palästina'» begünstigen würde. Wir konnten damal» nicht vor» autsehen, wie bald die Ereigniffe unserm Urtheile Recht gebe« würden. Die türkische Regierung hat sich über da« Kolonisalionsproject geäußert und zwar dahin, daß sie die Errichtung einer jüdischen Kolonie in Palästina nicht gestatten würde. Wir dürfen sie dieserhald nicht ladeln, die Türkei kann bei ihrer Schwäch« nicht ander« handeln, sie will offenbar keine Perantivortnng für Schwierigkeiten übernehmen, denen sie nicht gewachsen ist. Aber noch weniqer al» diesen Bescheid der türkischen Regierung durften wir oorau»setzen, dab die von un« al« eine ferne Möglichkeit hingestellte Occupalion Egypten« durch England so bald schon in da« Stadium der Wahrscheinlichkeit treten würde. England hat sich in Egypten fest engagirt und wird, wenn nicht all« Zeichen trügen, die bauernde Besitznahme de« Lande« oder doch «ine Art Oberherrschaft über daffelbe zum Ziele nehmen. Steht aber einmal da« Rilland unter englischer Hoheit, so dürste auch Palästina, die Schuv- «ehr Egypten«, von asiatischer Seite um so mehr demselben Schicksale versagen, al« der Hauptgegennand de« englischen Int,reffe«, der die Berbindung mit Indien hrrstellend« Suezkanal, fest an der Grenze Palästina'« sich hinzieht. De: Besitz Palästina'« in türkischen oder doch asiatischen Händen würbe eine stete Bedrohung Egypten» und vor Allem ve« Suezkanal« bilden. Palästina würde demnach gleichfall« unter England« Herrschaft gerathen, oder, wenn dir» die übrigen europäischen Mächte wegen etwaiger gemeinschaftlicher christlicher Interessen nicht dulden würden, unter da« Gesammtproteclorat der europäischen Großmächte gestellt werden. Beide Eventualitäten würde» aber der Gründung einer jürischen Kolonie im heiligen Lande förderlich, welligsten« nicht hinderlich sei». Di« Zeiten der Krruzzüge, in denen di« palästinensischen Juden unter christlich-europäischer Herrschaft noch schwerer bedrückt wurden, al» unter der muhamedanischen, sind vorüber. Keine europäische Macht, welche in Palästina regieren würde, würde sich den Juden gegenüber feindlich stelle». Sie würde di« erste Bedingung jeder gedeihlichen Kolonisation, Friede nach Außen und gesetzliche Zustände im Innern, schaffen und schwerlich Protest erheben, wenn eine größere Anzahl Juden c» unternehmen wollte, da» Land rationell anzubauen. Ja, wir dürfen wohl daraus vertrauen, baß eine europäische, »»«besondere eine englischt Herrschaft in Palästina nicht hinter dem Könige Koresch zurückstehen würde, daß sie vielmehr gradezu die Errichtung einer jüdischen Kolonie tut heiligen Lande fördern und unterstützen, namentlich auch durch Regulirung der Forst- und Wasserverbältnisse de» Lande» di« Möglichkeit und da» Gedeihen einer guten Ackerwirthschast sichern würde. Wir gehören nicht zn den Leuten, für welche Palästina iim Judenthum nur «ine Vergangenheit, keine Zukunft hat; wir stehen hierbei allerding« keinerweg« au, dem Standpunkte,