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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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263 |UKxnbtn Mob bic Tausend« aut fciiun Losch« «bUrra Zwecken zuzuwende». Wir müssen da« Unserige au» voller Kraft leisten and dem naheuhe» EruflRber Zeit Ä« Besserung anhetmsteten. Frachßfische- AMofftätundn rassische- Korruption werbe» noch riuuial KßernMnOn i'weckien. Da»^ Deutsch-Rationale stehe immer unentwegt aus unserer Fahne. Man must gerade da» pflegen, was auch nur den Hauch eine» Ingriff« erfahre» tluute. Jhe Türresßonbenk hN^schoa einmal erfahren, wie bi« deutschen Juden hierüber denken. Die -Klagen über den scheelen Blick de» Neide», über da» ärmlich« Loo« rein geistiger Arbeit — e» stnd Klagen — so alt wie diese Kutturwelt, bi« ja einmal gut gewesen sein mag, in der nun aber doch nicht mehr Alle« nach dem Rechten geht. Wehe dem Jndifferenti»mu»! Ob aber der herzliche, schön pathetische Eifer jene« Briese» nicht zu weit geht, wenn er in Bezug auf die Einrichtung unsere» G'otte»- bienst«» von einem Opfer spricht, da» »in jüdischen amalgamirung»l listigen Kreisen" dem Shristenthum gebracht worden ist? Unser Gotteödirnst ruht nicht in den Händen dieser Kreise, die solche »Opfer" spenden. Di« Kräftigung der religiöseu Ideale muh nicht in neuer Zersplitterung geucht werden, eine Reaktion muß eintreten, aber eine ethischsociale, die sich gegen jede von altjüdischer Keuschheit abgewandte Korruption de« Familien-, religiäsen wie sittlichen Leben» überhaupt richtet. Und wir möchten allerding» den Jüdisch-Indifferenten eine bessere Vorbereitung auf den Roschhaschonoh wünschen, al« ihre Halbbildung in Bezirktvereinen zu verschleißen und dort ihr« materialistischen Ideale zu predigen. Wir lieben jene Kreise unserer Hauptstadt nicht, die jenem Pseudoliberali»mu« huldigen, der aus Grund mangelhafter Bildung Freiheit und Zügellosigkeit verwechselt, jene Leutchen, die jederzeit auf die Regierung schreie» und die, sow.it e» un» angeht, so lange schreien «erden, bi» «an den Religion»unterricht überhaupt au« der Schul« hinau»schafft, damit sie ihn draußen erwürge« können. E« gtebt eben Leute, sür die der Schutzmann noch lange Zeit recht nöthig sein wird. In solcher Gedankenrichtung treuer Staat»- angehörigkett fympathtfirt unser Berliner Brief mit dem Brief« au« Wien. Di« lockere Stimmung!>at doch schon stark abgenommen, selbst von« vorigen Roschhaschonoh bi» heute läßt sich schon eine Besserung verspüre». Beifpt-löweise hat der »Berliner vörsenkonrier", den wir s. Z. ivegen seine» Angriff« aus di« Sedanfeter von den Rockkchößen der »Judenpress«" abzuschütteln suchten, sich in einen »Berliner Kourier" oerwandelt, hat andere und hervorragender« Mitarbeiter engagirt und ist gaaz zahm geworden. Auch da« ist schon ein Gewinn, wenn auch nur eia kleiner. Der Ginftuh der triff. Judenverfolgrrng attf den europäischen Setretdemarkt. Die hie, (zu Magdeburg) erscheinende, auf dem die«- jährigen (in Leipzig abgehaltenen) internationalen Saatinarkt verlheilte »International« Getreide-Zeitung" bringt folgenden Artikel: Die entsetzlichen Judenverfolgungen in Rußland haben dt« ganz« civilistrte Welt überzeugt, daß diese« große Reich sich zu ihr nicht zählen darf. Jetzt rächen sich die an oen Juden verübten Gräuelthaten und Grausamkeiten an Denjenigen, welche sie veranlaßt und in Scene gesetzt haben. Der Schaden, den die Judenhasser »au« Prtnctp oder Berechnung" — «au wird viel« Gläubiger ohne Bezahlung und noch mit Zueignung von deren vermögen lo» — bereitet haben, wird «tzt von ihnen tausesttzsach getragen utkdffthMste zum Ruin. ZrMchk ist. den aMtor verfechten 2ffbt* dMirch wenig geolf* — rtzMowUUitzd dl» dtz»,» Fischst wtstMff vom Pelican »erschltegen wird,' uwnie-letzkkre? batet‘«fftlA! Wa» früher einzelnen