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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 19. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 19.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Wie». 7. Mai. Di« Deleglrtrn der Versammlung, welch« am l. Februar im Manfion-Hous« zu Loudon behufs Proteste» gegen die Judenversolgnugeu in Rußland staitgefunde«, Montag«« nnd Asher, find hier eingetroffen, um mit der ge> meinsame« Regierung «egen der Einwanderung der russischen Jude» in Botnirn zu unterhandeln. (Wird CarOUtii. wie e» allgemein heißt, Nachfolger Szlaoy'S im Reichrfinanzministerium, so kann man in Ande» tracht dessen, daß er sich offen al» Protektor der ruff. Juden zeigt, eine« günstigen Resultatgewärtig sein. Kit». Sämmtliche Blätter publiziren den Aufruf zu Spenden für russische Juden. Der Ausruf ist von vielen Iiochadeligen und anderen glänzenden Namen unterzeichnet. Au- Wie» geht unein „Vorschlag an alle i-r. Gemeinden" zu, die HHrn. Oliphant. Ellinger, M ocatta zu ^Ehrenbürgern de- Judenthum»" zu ernennen. Wir haben aus diesen verfrühten Antrag nur den Midrasch al» Antwort: r-'v 101^ D’im onxi o’a pats ’T ntpy» ES ist noch nicht an der Zeit, Lorbeertränze zu oertheilen, so lange die Gefahr noch nicht adgewendet ist Lr»brrg, 8. Mai. Ja einem Communiquä deamtlichen Blattewird die Emigration der ruffischen Juden durch Galizien besprochen und konstatirt, die Landerbehörde habe die Tragweite »nd die Konsequenzen der Bewegung nicht lunterschäht und schon bei dem Beginn derselben eine genaue Gasung der Frage wegen der Subsistenzmittel angeordnet. Den Hilf»-Comil6» wurde eindringlich gehörige Verpflegung, Beobachtung der sanitären Rücksichten und möglichst schnelle Weiterbeförderung nach Amerika empfohlen. Bisher fielen die ruffischen Juden der Landbevölkerung nirgendzur Last. Ta» englische Hilf- Comitä hat erklärt, alle Juden weiterbefördern zu wollen, um mittellose Ankommende nicht lange zurückzulaffen; die finanziellen Mittel seien au-reichend. um der großen Ausgabe zu entspreche». Da- Eomitä hat bi-her seine Zusagen auf da- Pünktlichste erfüllt. In Kolomea ist Herr Dr. Prechtenberg al» Bürgermeister und der Gemeindevorsteher Joseph Pinkenstein al- Affeffor vom Stadtrathe wiedergewählt worden. Au» Rußluud. Au» Lemberg, 19. April, wird gelmeldet: Wie von verläßlicher Seite mitgetheilt wird, hat sich Idie russische Regierung plötzlich entschloffen, der Auswanderung ü>er jüdischen Einwohner Schwierigkeiten zu bereiten, angebmch, weil sich viele Juden durch Flucht der Militärpflicht rntmehen. Die Grenzbehürden haben demgemäß bestimmte Weistuiigen erhalten. I Au» Gombin (Gouvernement Warschau) welches dreivirrtel laus Juden besteht, konimen authentische diachnchten. Diesen zulolge hat ein au»gebrochener Kampf zwischen Christen und kZudensvolle zehnEtunden lang ang> dauert, und wurden «ämmtliche km Orte befindliche Schänken und Häuser, die von Juden be- Mobnt waren, geplündert und vollständig zerstört. Auch wurden kiele Juden durch Gewehrschüsse verwundet und mehrere Bauern getödtet. Der Staattanwalt ist bereit» an« Warschau angekommen; e» ist Militär beordert worden, um »eiiere« Exzeffen vorzubeugen. Die Stadt ist vollständig zerstört und verwüstet. Petersburg, 25. April. Die Zeitung „Srmstwo" meldet au» Moskau: daselbst sollte «ine todtkranke Greisin, nur. «eil sie Jüdin ist, au-qewiesen werden. Der Arzt stellte ein Attest au», wonach ihre Abreise unmöglich, weil unbedingt todbringend sei. Die Behörde befrag« den Arzt, „wie lange die Todkranke überhaupt noch zu leben habe?" Der Arzt antwortete: höchsten» zehn Tag«; worauf die Behörde entschied, die Greisin sei, während der genannten zehn Tage vollkommen unbehelligt zu laffen, habe aber, wenn didahin der Tod nicht eingetreten sei unweigerlich Mo-kau zu verlaffen. (Wie andrerseits verlautet, wurde die allgemeine Judenausweisung in Mo-kau inhibirt.) Petersburg, den 3. Mai. Ueber die gestrige