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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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186 — innerhalb brt Hause« seine Mißbilligung au »drück«", angenommen. Luf Wahrmann'« Verlangen wurde ein« Sitzung der liberalen Partei für Abend« einberufen; in derselben erklärt« Jstoczy seinen Äuttntt. Aus Ungar». Der amtlich« Belicht über da« leider noch nicht aufgefundene Christenmädchen Esther Solymoff lautet wie folgt: „Esther Solymofi kann seit den 4. Mai al« verschwunden betrachtet werden, denn seit diesem Tage fehlen begläudigte Nachrichten über ihren Aufenthalt. E« ist eine amtliche sestgestellte Thatsach«, daß da« Mädckien seit seiner frühesten Kindheit durch ein ungewöhnliche« rgenehmen ausgefallen ist. Sie suchte fortwährend Gelegenheit, spurlo» zu verschwinden und hatte eine besondere Freude daran, wenn stch ihre Angehörigen mit ihrer Auffindung at mühten. De«, halb hat ihr Verschwinden ansang« Mai keine Vesorgniß erregt. Ihre Mutter glaubte, da« Mädchen sei zu den in der Nähe wohnenden Verwandten gelaufen. Erst gegen den 10. Mai begann Frau Solymosi über da« Verbleiben ihrer Tochter unruhig zu werden, nachdem die Verwandten erklärt hatten, daß sie da« Mädchen gar nicht gesehen haben Von diesem Augenblicke an war da« Verschwinden de« Mädchen« allgemeiner Gesprächsstoff. Während de« Spiele« hat da« sechsjährige (nicht sechzehnjährige) Söhnchen de« Ti»za-E«>arer Echächtei« zu seinem älteren Kameraden gesagt, die Esther sei von seinen» „Tate" und noch einigen Männern umgebracht worden. Am 14. Mai ivendete sich Frau Solymosi aus Aufforderung de« Orttrichter» an den Etuhlrichtkr. Auffallend war, daß au jenem Tage auch 6 sremte Schächter in E«zlar weilten und bald darauf von dort verschwund:»» find. Der Stuhlrichter hat sofort den Teinpel und di« Nebengebäude streng untersuche» laffen. Aber trotz der größten Umsicht konnte nicht die geringste Spur entdeckt werden. Sodann nahin der Stuhirichter viele Ortsbewohner in'« Verhör. Die Aussagen dieser Zeugen sind höchst zweifelhaft, da jeder derselben Nicht« Gewiffe« angeben kann und nur Vermuthungen ««»spricht. In dein Augenblicke, al« der königliche Gerichte Hof von Nireghyaza die Untersuchung in die Hand nahm, verschwanden alle Berdacht«gkünde bi« auf die Lu»sage be4> sechsjährigen Knaben". Pest Rach dem „Pesti Naplo" hat sich Melchior Both, der Untersuchungsrichter de» Gerichte» in Nireghyaza erschaffen. (Dieser Selbstmord soll mit rer Angelegenheit de« in Ti«za- E«zlar verschwundenen Lhristenmädchen« zusammenhängen.) Krankretch. Pali«. Herr v. Marciöre hat al« Berichterstatter über da« Ehescheidungsgesetz den Ausspruch von Portali« sich angeeignrt: Da GlaubenSgenoffenschasten die Scheidung gestatten, ist e« eine natürliche Folg« der Freiheit de« Cultu«, daß der Staat die Scheidung nicht verbietet. Seltsam» riveise scheinen die „Arch. i»r." der Ehescheidung-ireiheit nicht günstig zu sein. Gewiß so lange der Staat sie verboten hat, durste der Jude nicht zuwiderhandeln. Aber wird di« Scheidung wirklich die erschütterte Moral noch mehr ivankend machen? Wir halten da« Gegenlheil für richtig — und betone», daß e« Fälle giebt, in welchen religionsgesetzlich die Scheidung erfordert wird (Ehebruch rc.). Die Halden, vom Gesetze bisher gestatteten Maßregeln führen sicher zu sittlicher Verwilderung. — Auch die Auffassung. als ob unsere Beerdigungen ciuiler Art sind, können »Dir nicht al« richtig anerkennen. Wohl sind unsere Rabbiner nicht Geistlich«. Aber Civil heißt nicht „ohne Geistlich«', sondern „ohne religiöse Formen." Ein Begräbniß eine« Juden am Sabbath dürste den civile» Akt am drastischsten zum Ausdruck bringen. Part« In erster Lesung bat die Kaniinec am 15. Mai einen von Herrn Juliu« Roch« vorgelegten Gesetzentwurf angenommen, da« die Saecularisation aller den religiöse» Congregationen, Klöstern, Lenliilarie» und Consis»or.en gehörenden Güter verlangt, uni sie dem Staat-eigenthum« hinzuzusügrn. Da« würde dem Staate da« Recht geben, all« gottesdienstlichen Gebäude kurzweg nach seinem Belieben zu