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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 19. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 19.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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— 142 ihr Unrecht in manchen Momenten eiagesehen haben, aber st« war »n eifersüchtig darauf, ihr« Hoheit-rechte zu wahren, all daß ste in dieser rein inneren Angelegenheit der Pression der sremden Machte hätte folgen sollen/ (Wolf a. a. O.) Zu entgegengesetztem Resultat kommt Kreitz Bd. X. Note 7 und mit ihm die meiste» christlichen Geschicht-schreiber, wie auch der oben erwähnte Schneller. „Ehristliche Quellen geben ebenfalll an, daß die Verwendung mehrerer Mächte, namenttich Holland! und England-, die Kaiserin bewogen hat, di« Ausweisung auszuschieben." Die für die Judenangelegenheiten eingesetzt« Eommiffion — fast nur au- Edelleuten bestehend — sprach sich in ihrem Berichte vom v. März 174t* für di« Wiederaufnahme der Juden au«. Auch die Stände wünschten dt« Rückkehr der Juden, damit ste an der hohen Steuerlast parttctpirten. Anfang« unbeugsam, sprach die Kaiserin endlich da« groß« Wort der Erlösung au-, 1748, wenn auch di« ncu« Judensteuer drückend empfunden wurde. Zum Andenken an dies« rühmen«- und nachahmen«- werth« Intervention der holländischen Gemeinten für die b«' drängt«, Gtauben»genoffen ist durch eine Medaille verewigt worden, über welche un« vor einiger Zeit folgender authentischer Bericht zugegangen ist, de» wir aber — Raummangelwegen — erst heute veröffentlichen können. Er kommt leider noch nicht zu spät. — E« ist eine Uebeseyung audem Holländischen. („Beschrijvtng van Rederlandsche Historie-Penningen/ vervolg« op van Lo». Amsterdam 1837. Page 196, Nr. ccr. Tafel XXII; nach dem europäischen „Meiein/ von 17«»): Folgendeist da« wichtig« Eretgntß. zu dessen Gedächlniß diese Medaille geprägt ist: „Die jüdischen Gemeinden von Amsterdam, Rotterdam, und dem Gravenhaag wandten sich an die niederländischen Genera'tftaaten mit einer Borstellung, durch ein Dekret der Königin von Ungarn und Böhmen" vom 18 Dezember 174« sei die Verbannung der Judeu au« Prag und dem ganzen böhmischen Reich für den 31. Januar 1745 anbesohlen worden, obgleich dieselben alldort ununterbrochen seit 1150 Jahren ihren festen Wohnsitz gehabt; diese grausame, unmenschliche Maßregel würde nicht nur den J-raeliten Holland«, sondern auch der ganzen Ration und dem ganzen handeltreibenden Europa den größten Nachtheil bringen. Daraufhin beschlossen die Äeneralstaaten, ihrem Gesandten am Wiener Hof, Herrn Baron van Burmania, schriftlich zu beauftragen, er möge doch alle gütlichen Mittel anwenden, wodurch die Aushebung de« vorstehenden Dekrete» zu bewirken wäre Im Fall« die böhmischen Juden etwa irgend eine» Vergehen« beschuldigt worden seien, so möge er, der (-«sandle, zu bewirken suchen, daß sie vor einer unparteiischen Eommiffion ihre Unschuld erweisen dürfen. Ueberhaupt wenn er irgendwie in Erfahrung brächte, wieso sie die Ungnade Ihrer Majestät sich zugezogen, so möge er, der Gesandte, doch im Namen der hechmögenden Generalstaaten mit aller möglichen Klugheit zu Gunsten dieser unglücklichen Menschen seine Veruiittelung eintreren lassen. Auf gleich« Weise hatte der König von England sich dieser Angelegenheit mit ganzem Herzen angenomnren und seinen bevollmächtigten Herrn Baron Robinson durch eine Depesche beauftragen lassen, in vollkommener Uebereinstimmung mit Herrn Baron van Burmania zu handeln. Allein diese ersten Schritte hatten