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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 27. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 27.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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starb am 96. in NWzbArst, wo <r |ur HMelltkng seiner »anftiftxn SestNidhelt seit einiger Zeit «eitle. Seine Leich« wurde nach Haag gebracht und unter großen Ehren bestattet. 'Der Minister der Finanzen, der Justi, und der Kolonien, sowie die, meisten Abgeordneten der Generalstaaten gaben ihm daletzte Ehrengeleit. Herr Oberrabbiner Bereitstein hielt ihm eine sehr wttrdige GcdLchtntßrede. Um-'ihn» sprachen die Minister Meddermann und Jolle«. Im Namen der Familie dantte hierauf Hr.Ass er, Mitglied de« hohen Raths. tfinvu. Di« portugiesische Gemeinde hat am ersten Tage Pessach in imposanter Feier den 150jährigen Gedenk, tag der Synag»genweihe begangen. Auf unsere: Insel wohnten im «-eigen Aihre 89« Jude» unter 36,000 Einwohnern, in Surinam 1291 auf 52,000. Pari«. Viehhändler von Verdun und Montmsdy haben sich über da« Adhalten von Märkten am Sibbaih beschwert und ist den vürgermeistern da» Recht gegeben worden, in jedem Eintelfallt den Markt zu verlegen Gr»ßbrUa»»te». Eist bekannt, daß di« Judenbekehrung ein kostspielige- Werk ist. AuS einem neulich der Generalversammlung der freien Kirche von Schottland überreichten Berichte geht hervor, daß dieser Sekte die Judenbekehrung im adgelaufeaen Jahre 954 Psd. Et. (.beinahe 20,000 dH.) per Kopf kostete, denn di« Au-gaden für die Judenbekehrung»- iniffionen betrugen 6680 Psd. St und e» waren nur sieden Taufen zu verzeichnen, nämlich 4 in Konftantinopel, 2 in Pest nnd I in Breslau. A»« Pole». Die Leser Ihres geschätzten Blattedürfte die Mittheilnng inleressire», daß die Mutter de« berühmtesten polnischen Dichter« Adam Micktrwia. von dessen Sympathien für die Inden in einer der letzten Nummern der „Wochenschrift" die Rede war, «ine getauste Jüdin war. Mlckiewia hat die» selbst einmal dem Grasen Branicki erzählt. I» den Adern de» große» polnische» Poeten, deidealsten Repräsentanten de« wahren Polenthnmstießt also jüdische« Blut. Wie stimmt da« zu der Racentheorie unserer Antisemiten, die wohl Mlkiewia seinen Dichterruhm und seinen lauter», po.nischen Patri. oli-mu» nicht bestresten werden. In Ora» starb am 4. Juni der 34 Jahre alte Herr Eli« Lasry, Stadtrath, stellvertretender Bürgermeister, Verwalter der Sparkasse und de» Leihamler Prter«tz»rg, 28. Juni. Der „Odesskija Wedomosti" zuiolg« »erurtheilte die Sektion der Oveffrer Bezirksgerichts in Tira«pol drei junge Kleinbürger von Dubossary, welche an, 31. März d. I. gelegentlich der Judenexc.ffe in Dubossary euren Juden tdvtlich, eine» andern schwer verwundet hatte», znr Entziehung der Standesrechte und Verschickung zu Zwangsarbeiten. Peter«b»rg, 28. Juni. Gestern lies an« O k» y (Kreis Balta) die Nachricht ein, daß daselbst i» der Nacht vom 25. bi» 26. Juni eine Judenhetze stattgesunden hat. „Wir blied>n ohne Dach und Nahrung," theilt der dortige Rabbuier dem .Golo«" mit, welcher die Ansicht au«spricht, daß der jüngste Erlaß Tolstor'« ,.egen die Judenhetzen vielleicht noch nicht bekannt gewesen. Rew-flork. Da» isr. 26aisenhaubeziffert in seinem Berichte die Jahre-einnahmen aus 432,000 dH. unv die Ausgaben auf 252,000 M. Resero.'sond« beträgt 750,000 M. und 724.000 M. kostet der Grund und Boden für ein neues Gebäude, 32.7 Kinder werden da verpflegt und eine Industrieschule ist eiir'gerichlet. (Un. i«r.) In Rewyork fand ein dreitägige« Volk-s.st im Norden der Stadt zum Besten der russisch-jüdischen Flüchtlinge statt, welche« einen brispiello« glänzenden Erfolg hatte. Die ganze Hrväkk«rung Re««o?k» nahm ohne Unterschied der Nation»« lttät oder Konfession an den, Feste Thetl. Feuilleton.*) Am Himmel ballt sich schwarz' Gewölk — Du sragst, ob wohl ein Gott dort wacht? O trag' mich nicht, ich »eiß »« nicht! Geh' schtaren Kind, geh' — gut» Nacht l Lin SchreLgespenst au« finsi'ren Zeilen Teh' »eithi» durch di« Weit ich ichreiten Sein Vtuk, w.» einst der Holzstoß, glüht, Wer weih, ob'« nicht auch hieher zieht — weh' schtasen, Kind, geh' — gute Nacht' Verderben säend, wie di» Pest, So schreitet r« von Land zu Land, Wohin ,« tritt, erstarrt da» Her», Verliert sein Urrecht der Verstand. Uni, Hoch nnd Niedrig, Jung un» »t «rfoß, de« Wahnsinn« Allgewalt Unr> wo sei» tolle« Spiel e« treib'. Vom Alenschen nur der Name bleib! — Geh' schtasen, Kind, geh' — gut« Nacht! Aus« Neu' da« alt» Lied ertlingt, <!« sagt: da« Vlut dein Vater trinkt Und Trifft Du einst heran zum Mann, Auch Du, auch Du trinkst Vlut sodann! Am Himmel ballt sich schwarz' Gewölk. — Ich welß nicht, ob «in Sott dort wacht! Ihn leugnen, bräche mir da« Her, — Ihn glauben? — stillt er meine» Schmer,» Weh' lchlasen, KM», geh' — gut« Nacht! Wir lieben nicht die« Vaterland" — Wie leicht man un« solch' Urlhril spricht — »Der Vogel liebt sein Nest, da« Wild Liebt sein« Schlucht: da« He>>„ — wir mcht!" O dieser Vorwurs schändet mehr. Al« wenn mir glllhendrothem Stahl Aul de« Galeerensträfling« Stirn' Der Henker brennt da« Schandenmaal l Geh' schtasen, Kind, geh' — gut» Nacht! Du wehrst Dich — willst D» reizen noch? Du duldest still — ha, seiger Wicht! Du klagst — bist so empfinolich doch! Du seuszeft — schämst Du Dich denn nicht? Nur Lin Seseh füc Hirn u«d Her, Gill Allen gleich in Freud' un» Schmer,. Natur läßt keine Aulnahm' ,u. Nur ein», eine: d»e bist Du' Geb' schlalen, Kind, geh' — gute Naäit! O schließ», Kind, o schließ' zur Nuh' Die holden Angenstein» ,u. Wozu auch strahlt» ihr« Pracht In solch' gewitterschwang'rrr Nacht? Wer weiß, ob nicht die thränenschwere« Dercinst auch gegen mich sich kehren Vorwurslooll — w:nn ich längst im Grab — Daß ich Dir solch rin Leben gab. O Du mein luße», theu're« Kind! », „Wii Naoto" veröffentlicht da« obige rigreisende Gedicht, deffen «ersaffer, Herr Joses Klsz, Jude ist, und durch Lewin»!,'« Declamatwnen auch dem deutschen Publikum bekannt, und da« wir in mäglichsl treuer Uebersetzung de» ungarischen Original'! hier wieder» geben. D. Ned

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