verwenden. E< ist wieder ein« der Gesetz«, die gegen di« Religio» überhaupt gerichtet find. — Am 11. Mai starb in Biarritz ei« Grei« von 96 Jahren, Herr Marqsoy, Inhaber der St. Helena-Medaille. Er war Kapital» gewesen. Sein Vater hatte do« Schloß Marrocq bei Bayonne an Napoleon I. verkauft und bei einer Audienz die Erlaubniß erhalten, seine Söhne in einer Militärschule, welch« bi» dahin keine Juden aufnahm, zu schicken. So waren der Vestorbeve und sein Bruder die ersten jüd. Cadetten Frankreich«. Engkamd. Lindau. Dem Unterhaus« liegt eine Wahlbill vor, dabei hat der Minister Sir Charles Düke dem Deputirten Sergeant Simon die Versicherung gegeben, daß für Eabbathe nicht allein (wie in der Bill von 1872), sondern auch für Fest, und Fasttage den Jsraelsten die Berechtigung wird zugestanden nxrden, ihre Stimmzettel durch den Wahlvorstand schreiben zu laffen. — Da» Schreiben, mit welchem Herr Maccatta seine fürstliche Gabe (200,000 M.) für die ruff. Juden begleitet hat, dürfte ihre Leser intereffiren: Ich stamme von den Juden ab, welche 1497 au» Portugal verjagt worden find. In unseren Fainilienpapieren sind die Leiden all' erzählt, welche meine unglücklichen Vorfahren erdulden mußten, da sie gezwungen wurden, den portugiesischen Boden zu oerlaffen und eine neue Heimath zu suchen. Der Allinächttge hat ihnen beigestanden und sie fanden eine Zuflucht in Amsterdam. Später begaben sie sich nach London. Dort haben »nein« Väter durch Fleiß und Arbeit sich eine bedeutend« Stellung errungen. Seit jener Zeit sind fast 4 Jahrhunderte dahingegangen. Wir sehen jetzt, wie die Verfolgungen der Juden in Rußland nicht iveniger blutig sind, al« die in Portugal e« waren. Ich schätze mich sehr glücklich, daß ich mich in einer Lage befind«, welche e« mir gestattet, eine Hilf« meinen schwergeprüften ruffischen Glaubensgenossen anzuvieten " Schwede«. K. Stsckholm, im Mn. (Orig. - Torr. 1 Für unsere unglücklichen Glaubensgenossen in Rußland veröffentlichen die schwedischen Zeitungen folgenden Aufruf: „Tief erschütternde Schilderungen über Verfolgungen und Grausamkeiten, die jenseit« der Ostsee an isr. Glauben«- bekennern verübt wurden, sind an un« gelangt. Die bcklagen«werthen Opfer dieser Verfolgungen sind in Folge deffen und um weiteren Mißhandlungen zu entgehen, gezwungen. Hau» und Heim zu oerlaffen, un» in der Flucht Rettung zu suchen. Doch — aller Habe beraubt — wohin sollen die Unglücklichen ihre Schritte lenken uin die ersehnten Zuflucht«- orte zu erreiche»? — In fast allen Ländern unsere« Welttheil« hat da« traurige Geschick der unglücklich n jüdischen Familien lebhafte Theilnahme erweckt, und überall werveu Sammlungen zur Unterstützung der Rothleidenden veranstaltet. Aucki in unserm Lande mahnte da» menschliche Mitgefühl zu thätigem Eingreifen, und da« um so inehr, al« unser Volk zu seinen ehrenvollsten Erinnerungen die Kämpfe für die heilige Sache der Gewiffen«freihcit zählt. Die Unterzeichneten stellen darum an Schweden« Männer und Frauen die Bitte, theilzunehmen an dem LiebeSwerke, da» zuin Zwecke hat, so weit al« möglich da« Elend dieser unserer Mitmenschen zu lindern. — Beiträge werden an „da« deutsche Central-Comitö für die ruffisch.jüdischen Flüchtlinge in Berlin" gesandt." Stockholm, im Mai 1882. 8. Peez»,,», Pastor. Pros. Axel Key, NeichSiaqSatg. «. 8 Brok,«. P stör. 8m» Ae,. «richeia-aadqrordnetrr. ®. «eyer, rie>ch»tag«adg»>>rdn«trr. |or*b TtotrU«, Dr. oiod. C J). Dahl,een, Bantcommiffar Henrik jOMiftfo*, idenerol-Lonsul. 8d prikank», Srobdändirr. De Ltzarle« pickf««. ArichetagSab,, Alarik Hrrkenkerß. Rrlchllaglad^. ®. t. chiiljim, dircior. Alk. Li»semr,er, (Großhändler, p H»i»M»rker,, Neich«lag«abg A. Hekla, Arich«la-4abge»r»nr»rr. 9. A. Heklxnt, di»ich«tnq4abz. A. Lr»,s»tzn, «adkiner. -«,» Lo»tn, Arich4ta,4»b-rordn. Vinrrnl Lunkker», Oder lietbarzt. 8. -. Meyerderß, Schulinsperlor. 0. 0. A,it»i>, Ae»ch»tag4adgk»rdn. Nielor NyKKerz, R>t>l. der schwed. Ntadeunr. A. w. »Ulf, Pastor. 8 8. Hiaakerg, Reich«ta,4»ktzrordneter- 8. jD. «lrsS», Ntlglied de« schweb »cakeml«.

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