Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 24.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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\M 24. 1882. Israelitische Nochen-Lchrift für die religiösen und soeialen Jntereffen des IndeuthnmS. Ir - s,baclfUt *"flu48'6,t I... M. .or «f*****,*?tTf" „"ä. Rabbiner Dr. M. Ftahmer in Magdeburg, d-ünün"»«.' tu»n««»m •lm^l*»rlt<* a Mark. t.,,«n,l unk (Ink -u>,»ll.il,q »n »>. ^nlr.I. »" .lullt, »■ta.i: *»» Z**'"'"* __ _ in O. L,. LHtub» « «»: M. Wv UiilliHti: II Ml (W ^.rt. .. M . , i, , , . . , . Ä Co- .isnttiil M MO * Ra». 4 IItr( 14. fit «Ehrtzklt, «echt UN» F«le»en! ».»!!,," «?7, «a,ch!!» f. .^ttrtll- 4 .» i I «“•**. ‘IUW40M. -i Magdeburg, 14. Junii Entölt: | liitniM Krttftl t Nückdllck« und »utdlicke. — Offener «ries an -errn I Harle« Netter, sverlcht« «»» G»rr»sp»«de«»r« « Deutschland: Berlin. Berlin. NLniz.derg. Hannover. Bonn vleicherod«. Natidor. Stuttgart. Oesterreich; Wien. Pest. Pest. Pest. Pest. Pest, »u« Ungarn. Pest. Frankreich: Pari«. Pari«. Sniland; London. Schweden: Stockholm. Nmerika: Newyork. I»er«tscht« und neues.« Nachricht»«« «u« Böhmen. Prag. Wim. Wien. Lemberg. Pari«. Petersburg. Warschau. Pe» ter«burg. Marrocco. In Bombay. I I«s«rat«. Wochen- Juni. 1083. Siwa 6U4S Domter-lag .. 15 28 streitig .... 16 29 Coaaibea» . . 17 30 Eoanla, .... 18 1 Mom,g .... 19 2 I DiraStag . . 20 3 I Mittwoch . . . 21 4 lT»»»er-la, . . 22 5 Kalender. Ro«ob CliodcKh» mp9u.au r.«. Ttmmui. Rückblicke und Ausblicke. Angesichts der über di« russischen Juden verhängten ftitastrophen, angesichts der in Oesterreich-Ungarn und Deutsch» land von unten aus treibenden Kräfte, angesichts der in nahender Woike drohenden Kriegsgefahren hat ein Ausblick auf das Meer de» internationalen Leben», wenigstens vom Leuchtthurme de- Humanismus auS, heute wenig Befriedigen» de«. Wie einst dem in seinem SiegeSbewußtsein halb gebrochenen Lerxe« an jedem Morgen ein Sklave zuries: »Herr, gedenke der Athener". so müßte man heute täglich und täglich der jüdischen Finanzmacht zurusen: »Juden, gedenket de« gemihhan delten Juden! humr!" Wie eine Erlösung würde e» über unsere schmerzerfüllten Herzen kommen, wenn sich wenigstens die Nachricht bestätigen sollte, daß der einzige Baron Hirsch 5000 Juden auf seine Kosten nach Amerika zu senden gedenkt.*) Denn wa» soll au» der jetzigen halb lahmen Hilfsaktion werden ohne da-Eintreten der jüd. Millionäre? Bon mehreren Millionen den Zehnten geben, ist das von Millionären zu viel verlangt in einem Augenblick, da ein sociale» Fieber ganz Europa durchrast. Ist der Borwurf ganz unberechtigt, daß angesichts der internationalen Judenfrage viele Juden noch immer keinen Blick für die Zukunft haben, noch immer da» Ernste zu leicht und da» Kindische ernst behandeln? Wer hätte vor 2 Jahren die jetzige Situation »orauSgesehen, wer von den Ueberklugen, die in Rathschlägen mit ihrer Privatweisheit schwelgen, hat Vorkehrungen getroffen in und außerhalb Rußland». Man schreibt un» auS Rußland: »Wären unsere Biüder im AuS- •) Die Koftm pio Person — von der Grenze an — mit 4 200 M. teiuhnel, machen ein« Million! — Viral «aczuan»! lande etwa» beharrlicher in ihrer Taktik, wäre der Rubel zum Franc geworden, so wäre mit dem Sinken unserer Valuta Jgnatiew*) gefallen, die Emigration konnte geregelt werde», ohne in sieberhafte Regellosigkeit auszuarten, wie e« jetzt der Fall ist." I» der Tbat, daS Stichwoit für die Lage der Juden ist jetzt: Es wird ihnen möglichst viel Unheil angethan werden bei möglichst wenig Geräusch nach außen. Ohne eine Kollcktivnote der europäischen Mächte wird die socialökonomische Raserei, ein Element der Gesellschaft dem andern aufzuopfern und mißliebige Factoren de» Erwerbsleben» einfach zu beseitigen, von Rußland nach Galizien hin ihre» Rundgang durch Europa antreten, als die sociale Pest des 19. Jahrhunderts. Dan» könnte günstigen Falls nur das Schwert die Heilung bringen. „Zum £ritg zwischen Rußland und Oesterreich komn.t e» ohnehin," — rief bei Gelegenheit der letzten Judendebatte ein Abgeordneter dem Ministerpräsidenten TiSza zu. Und in der That, da» Hauptziel der Jgnatiew'schen Diplomatie scheint daS Ansi<deln»deS Kazapenthums längs der südlichen Grenze, die Snuberung der Grenzdistrikie (auch »ach Deutschland zu, bei W i l l a, K o w n o u. s. w.) von allen n i ch t nationalen Elementen und ein heiliger Krieg mit dem Prestige des panslavistischen AntisemitiS« muS^u fei». Bi» dahin werden temporäre Besttmmungen gegen die „Fremden" geschaffen und diese Bestimmungen spä» ter zu organischen Gesetzen gemacht, die in Rußland nie ausgehoben werden dürfen. Drittelst der Prcgrome» und Brände wird der wilde Patriotismus geweckt und werden alle Lokalbehördcn mit in da» Spiel gezogen. Die Aufmerksamkeit ') Eoeven — dei der Sorreetur diese» Ult. — ereilt uh« di« »«««graphische Nachricht« Jgaaiie» ist «»»- lasse«!