Russe» passtrte. — die damals noch dadurch von »er übrigen russischen Gesellschaft verpönt und vermiede» wurde« — wird jetzt iu unzckhrkijgen Fällen »otkvarmou. I» October 18V9 was Ä|Mitcr dieser. Zeiläe tu Kiete»- Rußland und bemerkte, daß groß« Strecken Rübsen uagemäht blieben, di« Rübsenschötchen waren geöffnet und fast leer. Aus seine Anfrage über die Ursache diele, großen Bermögen»- vergeubung erhielt er folgenden Bescheid: SigenthiUuer dieser Rüdsenfelder ist Besitzer großer Güter, besitzt ein riesige« .vermögen in — Ländereien, jedoch nicht einen Rubel baar oder Credit. Gleich neun Zehntel der russischen Gut«besitzrr .nahm er vor der Ernte Vorschüsse bei jüdischen Eapitalisten — der christlich-russisch« Capitalist ist mißtrauischer und nimmt ungieich höhere Prozente — und verpflichtete sich, den Vorschub nebst Profit durch Lande»produkte nach der Grnt« abzudeckrn. Al» erwähneu»werth ist hier wohl «iuMschasten, daß der russische Judemit eigenen oder geborgten Rubeln 9000 — 3000 Eir Getreide oder Oelsaiten beaNgelvek'«kd dennoch durch seine Regsamkeit jedeSnial die Waar« voll bezahlt, bevor sie die Ökonomie verläßt. Mit geringen Mitteln arbeitend, versteht er e», Umsätze zu erzielen, di« ganz erstaunlich find. Da der russisch« Producent zwue fast immer Eredit, entweder Angeld oder Vorschuß, nimmt und niennrl» Credit gtebt, so nimmt der arme Jude von deutschen Häusern da« Geld zur Bezahlung resp. zum Abholen der Waare. Wird an derselben verdient, so Haber der deutsche Capitalist und der Jude fast gleichen Nutzen, wird aber verloren, lo trägt schließlich nur der deutsche Capitalist oen Verlust, weil der Jude nur in seltenen Fällen soviel hat, um Verlust zu tragen. In allen Fällen bleibt da« Geld beim russischen Producenten, und der Jude zahlt ihm jeder Zeit die höchsten Preise. Bei der Entnahme de» Äeidvorschusse» war er die Höflichkeit selbst, ganz ander» j«:och bei der Bezahlung; unzählige Male mußten die Gläubiger zu ihm fahren und al» sie zuletzt ungeduldig wurden und Vorstellungen wegen zu langer Berzögerung oder wegen schlechter Reinigung der Produkte wagten, wuroe« die Hofhunde aus di« Darlehu»- geber gehetzt, denen schließlich nicht» übrig blieb, al» da» Geld durch langwierige und kostspielige Prozesse wieder zu erlangen. Vorschuß bekommt er also nicht mehr und da er kein Geld zu Arbeittlohn hat, bleibt Alle« auf den Feldern. Derartig« Fälle waren schon damal» nicht seltei«. Besitzer von 5000 di» 30,000 Defsiatineu schuldenfreien Laude« war«» durch eigen« Schuld in Geldverlegenheiten und haben nicht sür 100 Rubel Credit genossen. Schreib«: dieser Zeilen war «in« längere Reih« von Jahren hintereinander in verschiedenen Gouvernement», stand in fortwährender Geschäft-Verbindung mit russischen Juden, Bauern, Gut»b«fitzern, Baronen, Grafen bi« incl. Fürsten hinauf, hat sogar die — zweifelhafte — Ehr« gehabt, bei sogenannten hohe» Persönlichkeiten, die bi» vor Kurzem in einflußreichster Stellung waren und zum Theile noch stnd, mehrfach zur Familientafel geladen zu sein. Sr hat sich daher manchen Einblick in alle russischen Verhältnisse zu schaffe« vermocht und sein Urtheil dürste maßgebend sein. Sr hat die Ueberzeuguug gewonnen, daß der Jude in Rußland allen anderen Bevölkerungsklassen von größtem Ratzen und dem russischen Staate unentbehrlich ist; beide, Regierung sowie Bevölkerung, müssen mit Blindheit geschlagen sein, wenn sie diese« verkennen und: »Wen die Götter verderben wollen, den schlage« sie erst mit Blindheit." Wer kauft im A«»la«d« und Inland« Handwerkzeuge, Maschinen rc. und verkauft solch« gegen Caffa oder Credit an russische Bauern und Besitzer? Die Juden. Wer gtebt vor der Ernte an Bauern und Besitzer Gckdvorschüffe zu Arbeit»- lühnen und anderen nöthtgen Auölagen? Die hohen Herren

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