nur den kleinen Erfolg, daß di« Austreibung der Juden au« der Hauptstadt Prag bi« zum 31. Mär, und ihre Verbannung au« dem ganzen Reich bi« zum 30. Juni 1745 verschoben wurde. So hatten denn 18,000 Juden, lediglich ihre Kranken, Wöchnerinnen und deren Wärter zurücklassen dürfend, di« | Hauptstadt verlasse» müsse» und hielte« sich auf dem flache« Lande auf. Da stellten »an» cm 7. Mai 1745 di« jüdischen Gemeinden der oben genau wen Städte ans- Reue den beklagens- «erthen Zustand ihrer Glauben-gen offen den tzochmögendrn. Genevalftaaten vor, m! che Herrn van Burmania sogleich nochmal« schrieben, daß er nach genommener Verständigung mit .den Anderen (d. h. mit den englischen, dänischen und polnischen Bevollmächtigten) alle- Mögliche anwenden solle, wa« «ur in seinen Krässen stehe. Und diese letztere, Schritte hatten dann auch den günstigsten Erfolg, indem schon am 35.*) Mai 1745 von Ihrer Majestät Maria There ia beschlossen wurde, daß die Juden biaus Weitereruhig und unangefochten da« böhmische Reich wie früher bewoznen dürsten " Die würdigen Geireinden von Amsterdam, Rotterdam und Haag war:» e«, weiche durch wiederholte« unermüdete« Ein>chreiten bei der Republik da« gute Resultat bewirkten, gleich»« unser Patriarch Montestore 1845 eine ähnliche wi> die jetzige, vom Kaiser Ricolau« geplante Ealamität durch persönliche« Einschreiten zu Nichte machte. Ziehen wir »un in Betracht einersett«, wie gedrückt und verachtet wir vor 140 Jahren waren, wa« wir seitdem an geistiger und materieller Kraft an Bildung und Einfluß gewonnen und andrerseits, wie ua« jetzt (gegenüber den damaligen mühseligen Wege durch Sendboten), Post. Telegraph und Eisenbahn zu Gebote stehen und erwägen wir, wa« demnach unsre Voreltern von Tebeth bi« Jjar, in 5 Monaten (ja zwischen 7. und 15. oder 35. Mal) zu Wege brachten, so muß UN« klar werdeu, wa« wir k ü n n t k n, wenn wir einmüthig wollen. Wir hören da von keinen langen Porbereitungen. Eonserenzen, Reden, sondern augenblicklich treten die Kehilloth zusammen, gewiß auch von allen Einzelnen unterstütz«, die persönlichen Einfluß hatten. So zeigt un« da« Denkmal der Vergangenheit, wa« wir in der Gegenwart zu thun haben. — Jeder Einzelne, jede Gemeinschaft, die nur irgendwie oder irgendwo Einfluß zu haben hoffen kann, möge ihn augenblicklich und mit aller Energie verwenden, Niemand sich für zu groß. Niemand für zu klein halten, daß der Hüter Israel» nicht vielleicht gerade seinen Schritten den gewünschten Erfolg verleiht. Laßt un« nicht ruhen und rasten, bi» der Herr Hilfe sendet in dieser schrecklichen Leidenszeit, die über nahezu 4 Millionen — die größere Hälfte der gesammten Juden aus Erden — hereingebrochen. Briefe auS Berlin, hi. Berlin, den 5. Mai. Da« jüdische Hilsswerk. — B'ne verith in Berit». Daß die Deligi teakonferenz ia Angelegenheit de» russischen Hilf«werk» Diskretion beobachtete, geschah — wie wir erfahren — um nicht die Reih« der abenteuerlichen Gerüchte, die namentlich die österreichischen Zeitungen durchschwirrten, noch zu vermehren; nun giel't sich da» Judenthum zum Theil der Hoffnung hin, daß e« der .llustren Versammlung, die in Berlin zusammengetreten war, gelingen wird, jede thörichte Einzel-Aktion zu vermeiden, die zahlreichen Eomit6» dauernd für da« jüdisch« Hllfswerk zu einen und vo> derhand wenigsten» einem Theile der Flüchtlinge zu einer lebensfähigen Existenz den Weg zu bahnen. Die *1 Ist «ohl et» Inch»» >« b»Iä»»tsche« T«r<. — Di« Med«»»«, weschrechu») un» «.khUftitif hat XV, Mai.

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