Dienstagsitzung deruffischen Minister-Komitöein Sachen der Judenfrage verlautet: Al» Graf Jg»atieff mit seiner Vorlage, betreffend „temporäre Maßregeln gegen die Juden", hervortrat, erklärte der Präsident de» Minister-Komitv-, Herr v. R e u t e r n, er halte e» skr nothwendig, zuerst die Kompetenzfrage zu erörtern, da da- Minifter-Komil« nicht eine gesetzgebende Körperschaft sei. Graf Jgnatieff erwiderte, er habe diesen Einspruch erwartet. Er wieangeblich dann einen besonderen kaiserlichen Befehl (?) vor, der jene Bedenken aushob. Daß di« Vorlage abgewiesen wurde, ist bereit» bekannt. Al» die energischsten Gegner derselben werden genannt: Graf Baranow, Herr v. Rentnern u Herr v Ssol-ki, deren Meinungen Andere beistimmten. Dcr Finanzminister Bunge betonte wiederholt, welche enormen pekuniären Verluste Rußland bei der Durchführung der Vorlage erleiden müßte. Er rechnete bei den einzelnen Punkten vor, wieviel Millionen ein jeder dem Staate kosten werde. Rach der endgiltigen Abweisung erklärte Graf Jgnatieff, die Angelegenheit würde nuhnmehr vor den R e i ch » r a t h kommen. Petersburg. In dem von un» schon erwähnten Artikel de» „Hameliz", in welchem die inneren Gründe, die der Colonisirung Palästina'- entgegenst-hen, betont werden, wird eine geistreiche Erklärung de» talmud. Spruche» (Synhedr. 98) 3"n 1*13 ix 'X31 17128», ins xs>x xa 717 p 1'X „der Messias erscheint nur i» einem Geschlecht«, da» ganz rein von Schuld oder ganz in Schuld versunken ist", gegeben. Die Erlösung wird nur eintreten in einer Zeit, wo die Gescmmtheit Israel« al» Schuldlose oder al« Schuldige angesehen wird. Da» Erster« hat sich zur Zeit de» Cyru» gezeigt. Da» Andere tritt in unseren Tagen hervor. Jetzt, wo man alle Inden in Bausch und Bogen verurtheilt und verdammt — jetzt muß die Erlösung kommen. Die Moskauer HandelSwelt beschloß «in« Bittschrift um „Abhülse der Judenkrawalle" beim Finanzministerium einzu« reichen, unter Nachweis der enormen Verluste, welche die Verfolgung verursacht. Paris. Die von den R a b b i n e r n geleitete» Sammlungen für die ruffischen Juden haben -120.405 Frc». (336,324 M.) ergeben. I, J«t»v v. Br««»«!»' Buchhand. I lung Prag reichten soeben: 'Tie Leide» uub Verfvlguugk» brr J»»e» uub ihre Beschützer. Zn chronologischer Keihensolge. Äon Pharao bi« tut ArgrnnxiTt. Bon Heinrich SUenberger. I»eil« Auftagr. Preis I St. 00 mit frano Zus-ndung Auch hat dtelelbe vuchbandtung die gan,e I StffUufUg* brt Werke« pnü’ 71273 „*(«• «'s«, tot fünf «Mcher Mos»«", da, den oor Kurze« verstorbenen gelehrten itabbinrr Jsal Pollalschet zum Versasser hat, sammt dem daran grknlipsten Beridglrecht« käuflich erworben. Um es Jedermann zugänglich zu machen, hat st« den | Preis auf nur 2 Ük. herabgesetzt. (2918 ichautt. verei» zur Unterstütz»», hilssbedürstigek israelitischer Lehrer, Lehrer-Wittweu »ad -Waise» in Deutschland. Einnahmen im Monat April 1&82. •. «ttOliotot-vaitt»»« r Äon Herrn Eiirnkrämer in Birkrnseld, Udler in Hetnhausen, Spier in «lsseld. Nah in Fritzlar, Oberrabb. De. Znärrmandel in Trier, Nußbau« in Trier, liteismar in Nonstanz, Flehinger in Bruchsal, Hosch in »riss« — t« 0 «nrk. (2949 b. »»rex«it,lt,tortotir»O« s von Herren Jul. Stern in Obermoschel, Dr. Heidenhetmer tn Darmstadt, Emil Aalhenan in Berlin. L. Bonwilt in Bodenberg, Chebrakadisch, das. — |, 0 Matt. «. AtetwiNia« JatztesßeitrLgr. Äon Herren gos. (Xolnschnndt in Bonn 9tz. 10; N Ulbert! in Shrenbrritstein 9tz. 10» ch. EinkaufSgelder i Bon Herrn Flrhinger in Bruchsal M. »0; oon Hrn. Äeisinar in Konstanz 9t, 43. e. «-schenke r von Herren Luß in Äodenderg 9t. 8 9. Speyer hier 9t. 100; ». I. Äe.Uer hier M. 100; Uhlseider in Weisendors M. 0 z Frohmann hier M. »0; S. RolhschUd hier 9tz. 00; Frau Ricard hier M. 10; Frau Sichet hier 9t. 40; Frau Speyer hier 9t. 100; H. <*. 9t. 0. f. Zinse«: Mark 40.91. Franksurt a 3. «,i 1832. Namens der Verwaltung: Adalf TeklM.

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